Feste feiern im «Pavillon der Begegnung» im Herzen von Olten

Träume eines Oltner Lokalpolitikers in der Nacht auf Samstag.

Die neue Oltner Stadtpräsidentin eröffnete am Samstag im Beisein der Oltner Bevölkerung den «Pavillon der Begegnung». Das gemeinsame Projekt der Stadt Olten mit Unterstützung des Gewerbes, namhaften Sponsoren und auch der Bevölkerung konnte dank Spendensammlungen und einer gemeinsamen Initiative in einer Rekordzeit von nur zwei Jahren realisiert werden. Der schlichte und sich diskret in die Landschaft einbettende Holzbau kann ab sofort von der Bevölkerung für Hochzeiten, Feste oder kleine Veranstaltungen gemietet werden.

«Es war für uns alle ein glücklicher Zufall», so die neue Oltner Stadtpräsidentin, als im Jahr 2020 im Oltner Gemeindeparlament der Umnutzung eines bisher brachliegenden Areals von über 2200m2 im Herzen der Stadt Olten zugestimmt wurde. Was hier mit dem Bau eines funktionalen Holzbaus endet, war mehrere Jahre zuvor noch blockiert worden, weil sich Diskussionen um einen Zaun rund um das Areal drehten. «Diese Fragestellungen sind mit der heutigen Eröffnung des Pavillon der Begegnung endgültig Geschichte.

Der zweckmässig gebaute Pavillon kann künftig von der ganzen Oltner Bevölkerung genutzt werden», so die neue Stadtpräsidentin in ihrer Eröffnungsrede am Samstag.

Gedeckter Aussenbereich mit Ausgang zur Schützenmatten-Wiese

Denn von Anfang an war klar, dass in Olten zwar eine lebendige Gastroszene besteht und für Grossveranstaltungen diverse Hallen nutzbar wären, für die Vereinsfeier, das grosse Familienfest oder einen zweckmässigen und modernen Ort der Begegnung in Olten fehlte bisher der Raum. «Wir wollten den Pavillion nicht mit einer fixen gastronomischen Nutzung verknüpfen und es den Mietern offen lassen, wie sie den tageweise mietbaren Raum bespielen wollen», so die Stadtpräsidentin weiter.

Sie betont, dass die absolut zentrale Lage im Herzen der Stadt ideal sei und die gleich angrenzenden Parkplätze der Schützenmatte mitgenutzt werden könnten.

Hochzeitsfeier an bester Lage in der Innenstadt

Der rund 400m2 grosse und funktionale Holzbau bietet neu Platz für 50 bis 100 Gäste und durch die weiterhin weitläufig mitnutzbare Rasenfläche entstand in Rekordzeit ein wohl bald sehr stark genutzter Begegnungsraum. Parkplatz und naturnahes Ambiente inbegriffen.

Gemeint ist dabei jenes Stück Land, welches bisher zur Oltner Badi gehörte, nur während den Öffnungen zugänglich war aber kaum genutzt wurde. In den übrigen Monaten war die Fläche durch einen mannshohen Zaun abgesperrt. «Bisher ein Stück toter Raum, mitten in der Oltner Innenstadt», wie die Stadtpräsidentin anlässlich der Eröffnungsfeier betonte.

Areal Schützenmatt-Wiese, bisher 2200m2 umzäunte Rasenfläche

Von der Schmuddelwiese zum Begegnungslokal

Anfangs der 2000er-Jahre musste wegen der damals offenen aber längst verschwundenen Drogenszene die Oltner Schützenmatten-Wiese aus Sicherheitsgründen eingezäunt werden. «Dass wir nun in so kurzer Zeit einen Ort der Begegnung mit Unterstützung von Sponsoren für die Oltner Bevölkerung realisieren konnten, macht mich stolz», so der Oltner Stadtplaner und eigentliche Kopf hinter dem Projekt «Pavillon der Begegnung».

Frei bespielbare Begegnungsfläche im neuen Pavillon auf der Schützenmatte

Der einstöckige und funktionale Pavillon passe sich perfekt in die urbanen Strukturen der Innenstadt ein, so der Vertreter der Stadt. Der Bau sei bewusst so konzipiert worden, dass er für lokale Aktivitäten individuell genutzt werden könne. Mehrere Buchungen für Hochzeiten und grössere Vereinsversammlungen seien auf der Webseite der Stadt Olten bereits eingegangen. Die Stadt Olten ist überzeugt, dass der Pavillon der Begegnung bald zum festen und unverzichtbaren Bestandteil des Dienstleistungsangebots der Stadt für ihre Bevölkerung gehören wird.

