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Der Spatz in der Hand ist auf den Boden gefallen

Kann das Projekt Sälipark 2020 noch gerettet werden?

Es hätte alles so schön werden können. Ein lokaler Investor wertet mit 150 Millionen Franken die Stadt auf, für die Bevölkerung wäre auf der rechten Stadtseite eine zeitgemässe Migros-Filiale entstanden und 75 moderne Wohnungen hätten die neue Überbauung ergänzt.

Wohnen und Einkaufen an einem Ort. Verschwunden wäre ein unsäglicher Autoparkpatz unter dem Boden. Im Endausbau hätte das ganze Quartier von einer zeitgemässen Überbauung profitiert, die Einkaufszone der rechten Stadtseite wäre massiv aufgewertet worden. Ein liebenswertes Städtchen hätte profitiert.

Nun haben wir weder eine Taube auf dem Dach, noch einen Spatz in der Hand. Für die Partikularinteressen zweier Parteien hätten Lösungen gefunden werden können, wäre nicht auf dem juristischen Weg ein noch grösserer Keil zwischen die Fronten getrieben worden.

Verloren haben jetzt alle. Ein Investor, der die Stadt mit einem 150 Mio. Projekt aufwerten wollte, die Bevölkerung der rechten Stadtseite, die weiter von einer Aufwertung des Quartiers träumt und eine Hotelbesitzerin, die weiterhin ein Gebäude neben einem lieblosen Autoparkplatz betreiben muss.

Beim Coop City fragt niemand nach Parkplätzen

Bereits heute halten vor dem Sälipark die Busse der BOGG. Eine Unmenge Velofahrende parkiert ihre Drahtesel vor dem Eingang des bestehenden Einkaufszentrums, aber nun erklärt ein Gericht, was gut fürs Quartier sein soll.

Kein Mensch käme in unserem Städtchen auf die Idee, die Schliessung des Coop City zu fordern, nur weil das Warenhaus auf der linken Stadtseite im Stadtzentrum über kein Parkhaus verfügt. Die Mobilität wird sich in den kommenden 10 Jahren weiter verändern und der Sälipark 2020 wäre ein Vorzeigeprojekt für die urbane Stadtentwicklung geworden.

Wird das Projekt Sälipark 2020 nach dem Verwaltungsgerichtsurteil endgültig begraben, gibt es nur Verlierer, denn die Pallas Kliniken werden mittelfristig ohnehin an den Bahnhof umziehen. Auch dort kommt es immer wieder zu Bauarbeiten und Erschütterungen im Umfeld des Bahnhofs. Für die Frage der Vibrationen durch Bauarbeiten muss für die Augenlaser unabhängig des Stadtorts eine Lösung gefunden werden.

Am Schluss bleibt der Stadt Olten ein grosser Parkplatz vor einem Baumarkt, der den Anschluss an die grossen Märkte in Oftringen und Egerkingen längst verloren hat. Wir täten gut daran uns damit zu beschäftigen, wie man die 685 Autoparkplätze optimal bewirtschaftet und den ÖV zum Sälipark noch besser erschliesst und Heimlieferungen über Collectors zum Standard definiert, damit wir den Sälipark 2020 noch retten können.

Es wäre mehr als wünschenswert, wenn es uns gelingt, den Spatz noch in die Hand zu bekommen. Juristen können diese Aufgabe nicht lösen.

2 Kommentare zu “Der Spatz in der Hand ist auf den Boden gefallen

  1. Josette Löffel-Stadelmann

    Guten Tag Wieso soll die Migros im Sälipark nicht zeitgemäss sein? Und haben Sie schon einmal einen liebevollen Autoparkplatz gesehen? Immer mehr, immer Neues – das ist die Krankheit unserer Zeit. Die Folgen sollten wir ja kennen Freundliche Grüsse J.Löffel-Stadelmann

    Olteneinfach.ch comment-reply@wordpress.com h

  2. Charlotte Kanzso

    Leider kenne ich aber auf der linken Stadtseite zb im Schöngrund Quartier viele Leute die nicht “in die Stadt” gehen, weil sie es nur mit Auto oder ÖV tun würden. Beides ist erschwert bzw nicht vorhanden, und darum ist diese Stadtseite auch nicht wirklich lebendig und schliessen immer mehr Geschäfte. Man fährt ins Gäupark (Ältere) oder lässt sich alles liefern (Jüngere, und meist nicht mit Collectors). Die Entwicklung geht langsam aber sicher abwärts.

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