Olten einfach bitte!

Wer Oltner Gewerbebetriebe jetzt unterstützt, hilft lokale Arbeitsplätze zu erhalten.

Am 11. Mai beginnt in Olten langsam aber sicher wieder das Leben zu pulsieren. Von der chemischen Reinigung über die Schulen bis hin zu den Gastrobetrieben, viele Gewerbebetriebe öffnen ihre Türen. Jetzt gilt es das Oltner Gewerbe aktiv zu stützen und gezielt in Olten einzukaufen.

In den vergangenen Wochen hatten die Paketlieferanten Hochkonjunktur. Es zeigten sich die Vorteile des digitalen Business. Wer seine Lieferketten digitalisiert und über Internet den Kunden anbieten konnte, war klar im Vorteil. Wenn wir jetzt etwas Gutes tun wollen, müssen wir unsere Einkäufe wo immer wie möglich lokal tätigen, auch wenn dies eventuell einen zusätzlichen Aufwand auslöst und vielleicht ein paar Rappen mehr kostet.

In Olten einkaufen und sich liefern lassen

Umso wichtiger ist es nun in der Phase nach dem 11. Mai, die sehr komfortablen Shops von Digitec, Galaxus, Brack und wie sie alle heissen mögen, gegen lokale Services zu ersetzen. Auch wenn es anders vielleicht bequemer wäre. Solidarität ist jetzt wichtig und das Oltner Gewerbe braucht unsere Unterstützung.

Heimlieferung auch lokal bei vielen Geschäften

Wie die ersten Wochen der Corona-Krise zeigten, liefern auf Nachfrage auch viele Oltner Gewerbebetriebe nach Hause. Oft noch schneller, als über die nationalen Lieferketten, denn Collectors liefert sehr schnell. Viele Gewerbebetriebe stellen aber auch selber nach Feierabend noch ein Paket vor die Haustüre. Mit Olten4Olten präsentiert eine weitere Plattform Dienstleistungen zur Verfügung, die lokal verankert sind. Auch vooute.ch mischt mit und präsentiert einzelne regionale Artikel.

Lokale Bäcker und Metzger benötigen unsere Unterstützung

Wer den Preisvergleich mit lokalen Metzgern, Gemüsehändlern oder Bäckereien gegenüber den Grosshändlern anstellt, sieht schnell, dass die Preisunterschiede oft marginal sind, die Qualität der lokalen Produkte aber meist besser abschneidet. In Zeiten von Corona ist es umso wichtiger, dass wir jetzt die lokal gebeutelten Betriebe aktiv unterstützen. Es stecken Arbeitsplätze und Steuerzahler hinter jedem Quartierladen oder jedem Oltner Fachbetrieb.

Wenn viele Oltnerinnen und Oltner sich über lokale Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe beliefern lassen oder einkaufen, so helfen wir uns allen in diesen Tagen am meisten.

10 Millionen im Plus – Olten macht einen Überschuss mit Gschmäckle

Der Rechnungsabschluss 2019 der Stadt Olten ist da. Der Stadtrat jubiliert und das OT titelte „Stadt Olten macht fast 10 Millionen Gewinn – auch ohne Steuererhöhung“. Aber …

Der Rechnungsabschluss 2019 der Stadt Olten ist da. Der Stadtrat jubiliert mit „Hoher Gewinn dank Sondererträgen und Ausgabendisziplin“ und das OT machte daraus prompt „Stadt Olten macht fast 10 Millionen Gewinn – auch ohne Steuererhöhung“.

Kaum hatte der Stadtrat seine Medienmitteilung publiziert, freute sich SVP im Facebook riesig und betonte, dass sie es ja schon beim Budget-Referendum gesagt hätte und man solle doch am besten gleich Mitglied werden bei ihnen. Auch Exponenten der FDP waren begeistert. Einer empfahl sogar, dass die „linken“ Politiker*innen, die sich für das Budget 2019 und die geplante Steuererhöhung eingesetzt hatten, nun den Rücktritt des gesamten Stadtrat fordern sollten, da der Stadtrat den unerwarteten Geldsegen nicht budgetiert hatte.