Küchenzeile zur individuellen Nutzung für Feste und Feiern

Fertigung aus regionalen Hölzern

Den verschiedenen Vereinen und Initiativen hinter dem Projekt war es wichtig, dass der für 50 bis maximal 100 Personen konzipierte Holzbau nachhaltig und zweckmässig gebaut werden muss. Auf Basis bestehender Pläne konzipierte die Schreinerei Baumann den Pavillon nach einer Vorlage aus dem solothurnischen Derendingen. «Wir konzipierten die Räume solide und funktional, die lokal verwendeten Hölzer verleihen dem Flachbau ein angenehmes Ambiente», so Andreas Baumann. Die auf dem Dach verbauten Solarpanelen decken den Energieverbrauch des Gebäudes vollständig ab. Der Holzbau sei auch bewusst nicht zu gross konzipiert worden, damit er sich ideal in die Strukturen der Umgebung einbettet und auch noch genügend Freifläche im Aussenbereich zur Verfügung steht.

Finanzierung über Spenden und Mieteinnahmen

Für die langfristig ausgerichtete Idee eines «Pavillon der Begegnung» liessen sich mehrere namhafte Gönner motivieren und durch die gemeinsame Sammelaktion verschiedener Vereine konnte der stolze Betrag von 3 Mio. Franken rechtzeitig gesammelt werden. «Insbesondere die durchs Gewerbe organisierte Crowdfunding-Aktion im Internet konnten wir rund 500’000 Franken Spendengelder generieren», so Max Plüss von der Gewerbeaktion Pro Innenstadtraum Olten. Die Miete wurde so angesetzt, dass sie die Aufwendungen für Reinigung und Unterhalt des Gebäudes decken, eine gewinnorientierte Nutzung beim Projekt «Pavillon der Begegnung» ist aber nicht vorgesehen.

Mit der Eröffnung des Pavillons der Begegnung endet ein erfolgreicher und kreativer Prozess in der Stadt Olten, in welchem Dank enger Zusammenarbeit ein nachhaltiges und zukunftsweisendes Projekt gemeinsam umgesetzt wurde.


Beim olteneinfach.ch Blog finden alle Texte ihren Platz. Auch Träumereien wie diese hier, die mit der Oltner Realität nur bedingt in Zusammenhang stehen. Aufgrund der im Artikel genannten Schilderungen sollte aber auch allen sofort klar sein, dass es sich hier vielmehr um eine Gedankenspielerei des Autors handelt. Die Bilder dieses gedanklichen Experiments stammen von der Webseite von https://www.schaerholzbau.ch/ und zeigen ein im Jahr 2017 erfolgreich realisiertes Projekt in der Gemeinde Derendingen.

Blockrandüberbauung: (Alb)Traum in Olten?

Gestaltungsplan Aarauerstrasse liegt zur Mitwirkung auf.

Die Baudirektion Olten legt momentan einen Gestaltungsplan für den letzten Teil der Blockrandbebauung an der Aarauerstrasse 31 zur Mitwirkung auf. Das Projekt soll in Zukunft als Vorbild für weitere Blockrandüberbauungen in Olten dienen. Gemäss dem jetzigen Stand werden allerdings im bereits zubetonierten und uneinladenden Innenhof noch weitere Wohnungen entstehen und die erforderliche Grünfläche wird auf ein Minimum geschrumpft. Dies zeigt, dass die Stadt Olten auch bei kleinen Bauprojekten die Lebensqualität der Bewohner ignoriert.

Bauliche Kuriositäten in Olten

Als Neuzuzüger haben wir uns schon so manches Mal über die baulichen Kuriositäten von Olten gewundert. Seien es die geplante riesige Überbauung an der Rosengasse, das Stadthaus, welches so schön mit der Altstadt kontrastiert, oder die Überbauung im Hammer, die Neubauquartiere in der Agglomeration Zürich geradezu dörflich wirken lässt.

Dann kam die Corona-Krise, und wir waren auf einmal im Homeoffice in Olten gestrandet. Dies gab uns Gelegenheit, die schönen Seiten von Olten zu entdecken. So etwa den Wildpark Mühletäli, die Altstadt, Sonnenuntergänge bei der Wartburg oder die Alpensicht vom Engelberg. Doch dieses schöne Idyll wurde eines Tages im April abrupt gestört, als uns gegenüber Visiere aufgestellt wurden, um die letzte Baulücke in der Blockrandbebauung Unterführungs-/Von Roll-/Aarauer-/Neuhardstrasse zu füllen. Das Füllen dieser Baulücke ist in Zeiten von Verdichtung sinnvoll. Aber darüber, wie genau solche Verdichtung in Olten geplant wird, sollte diskutiert werden.

