Schattenwurf XXL

Olten Südwest: Verschlimmbesserung durch Gigantismus.

Kurz vor Anordnung der Corona-Massnahmen wurde im Stadthaus am 24. März 2020 unter „Öffentliche Planauflage Olten SüdWest“, ein Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften und weiteren Dokumenten öffentlich aufgelegt und im Internet publiziert. Das Problem ist nur, dass das Stadthaus während Corona nicht wie normal frei zugänglich und die Bewegung der Bevölkerung stark eingeschränkt ist. Gleichzeitig ist das Dossier mehr als heikel, verändert dessen Umsetzung das Oltner Stadtbild irreparabel. Da sich viele Menschen derzeit mit Corona und nicht mit Planauflagen beschäftigen, wird es wohl kaum zu Einsprachen kommen.

Wer in diesen Tagen die Regeln des Bundesamts für Gesundheit befolgt und nur Spaziergänge in der Gemeinde und mit genügend Distanz unternimmt, weicht zum Beispiel aufs Gheid aus. Spätestens draussen beim Flugplatz, zwischen Sportstrasse und Gheidweg, erschrickt man über die Höhe der aktuell ausgesteckten Bauprofile auf dem Areal von Olten Südwest. Denn erst vor Ort wird richtig sichtbar, welche Dimensionen die künftige Überbauung aufweisen wird.

Planauflage mit 43 Meter hohen Wohntürmen beim Bahnhof Olten Hammer

Statt 16 Meter neu 43 Meter

Die Überbauung Olten Südwest mit ihren 16 Meter hohen Wohneinheiten war bisher optisch nur durch die Gäubahnlinie der SBB von der Stadt abgetrennt und in eine Landschaftsmulde eingebettet. Bald wird eine zur Stadt hin gerichtete Mauer aus Wohntürmen hinzukommen und die Siedlung hufeisenförmig umranden. Olten Südwest wird sich optisch noch stärker abgrenzen. Denn die neu geplanten Gebäude werden nicht nur gross, sie werden riesig.

Um die Grössenordnungen zu verstehen: Das Oltner Getreidesilo im Hammerquartier hat eine Höhe von 50 Metern, das Stadthaus ist 44 Meter hoch.

Rote Kreise sind die Höhenprofile der künftigen Wohntürme von Olten Südwest

Irreparable Schäden am Oltner Stadtbild

Die Siedlungen der Innenstadt Olten fügten sich bisher mit Ausnahme des Stadthauses und des Getreidesilos in das Landschaftsbild der hügeligen Juralandschaft ein. Betrachtet man jetzt die ausgesteckten Bauprofile von Olten Südwest vor Ort, so wird schnell klar, dass nach dem Bau von Westen her nur gerade noch die Spitzen der Martinskirche sichtbar sein werden.

Fahne auf dem Stadthaus verschwindet hinter Beton

Je nach Blickwinkel werden auch die am Hang gebauten Schulhäuser Frohheim und Kanti nicht mehr zu sehen sein. Selbst das markante Stadthaus mit seinen 44 Metern Höhe wird vom Flugplatz aus gesehen hinter einer Häuserwand von Wohntürmen verschwinden.

Hammerquartier am meisten betroffen

Zu welchem allabendlichen Schattenwurf die geplanten Wohntürme im Hammerquartier beitragen werden, darüber darf spekuliert werden. Die Silhouette der Stadt Olten wird nachhaltig beeinflusst. Spätestens nach einem Spaziergang im Gheid wird klar, dass jetzt der wirklich allerletzte Zeitpunkt ist, dieses landschaftlich beherrschende und das Stadtbild komplett verändernde Projekt ganz grundsätzlich in seiner Grösse zu hinterfragen.

Brauchen wir in Olten ein von einem Zürcher Investor gesteuertes Megaprojekt dieser Dimension überhaupt? Hat man sich im Stadthaus nicht komplett verrannt, nachdem bereits die Gestaltungspläne des Ursprungsprojekts sich nicht bewährt haben? Es wäre jetzt der richtige und letztmögliche Zeitpunkt, dieses gigantische Projekt zu stoppen, damit wir uns gegenüber unseren nachfolgenden Generationen nicht verantworten müssen, wer das Südwest-Quarter so geplant und dessen Bau so zugestimmt hat.

Intransparenz und Verschlimmbesserung

Statt eine ökologisch nachhaltige und zeitgemässe Bauweise eines neuen Stadtteils zu realisieren, wurde bereits beim ersten Baufeld durch die Terrana AG Rüschlikon eindrücklich bewiesen, wie in der Realität gebaut wird. Ölheizungen inklusive.

Um dies nochmals zu verdeutlichen, die damaligen 3D-Visualisierungen aus der Ursprungszeit und wie der Oltner Bevölkerung die ursprüngliche Quartierüberbauung schmackhaft gemacht wurde. Von Balkonen, begrünten und schattenspendenden Flächen und parkähnlichen Gestaltungen mit Sonnenschirmen und grosszügigen Aussenanlagen ist kaum etwas geblieben.

Ursprüngliche Visualisierung von Olten Südwest

Stadthaus drängt auf den Bau der Passage Hammer

Gerade in Zeiten von Corona und den sich noch weiter abzeichnenden gravierenden wirtschaftlichen Folgen und Steuerausfällen, müssen Finanzmittel noch stärker priorisiert und noch gezielter eingesetzt werden.