Die Grafik aus der Pressemitteilung des Stadtrates zeigt, wie sich der Gewinn zusammensetzt.

Fünf Mal Jackpot

Zehn Millionen Gewinn sind eine beträchtliche Summe, doch wie kam das Geld zusammen? Fünf Mal Jackpot sozusagen:

  1. Die juristischen Personen haben zwar 4.4 Millionen mehr Steuern abgeliefert; eine erkleckliche Summe, aber von der Stadt ist das nicht beeinflussbar. #yeywirhabenimlottogewonnen
     
  2. Der Ertrag von 2.7 Millionen aus dem Verkauf der Alpiq-Aktien ist de facto eine reine Umwandlung des (etwas korrodierten) Tafelsilbers in Cash. Die Aktien mussten verkauft werden, da die Alpiq ihre Aktien Mitte Dezember 2019 von der Börse nahm. Die Alpiq-Grossaktionäre hatten beschlossen, pro Aktie 70 Franken zu bezahlen. Daraus ergab sich dann der scheinbar hohe Betrag von 2.7 Millionen als Geschenklein für die Stadtkasse. Verschiedene Investoren monierten jedoch, dass ein Preis zwischen 100 und 140 Franken angebracht gewesen wäre. Es hätten also auch gut 5 Millionen sein können. Und wenn die Aktien im Jahr 2007 verkauft worden wären, dann lägen 26.5 Millionen zusätzlich in der Stadtkasse. #aktienrechtzeitigverkaufenhaettevielgebracht
     
  3. Die halbe Million, welche die a.en zusätzlich an die Stadt ablieferte, wurde in Form von überhöhten Energiekosten durch die Oltner Bevölkerung bezahlt, natürlich ohne Progression und damit zulasten der mittleren und tiefen Einkommen. #gebuehrenstattsteuern
     
  4. Die Einsparung von 0.9 Millionen beim Sachaufwand ist vor allem auf das Budget-Referendum und die dadurch verzögerte Ausführung von Projekten und Arbeiten zurückzuführen.
    #einhalbesjahrnichtsausgegeben
     
  5. Auch die Auflösung von Rückstellungen und Vorfinanzierungen in der Höhe von 1.2 Millionen ist hübsch für die Rechnung, aber eine einmalige Sache. #warumgraddiesesjahr

Alles in allem bleiben also noch rund 5 Prozent des grandiosen Ergebnisses übrig.

Investition für nachhaltige Entwicklung

Die Investitionen in Unterhalt und Erneuerung der städtischen Infrastruktur sind eine wichtige Kenngrösse für eine nachhaltige Stadtentwicklung. In den letzten Jahren war dieser Betrag jeweils sehr tief angesetzt, was zur heutigen Situation mit diversen anstehenden Grossprojekten führte. 16 Millionen sind in etwa der Betrag, der für eine Stadt in der Grösse von Olten für eine nachhaltige Entwicklung jährlich investiert werden sollte.

Die Nettoinvestitionen 2019 betrugen 11.7 Millionen, wogegen im Budget Version 2 lediglich 9.5 Millionen eingeplant waren. Es wurden also 2.2 Millionen mehr investiert als budgetiert. Das ist an und für sich eine erfreuliche Nachricht. Es fehlen aber immer noch 4.3 Millionen bis zum angestrebten Nettoinvestitionsvolumen von 16 Millionen.

