Die Indianer in Olten

Früher spielten wir auf der Strasse „Räuber und Poli“ und malten mit weissen Kreidestiften Pfeile auf die Trottoirs und Strassen. Ziel war es, dass eine Gruppe von Räubern durch das Anbringen von weissen Markierungspfeilen von einer Gruppe von Polizisten gefunden werden konnte.

Seit einigen Tagen waren aber anscheinend professionelle Indianer in einigen Quartieren auf Oltens Strassen unterwegs und malen mit Markierfarbe perfekt gezeichnete weisse Pfeile auf den ach so grauen Asphalt. Des Rätsels Lösung: Die Pfeile zeigen allesamt auf Schachtdeckel, die zuhauf die sauber gezogenen Pflastersteinkanten der Oltner Strassen unterbrechen. Mindestens im Säliquartier und im Schöngrund wurden eine Unmenge dieser Pfeile gesichtet.

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Weil ich keine Schweizer Gemeinde kenne, die zu ähnlichen Mitteln greift und ihre Strassen mit Schachtdeckel-Signalistationspfeilen bemalt, stellt sich mir die Frage nach dem Sinn dieser Massnahme. Und ich fragte mich beim Vorbeifahren mit dem Velo auch, wieviele Stunden diese Maler wohl mit der Suche und Markierung dieser Abwasserschächte zubrachten und wie wohl sichergestellt sein wird, dass bei künftigen Arbeiten an Oltens Strassen und Trottoirs diese Pfeile immer hübsch nachgezogen werden können.  Und ich stellte mir in meiner Phantasie ein Büro vor, in welchem eine Schachtdeckel-Signalisationspfeil-Excelliste nachgeführt wird. Mit dieser wird sichergestellt, dass auch künftig jeder Abfluss seinen weissen Farbtupfer abbekommt. Aber das ist natürlich reiner Blödsinn.

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Die sonderbaren weissen Strassenmarkierungen würden nämlich sonst in totalem Widerspruch zu anders lautenden behördlichen Aussagen stehen, wonach es beispielsweise unmöglich sei, in 30er-Zonen Fussgängermarkierungen auf die Fahrbahn zu sprühen, um Kinder eine sicherere Querung einer stark befahrenen Quartierstrasse zu ermöglichen. Da drängt sich bei mir durchaus der Verdacht auf, dass es sich tatsächlich um Indianer handeln musste, die Oltens Strassen mit ihren weissen Pinseln heimsuchten und wieder verschwunden sind, zumal ich wirklich keine Stadt oder kein anderes Dorf in der Schweiz kenne, in welchem Wasserabflüsse über ähnliche Markierungen verfügen würden.

Von einer Behörde können diese weissen Pfeile schon deshalb nicht stammen, weil diese wissen würde, dass der Kanton Solothurn über ein perfektes digitales Kartenportal verfügt, in welchem eine Oltner Schachtdeckel-Signalisationspfeil-Statistik digital und nicht mit Sprühfarbe nachgeführt werden könnte. Es bleiben also nur die Indianer übrig.

 

Selbstfahrende Fahrzeuge für eine innovative Verkehrserschliessung von Olten Südwest?

Während man in Olten noch über den millionenschweren Ausbau eines Fussgängertunnels zur Erschliessung des Quartiers von Olten Südwest zum Hammerquartier nachdenkt, geht man in Deutschland ganz andere Wege. Seit heute verkehrt im bayrischen Bad Birnbach ein selbstfahrender Bus zur innerstädtischen Verkehrserschliessung.  Das Innovationsprojekt hat Signalcharakter und auch in der Stadt Olten täte man gut daran, über intelligente Alternativen statt dem sehr finanzintensiven Ausbau einer betonierten Lösung zur Erschliessung von Olten Südwest nachzudenken.