Luftbild des Innenhofs aus dem Konzept zur Innenhofgestaltung https://www.olten.ch/_docn/2556370/5_Konzept_Innenhofgestaltung_20200325.pdf

Ein trauriger Innenhof

Einige Worte zur aktuellen Situation in unserer Blockrandbebauung. An der Unterführungs- und Von Rollstrasse steht der Neubau Aarepark. In diesem wohnen vor allem junge Singles und Paare, welche die Nähe zum Bahnhof schätzen und bereit sind, einen vergleichsweise hohen Mietzins für die Gegend zu zahlen. An der Aarauer- und Neuhardstrasse stehen Häuser älteren Jahrgangs, mit tiefem Mietzins und vielen Familien und auch älteren Mietern. Insgesamt wohnen einige hundert Menschen in der gesamten Blockrandbebauung. Die Innenhöfe von Blockrandbebauungen sind laut Wikipedia üblicherweise begrünt und ein offener Erholungsraum für die Anwohner. Dieser hier besteht aber vor allem aus Parkplätzen und in der Mitte stehen einige alte Gewerbebauten.

Der traurige Zustand ist historisch gewachsen, denn das Areal war bis vor einigen Jahren noch keine Blockrandbebauung. Zwar wurden die Autos des Aareparks in eine Tiefgarage verbannt, doch auch dieser neue Teil des Innenhofs bietet nur ein winziges Stück Rasen und drei noch junge, kleinere Bäume. Zusätzlich gibt es eine Kita an der Aarauerstrasse, und die Kinder spielen jeden Tag auf dem Innenhofparkplatz zwischen Autos, dauerausgeliehenen Einkaufswagen und Mülltonnen. Zur Sicherheit wird die Zufahrt jeweils mit Pylonen zugesperrt, damit kein Kind überfahren wird, sollte sich ein Auto auf diesen «Spielplatz» verirren.

Bisher ist dies kein besonders gelungener Innenhof. Aber vielleicht wird ja die Situation mit dem Neubau verbessert, so dachten wir uns. Doch der Gestaltungsplan, der nun zur Mitwirkung im Stadthaus aufliegt, verspricht nichts Gutes.

Kurzer Einschub für Nichtbaujuristen: Der Gestaltungsplan ist dazu gedacht, eine besonders gute Überbauung, Gestaltung und Erschliessung zu ermöglichen (Amt für Raumplanung Solothurn). Durch die Stadt können verbindliche Auflagen aber auch Ausnahmen gegenüber der geltenden Baurechtsordnung gemacht werden. Deshalb würde man erwarten, dass mit Hilfe eines Gestaltungsplans besonders gelungene Bauten mit hoher Lebensqualität herauskommen. Doch in Olten scheinen damit eher maximal rentable Bauvorhaben ermöglicht zu werden, auf Kosten der Lebens- und Wohnqualität (auch Olten Hammer oder das Turuvani-Areal sind nur dank Gestaltungsplänen und Sonderbauvorschriften in dieser verdichteten Form möglich).

Wem dient dieser Gestaltungsplan?

Ausschnitt aus dem Gestaltungsplan mit dem Neubau (A) und den Hofgebäuden (B) die zu Wohnraum umgenutzt werden sollen https://www.olten.ch/_docn/2556358/1_Gestaltungsplan_20200325.pdf

Die Baudirektion weicht für den Investor extra von der normalen Grundordnung ab und erlässt Sonderbauvorschriften zu seinen Gunsten. Darum darf der Neubau einen Stock höher werden als die benachbarten Gebäude und ragt auch weiter in den Innenhof. Doch zusätzlich zu dieser optisch auffälligen Verdichtung, werden in den leerstehenden Gewerbebauten im Innenhof noch mehr Wohnungen gebaut, statt den Hof in eine Grünfläche für alle zu verwandeln. Anstatt die historisch gewachsene, schlechte Situation im Innenhof zu korrigieren, wird sie mit Einverständnis der Stadt zementiert. Die vorgeschriebenen 30% Grünfläche werden vom vorliegenden Projekt nur durch Zahlenakrobatik erreicht. So werden neben dem kleinen Rasen und einem Bäumchen auch noch einige Büsche auf der Dachterrasse zur Grünfläche dazugerechnet. Die Baudirektion scheint dem Investor alle Wünsche zuzugestehen, ohne ihrerseits Auflagen für mehr Lebensqualität zu machen.