Jetzt auf Biegen und Brechen rund 20 Mio. Franken zweckgebundene Steuergelder (Mehrwertabgabe) dem Investor in Form einer neuen Passage zwischen Bahnhof Olten Hammer und Olten Südwest auf Vorrat zur Verfügung zu stellen, hat in Zeiten von Corona und seinen weiteren Folgen einfach keinen Platz mehr.

Es ist auch nicht der richtige Zeitpunkt, alleine mit der Realisierung einer 20 Mio. teuren neuen Unterführung zu hoffen, dass ähnlich wie beim Düngen eines Rasens nun endlich ein Quartier zu wachsen und aufblühen beginnt.

Gigantismus keine Lösung für verpatzte Planung eines ganzen Stadtteils

Wenn wir uns ehrlich eingestehen, wurde das Projekt Olten Südwest schon von Beginn weg schlecht aufgesetzt. Jetzt stellt sich die Frage, warum sich nun im Grundsatz wesentliche Änderungen ergeben sollten, indem der Bevölkerung nun neue Gestaltungspläne der Dimension mit XXL-Wohntürmen aber in der gleichen Machart vorgelegt werden?

Spätestens wer die verschiedenen Bauprojekte der Terrana AG Rüschlikon im Grossraum Zürich einmal besichtigt hat, wird sich bei dieser Frage kaum Hoffnungen machen, dass in Olten am neu aufgelegten Projekt grundlegend anders gebaut werden wird.

Dass man nachhaltig, qualitativ und zeitgemäss bauen könnte, zeigen Oltner Siedlungen wie Platanen oder Bornfeld. Gerade in Zeiten der Corona-Krise wäre genau jetzt der richtige Zeitpunkt, sich grundsätzliche Fragen zur XXL-Planauflage von Olten Südwest zu stellen.


Öffentliche Planauflage Olten SüdWest

Die Stadt Olten publizierte am 24. März 2020 auf ihrer Internetseite folgende Information:

Auf Grund der Bestimmungen des kantonalen Planungs- und Baugesetzes werden in der Zeit vom Montag, 30. März, bis Dienstag, 28. April 2020, die Teiländerung Zonenplan «Olten SüdWest 2018», der Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften «Olten SüdWest 2018» sowie der Erschliessungsplan «Olten SüdWest 2018» GB Olten Nrn. 6310, 6311, 6312, 6313, 6314, 6315, 6316, 6317, 6318, 2341 und (Strassen-Nr.) 90324, 6409, 6410, 6411, 6412 öffentlich aufgelegt.

Auflageort: Stadthaus, Dornacherstrasse 1, Olten, Empfang im Erdgeschoss

Das Auflagedossier ist auch hier aufgeschaltet.

Einsprachen sind schriftlich und begründet im Doppel bis am 28. April 2020 (Poststempel) an die Stadt Olten, Direktion Bau, Dornacherstrasse 1, 4601 Olten, einzureichen.

Ich kann im Februar kein „Ja“ einlegen

Zu viele offene Punkte bei der Abstimmung über Parkplätze in der Stadt Olten.

Ich bin leidenschaftlicher Bahnfahrer, lege jährlich mehrere zehntausend Kilometer mit dem öV zurück, fahre die meisten Strecken in der Stadt Olten mit dem Elektrovelo. Das Auto ist für mich Nebensache und dennoch kann ich das mögliche neue „Parkierungsreglement“ für die Stadt Olten nicht unterstützen. Zu viele Fragen bleiben ungeklärt.

Olten erstickt in den Hauptverkehrszeiten weiterhin im Autoverkehr. Auf den Zufahrtsachsen bilden sich oft lange Schlangen. Klar fährt unter diesen Voraussetzungen niemand freiwillig Auto und schon gar nicht während der Pendlerzeiten und nicht in unsere Stadt hinein.

Nur widersprechen sich die Verantwortlichen in ihren Aussagen in der jüngsten Abstimmungsinfo zum neuen Parkierungsreglement. Das Parlament als Vertreter der Bevölkerung, sagte jüngst parteiübergreifend klar und deutlich „Ja“ zu einem Parkleitsystem, also zu einer besseren Anzeige noch freier Parkflächen für Autofahrer. Autofahrer sollen demnach einen besseren und einfacheren Zugang zu unserer Stadt Olten erhalten.

Das gleiche Parlament bewilligte dann jedoch auch ein anderes Dossier, nämlich die Änderung des Parkierungsreglements. Dessen „Stellschrauben“ darin bestehen, so kann man es nachlesen, die Verkehrsmittelwahl durch eine Verknappung der Parkplätze zu Gunsten des öV einzuschränken. Mindestens so die Interpretation der offiziellen Abstimmungsinfo der Stadt Olten.

Auszug Abstimmungsinfo der Stadt Olten

Wir finanzieren also mittels Steuergelder ein Parkleitsystem und fokussieren uns dabei auf den Autofahrer, wollen aber gleichzeitig weniger Autoverkehr durch die Verknappung des Parkraums? Der Schlusssatz der obigen Abstimmungsinfo kann für mich nur noch dahin gedeutet werden, dass bei der aktuellen verkehrlichen Ausgangslage eigentlich kein einziger Parkplatz mehr in Olten verträglich wäre, wenn man an den täglichen Stau auf den Oltner Zufahrtsstrassen denkt.