Im bayrischen Bad Birnbach fährt seit heute ein autonomer Linienbus durch die Quartiere. Dies dank der Initiative der örtlichen Politik und einer Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn DB. Höchste Zeit sich auch in Olten zu überlegen, ob die Erschliessung des Quartiers Olten Südwest wirklich nur durch den Bau eines Fussgängertunnels bewerkstelligt werden kann. Die Stadt Birnbach zeigt, dass Alternativen bestehen und auf Olten übertragen könnte man so nicht nur das verkehrliche Problem nach Olten Südwest lösen, sondern auch das weit abgelegene Quartier Bornfeld gleich in eine intelligente Verkehrslösung integrieren.

Dies als Alternative zu einem mehrere Millionen teuren Verbindungstunnel der von der Hammerallee über die Umfahrungsstrasse ERO Olten betoniert werden soll, denn die bessere verkehrliche Erschliessung des Quartieres Olten Südwest ist unbestritten.

Umweltfreundlich und lautlos
Im niederbayrischen Bad Birnbach gleitet seit heute lautlos der weiss-rote Kleinbus durch die Strassen des Kurorts. Autofahrern und Fussgängern begegnet ein Elektrobus, der nicht nur leise und umweltfreundlich ist. Er hat auch keinen Fahrer und weder Lenkrad noch Gaspedal. Nur ein Fahrtbegleiter befindet sich an Bord, der bei Bedarf eingreifen kann.

Hinweisschild für Autofahrer in Bad Birnbach
Hinweisschild für Autofahrer in Bad Birnbach

Das Fahrzeug rollt auf der rund 700 Meter langen Strecke vom Ortszentrum zur Therme über öffentliche Strassen. Die Deutsche Bahn DB hat den ersten autonomen Linienverkehr gemeinsam mit dem Landkreis Rottal-Inn in enger Zusammenarbeit mit dem Fahrzeugentwickler EasyMile, dem TÜV Süd und der Marktgemeinde Bad Birnbach auf die Strasse gebracht.

Innovatives Projekt zur besseren Erschliessung des Ortes
2018 soll der Bus zusätzlich das Ortszentrum mit dem Bahnhof verbinden. „Gerade sind wir komplett automatisiert in ein neues Verkehrszeitalter gefahren“, sagte Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, nach der Premierenfahrt. „Damit haben wir Pioniergeist bewiesen – wie schon bei der Fahrt der ersten Eisenbahn in Deutschland vor über 180 Jahren, damals zwischen Nürnberg und Fürth.

Wir bringen als erstes Unternehmen in Deutschland autonome Fahrzeuge auf die Strasse und in den öffentlichen Nahverkehr. Unser Ziel ist, so Strasse und Schiene noch stärker zu vernetzen und damit auch auf dem Land individuelle Mobilität ohne eigenes Auto zu ermöglichen.“

Lokalpolitiker setzen auf Innovation
„Für den Landkreis Rottal-Inn ist der autonome Bus ein Leuchtturmprojekt, von dem eine echte Signalwirkung ausgehen kann“, sagt Landrat Michael Fahmüller. „Gerade bei uns im ländlichen Raum sind viele Menschen noch immer auf das Auto angewiesen. Wenn nun ab heute der autonome Bus regelmässig in Bad Birnbach Menschen befördert, so ist das ein deutliches Zeichen für die Mobilität und Flexibilisierung des Öffentlichen Personennahverkehrs der Zukunft, insbesondere im ländlichen Raum. Wir sind stolz, hier die Vorreiterrolle übernehmen zu dürfen.“

Autonom fahrende Busse auch in der Schweiz
Postauto als Vorreiter der autonomen Mobilität in der Schweiz, setzt seit längerer Zeit einen selbstfahrenden Bus in Sion ein. Das Liniennetz soll in den kommenden Wochen auf den Bahnhof ausgedehnt werden. Auch in Fribourg setzen die örtlichen Transportunternehmungen TPF ein selbstfahrendes Fahrzeug zur Erschliessung eines neuen Industriequartiers ein. Auch im Kanton Zug startet in einigen Monaten der Versuchsbetrieb mit autonom fahrenden Bussen. Es wäre eine Chance für die sehr öV-affine Oltner Bevölkerung, selber ein solches Projekt zu lancieren. Dazu ist ein politischer Wille auf lokaler Ebene für eine solche Lösung unabdingbar.