Nun, was ist das Problem, könnte man sich fragen. Schlussendlich geht es hier ja nur um eine kleine Überbauung, kein Prestigeprojekt für Olten. Doch im Gestaltungsplan wird explizit erwähnt, dass dieses Projekt als Vorbild für weitere Blockrandbebauungen in Olten dienen soll. Dazu wurden von der Baudirektion auch Landschaftsarchitekten mit einer Studie zur Innenhofgestaltung beauftragt. Aber aus deren Empfehlungen wird im vorliegenden Gestaltungsplan kaum etwas umgesetzt.

Trotz der Kleinheit des Projekts betrifft es Hunderte von Anwohnern, ob Familien mit Kindern, junge Pendler oder ältere Paare. Wenn dieses Projekt so durchkommt, wird die letzte Baulücke in unserer Blockrandüberbauung geschlossen, und weder Hitze noch Lärm können entweichen. Durch den starken Hall ohne dämmende Elemente im Innenhof (wie bsp. Begrünung, grosse Bäume) hört sich schon jetzt ein Kindertraktor wie ein ausgewachsener John Deere an. Wie es sich wohl anhören wird, wenn bald die zusätzlichen Bewohner des Innenhofgebäudes ein Grillfest auf der Dachterrasse schmeissen? Durch die vielen Betonflächen im Innenhof wird es bereits heute im Sommer unangenehm heiss, aber wenn auch kein Lüftchen mehr von aussen hereinweht, könnte hier ohne zusätzliche Pflanzen wohl Wüstenklima vorherrschen.

Wie sie unseren Ausführungen entnehmen können, sind wir enttäuscht vom geplanten Projekt. Die Baudirektion in Olten scheint nicht nur bei grossen Projekten (siehe Hammer), sondern auch bei Kleinen die nötige Attraktivität von Wohnraum nicht zu berücksichtigen. Der vorliegende Gestaltungsplan, der die Lebensqualität der Anwohner mit Füssen tritt, sollte von der Stadt eigentlich gar nicht aufgelegt werden. Doch vielleicht können wir gemeinsam dafür sorgen, dass die Blockrandbebauung trotz Verdichtung, dafür mit durchgehend grünem Innenhof, lebenswert wird. Dadurch hätten Anwohner und Kinder einen würdigen Spiel- und Erholungsraum, der auch tatsächlich als zukunftsweisendes Vorbild für andere Blockrandbebauungen in Olten dienen kann.

Was können Sie tun: Nehmen Sie Teil im Mitwirkungsverfahren. Der Gestaltungsplan für die Ergänzung der Blockrandbebauung ist online unter: https://www.olten.ch/aktuellesinformationen/918892 und liegt noch bis am 9. Juni im Stadthaus auf. Im Stadthaus steht zudem ein Modell, das die Situation zeigt.

Die Mitwirkungseingabe, mit Antrag und Begründung dazu, muss schriftlich per Post mit Adressangabe bis Dienstag 9. Juni eingereicht werden. An die Adresse: Stadt Olten, Direktion Bau, Dornacherstrasse 1, 4601 Olten. Eingeben können Sie alle Ideen, wie dieser Teil der Blockrandbebauung verbessert werden könnte.

Falls sie Kontakt zu Parlamentariern, Stadträten oder Personen in der Bauverwaltung haben, würden wir uns freuen, wenn Sie diese auf unser Anliegen aufmerksam machen. Sind Sie direkt betroffen und wissen Sie nicht, wie Sie sich wehren können, oder haben sonstige Anliegen, so schreiben sie uns gerne ein E-Mail unter: thomasbeerli@hotmail.com.

Wir Oltner sind schon äs bizeli verrückt

Auf dem Weg ans Schulfest ist mir heute durch den Kopf geschossen, dass wir Oltner schon ein bisschen verrückt sind, uns vom Durchgangsverkehr so viele schöne Flächen klauen zu lassen. Aber gerade an einem solchen Sonntag, wo unsere Kinder und damit unsere Zukunft durch Olten läuft, darf man doch mal den Gedanken etwas spinnen und sich überlegen wie es wäre, wenn wir nicht jeden Oltner Quadratmeter dem Strassenverkehr opfern würden. Also etwa so ähnlich wie einem Raucher aufzeigen, der sich nicht vorstellen kann, dass man auch ohne Zigarette gut und vor allem gesünder leben kann.

