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«C’est le ton qui fait la musique»

Die Teilnahme am Dialog in der Facebook Gruppe Olten ist absolut freiwillig. Wer das Forum nutzt, akzeptiert die seit Jahren klar definierten Regeln.

Seit mehr als zehn Jahren besteht die Facebook Gruppe Olten. Sie hat viele Höhen und Tiefen erlebt. Scheitert sie an der gesellschaftlichen Spaltung in Zeiten von Corona oder gehört es ganz einfach zur neuen gesellschaftlichen Norm und zum Stil, jede Person nieder zu machen, deren Meinung man nicht teilt? Für Beschimpfungen und Beleidigungen ist die Facebook Gruppe Olten der falsche Ort. Auch Internet-Trolle dürfen sich gerne andernorts betätigen. Die simplen Spielregeln sind seit Jahren klar definiert. Eine Anleitung für den Dialog auf dem digitalen Dorfplatz von Olten.

Hans-Dieter Vontobel, Präsident von eben dieser Vontobel-Stiftung hält zum vielbeschworenen Umgang mit der Gesellschaft auch im digitalen Raum fest:

1. Stil ist mehr als nur höfliche Verpackung. So ist Stil auch nicht in erster Linie abhängig von den sich wandelnden Kommunikationsformen.

2. Stil ist Ausdruck einer Gesinnung, welche auf gemeinsame Problemlösung zielt – und nicht auf den Machterhalt.

3. Dies ist nur möglich auf der Basis des gegenseitigen Respekts und letztlich der Rückbesinnung auf unsere christliche Grundnorm der Nächstenliebe.»

Es scheint demnach wichtig, welchen Ton man in der öffentlichen Debatte und im digitalen Raum anschlägt. Das gilt auch für die Facebook Gruppe Olten. Unser gemeinsames Musikinstrument, mit welchem wir bisher gemeinsam diese Töne anstimmen konnten, scheint etwas verstimmt zu sein.

Der Administrator als Blitzableiter – die persönliche Sichtweise als Mass aller Dinge

Auf die Frage ob das schwierig sei, ein Forum mit über 8’000 Menschen zu moderieren, kam mir früher spontan in den Sinn, dass Olten eben ein anderes Pflaster ist, wo man sich noch mit Respekt begegnet. Stimmt auch heute noch, allerdings werden heute die Nerven deutlich stärker strapaziert.

Im Jahr 2020 kippte die Stimmung mit Beginn der Corona-Krise im digitalen Raum. Wir mussten kurzzeitig die Facebook Gruppe Olten auf „Beitragsgenehmigung“ für alle Mitglieder umstellen. Eine Zeit lang musste jeder Beitrag einzeln durch einen Administrator freigegeben werden. Eine leider notwendige aber gleichzeitig ärgerliche Massnahme, konnte man doch bisher auf Augenhöhe miteinander debattieren und wurden bisher auch die Gruppenrichtlinien eingehalten.

Im Verlauf des Jahres 2020 hat sich das Facebook Forum Olten wieder etwas beruhigt, nachdem klar festgehalten wurde, dass die Gruppe nicht als Blitzableiter-Forum für ausschweifende Diskussionen zur nationalen Corona-Politik des Bundes dienen kann.

Geblieben ist jedoch die ausgeprägte Missbilligung anderer Meinungen. Es wurde für viele Menschen immer schwieriger zu akzeptieren, dass andere Menschen nach anderen Werten leben und man trotzdem auf Augenhöhe debattieren kann. Subjektiv verschwand in den letzten beiden Jahren die gesellschaftliche Toleranz im digitalen Raum. Wohl kein isoliertes Phänomen der Facebook Gruppe Olten, nur bekommt man es dort eben auch zu spüren.

In den letzten Wochen hat die Zahl der Drohmails an Administatoren der Facebook Gruppe Olten zugenommen. Dazu gehören Beschimpfungen per E-Mail, aber auch wüste Chat-Nachrichten. Insbesondere die Heftigkeit der Wortmeldungen hat eine neue Dimension erreicht.

Gefordert wird vor allem die uneingeschränkte Meinungsäusserung. Seit vielen Jahren geltende Gruppenregeln werden ignoriert und scheinen für einen kleinen Teil der Schreiberinnen und Schreiber nicht mehr zu gelten. Sie füllen den Raum aber gleichzeitig übermässig. Und es ist wie beim Kochen: Ist die Suppe erst einmal versalzen, schmeckt das ganze Gericht nicht mehr. Das kann und darf so nicht weitergehen, denn mit der Facebook Gruppe Olten war es uns schon vor Jahren gelungen, einen Dialog zwischen Oltnerinnen und Oltnern zu ermöglichen, den es in dieser Form vorher nicht gab. Aber dazu müssen Regeln eingehalten werden. Und die sind relativ simpel formuliert.