Weiterführende Informationen für Interessierte: http://deutschebahn.com/autonomerbus

SBB sucht Mitarbeitende in Olten

Möchtest du im vermutlich grössten Büro in der Stadt Olten arbeiten? Die SBB sucht in ihrer topmodernen Betriebszentrale in Olten Mitarbeitende welche mithelfen, den Zugverkehr im Schweizer Mittelland zu steuern.  Als Zugverkehrsleiterin oder Zugverkehrsleiter arbeitest du in einem sehr dynamischen Umfeld und steuerst den Bahnverkehr für die täglich 9000 Reise- und 2000 Güterzüge der SBB.

Gleich beim Bahnhof in Olten an zentralster Lage befindet sich die «Betriebszentrale Mitte» an der Gösgerstarasse. Von dort aus steuert die SBB im 7/24-Rhythmus den gesamten Zugverkehr im Schweizer Mittelland. Die SBB sucht für den Standort Olten noch Mitarbeitende für die Ausbildungsklasse im Jahr 2018.

Voraussetzung für die Berufsausbildung zum Zugverkehrsleiter ist eine abgeschlossene 3-jährige Berufslehre oder Matura und gute Kenntnisse einer zweiten Landessprache. Menschen die gerne in einer modernen Arbeitsumgebung in Olten und rund um die Uhr arbeiten möchten, bieten sich damit ein Beruf mit Zukunft.

Interessierte Mitarbeitende können nach ihrer Ausbildung zum Zugverkehrsleiter auch Teamleiterfunktionen übernehmen und sich innerhalb der SBB weiterentwickeln. Bist du an einer spannenden und herausfordernden Tätigkeit für die SBB interessiert? Die SBB führt in Olten am 15. November eine Infoveranstaltung durch. Anmeldungen direkt und einfach im Netz möglich.

Ein kurzes Video zum Beruf der Zugverkehrsleiterin gibt es hier. Weitere Infos sind zudem unter http://www.sbb.ch/zvl abrufbar.

 

 

 

Veloparkierung: Das kann Olten von Zürich lernen

Olten hat gefühlt den zweitgrössten Bahnhof der Schweiz, fast so gross wie Zürich aber eben doch ein bisschen kleiner. Was die beiden Städte verbindet ist die sehr hohe Nutzung des Öffentlichen Verkehrs und viele Menschen die ihr Velo am Bahnhof abstellen. Der Parkraum am Bahnhof in Olten voll belegt. Zürich hat für die Velofahrer eine clevere digitale Möglichkeit gefunden, um das Veloproblem zu lösen. Einfach bedienbare Veloparkautomaten sorgen für Ordnung.

Im Januar 2017 investierte die Stadt Olten nochmals 28’000 Franken in den Ausbau neuer Veloständer unter dem Gleis 12 des Oltner Bahnhofs. Gleichzeitig opferte man praktische und nigelnagelneue Helmfächer. Ziel der Massnahme war es, die Stellfläche in der sehr gut genutzten Anlage voll auszuschöpfen. Ein paar Abstellplätze kamen hinzu.

Nur ein halbes Jahr später ist der neu hinzugewonnene Parkraum an einzelnen Tagen und je nach Tageszeit bereits wieder belegt. Pendler stellen ihre Velos bereits wieder auf gesperrten Flächen ab, weil die Anlage überläuft. Wie also löst man das Problem nachhaltig und geht möglichst effizient mit dem Platz in der bestehenden Anlage um?