Lenkung über neue Angebote und nicht über Verbote

Sofern die Verkehrswege für Velofahrer in Olten weiter verbessert werden, Angebote wie der Velo-Bringdienst Collectors zum ökologischen Warentransport beitragen und der Langsamverkehr mit verkehrlichen Massnahmen weiter verbessert wird, findet automatisch ein Wechsel auf alternative Verkehrsträger statt. Statt in Hinterhöfen und auf Privatgrund könnte sich die Stadt zum Beispiel Gedanken machen, wo sie dem Carsharing Anbieter Mobility neue Parkplatzmöglichkeiten anbietet. Oder die Stadt könnte endlich mal mit Publibike zusammen eine Velostation für uns Oltner lancieren. Viele Oltner würden auf ein Auto verzichten, stünden genügend alternative und frei wählbare Verkehrsformen zur Verfügung.

Dem die Stadt querenden und in der Autoschlange stehenden Durchgangspendler ist unsere Oltner Parkplatzsituation ohnehin egal. Genau deshalb müssen für uns Oltner Anreize und keine Verbote her, aufs private Auto nach Möglichkeit zu verzichten. Dann macht auch ein millionenschwerer Projektkredit für ein Parkleitsystem plötzlich Sinn, wenn sich verschiedene Verkehrsträger ergänzen.

Bitte keine Bevormundung der Bevölkerung

Wieso soll die Oltner Bevölkerung nicht aus freien Stücken selber entscheiden dürfen, welche Verkehrsmittel für die individuelle Mobilität die richtigen sind? Die bestehende Lösung mit dem aktuellen Parkierungsreglement ist für mich als Bewohner vollkommen zweckmässig und so kann ich frei entscheiden, ob ich nun Bus, Bahn, Velo oder auch in Ausnahmefällen ins Auto steige. Brauche ich dazu wirklich eine neue staatliche Parkplatzregulierung? Als komplett widersinnig erachte ich eine neu einzuführende „Ersatzabgabe“. Sofern ich das neue Reglement richtig interpretiere, muss ich bei einem Hauskauf und dem damit verbundenen Umbau – ich wohne in der Zone III – neu auch eine Gebühr an die Stadt entrichten, sofern ich bei einem geplanten Bauprojekt keinen Parkplatz auf meinem Grundstück errichte? Nein danke.

Auszug Abstimmungsinfo der Stadt Olten

Und wieviele Parkplätze stehen dem Gewerbe nun tatsächlich künftig zur Verfügung? Sind es mehr, sind es weniger? Reichen diese zur Erhaltung der Arbeitgeberattraktivität in der Stadt Olten? Ich möchte ungern einem Gewerbebetrieb verunmöglichen, dass seine Mitarbeitenden zu teilweise unchristlichen Zeiten als Pendler ihren Arbeitsplatz nicht erreichen können.

So sehr ich mir noch mehr Freiflächen fürs Velo wünsche und so oft es geht auch den öV nutze, diese Vorlage zur möglichen Verknappung von Autoabstellflächen ist auch im zweiten Wurf nicht ausgegoren und auch wenn das Parlament dieses neue Regelwerk mindestens zu Teilen unterstützte, so finde ich es richtig, dass in diesem Fall das Referendum ergriffen wurde. Dies ermöglicht es der Bevölkerung, diesem für den Leser nicht ganz durchschaubaren Dokument seinen Segen zu geben oder eben nicht.

Abstimmungsinfo der Stadt Olten zum Download.

Digitalisierung: «Es kommt am Schluss nur darauf an, wie offen die Haltung ist»

Anlässlich des Digitaltages lud die CVP der Stadt Olten zu einem öffentlichen Gespräch ins Magazin zum Thema Digitalisierung ein. Der Stadtpräsident von Zug und die Datenschutzbeauftragte des Kantons Solothurn, kreuzten dabei die Klingen. 650 Firmen mit 3000 Arbeitsplätzen sind im «Crypto Valley» der Schweiz entstanden und der Stadtpräsident von Zug plädiert in seinen Ausführungen für eine offene Haltung, demgegenüber wurden in Sachen Datenschutz Bedenken geäussert.

Der Kanton und die Stadt Zug gelten als Vorreiter in der Digitalisierung. Die Stadt fördert Digitalisierungsprojekte aktiv. Und so erstaunt die Haltung von Dolfi Müller, Stadtpräsident und Mitglied der SP denn auch ein bisschen, denn er führt zum Thema Digitalisierung aus: «Zug lebt von Offenheit, von einer Staatsidee die nicht sehr steuernd ist. Man muss die Leute machen lassen.» Eine Aussage, die man eher von einem liberalen Politiker erwarten würde. So ist im Jahr 2013 im «Crypto Valley Zug» ein Raumschiff gelandet. Mittlerweile arbeiten 3’000 Spezialisten in der Zentralschweizer Metropole an sogenannten Blockchain-Projekten, 650 Firmen sind entstanden.