Stellen Sie sich also mal einfach vor, wie der Munzigerplatz als Parkanlage aussehen würde, mit Grasflächen und Bänkli, irgendwo vorne links ein kleiner Pavillon der im Sommer Getränke verkauft, etwas Musik dudelt unter dem Schatten der Bäume und die städtischen Stühle von Fermob, die einfach so in diesem bunten Stadtgarten stehen, sind von Müttern belegt, die ihren Kindern beim Spielen zusehen.

Munzingerplatz mit Bäumen, Parkplatz an zentralster Lage

Oder noch verrückter. Stellen Sie sich mal vor, man würde die Strasse beim Bahnhofquai mit all ihrem Durchgangsverkehr eine Etage tiefer legen und vom Bahnhof bis zur Holzbrücke würde die ganze Fläche in einen Spielplatz für Fussgänger und Veloverkehr umgestaltet. Schönster Lebensraum wo man gerne verweilen würde. An der Kante vorne zur Aare hin würden die farbigen Möbel von Enzo stehen, die man der Stadt schenkte. Die Leute könnten von oben auf die Aare blicken und im Erdgeschoss in den Gebäuden von Swisscom wären keine Büros sondern kleine Snackstände, wo sich die 80’000 Leute, die täglich an Oltner Bahnhof frequentieren, kurz mal auf ein Bier oder einen Apéro in Olten an der Aare gemütlich unter einem Sonnenschirm treffen würden. Eine Etage tiefer, eingepackt in einem Betontunnel, würde sich der motorisierte Verkehr durchwälzen und oben an bester Lage wieder Leben stattfinden.

Bahnhofquai vom Postplatz zum Bahnhof, heute eine Stadtautobahn.

Leider beherrsche ich kein Photoshop, sonst würde ich das gerne mal für diesen Blog visualisieren und um eine kleine Inspiration zu schaffen, wie es am Aareufer aussehen könnte, würden wir nicht jeden Zentimeter dem Durchgangsverkehr verschenken, sondern uns wieder mehr auf unsere Oltner Anliegen fokussieren und diese auch gegenüber dem Kanton klar kommunizieren. Einfach mal nicht abnicken sondern auf die Hinterbeine stehen und eine Vision präsentieren und konkrete Massnahmen einfordern.

Welche Breite und welches Potential die Ringstrasse vom Café Ring bis hin zur Citykreuzung hat, sieht man erst, wenn sich Menschen darauf bewegen können. In den 1950er und 1960er Jahren war der wirtschaftliche Aufschwung eng mit dem Strassenbau verbunden. Die Strassen mussten möglichst breit sein und der Fokus lag klar beim Auto. Die Kehrtwende machen nun Länder wie Holland und Dänemark, also funktionierende Wirtschaftssysteme ohne eigene Autoindustrie, wo schrittweise Rückeroberung des Strassenraums durch Velos und Fussgänger stattfindet. Es werden Bäume gepflanzt und Lebensraum für Menschen geschaffen, die in ihrer Stadt wohnen möchten.

Ringstrasse, die heutige Automeile der Stadt Olten

In Holland bestehen Verkehrskonzepte, bei welchen in Städten der komplette Strassenraum von Verkehrsinseln befreit, die Troittoirs aufgehoben, Fahrbahnmarkierungen übermalt und sämtliche Verkehrsschilder und Signalisationen entfernt wurden. Die riesige Verkehrsfläche kann nun gleichberechtigt durch alle Menschen genutzt werden, ob nun zu Fuss, auf dem Velo oder im Auto. Es hört sich verrückt an, aber dieses Experiment zeigt, dass ein neues Miteinander entsteht, Autofahrer viel vorsichtiger den Verkehrsraum befahren, wenn nicht Ampeln und Pfeile den Weg durch die Stadt weisen und der Verkehr genauso fliesst. Denn es ist klar, dass man in Olten den Verkehr nicht wegzaubern kann. Aber man kann ihn neu denken und gestalten.

Verkehrsführung aus den 1960er Jahren, weil man es schon immer so machte.

Was für ein realitätsfremder Spinner werden nun die einen denken, was für ein Utopist. Aber hey, manchmal sind es genau diese Sonntage im Sommer, die einem den Blick dafür eröffnen, dass es auch anders gehen könnte. Und dass es eben funktionieren würde, zeigt die Tatsache, dass trotz Strassensperrung der Verkehr am heutigen Schulfest in Olten nicht etwa zusammengebrochen ist. Nein, wir haben uns damit arrangiert.