Velostation Olten Herbst 2017
Velostation Olten Herbst 2017

Die Lösung des Problems besteht nicht in der weiteren Investition in Veloständer, sondern muss über eine intelligente Bewirtschaftung des bestehenden Parkraums erfolgen. Der Grund: Immer noch blockieren eine Unmenge an dauergeparkten „Veloleichen“ den öffentlichen und begrenzten Parkraum. Weil der Parkraum auch für Langzeitparkierer vollkommen kostenlos zur Verfügung steht, besteht für einzelne Nutzer keinerlei Anreiz, ihr nicht gebrauchtes Velo möglichst schnell wieder aus der Anlage zu holen.

Gedankenlosigkeit einzelner Nutzer führt zu Engpässen

Frei nach dem Motto einzelner Nutzer: „Was kümmert mich das Velo der andern. Meins hat einen trockenen und videoüberwachten sicheren Platz. Wenn dieser schon nichts kostet, so lass ich meinen Göppel hier einfach so lange stehen bis ich ihn wieder mal brauche.“

Velostation Olten - Herbst 2017
Velostation Olten – Herbst 2017

Die fleissigen Mitarbeitenden der Velostation erkennen mit Glück bereits nach einigen Tagen, vielleicht aber auch erst nach Wochen, dass ein Velo nicht bewegt wurde. Sie kleben mit einer Malerrolle ein Band ans Velo, schreiben von Hand das Datum auf den Kleber und später hängen sie einen Zettel an den abgestellten Drahtesel. Dies ist heute die einzige Handhabe Besitzer auf die Dauerparkierung aufmerksam zu machen.

Erst nach weiteren Tagen wird das Velo dann entsorgt. Dieses Ritual wiederholt sich tagtäglich und nimmt in der Oltner Anlage kein Ende und frisst automatisch Ressourcen und wertvollen Parkraum auf.

Von Zürich lernen und clevere Parkplatzbewirtschaftung einführen

Direkt unter den Gleisen des Bahnhofs hat die Stadt Zürich in diesen Tagen eine topmoderne Veloanlage – analog der Oltner Anlage unter der Tannwaldstrasse – eröffnet. Jedoch anders als in Olten geht man in Zürich nicht von einer Gratismentalität für Langzeitparkierer aus. Zentraler bewachter Parkraum darf ein paar Rappen kosten, so die Meinung der Stadt Zürich. Für umgerechnet 50 Rappen pro Tag können Besitzer der Jahreskarte die Anlage nutzen. Besitzer mit einer Jahreskarte kleben einen QR-Code unter den Sattel oder ans Schutzblech ihres Velos und erhalten einen maschinenlesbaren stabilen Zutrittsbadge als Türöffner zur Anlage.

QR Code Jahreskarte Velostation Zürich
Scannbarer QR Code Jahreskarte Velostation Zürich

Tages- oder Wochenparker lösen am Automat eine Veloetikette

Am Eingang der Veloabstellanlage befindet sich ein zentraler Parkautomat. Kunden lösen dort für den Kurzaufenthalt eine scannbare Etikette und markieren damit wie einen Koffer am Flughafen damit ihr abgestelltes Velo selber. Den mitgedruckten QR-Code reisst man ab und steckt ihn ins Portemonnaie. Darauf aufgedruckt ist die Gültigkeit des Veloparktickets und mit dem QR-Code lässt sich Tag und Nacht die Tür zum gesicherten Parking öffnen.

Die in der Anlage beschäftigten Mitarbeiter erkennen dank der intelligenten und scannbaren Etiketten an den Velos sofort, ob beim abgestellten Zweirad die Parkzeit überschritten wurde und können die Velos umgehend entfernen. Durch eine Gebührenstaffelung können für Tages-, Mehrtages- oder Wochenpässe unterschiedliche Preise definiert werden. Nutzer finanzieren damit die Löhne der Angestellten mit einem kleinen Beitrag mit. Der Hauptnutzen liegt aber darin, dass der öffentliche Parkraum nur solange genutzt wird, wie man ihn effektiv benötigt. Intelligent, wirtschaftlich und einfach.