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Von der Idee des Stadtrats zur Crypto Industrie in der Zentralschweiz
Der Zuger Stadtrat fokussierte sich analog der Stadt Olten auf klassische Investitionsprojekte zur Aufwertung der Innenstadt und scheiterte damit vor dem Parlament. Die Stadtregierung definierte daraufhin eine Vision zur weiteren Entwicklung der Stadt. Jeder Stadtrat konnte dabei ein Schwerpunktthema einbringen und musste dafür aber auch einstehen. Daraus entstanden fünf Leuchtturmprojekte. Für Dölfi Müller ist klar: «Es ist Aufgabe des Stadtrates, Strategien zu definieren. Wir hatten eine Budgethoheit bis CHF 200’000 und schöpften diese aus.»

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Stadtrat mit Visionen
Entstanden ist in Zug eine «Vision 2035», kein Massnahmenplan mit tausend Projekten, sondern die Definition einer Stossrichtung, weit über die Legislaturperiode der einzelnen Stadträte hinaus. Und so definierte der Stadtrat von Zug auch die Vision der Digitalisierung und ermöglichte beispielsweise die Bezahlung mit der Kryptowährung Bitcoin für Gemeindegeschäfte. «Wir fragen unsere Experten im Haus erst gar nicht», der Stadtrat definierte schlicht die Vorgaben für die Verwaltung. Dies sorgte medial für eine breite internationale Aufmerksamkeit und war der Startschuss für den Aufbau des heutigen «Crypto Valleys».

30’000 Einwohner – 40’000 Arbeitsplätze
Die Stadt Zug ist ein Phänomen. In Zug leben 30’000 Einwohner und die Stadt zählt mehr Arbeitsplätze als Bewohner. Heute ist Zug einer der wichtigsten globalen Standorte für Kryptowährungen und Blockchain-Projekte. Und die Blockchain ist wie die die Dezentralität der Schweiz, führt der Stadtpräsident weiter aus. «Die Stadtregierung hat Startups, Anwälte und Banken zusammengebracht.» Klar hören von 100 Startup-Firmen wieder 95 auf. Aber rund 650 sind geblieben, darunter fünf Unicorns mit einem Marktwert von über 1 Mia Franken.

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Verwaltung als Start-up: Just do it!
Auch die digitale ID wurde in Zug vorangetrieben. 250 Zuger machen beim Testbetrieb mit. Die App Uport auf dem Handy dient dabei als Schlüssel. Die Stadt hatte dabei nur noch die Aufgabe, die digitale Identität zu bestätigen. Die Blockchain sorgt dafür, dass Daten nicht mehr zentral abgespeichert werden. Die Stadt Zug hat sich zum Ziel gesetzt, mindestens drei konkrete Anwendungsfälle für die Nutzer der digitalen ID im lokalen Bereich zum Fliegen zu bringen. E-Voting, ein Türöffner bei städtischen Bikesharing-Angeboten und ein Verleihsystem für die Stadtbibliothek wurden definiert.

Enge Zusammenarbeit der Stadt mit der Industrie
SAP und BMW wollen jüngst einen Parking Hub in Zug entwickeln. In einem gestapelten Parkhaus sollen zusammengeschoben wesentlich mehr Fahrzeuge Platz finden als in einem normalen Parkhaus. Der Transport in die Innenstadt mit dem öV ist im System eingeschlossen. Aber auch der Einsatz eines selbstfahrenden Busses in Zusammenarbeit mit der SBB steht kurz vor dem Praxistest. Zug drückt mächtig aus digitale Gaspedal.

Visionen haben und den Mut diese umzusetzen
Für Dölfi Müller ist klar: «Man muss Visionen haben. Es kommt am Schluss nur darauf an, wie offen die Haltung ist». Der Exekutivpolitiker plädiert dafür, auch Versuche zu machen und bei einem Irrtum zu scheitern. Häme gehöre bei solchen Projekten dazu, so Müller. Wichtig sei es, mit der Motivation «mach einfach» voranzuschreiten. Nicht lange diskutieren, sondern umsetzen. Der ganze Zuger Stadtrat mache dabei begeistert mit. «Wenn man offen ist, liegt einem die Welt zu Füssen», so der Stadtpräsident.

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Kritisch bleiben, so die Datenschutzbeauftragte
Mit einem kritischen Votum führte Judith Petermann Büttler, kantonale Datenschutzbeauftragte SO aus, dass Digitalisierung eben nicht nur Segen sondern auch ein Fluch sei. Sie informierte über die Entwicklungen in China. Die Gefahr bestehe, dass Kritiker der Digitalisierung als «ewig Gestrige» dargestellt würden. Für die Datenschützerin war dann auch klar, dass Datenerhebungen und Sammlungen nur dann sinnvoll seien, wenn ein echtes Bedürfnis und ein echter Mehrwert bestehe.

Olten erst am Anfang
Gesprächsorganisator Chistoph Fink präsentierte zudem die digitalen Services der Stadt Olten und eine Mehrheit war sich einig, dass diese Dienste noch weiter ausgebaut werden müssen, gleichwohl aber sichergestellt werden muss, dass auch Menschen ohne Internetzugang zum gleichen Preis einen Service der Stadt Olten beziehen können.

 

 

Möbel von Fermob waren genehmer

Die von einer Gruppe Oltner Sponsoren gestifteten Möbel des Herstellers Enzo waren der Stadt vor einiger Zeit nicht genehm. Mit fadenscheinigen Begründungen wurden diese von Oltnern gespendeten Möbel letztendlich in die Oltner Badi und an andere Standorte verfrachtet. Nun hat sich die Stadt Olten anders besonnen und eine neue Schenkung von Möbeln des Herstellers Fermob dankend angenommen. Die aus der Jardin Luxembourg Serie stammenden Metallstühle wurden sogar offiziell mit einer Medieninformation als Geschenk an die Stadt verdankt. Die Stühle der neuen Schenkung lässt man nun auf die Kirchgasse stellen.