Ein Parkplatzleitsystem für Oltens Parkäuser wird nun auch realisiert und für Besucher von Olten wird man auch in Zukunft Parkraum benötigen, nur stellt sich die Frage, ob unsere Stadt auch in Zukunft dem Durchgangsverkehr weiterhin diese hohe Priorität einräumen will oder ob wir Olten wieder attraktiver gestalten und für Besucher wieder ansprechender entwickeln sollten. Gerade an zentralsten Lagen der Innenstadt.

Aarburgerstrasse aus Richtung Aarburg bis zum Postplatz, an normalen Tagen eine meist stehende Autoschlange in der Hauptverkehrszeit

Ich wünsche mir für Olten ein paar visionäre Köpfe, die ausserhalb der bestehenden Muster unseren Oltner Verkehr überdenken. Eine Vision für unsere Stadt entwickeln, sich überlegen, wo wir Olten und unseren gemeinsamen Lebensraum in 20 Jahren sehen wollen, damit die Kinder, die wir heute am Schulfest gesehen haben, ihren Kindern einmal etwas vom Aufbruch in der Stadt Olten erzählen können.

Kennst du das Naturfreundehaus Rumpelweide oberhalb der Stadt Olten?

Das Naturfreundehaus Rumpelweide oberhalb der Stadt Olten ist ein kleiner Ruhepunkt und bietet nebst einem ausgebauten Kinderspielplatz auch eine sensationelle Aussicht auf die Stadt Olten.

oznor
Blick auf die Stadt Olten vom Naturfreundehaus Rumpelweide.

Wer am Sonntag von Olten zu Fuss oder über Trimbach bis zum Restaurant Rumpel oder von Wangen bis zur Rumpelhöhe hochfährt, erklimmt die letzten Höhenmeter zu Fuss und kann sich im Gegenzug über eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt Olten und die umliegenden Jurahügel freuen.

Das auf 775 Metern gelegene Naturfreundehaus ist jeden Sonntag geöffnet und bietet einfache Speisen zu unschlagbaren Preisen an. Wer gerne eine Bratwurst oder einen Wurst-Käsesalat mit Traumaussicht geniessen will, findet hoch oben über Olten einen idealen Platz für seinen Sonntagsausflug.

IMG_20180603_123833

Die Speisen werden frisch zubereitet und rund ums Haus bieten Sitzgelegenheit genügend Platz für hungrige oder durstige Besucher des Naturfreundehauses. Der Ausflug lohnt sich alleine der Aussicht wegen und wer etwas länger bleiben und übernachten will, kann dies im Dachgeschoss der Hütte auch gerne tun.

 

IMG_20180603_120618

Wo sich das Naturfreundehaus genau befindet, siehst du hier.

 

Einweihung des neuen Elefantenplatzes

Einladung zur Einweihung des Oltner Elefantenplatzes

Im Oltner Säliwald, zwischen dem Tierpark Mühletäli und der Strasse hoch zum Sälischlössli, wurde durch den Quartierverein der sogenannte Elefantenplatz aufgewertet. Der Quartier-Verein rechtes Aareufer Olten lädt morgen Samstag zur Einweihung ein.

Falls sich weitere Leute zum Bloggen auf http://www.olteneinfach.ch motivieren lassen würden, könnten wir so auf einfache Weise auch einen Terminkalender mit den wichtigsten Ereignissen aufschalten. Aus Ressourcengründen ist dies leider aktuell nicht möglich. Weitere Mitschreibende sind herzlich willkommen sich zu beteiligen!

dav

Situation spitzt sich langsam zu

Wasserstand der Aare weiter steigend.

Der Wasserstand der Aare ist in den vergangen Stunden weiter angestiegen. Waren am Nachmittag Teile des Uferzugangs in der Badi Olten noch sichtbar, sind diese mittlerweile geflutet. Das Boot der Kantonspolizei befindet sich am oberen Anlegesteg.

1218DF4C-85DA-4194-B9DF-CF0DC9D5CFB3Im Bereich der Einmündung der Dünnern hat der Pegelstand der Aare ebenfalls zugelegt. Sollte der Pegelstand im Verlauf der Nacht weiter ansteigen, dürfte der Aarepegel den Fussweg der Badi erreichen. Die Terrasse des Restaurants ist nur noch wenige Zentimeter über Wasser.