Ein ganzes Jahr Steuern für ein halbes Budget

Das abgelehnte Budget-Referendum hatte der Stadt einen fast halbjährigen Stillstand beschert. Ein Stillstand, während dem lediglich die „obligatorischen“ Ausgaben (#fasnachtsobligatorium) getätigt wurden. Die Oltner*innen jedoch haben für das ganze Jahr 2019 Steuern gezahlt. Zwar ohne Steuererhöhung, aber eben doch – und dabei nur sozusagen für ein halbes Jahr Leistungen bezogen. Kein Wunder bleiben da ein paar Millionen übrig. #schwurbelnkoennenwirauch

Glück und Einmaleffekte

Kein Wunder, sieht am Schluss die Rechnung gut aus. Daraus zu schliessen, dass wir auch in Zukunft ohne Steuererhöhungen durchkommen werden, wie das die Finanzexperten von SVP und FDP auf Facebook verkünden, braucht doch eine erheblich eingeschränkte Sicht der Realitäten.

(Das Orginal ist auf der Website von olten.jetzt erschienen)

Corona Nachbarschaftshilfe Olten: Wochennewsletter II

Enorme Einsatzbereitschaft der Helferinnen und Helfer.

(Stand, 4. April 2020) Die Oltner Nachbarschaftshilfe hat sich gut eingespielt. Acht bis zehn Hilfestellungen werden aktuell täglich vermittelt. Gegenüber der Vorwoche zwar ein Rückgang, dies ist jedoch darauf zurückzuführen, dass viele Hilfsangebote nach dem ersten Kontakt bilateral abgewickelt werden. Neue Services sind am entstehen und wir dürfen nicht vergessen, dass wir erst am Anfang der Corona-Krise stehen.  

Hilfestellungen über die zentrale Hotline haben sich gut eingependelt. Waren zu Beginn vor allem Hilfe rund um Lebensmittel das Thema, kommen neue Fragestellungen hinzu. So geht es auch um Umzugshilfen oder andere schwierige Fragestellungen welche über olteneinfach.ch/corona oder die Hotline eingehen.

Die Corona-Krise dauert erst drei Wochen und es ist davon auszugehen, dass wir uns noch über mehrere Wochen organisieren müssen. Acht bis zehn Hilfestellungen werden aktuell täglich vermittelt. 

Enorme Einsatzbereitschaft der Helferinnen und Helfer

Ein grosses Dankeschön gilt allen Helferinnen und Helfern in den verschiedenen Whatsapp-Quartierchats, welche die eingehenden Anfragen nach wie vor mit sehr hoher Qualität und Einsatzbereitschaft abwickeln. Die Gemeinde Trimbach ist nun ebenfalls offizieller Teil der Nachbarschaftshilfe-Struktur und die Trimbacher Exekutive unterstützt das Projekt aktiv. Aktuelle Quartierchats und Teilnehmende:

  • Bannfeld (49) 
  • Frohheim (82)
  • Säli (138)
  • Bifang (108)
  • Hübeli (33)
  • Kleinholz (62)
  • Trimbach neu (52)

Auch über das gesamte Gemeindegebiet von Starrkirch-Wil wurden Nachbarschaftshilfe-Flyer verteilt. Die Nachfrage dort ist allerdings noch sehr bescheiden.

Appell an Risikogruppen zu Hause zu bleiben

Pro Senectute Solothurn hat in ihrer letzten Mitgliederinfo die Nachbarschaftshilfe von Olten aktiv erwähnt. Die Gesundheit der Risikogruppen hat oberste Priorität und es ist besser, wenn sich Senioren und Senioren auf einem Waldspaziergang bewegen, als sich durch Einkäufe in Läden oder Shopping-Centern einem unnötigen Infektionsrisiko aussetzen. Hilfe zu beanspruchen ist richtig und wichtig. Dafür ist die Nachbarschaftshilfe www.olteneinfach.ch/corona da!

Neue Services in Zeiten von Corona

Da mehr Geschäfte an der Haustür abgewickelt werden, bleibt das Bezahlen aus sicherer Distanz an der Haustür entscheidend. Wer TWINT auf seinem Smartphone installieren kann, soll dies bitte tun. 

Weiter bietet Coop für Seniorinnen und Senioren einen neuen Hauslieferservice unter https://www.coop.ch/de/unternehmen/heimlieferdienst.htm an. Die Bestellung der Grundnahrungsmittel erfolgt via PDF-Bestellung oder telefonisch und Coop schickt eine Rechnung. 

