Einkaufen

Einkaufen am Abend

In Olten haben die normalen Läden an normalen Tagen so bis 18:30 offen und einmal in der Woche bis 20:00 und am Samstagen bis 18:00. Das ist vermutlich so oder sehr ähnlich schon seit vielen Jahrzehnten.

Nun kann es sich als leichte Herausforderung herausstellen, sich an diese Zeiten zu halten. Stellen wir uns jemanden vor, der nicht in Olten selbst arbeitet, sondern vielleicht eine Stunde Zugfahrt pro Arbeitsweg hat, dann normal ca. 8-9 Stunden arbeitet und dazu eine Stunde Mittagspause. Dann ist dieser fiktive Oltener schon 11 bis 12 Stunden abwesend, z.B. von 8:00 bis 19:00 oder von 8:00 bis 20:00. Stellen wir uns vor, dass er noch an einem Teil der Wochenenden abwesend ist, z.B. wegen einer Fernbeziehung oder sogar manchmal an den ersten vier Tagen der Woche etwas mehr arbeitet, um schon Donnerstag abends direkt von der Arbeit abzureisen, dann wird die Schnittmenge mit den Öffnungszeiten recht klein. Nun gibt es auch noch Arbeitsorte, die keine Einkaufsmöglichkeiten aufweisen. Das mag etwas konstruiert wirken, aber die Lebensumstände sind vielfältig und da kann so etwas schon mal vorkommen.

Man muss deshalb nicht verhungern, denn Olten hat einen Bahnhof und man bekommt dort ein etwas kleineres Sortiment auch zu später Stunde noch. Manche Dinge kann man im Internet bestellen, muss dann aber sicherstellen, dass das Paket nicht beim Postamt abgeholt werden muss.

Aber die Frage ist, wie zukunftsträchtig diese Öffnungszeiten noch sind. In der Zeit, als sie entstanden, war es wahrscheinlich der Normalfall, dass man als Paar oder Familie zusammen wohnte und mindestens ein Familienmitglied vor 18:00 zu hause war. Aber hat der Anteil der Haushalte, für die das zutrifft, zugenommen oder abgenommen? Soll man Leute, die in Olten wohnen, durch die Ladenöffnungszeiten ermutigen, anderswo einzukaufen?

Als Grund für die frühen Ladenschlusszeiten wird oft die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter genannt. Dafür hat man aber z.B. in Schweden, die Lösung gefunden, dass für Zeiten außerhalb einer gewissen Kernzeit der Lohn erheblich höher ist (z.B. Faktor 1.5 am Abend und am Samstag).

Gerade in Olten, wo viele Leute wegen der Bahn wohnen, sei es weil sie für die Bahn arbeiten, sei es weil sie mit der Bahn zum Arbeiten fahren, wäre es sicher wünschenswert, die Ladenöffnungszeiten zumindest Montag bis Samstag zu liberalisieren.

Bewohner von Olten seit 2014 Interessiert an Themen Umwelt, Verkehr, Wirtschaft Beruflich im IT-Bereich tätig

2 Kommentare zu “Einkaufen am Abend

  1. Hans Peter Rubi

    Öffnungszeiten sind wirklich ein wichtiger Punkt.
    Berücksichtig werden müssen auch die Präsenzzeiten.
    Ebenso möglichst einheitliche stabile Zeiten, worauf sich die Kunden verlassen können.
    Für die Wirtschaftlichkeit der Präsenzzeiten, Randzeiten bräuchte es aber auch neue Regelungen der Lohnkosten.
    Nebst den L-GAV Minimal Löhnen bräuchte es eine neue Kategorie für günstige Nebenjobs mit tieferen Ansätzen, wo sich die normalen Löhne einfach nicht rechnen. Es gäbe bestimmt Leute, die gerne als Nebenbeschäftigung einen Laden betreuen würden in Randzeiten. Es ist leider oft so, dass die normalen Umsätze nicht ausreichen um Randzeiten zu subventionieren. Doch gesetzliche Vorgaben erlauben es nicht solche Lösungen anzubieten. Im Vorteil sind da „ausländische“ Grossfamilien, wo vom Gesetz her Familienmitglieder mitarbeiten dürfen ohne Minimallohn Forderungen.

    Der Abendverkauf in Olten müsste auch neu Überdacht werden.
    Meine Tochter (15) hat rasch festgestellt, dass in Langenthal am Abendverkauf am Freitag einiges mehr los ist als in Olten am Donnerstag.
    Freitag-Abendverkauf würde sich wohl auch auf die Gastonomie positiv auswirken, wenn die Kunden Samstags ausschlafen können…

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    • Karl Brodowsky (bk1x168)

      Ich denke, dass man es den Firmen, die die Läden betreiben und den Besitzern überlassen sollte, was für Öffnungszeiten sie anbieten wollen. Ich finde, dass die Öffnungszeiten ein Eingriff in die Freiheit dieser Ladenbetreiber sind, den man nur mit sehr guten Gründen vornehmen sollte. Lassen wir den Sonntag und die Feiertage als traditionell arbeits- und verkaufsfreie Tage deshalb gerne so wie heute. Aber für alle anderen Tage ist mir am sympathischsten, wenn es weder Mindest- noch Höchstöffnungszeiten gibt. Und wenn die Umsätze nach 18:30 nicht ausreichen, sollte man auch keinen Laden zwingen, sie auszuweiten oder mit Subventionen dazu bewegen. Auch sollte man nicht um den Preis von Lohndumping längere Öffnungszeiten forcieren. Die müssen sich wirklich selbst tragen, denn das ist die nachhaltigste Lösung.
      Das mit den Familienbetrieben ist eine interessante Frage, aber letztlich gibt es primär kleineren Läden einen kleinen Wettbewerbsvorteil. Den halte ich für tolerabel.

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