1DE479E7-414C-4E9F-94F3-CE1150B66BAC.jpeg

Das untere Bild zeigt den überfluteten Anleger des Polizeiboots im Bereich der Badi Olten.

Der Vogelmist

Gemäss einer Information aus dem Stadthaus vom 7. April 2017, hätte eine Platane auf dem Munzingerplatz gefällt werden sollen. Hätte, denn trotz „starker Vermorschung“, wie die Stadt schreibt, grünt die Platane auch gegen Ende Juni noch vor sich her. Dank ornithologischer Hilfestellung.

Trotz „grossem Sicherheitsrisiko“ und „hoher Priorität“ haben es sich nämlich auf der Baumkrone gemäss unbestätigten Angaben nicht Raben sondern Saatkrähen gemütlich gemacht. Diese Nester bauenden Rabenvögel stehen zwar nicht mehr unter Schutz und dürfen bejagt werden, ihre Schonzeit dauert aber von Februar bis Ende Juli. Wegen der Vögel und ihrem heranwachsenden Nachwuchs, hat nun auch das letzte Stündchen für die Platane noch nicht ganz geschlagen. Die Motorsäge wird wohl erst nach dem Auszug der Jungvögel angesetzt werden können.

IMG_0692

Geniessen wir also vorerst noch den wunderbaren Schatten der grossen Platane, bis sie irgendwann im Sommer ihrer endgültigen Bestimmung zugeführt wird. Bis dahin auch noch mit Vogelmist und Gekrächze von oben.

IMG_3735

Oltner Kalender 2018

Liebe Fotografinnen und Fotografen

Eure Bildspenden für den Oltner Kalender 2017 haben sich gelohnt: Wir konnten, nach Abzug der Fremdkosten, 80 Prozent der Einnahmen, das sind 15’481 Franken, auf die 19 Begünstigten verteilen. Ganz herzlichen Dank für euer Engagement.

Das lässt sich gerne wiederholen: Wir werden im Herbst Bilder für den Oltner Kalender 2018 zusammentragen. Konnten wir beim ersten Mal aus den Archiven der Oltner Fotografinnen und Fotografen schöpfen, sind für die Fortsetzung des Projekts nun Aufnahmen gesucht, die eine frische Sicht auf Olten bieten. Behaltet bitte diese Information im Hinterkopf und sie wird zur Motivation, Olten immer wieder neu zu sehen und abzulichten.

Auch die zweite Auflage wird zwei Kalenderblätter pro Monat enthalten. Das bedeutet: Wer die Frontseite aufhängt, hat eher klassische Stadtansichten vor Augen während die jeweilige Rückseite mehr nähere Aufnahmen und Stimmungsbilder zeigt, zum Beispiel vom Schulfest, von der Fasnacht, vom Nebel – da könnt ihr richtig neugierig und kreativ sein. Dieses Wechselspiel der Sichten soll bei der zweiten Ausgabe noch klarer zum Ausdruck kommen.

Bei den „klassischen“ Stadtansichten stellen wir uns aber nicht nur an die bekannte Altstadtansicht aus der Perspektive des rechten Aareufers vor, sondern auch Sichten aus überraschenden Blickwinkeln, etwa aus eurem Dachfenster auf die Stadt, oder auf die Gärten im Innenhof, oder aus dem Wintergarten auf die Quartierstrasse, einen Ort im Wald … sprich: Stadtansichten, welche man nicht immer wieder zu sehen bekommt.

Für die Rückseitenserie wünschen wir uns einen grösseren Spielraum. Zeigt uns eure Fotokunst: Stimmungen, Portraits, Details und fotografische Collagen. Bilder aus dem Familienarchiv können genauso Olten-typisch sein wie Bilder vom Eishockeymatch, die Sicht aus dem Segelflieger oder das Portrait eures Lieblingspizzaiolos. Der Bezug zu Olten sollte sichtlich vorhanden sein, wir lassen uns gerne überraschen.

Noch zum Formaten

  • Nur Querformat
  • Wenn Menschen prominent abgebildet werden, dann klärt bitte das Einverständnis der betroffenen Personen und die Bildrechte ab und teilt uns die bei der Eingabe mit. (Werden Menschen in einer Übersichtsaufnahme und in öffentlicher Situation nur klein abgebildet, ist das kein Problem)
  • Bilder mit moderneren Smartphones können von den Bilddaten her noch reichen, ideal für das A3-Format ist aber eine Auflösung ungefähr 16mpx, 5000 x 3500 px.