Veloparkierautomat Zürich Europplatz Firma "abaleo"
Veloparkierautomat Zürich Europplatz Firma „abaleo“

Automaten am Bahnhof Olten würden viele Probleme lösen

Der Einsatz von zwei bis drei dieser selbsterklärenden Veloetikettendrucker würde es auch in Olten ermöglichen, die heute teilweise überstellten Parkflächen beim Bahnhofbrunnen, bei der P+R-Anlage und im Bereich UG Tannwald intelligent zu bewirtschaften. Eine Win-Win-Win-Situation für alle, denn Nutzer hätten mehr Parkraum, die Stadt könnte Geld für teure Ausbauprojekte sparen und Angestellten der Veloparkieranlage können ihre Arbeit noch professioneller erledigen.

Scannbare Tagesetikette Veloabstellanlage Zürich Europaplatz
Scannbare Tagesetikette Veloabstellanlage Zürich Europaplatz

Polizei sucht weissen Geländewagen

Im Oltner Sälikreisel kam es am Montag zu einer Streifkollision. Der Unfallverursacher entfernte sich mit seinem weissen Geländewagen von der Unfallstelle und wird gesucht. 

Am Mon tagmorgen , 16. Oktober 2017, gegen 6.30 Uhr, fuhr eine Automobilist von Wangen bei Olten her kommend in den Sälikreisel. Gemäss ersten Erkenntnissen fuhr gleichzeitig ein weisser Geländewagen/SUV auf der rechten Fahrspur an ihr vorbei. Dabei kam es zu einer seitlichen Streifkollision zwischen den beiden Fahrzeugen . Ohne sich um die Schadensregulierung zu kümmern , entfernte sich der noch unbekannte Lenker in Richtung Aarburg.

Die Polizei bittet Personen, die den Unfall gesehen haben oder Angaben zum Verursacher machen können, sich mit ihr in Verbindung zu setzen (Telefon 062 311 80 80).

OT: „Der Stadtrat als Geheimkabinett“

Im Oltner Tagblatt vom 11. Oktober 2017 schreibt die Redaktion in der Überschrift eines Artikels für mehr Transparenz in der Kommunikation des Stadtrats: Bei Sitzungen der Stadtregierung gibt es geheime Traktanden – nun fordern Parlamentarier mehr Transparenz.

Mehrere Gemeinderäte fordern im Artikel des Oltner Tagblatts eine transparentere Art der Publikation der Inhalte von Stadtratssitzungen und deren Protokollierung. Gemäss Aussagen soll es eine interne Traktandenliste für den Stadtrat geben und eine die nach aussen hin kommuniziert wird.

Darauf angesprochen die Antwort aus dem Stadthaus: „Wir müssen prüfen“, sagt die Stadtverwaltung zur Forderung eines Gemeinderats im Oltner Tagblatt, nur noch eine einheitliche Traktandenliste zu veröffentlihen. „Doch es stellt sich die Frage, ob es einen Nutzen bringt.“

Die Handelszeitung beschäftigte sich bereits im Jahr 2007 genau mit dieser Frage. Der kurze Artikel mit einer klaren Antwort dazu ist lesenswert.

Mehr als 100 MBit/s Internet das braucht doch niemand …

Noch vor wenigen Jahren war ein ADSL Internetanschluss mit 512 KBit/s oder sogar 4 MBit/s mega cool, viel schneller als die 64 KBit/s die wir mit ISDN kriegen konnten. Heute kitzeln Swisscom und UPC das Letzte aus ihren Kupferkabeln raus und bringen 100 MBit/s und mehr ins Haus. Zwar ohne wirklichen Wettbewerb, mit asymmetrischen Bandbreiten und stetig wechselnden Bundles aus der TripplePlay Kiste aber immerhin, das Internet funktioniert. Also kein Grund zum Handeln. Mindestens nicht in Olten.

Es gäbe da auch andere Überlegungen. Ich zitiere aus einer Broschüre der Gemeinde Benken, die dabei ist ein gemeindeeigenes Glasfasernetz einzurichten.