Die Stühle des Herstellers Fermob wurden nun sogar mit einem Logo der Stadt Olten bedruckt, wie die Stadt Olten in einer selber verfassten Medienmitteilung schreibt.

Die Stadt hält dabei Fest: „Was dem Jardin du Luxembourg in Paris recht ist, ist der Stadt Olten billig: Dank einem Sponsoring von Christoph und Tanja Zehnder verfügt sie nun über 26 Stühle des Modells, das im Park in Frankreichs Hauptstadt seit Jahren müden Stadtwandererinnen und -wanderern eine Sitzgelegenheit ohne Konsumationszwang bietet.

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Der Stadt Olten gesponserte Möbel des Herstellers Enzo.

Komplett vergessen geht bei dieser Argumentation der Stadt Olten, dass die ebenfalls der Stadt Olten von Einwohnern gesponserten Bänke des Herstellers Enzo auch in europäischen Hauptstädten und vor renommierten Museen ihren Platz gefunden haben.

Enzo ade, Fermob hat es geschafft

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Der Stadt Olten gesponserte Möbel der Firma Fermob.

Die Oltner Bevölkerung kann sich bei den Sponsoren der neuen Möbel bedanken. Es  stellt sich aber dennoch die Frage, nach welchen Kriterien gesponserte Möbel „auf Halde geschoben“ und wann ein Gegenstand Einzug in den städtischen Raum findet.  Und es zeigt sich, dass Initiativen zur Aufwertung des öffentlichen Raums mehr private Sponsoren benötigt, zum Beispiel für ein ansprechendes Wasserspiel auf der Kirchgasse.

 

In jedem Kinderzimmer ein Ballon der Feuerwehr Olten

Die Feuerwehr Olten hat heute sehr viele Kinderherzen glücklich gemacht. Statt „Wasser marsch!“ begrüssten die Oltner Feuerwehrleute die zahlreichen Gäste mit einer Leistungsschau ihres Könnens auf der Oltner Schützi zum 200 Jahr Jubiläum der Oltner Feuerwehr.

Spätestens nach dem tragischen Brandereignis in London wird einem wieder ins Bewusstsein gerufen, wie wichtig die Arbeit der Feuerwehr ist. Feuerwehrleute leisten aber noch viel mehr als nur die Arbeit der eigentlichen Brandbekämpfung. Die Oltner Feuerwehr zeigte heute auf der Oltner Schützenmatte am Erlebnistag zum Jubiläum 200 Jahre Feuerwehr Olten eindrücklich ihr Können.

Für Gross und Klein war heute so ziemlich jedes Rettungsfahrzeug und Fluggerät zu bestaunen, welches den Alltag der Bevölkerung sicherer macht. Und wären auf der Oltner Schützenmatte auch Schienen verlegt gewesen, so hätte sicher auch der in Olten stationierte Lösch- und Rettungszug der SBB einen Platz gefunden.

Den Verantwortlichen ist es gelungen, die vielseitigen Tätigkeiten der Feuerwehr auf eine sehr sympathische und bürgernahe Art zu vermitteln. Der Andrang der grossen und kleinen Festbesucher war gross und neben verschiedenen Vorführungen zum Thema Rettung und Brandbekämpfung konnten sich die Gäste auch in der Festwirtschaft verpflegen.

Für die kleinen Besucher gab es kostenlose Ballone, die nun in vielen Oltner Kinderzimmern hoffentlich den Nachwuchs animieren werden, sich später in die Feuerwehr Olten einzubringen.

Eine tolle Veranstaltung und ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer, welche diesen Erlebnistag aktiv unterstützt und organisiert haben.

Weitere Informationen zur Feuerwehr Olten unter http://www.feuerwehr-olten.ch/de/

 

 

Stadt Olten mehrfach im Netz

Wie das Oltner Tagblatt jüngst in seiner Online-Ausgabe kommunizierte, investiert die Stadt Olten CHF 60’000 Franken für die Erneuerung ihres Webauftritts. Grund ist die Ladezeit welche über das aktuelle Content Management System CMS des Anbieters i-web für die Webseite von http://www.olten.ch bei rund einer halben Stunde liegt und die Arbeit der Stadtverwaltung bei der Kommunikation mit ihrer Bevölkerung erschwert.

Die dafür zuständige Firma i-web als Gestalterin des Webauftitts, nennt sich ihrerseits „die führende Anbieterin für Internetauftritte der öffentlichen Verwaltung und für das eGoverment der Schweiz“.

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Offizieller Webauftritt der Stadt Olten http://www.olten.ch 

In der Facebook Gruppe Olten enervierten sich daraufhin mehrere User über diese Investition und in einer hitzigen Diskussion wurde auch über die sogenannten „Sunk-Cost Fallacy“ debattiert. Oder einfach ausgedrückt: Man soll nicht auf ein totes Pferd setzen, so die einhellige Meinung in der User in der Facebook Gruppe Olten. Mehrere User wollten zudem der Stadt für die Beratung zur Seite stehen. Die Stadt Olten will nun aber anscheinend bei der gleichen Firma Innovative Web AG mehrere zehntausend Franken investieren, um das bestehende Problem mit dem aktuellen Anbieter zu lösen.