Der Oltner Lieferservice www.collectors-olten.ch baut das Liefernetz an Oltner Gewerbebetrieben ebenfalls laufend aus. Ab Montag kann zum Beispiel auch das Mittag- oder Nachtessen ab Restaurant Aarhof bestellt werden. Die Bestellung und Bezahlung erfolgt telefonisch direkt über das Restaurant, die Lieferpauschale von CHF 6,50 wird in der Rechnung ebenfalls integriert. Bezahlen kann man im Restaurant Aarhof ebenfalls mit TWINT. 

Feedback und Kontakt erwünscht

Die Corona-Nachbarschaftshilfe von Olten ist jederzeit auch per E-Mail unter  corona@olteneinfach.ch erreichbar. Wir versuchen schrittweise alle Fragen zu klären und auch auf neue Entwicklungen situativ zu reagieren.  

Bleibt gesund und danke für eure Unterstützung! 

Im Namen des Kernteams

Isabel Merlo
Max Huber
Rico Plüss
Tobi Vega
Christian Ginsig

Corona Nachbarschaftshilfe Olten: Wochennewsletter I

Aktuelle Infos zum Stand des Corona-Nachbarschaftshilfeprojekts in Olten.

(Stand, 27. März 2020) Corona bringt einschneidende Veränderungen in den Lebensalltag mit sich. Die Zahl der Corona-Infektionen nimmt exponentiell zu und es ist eine Frage der Zeit, bis sich vermehrt Familien in Olten isolieren müssen und die Zahl der krankheitsbedingten Ausfälle zunehmen. Zwischenzeitlich haben sich über olteneinfach.ch/corona rund 150 Helferinnen und Helfer gemeldet. Deren Adressen sind hinterlegt. 900 Personen sind in der Oltner Facebook-Gruppe vernetzt. 

Auch die Hotline verzeichnet täglich steigende Anrufzahlen. Wurde die Hotline von Montag bis Mittwoch täglich rund 30 Mal kontaktiert, wuchs das Volumen am Donnerstag und Freitag auf täglich 40 Telefonate an. Viele Oltnerinnen und Oltner sind derzeit gesund, wollen sich aber primär jetzt erkundigen, wie im Ereignisfall etwas bestellt werden kann.

Gleichzeitig konnten aber bereits zahlreiche Hilfsaufträge in die verschiedenen Quartiere weitergegeben werden. Die Oltner WhatsApp-Quartierchats umfassen aktuell jeweils (Anzahl Personen):

Bannfeld (44) 
Frohheim (81)
Säli (134)
Bifang (95)
Hübeli (33)
Kleinholz (64)

Vielen Dank für das rege Interesse, die Vernetzung und auch den Helferinnen und Helfern herzlichen für ihre ersten Einsätze! Die “Gruppenleiter/innen” der Quartierchats beobachten die jeweiligen Gruppen und geben wo notwendig auch Infos ans Kernteam weiter. 

Flyerverteilung in Olten weitgehend abgeschlossen

Es ist davon auszugehen, dass wir noch einen langen Schnauf benötigen und das Engagement ist über einige Wochen hinweg notwendig, bevor wir wieder in den gewohnten Alltag übergehen können. Nachbarschaftshilfe-Flyer wurden dazu fast flächendeckend in Briefkästen der Stadt Olten verteilt oder an Hauseingänge geklebt. Wer noch Handzettel benötigt, findet auf olteneinfach.ch/corona die Vorlage zum Ausdrucken. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön all jenen Oltnerinnen und Oltner, die zum Teil mehrere Hundert Handzettel gedruckt und auch zur Verteilung weitergegeben haben! 