Was ist der Nutzen eines Glasfasernetzes?

Der Wirtschaftsstandort Benken wird gestärkt. Die Unternehmen profitieren von fast unlimitierten Daten‐Übertragungsmöglichkeiten zu sehr attraktiven Konditionen und können so effizient von neuen Möglichkeiten wie Cloudcomputing, Vernetzung von Standorten oder Heimarbeitsplätzen profitieren. Ein von Swisscom unabhängiges Netz, welches allen Dienstanbietern inklusive Swisscom zur Nutzung offensteht, schafft Wettbewerb und Wahlfreiheit für die Einwohner von Benken. Der günstige Zugang zu fast uneingeschränkter Bandbreite, schafft erwiesenermassen Arbeitsplätze und steigert den Standortvorteil als Wohn‐ und Arbeitsort. Die Elektrizitätsversorgung Benken kann auf der Basis des Glasfasernetzes ein intelligentes Stromnetz realisieren und so die Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit erhöhen.

Wieso baut die Gemeinde das Glasfasernetz?

Die Gemeinde kann für die Erstellung des Glasfasernetzes auf bestehende Leerrohre der Elektrizitätsversorgung zurückgreifen. Dadurch können sowohl die notwendigen Grabarbeiten, wie auch die Investitionen minimiert werden. Alle Dienstanbieter erhalten den Zugang zum Glasfasernetz.

Der Besitz des Glasfasernetzes garantiert der Gemeinde maximalen Handlungsspielraum, auch in der Energiewirtschaft. Aus volkswirtschaftlicher und betriebsökonomischer Sicht ist es sinnvoll, wenn sich das Glasfasernetz im Besitz der öffentlichen Hand befindet. Denn so kann die Öffentlichkeit auch in Zukunft auf die Entwicklungen im Telekommunikationsbereich Einfluss nehmen.

Ich denke für einen zentralen Wirtschaftsstandort wie Olten wären solche Gedanken auch angebracht. Watch this Space (Olten jetzt!).

Wo kann ich in Olten ein Elektroauto aufladen?

Die Elektromobilität findet vor allem in den Medien aktuell viel Beachtung. Von den im Jahr 2016 insgesamt 415’000 Fahrzeugneuzulassungen in der Schweiz entfielen auf die reinen Stromer nur gerade 3525 Fahrzeuge. Der Antrieb mit Elektromotor hat sicherlich Zukunft, steckt aktuell jedoch noch in den Kinderschuhen. Wo kann man in Olten überhaupt sein Elektroauto auftanken? Die Zahl der möglichen Ladeplätze in Olten ist mit fünf öffentlichen Standorten noch sehr bescheiden.

An einem Mio-Stand präsentierte sich der Oltner Stromanbieter a.en mit einem Elektroauto. Für den Heimgebrauch und das Aufladen in der eigenen Garage bietet a.en mittlerweile Komplettpakete samt Montage an. Mit dem „A.EN-ECO-CHARGE“ für CHF 2490.- bietet der Stromanbieter eine 3,7 kW Ladedose, mit dem „A.EN-OPTI-CHARGE“ für CHF 3200.- ein 11 – 22 kW starkes Ladegerät, welches eine Schnellladung von Elektroautos ermöglicht.

VW Golf Elektromotor a.en
VW Golf Elektromotor a.en an der Mio

Öffentliche Stromtankstellen in der Stadt Olten Mangelware

In der Stadt Olten sind keine von der Stadt initierten Ladestandorte bekannt. Weder auf dem Klosterplatz, noch auf dem Munzigerplatz oder auf der Schützi findet man eine Ladestation. Als öffentlich zugängliche aber private Ladestationen sind in Olten nur vier fünf Standorte in der Datenbank von e-mobile.ch und cargemap.com hinterlegt.