Zwei Web-Auftritte bieten unabhängige Services für Oltner Einwohner an

Was aber sowohl den Redaktionen des Oltner Tagblatts als auch den Facebook Gruppe Olten Usern entgangen ist: Die Stadtverwaltung Olten verfügt über zwei Webauftritte, die unabhängig voneinander betrieben und mit Steuergeldern finanziert werden.

Nebst der offiziellen Webseite der Stadt Olten betreibt nämlich der städtische Werkhof Olten einen komplett unabhängigen Auftritt im Internet, welcher über die Bellacher Agentur augenweide realisiert wurde. Eine Verknüpfung der beiden Webseiten, eine Strategie zur Verbindung der Inhalte oder Umsetzung eines einheitlichen Corporate Designs sind auf den ersten Blick nicht erkennbar.

So steht für den Werkhof Olten auch eine eigene Erinnerungs-App im App Store für Smartphones zum Download bereit, während die offizielle Olten App ihrerseits um User buhlt.

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Webauftritt Werkhof Olten http://www.werkhof-olten.ch 

Idealerweise würden aber vor der Investition der bereits gesprochenen CHF 60’000 aber nun besser die strategischen Grundlagen geschaffen, wie die Stadt gegenüber ihren Einwohnern überhaupt auftreten will und welche Bedürfnisse von Seiten der Bevölkerung bestehen. Für einen solchen Strategieprozess würden sich die hervorragende und ortsansässige Agentur MySign geradezu anbieten. Diese zahlt notabene in Olten auch ihre Steuern und könnte beratend professionell zur Seite stehen.

Aus User-Sicht würde es nämlich Sinn machen, die beiden unabhängigen Webauftritte zu fusionieren, denn für den Einwohner macht es überhaupt keinen Sinn, einerseits die beiden unabhängigen Webauftritte parallel zu finanzieren und anderseits zwischen zwei Webseiten ständig hin und her wechseln zu müssen.

Historische Arbeitersiedlung soll Überbauung weichen

Die um 1885 entstandenen und im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung erwähnten vier Arbeiterdoppelhäuser an der Ziegelfeldstrasse sollen einer modernen und zeitgemässen Überbauung weichen. Die Stadt Olten lädt zu einer „Mitwirkungsausstellung Überbauung Ziegelfeldstrasse – Bleichmattstrasse“ ein.

Der urbane Raum soll möglichst optimal genutzt werden. Verdichtetes Bauen ist heute das Schlagwort für diese Art der Siedlungsstrukturen. Dies ist im Grundsatz begrüssenswert und wertet den städtischen Raum auf.

Beim Projekt Ziegelfeldstrasse soll an der Stelle der heute bestehenden Arbeiterdoppelhäuser ein sechsgeschossiger Gebäudekomplex entstehen. Daran angefügt sind drei weniger hohe und gegen die Martinskirche gerichtete rechtwinklig angeordnete Gebäudeteile. Die Überbauung wird mit 51 unterirdischen Autoparkplätzen geplant, welche über die Bleichmattstrasse erschlossen werden.

Arbeiterdoppelhäuser stehen unter Ortsbildschutz

Zwei kritische Punkte sind bei der von der Stadt publizierten Ausschreibung eher „im Kleingedruckten“ zu finden. Ein Eigentümer einer Parzelle ist nicht bereit, sich am Umnutzungsplanverfahren zu beteiligen. Sprich, er will sein Haus weiter nutzen.

Zudem ist nicht ersichtlich, weshalb Liegenschaftsbesitzer von anderen unter Ortsbildschutz stehenden Liegenschaften in Olten teils mit erheblichen und einschränkenden Auflagen belegt werden, während an dieser Stelle beim Projekt Ziegelfeldstrasse eine im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung erwähnte Struktur mit vier Arbeiterdoppelhäusern dem Erdboden gleich gemacht werden soll.

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Die Firma Frei Architekten AG aus Aarau tritt als Planer der neuen und architektonisch schön gestalteten neuen Überbauung auf. Unklar bleibt, ob die Frei Architekten AG auch die Investoren des Projekts sind. Dies ist auf den ersten Blick aus den Unterlagen nicht ersichtlich.

Weniger Strassenlärm  aber Immissionen durch Glockengeläut

Der attraktiv gestaltete Neubau soll das gesamte südseitig liegende Quartier vom Lärm der stark befahrenen Ziegelfeldstrasse abschirmen. Sämtliche Wohnräume sind zur Südseite orientiert und dadurch vom Strassenlärm geschützt. Die in den Obergeschossen entstehen 2-1/2- bis 4-1/2-Zimmerwohnungen werden jedoch direkt vom Glockengeläut der Martinskirche beschallt werden. Diskussionen dazu sind mit Sicherheit vorprogrammiert.

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Vom 2. bis 23. Juni 2017 lädt die Stadt Olten die interessierte Bevölkerung im Rahmen eines Mitwirkungsverfahrens ein, sich über die Planung der Überbauung Ziegelfeldstrasse – Bleichmattstrasse zu informieren und dazu Stellung zu nehmen, denn für die mögliche Überbauung des Areals ist eine Umzonung von einer „Kernrandzone“ in die „Kernzone“ notwendig. Die Sonderbauvorschriften ergänzen die Pläne mit konkreten Vorgaben für das spätere Baubewilligungsverfahren.