Klar formulierte Gruppenrichtlinien – Missachtung führt zum Ausschluss

Die Gruppenrichtlinien der Facebook-Gruppe Olten halten dazu seit Jahren folgendes fest:

  • Keine ehrverletzende Posts mit Angriffen gegen einzelne Personen oder Gruppen.
  • Keine rassistische, sexistische oder religionsverletzende Posts in welchen einzelne Bevölkerungsgruppen diskriminiert werden.
  • Keine diffamierende Posts oder Beschimpfungen, kein Stalking, kein Cyber-Mobbing.
  • Keine Internet-Trolle! Dafür gibt es andere Gruppen und Foren. Trollende Kommentarschreiber werden geblockt.

Von der Umsetzung dieser harten Massnahmen des Ausschlusses konnten wir in all den Jahren meist absehen. Vereinzelt gab es schon immer den einen oder anderen Fall und meistens konnte man trotzdem für alle eine Lösung finden. In den Jahren 2020 und 2021 mussten wir jedoch ungewöhnlich oft schon zum Mittel greifen, Mitglieder wegen der Verletzung dieser eigentlich simplen Regeln auszusperren. Wir tun dies überhaupt nicht gern, weil wir den Dialog lieben und auch Zeit dafür opfern, dieses Forum zu moderieren.

Auch heute eskalierte die Situation in der Facebook Gruppe Olten. Eine Diskussion über den Abendverkauf samt Vorwurf der Verantwortlichkeit an politische Gruppierungen artete darin aus, dass Beschuldigungen der Judenverfolgung im zweiten Weltkrieg zum Ausdruck kamen. Eine komplett entgleiste Diskussion und sämtliche daran beteiligte Personen wurden geblockt.

Teilnahme freiwillig – Spielregeln gelten für alle

Die Teilnahme am Dialog in der Facebook Gruppe Olten ist absolut freiwillig. Wer das Forum nutzt, akzeptiert die seit Jahren klar definierten Regeln. Punkt. Wer sich darin eingeschränkt fühlt, kann jederzeit auch die persönliche Pinwand bei Facebook nutzen oder auch einen Antrag an den Verein „Olten digital“ stellen, die Gruppenrichtlinien in gewissen Punkten anzupassen.

Wir halten fest: Fürs Trollen und das Beschimpfen ist die Facebook Gruppe Olten der falsche Platz. Und wir möchten daran erinnern, dass Aussagen auch strafrechtliche Folgen haben können.

Üble Nachrede ist justiziabel

Im Schweizer Strafgesetzbuch wird die „Üble Nachrede“ gemäss Artikel 173 des Schweizer Strafgesetzbuchs unter Strafe gestellt. Darin heisst es: „Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt, wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet, wird, auf Antrag, mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen bestraft.

Viele Forumsteilnehmende sind sich oft nicht bewusst, dass sie mit ehrverletzenden Äusserungen und nicht belegbaren Beschuldigungen oft haarscharf am Strafgesetzbuch vorbeischrammen.

Hoffentlich verschwindet dieses lästige und uns alle einschränkende Corona bald wieder. Und hoffentlich können wir uns bald wieder auch physisch mit einem Bier oder einem Glas Wein zuprosten. Bis dahin denkt daran: «C’est le ton qui fait la musique», auch in Olten.

2 Kommentare zu “«C’est le ton qui fait la musique»

  1. Anita Huber

    Danke allen AdministratorInnen, dass Ihr auch unter schwierigen Umständen versucht, die Gruppe Olten nach allen Regeln der Kunst und mit Umsicht zu leitet. Ihr macht das gut!

    Chapeau und bleibt dran!

    Anita Huber

    >

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  2. Ein Anliegen liebe Freunde. Als Vielgereister (beruflich), in vielen auch grossen Ortschaften eine Anmerkung. Wir haben ein sehr dichtes, bequemes Netz , Verkehrsbetriebe, Mit wenigen Ausnahmen schlecht genutzt. Ein Grund sind sicher die vergleichsweise viel zu hohen Preise. International verglichen. Paris, Berlin, Rom. Der Umwelt und unserem Ansehen zu liebe? Prüfen, einen Versuch auf ausgesuchten Strecken- zeitlich- ausgewählt. Einen Dank dem freundlichen, tüchtigen Personal und der Organisation. Heinrich

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