  • Arte Kongresshotel, Riggenbachstrasse, 1 x 11 kW und 1 x 3,7 kW
  • Delinat Weindepot, Industriestrasse, 2 x 11 kW
  • Kantonsspital Olten, Baslerstrasse, 2 x 22 kW
  • Familie Conca, Solothurnerstrasse, 1 x 2,3 kW
  • Parkhäuser FHNW, rechte Stadtseite, 2 x 22 kW*
E-Tankstelle FHNW Riggenbachstrasse
E-Tankstelle FHNW Riggenbachstrasse Olten

Wirkliche Hochleistungsladestationen bietet derzeit einzig der amerikanische Autobauer Tesla seinen Kunden an. Dies mit einer 14 Säulen umfassenden Supercharger Station in Oftringen und einer Station mit zehn Ladesäulen in Egerkingen. Diese haben eine Leistung von bis zu 120 kW.

In der Gemeinde Wädenswil (ZH) wurde nun ein erster intelligenter Lichtmast in Betrieb genommen, dieser bietet nebst Public Wifi und LED-Licht auch zwei Fahrzeugen eine Lademöglichkeit im öffentlichen Raum.  Mit der ohnehin anstehenden Erneuerung der Oltner Strassenbeleuchtung ein Ansatzpunkt, um die Zahl der öffentlichen Ladestationen zu erhöhen. Auch kleinere Städte wie Burgdorf zeigen, dass die Realisierung von E-Tankstellen im öffentlichen Raum durchaus möglich ist.

* Feedback e-Lime GmbHd

Neues Taxireglement: Chance für mehr Service und Transparenz für Oltner Taxikunden

Taxis sind die Visitenkarte jeder Stadt. Die neuerliche Auseinandersetzung unter Oltner Taxifahrern ist nur die Spitze des Eisbergs. Höchste Zeit, dass die Stadt Olten endlich ihr jahrelang vertrödeltes neues Taxireglement erhält. Die Stadt hat damit eine riesen Chance, klare Qualitätskriterien zu Gunsten der zahlenden Fahrgäste zu definieren. Mittels Fahrer- und Fahrzeugbewertung durch die Fahrgäste könnten Oltens hausgemachte Probleme im Taxigewerbe auf einen Schlag gelöst werden. Auch könnte sich die Stadt als Förderin von Elektromobilität positionieren.

 Man muss es als riesige Chance sehen, dass die Stadt Olten ihre seit Jahren vertrödelte und aus dem Jahr 1997 stammende Taxiverordnung noch immer nicht überarbeitet und fertiggestellt hat. Damit würde sich die einmalige Gelegenheit bieten, auch verbindliche Kriterien zur Fahrzeugflotte, zu den Dienstleistungen und zur Qualität vorzugeben. Die Digitalisierung, der freie Markt und klare Vorgaben könnten dabei die heutige Misere rasch beheben, die jüngst in einer Schlägerei am Taxistand ihren neuerlichen Höhepunkt fand.

  1. Oltner Taxis und ihre Fahrer müssen zwingend via Smartphone App buchbar und bewertbar werden. Viel zu oft kommt es heute vor, dass durch einzelne schwarze Schafe falsch und überteuert abgerechnet wird. Mittels handelsüblichen Apps können heute bereits in verschiedenen Städten Fahrgäste das Fahrzeug sowie die Freundlichkeit der Fahrer bewerten und so Transparenz schaffen. Fahrer mit guten Bewertungen erhalten automatisch mehr Fahraufträge.
  2. Die Stadt muss CO2-Emissionen und die vom Bund gültige Energieetikette, bsp nur Fahrzeuge Kategorie A und B, für Oltner Taxis verbindlich vorgeben. Dies zwingt einzelne Taxihalter, ihre in die Jahre gekommenen Fahrzeuge durch umweltfreundliche und zeitgemässe Fahrzeuge zu ersetzen. Solche Vorgaben fördern auch die aktuell weit propagierte Elektromobilität.  Fahrzeuge mit Elektromotor oder Hybrid-Fahrzeuge mit einer Kombination aus Elektro-/Benzinantrieb fördern die abitionierten Umweltziele zur Reduktion des CO2-Ausstosses. Eine moderne Taxiflotte erhöht zudem den Komfort für Oltner Taxi Fahrgäste.
  3. Bestehende Regeln müssen durch die Sicherheitsorgane besser auf deren Einhaltung kontrolliert werden. Service und Erreichbarkeit eines Taxibetreibers müssen 7/24 sichergestellt sein. Rosinenpickereien dürfen durch die Stadt Olten nicht geduldet und müssen konsequent geahndet werden. Die Stadt muss per Aushang am Bahnhof aber auch im Internet eine klar definierte Ansprechstelle kommunizieren, an welche Kunden Verstösse unkompliziert melden können – ein solches Web-Formular sucht man heute noch vergebens.