Mit Details zum Upload von Bildern werden wir uns im August melden.

Florian Amoser
Kurt Schibler
Tobias Oetiker

Verein Oltner Kalender / FaceBook

Oltner Spielplatzcheck Teil 3: Der Spielplatz Olten Südwest

Der von aussen klotzartige Gebäudekomplex in Olten Südwest bietet im Innenraum der Siedlung auch Überraschungen. Zwischen den langezogenen Gebäudestrukturen befinden sich auch Spielgeräte. Besucher des Cafe Bloomell dürfen den Spielplatz von OSW gerne benutzen.

 Wer beim Spielplatz Olten Südwest OSW an Grünflächen oder gar Spielrasen denkt, ist hier fehl am Platz. Funktionalität obsiegt. Wie bei den meisten Schweizer Bachmann-Siedlungen üblich, wird mit viel Steinen gearbeitet und die gepflanzten Bäume bieten noch wenig Schatten.

Entlang der Erfinderstrasse zieht sich im Innenhof der Anlage OSW ein grosser Sandkasten, überzogen mit einem Schutznetz gegen Besuche von Katzen. Gleich daneben ein Brunnen zum Pumpen und Planschen. Da das Pumpenrad nicht geölt ist, quietscht der Brunnen beim Wassereinlass laufend. Die Rutsche macht einen sehr soliden Eindruck und auch ein Sitzrad zum Drehen lädt zum Endloskreisen ein.

Mehrere auf Federn montierte Spielgeräte schaukeln bei jeder Bewegung. Eine interessante Entdeckung ist das in den Boden eingelassene Trampolin. Auf der daneben stehenden tellerartigen Wippe können sich Kinder in eine Art runde Hängematte legen.

Gleich im Anschluss an die Spielanlage folgt die Entsorgungsstation der Siedlung. Die in den Boden versenkten Container für Altglas und Biomüll werden zudem auch mit einem Container für Haushaltsmüll ergänzt. Ideal für Oltner mit dem Auto erreichbar.

Fazit: Schöne und fabrikneue Spielgeräte in sehr funktionaler und urbaner Umgebung. Leider wenig Schatten für spielende Kinder und begleitende Eltern. Spassfaktor Planschbecken welches beim Betätigen der Wasserpumpe quietscht und die Anwohner wohl ziemlich nervt.

Auf den grünen Jura und zurück nach Olten

Trekking? Das macht man doch im Himalaya oder in Patagonien! Nein, es muss nicht immer die Ferne sein. „Localtrek „ heisst der neue Trend. Von Olten ist man schnell in einer anderen Welt und kann Kürzestferien geniessen.

 

Localtrek hat grosse Vorteile: die Verpflegung kann, muss aber nicht aus dem Rucksack sein. Es gibt viele einladende Berggasthöfe, die mit Freude schmackhaftes Essen servieren. Und die Suche nach einem Übernachtungsplätzchen entfällt.IMAG1709

Der Zug fährt zwar langsam, aber ohne Umsteigen von Olten nach Lommiswil. Von dort geht es zügig zu Fuss bergan. Die Sonne sticht, bis der Wald willkommenen Schatten spendet. Der Weg steigt und steigt. Plötzlich steht man oben auf der Krete und darf entscheiden: Nach Westen auf den höchsten Berg im Kanton, die Hasenmatt, oder nach Osten Richtung Weissenstein? Heute gehts nach Osten, immer entlang der Krete, abwechslungsreich durch Wald und Wiesen. Beim Weissenstein könnte die neue Gondelbahn bestiegen werden, die zurück nach Oberdorf fährt. Also zurück in die schwüle Hitze, die Hektik, den Verkehr? Lieber noch nicht! Im Osten lockt die Röti, ein weiterer imposanter Berg der ersten Jurakette. Das Mittelland liegt uns zu Füssen, die Autobahn glitzert im Sonnenlicht, es kühlt ein angenehmes Lüftchen. Dann heisst es wieder absteigen. Auf dem Balmberg könnte man das Postauto nehmen, hätte man den Fahrplan studiert und wäre man nicht 5 Minuten zu spät an der Haltestelle gestanden. Also gehen wir zu Fuss nach Günsberg hinunter und trinken auf dem Weg noch ein unerwartetes Glas Süssmost. Der Abstieg in der Abenddämmerung ist zauberhaft! Und das Bier mit Pommes Chips im Zug zurück nach Olten ehrlich verdient.IMAG1711