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Im 7. Stock des Stadthauses an der Dornacherstrasse 1 findet dazu eine Mitwirkungsausstellung statt. Sie ist jeweils Montag bis Freitag 8 bis 17 Uhr geöffnet. Zudem beantworten Fachpersonen am Dienstag, 13. Juni, von 19 bis 21 Uhr Fragen. Auskunft erteilt Markus Pfefferli, Baudirektion Olten, 062 206 13 01.


Link Projektunterlagen:
Mitwirkung Nutzungsplanung Ziegelfeldstrasse – Bleichmattstrasse 

 

Das „Schwimm-GA“ für Olten

Tolle News für Oltner Dauerschwimmer. Neu kann nebst dem Badi-Saisonabo für CHF 160 auch noch das Kanti Hallenbad als Dauerabo für CHF 160 dazugebucht werden. Das Kanti-Hallenbad soll ab Herbst 2017 nach einer Umbauphase wieder zur Verfügung stehen. Der Preis des neuen „Schwimm-GA“ als Kombi beläuft sich für erwachsene Oltnerinnen und Oltner auf CHF 300.-.

Gleichzeitig werden die Öffnungszeiten des Hallenbades leicht angepasst, wie die Stadt Olten auf ihrer Webseite vermeldet. Statt bisher um 20.30 Uhr schliesst das Hallenbad künftig neu um 22 Uhr und kann so auch am Abend noch bequem für einen „Schwumm“ genutzt werden.

Auch die Eröffnung der Badi rückt näher. Saisonstart ist am Mittwoch, 10. Mai 2017 um 6.30 Uhr. Wie in den Vorjahren auch, können Badigäste ihre Jahreskarten im Vorverkauf lösen. Die Schalter für Saisongäste sind geöffnet am 26. April, 3. Mai oder am 8. oder 9. Mai 2017.

Aktuell laufen die Vorbereitungen auf den Saisonstart auf Hochtouren. Es wird geputzt und gefiedelt, damit die Badi in rund einem Monat planmässig öffnen kann.

 

 

 

Glasfaser: Stadt Olten verpasst Chance für freien Wettbewerb und Anbieterwahl

Meine Meinung – Die Stadt Olten setzt beim Glasfaser-Ausbau, also dem schnellen Internet, im Gegensatz zu anderen Schweizer Städten auf einen Monopol-Anbieter statt auf freien Wettbewerb. Anders in anderen Schweizer Städten. Sie haben eine klare Strategie, wie sie ihrer Bevölkerung einen möglichst offenen Zugang zum Internet der Zukunft anbieten wollen. In St. Gallen beispielsweise sollen bis 2018 90 Prozent aller Privathaushalte und Firmen an das schnelle Breitbandnetz der Stadt angeschlossen werden. Die Stadt St. Gallen plant dabei ein offenes Netz, über das alle Internet-, Telefon- und Fernsehanbieter ihre Dienste frei zur Verfügung stellen können. Das städtische Glasfasernetz finanziert sich langfristig selber und es werden keine Steuergelder eingesetzt. Dies soll den Wettbewerb bei den Kommunikationsdiensten fördern.

In Olten hingegen setzt man mangels einer klaren Digital-Strategie auf Swisscom und in den meisten Haushaltungen den sogenannten «Fibre to the Street» (FTTS) Standard. (Siehe Mitteilung der Stadt Olten) Einfacher ausgedrückt: Ein Monopolist baut ohne Zutun der Stadt eine Grundversorgung mit schneller Glasfaser nach den eigenen Bedürfnissen aus, die schnelle Leitung endet aber aus Kostengründen nicht etwa im Haus der Oltnerinnen und Oltner, sondern 200 Meter entfernt in einem Quartierverteiler.

Die letzten Meter werden mit bestehendem Kupferkabel überbrückt und die Leitung künstlich beschleunigt. Gleichzeitig sichert sich der Ausrüster über Jahrzehnte hinweg das Leitungsmonopol und diktiert die Preise und das Angebot innerhalb der Stadt. In der Konsequenz für die Oltner Bevölkerung heisst dies, dass mit Ausnahme von Olten Südwest und anderen grossen Neubaugebieten für einen Grosssteil der Oltner Bevölkerung nur ein eingeschränkter „richtiger“ Netzausbau stattfindet.

Hätte die Stadt oder der Verwaltungsrat des Energieversorgers «aen» – zwei amtierende Stadträte und ein ehemaliger Stadtpräsident haben Einsitz – frühzeitig Gegensteuer gegeben und eine eigene Digital-Strategie entwickelt, könnte die Bevölkerung in Olten in einem freien Netz surfen und ihre Internetanbieter selber aussuchen. Ein echter Wettbewerb und tiefere Preise für jeden Haushalt würde ermöglicht.