Andere Städte als Vorbild nehmen um besser zu werden


Wenn man in Berlin oder anderen Städten ein Taxi via Smartphone beispielsweise mit der mytaxi oder ähnlichen Apps bucht, kann man vorab selber auswählen, mit welcher Fahrzeugkategorie man abgeholt werden will. Dies spornt Fahrer an, qualitativ gute Fahrzeuge einzusetzen und ihre Taxis sauber und ‚in Schuss’ zu halten. Kunden wissen mittels der App bereits bei der Buchung, wie der Fahrer heisst, welches Fahrzeug er fährt und sehen, wie der Fahrer von anderen Fahrgästen bewertet wurde.

MyTaxi Berlin
Beispiel MyTaxi Berlin

Transparenz führt automatisch dazu, dass unfreundliche Fahrer, falsche Abrechnungen oder Irrfahrten der Vergangenheit angehören bzw mittels einer entsprechenden Kundenbewertung sofort transparent gemacht werden. Der Markt reguliert sich selbst und die Kunden sind zufriedener.

Der Clou bei solchen Taxi-Bestell-Apps ist es, dass die Fahrt gleich via App online beglichen werden kann. Dies verbessert die Kostenkontrolle, erleichtert Geschäftsreisenden die Abrechnung weil die Quittung gleich per E-Mail zugestellt wird und verbessert die Sicherheit der Taxifahrer, weil diese weniger Bargeld mitführen müssen. Das Trinkgeld zahlt man gleich online.

 


Warum man in Olten bei der Umsetzung der Taxiverordnung nicht vom Fleck kommt


Die Oltner Stadtverwaltung schiebt das Thema der neuen Taxiverordnung seit Jahren vor sich her. Der längst abgetretene Chef der Stadtpolizei initiierte bereits vor Jahren eine Überarbeitung des aus dem Jahr 1997 stammenden Reglements. Bereits vor Jahren wurde von Seiten der Stadt in Aussicht gestellt, das Regelwerk zu überarbeiten und dem Parlament zur Genehmigung vorzulegen. Begründet wurde der jahrelange Aufschub mit Personalengpässen, Führungswechseln aber auch mit juristischen Abklärungen. Weil die Stadt auch bei der Vergabe von Taxilizenzen viel zu offensiv vorging, musste sie sich selber ein Moratorium auferlegen.

Auch die fehlenden Kontrollen am Bahnhof Olten sind alteingesessenen Taxibetreibern ein Dorn im Auge. Weil das Taxigewerbe in Olten über keine Lobby verfügt, ist das Thema einer neuen Taxiverordnung seit Jahren ungelöst. Dies obwohl gerade heute mit den technischen Möglichkeiten wie Smartphones und Bewertungsportalen die Kunden selbst für Transparenz sorgen könnten, sofern die Stadt entsprechende Vorgaben machen und Rückmeldungen von Kunden aktiv entgegennehmen würde.

Höchste Zeit, dass die Stadt Olten die Chance zur Verbesserung der Situation beim Taxigewerbe packt und die Überarbeitung des Reglements abschliesst.

Aktuell gültige Taxiverdordnung der Stadt Olten zum Download:
Taxiverordnung
Taxi-Tarifordnung 214.1