Jetzt profitiert Swisscom doppelt. Einerseits setzt Swisscom nur auf eine kostengünstige Light-Lösung «Fibre to the Street FTTS» welche eigentlich keine richtige Glasfaser darstellt – weil die letzten Meter zur Haustür aus Kostengründen in bestehenden Quartieren meist gar nicht ausgebaut werden – andererseits sorgt sie so für eine monopolistische Abhängigkeit der Bevölkerung bei der Anbieterauswahl. Kunden binden sich damit über Jahre an Swisscom. Andere Anbieter können keine günstigen Angebote anbieten, weil sie keinen freien Zugang auf die verlegte Glasfaserleitung erhalten.

Hätte die Stadt Olten eine eigene Strategie entwickelt und zusammen mit den Städtischen Werken http://www.aen.ch einen eigenen «Fibre to the Building FTTB» Ausbau forciert, so könnte in den kommenden Jahrzehnten ein gesunder Wettbewerb stattfinden. Intelligente und innovative Städte wie St. Gallen machen es vor: Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll ein flächendeckendes Glasfasernetz, welches ca. 90 Prozent aller Unternehmen und Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgt, gebaut werden.

Der restliche Ausbau folgt ab 2018 und wird mit den Einnahmen aus dem laufenden Geschäft der Sankt Galler Stadtwerke finanziert. Der Businessplan der Sankt Galler Stadtwerke, basierend auf dem Pilotprojekt, sieht Investitionskosten in Höhe von CHF 78 Mio. vor. Nach ungefähr fünf Jahren wird gemäss Businessplan die Gewinnschwelle erreicht, nach 25 Jahren sollen die gesamten Investitionen refinanziert sein. Die Investition wird mit zwei Rahmenkrediten über die Investitionsrechnung der Sankt Galler Stadtwerke finanziert. Das städtische Glasfasernetz finanziert sich langfristig selber und es werden keine Steuergelder eingesetzt.

Mit dem Bau eines eigenen Glasfasernetzes mit offenem Zugang schafft die Stadt St. Gallen, als eine der ersten Schweizer Städte, Vorteile für die Nutzung dieser neuen, zukunftsorientierter Kommunikationsdienstleistung. Damit erhöht sich der Wettbewerbsvorteil sowohl für Unternehmen wie auch für den Bildungsbereich mit günstigem und modernem Zugang zu multimedialen Diensten.

Olten hat damit eine einmalige Chance im Ausbau der Glasfaser verpasst.

 

Wahlresultate gab es heute vom OT und nicht von der Stadt Olten

Ein eher amüsanter Nebenschauplatz der erwartungsgemäss traditionell verlaufenden Stadtratswahlen war die Kommunikation der Wahlresultate über das Abschneiden der Kandidierenden. Das Oltner Tagblatt informierte wesentlich schneller und umfassender als die offiziellen Stellen.

Während weder am offiziellen Aushang der Stadt Olten noch auf der Internetseite für den wählenden Bürger eine Nachricht zu finden war, publizierte die Redaktion des Oltner Tagblatts bereits um 16.04 Uhr in die Facebook Gruppe Olten eine „Breaking News“ zu den Stadtratswahlen. Dies lässt vermuten, dass die Redaktion des Oltner Tagblatts OT durch das Wahlbüro oder andere Quellen noch vor der offiziellen Publikation mit Wahlresultaten und Infos versorgt wurde. Für das OT war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass „Wey, Marbet und Savoldelli im ersten Wahlgang gewählt“ wurden. Das OT war zudem auch in der Lage, detaillierte Stimmen je Kandidat zu veröffentlichen.

Stadt erst mit einer halben Stunde Verspätung und einer Falschmeldung präsent
Erst um 16.33 Uhr war auf der Internetseite der Stadt zu lesen, dass die vom OT gemeldeten Zahlen wohl stimmen. Die Stadt kommunizierte um diese Zeit jedoch auch folgende Meldung ergänzend: „Für die zweite Runde gesetzt ist, wer im ersten Wahlgang 10% der Stimmenden erreicht hat, sofern er oder sie die Kandidatur nicht zurückzieht. Nicht mehr antreten kann, wer die 10%-Hürde nicht überschritten hat, das heisst im konkreten Fall Monique Rudolf von Rohr, Simon Gomm, Beatrice Schaffner, Thomas Rauch und Ursula Rüegg.“

Diese Nachricht sorgte für Verwirrung und wurde im Verlauf des Abends durch folgenden Text ersetzt: „Der zweite Wahlgang findet am 23. April 2017 statt; Anmeldefrist ist kommenden Dienstag, 14. März 2017, um 17 Uhr. Für die zweite Runde gesetzt ist, wer im ersten Wahlgang 10% der 4201 gültigen Wahlzettel erreicht hat, sofern er oder sie die Kandidatur nicht zurückzieht. Das sind im konkreten Fall alle im ersten Wahlgang nichtgewählten Kandidierenden.“

Fazit:

  1. Die Oltner Bevölkerung ist mit der Arbeit und Leistung der Stadtregierung zufrieden. Dies beweist das gute Abschneiden der Gewählten im ersten Wahlgang.
  2. Wer schnell und umfassend informiert sein will, kauft sich am besten ein Abo des Oltner Tagblatts und verzichtet auf einen Gang zum offiziellen Aushang der Stadt.
  3. Das Interesse an Lokalpolitik nimmt weiter ab. Lag die Stimmbeteiligung im Jahr 2013 beim ersten Gang der Stadtratswahlen noch bei 44 Prozent, ist sie im Jahr 2017 auf gerade noch 37,5 Prozent gesunken.

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