Hilf-jetzt.ch in unserer Region

Schweizweit haben sich rund 850 lokale Initiativen gebildet. Sowohl in Wangen bei Olten als auch in Trimbach engagiert sich die Gemeindeverwaltung aktiv in der Nachbarschaftshilfe. Absprachen mit dem Gemeindepräsidenten von Trimbach als auch dem Gemeinderat Wangen bei Olten sind erfolgt. Die Exekutive engagiert sich in diesen beiden Nachbargemeinden aktiv. Ebenso hat sich in Winznau eine eigene Initiative gebildet. Der Stadtrat von Olten hat angeboten, für die Corona Nachbarschaftshilfe Olten Flyer zu kopieren.

Aufgrund des enormen Tempos erfolgte diese Zusage leider etwas spät, weshalb die Handzettel über private Initiativen dezentral gedruckt wurden. Die Verteilung über das gesamte Stadtgebiet ist mittlerweile weitgehend abgeschlossen. An dieser Stelle an Stadtverwaltung trotzdem der Dank für das mögliche Angebot zum Druck von Handzetteln. 

Rolle von Collectors für das Projekt Corona Nachbarschaftshilfe Olten

Um auch für ältere Menschen ohne WhatsApp und Smartphone den Zugang zur Corona Nachbarschaftshilfe Olten zu ermöglichen, hat uns Collectors ihre Hotline unter 062 296 46 00 zur Verfügung gestellt. Eingehende Anfragen von hilfesuchenden Menschen werden von Collectors aufgenommen und in die verschiedenen Oltner Quartierchats weitergeleitet. In diese WhatsApp-Gruppen werden aus Gründen des Datenschutzes nur Nachname/Strasse der hilfesuchenden Person gepostet. Details wie Hausnummer oder sonstige Angaben werden nur jener hilfeleistenden Person mitgeteilt, die den Auftrag übernimmt.  

Collectors als Sozialprojekt bietet zudem seine Dienste als Fahrdienst auch kommerziell an. Dieses Engagement erfolgt ausserhalb des Projekts “Corona Nachbarschaftshilfe Olten”. Unter https://collectors-olten.ch können diese Angebote wie zum Beispiel Jahresabos für Liefer- und Entsorgungsservices eingesehen werden. 

Migros am Start mit Pro Senectute

Die Migros startet mit Pro Senectute derzeit überregional eine neue Möglichkeit zur Nachbarschaftshilfe und bietet einen kostenlosen Heimlieferservice für Lebensmittel für Risikogruppen an. Bestellt werden kann unter https://www.amigos.ch/de/produkte-bern/ und Helfer benötigen eine App auf ihrem Handy.

Die Grundhaltung des Oltner Nachbarschaftsprojekts zum Engagement der Migros: Jedes Projekt der Nachbarschaftshilfe ist sinnvoll, auch der direkte Kontakt mit den Nachbarn von nebenan. Entscheidend ist,  dass Hilfestellungen angeboten und vor allem gewissenhaft und zeitnah ausgeführt werden. Beim Nachbarschaftsprojekt in Olten ist dies derzeit der Fall. 

Gewerbe Olten

Das Oltner Gewerbe kann sich mit seinen Dienstleistungen weiterhin unter olteneinfach.ch/gewerbe eintragen lassen. Dort werden diese Informationen laufend nachgetragen.  

Kontinuierliche Infos – Rückmeldungen erwünscht

Wir versuchen, ab sofort wöchentlich über den aktuellen Stand des Oltner Nachbarschaftshilfe-Projekts zu informieren. Habt ihr Fragen oder Wünsche, dann meldet euch per WhatsApp bei euren “Gruppenleiter/innen” im Quartierchat oder schreibt eine Nachricht an corona@olteneinfach.ch und wir werden die gestellten Fragen kontinuierlich beantworten. Dazu trifft sich das Kernteam aktuell alle zwei Tage virtuell, bespricht sämtliche Anliegen und informiert wieder laufend. 

Bleibt gesund und danke für eure Unterstützung! 

Im Namen des Kernteams

Isabel Merlo
Max Huber
Rico Plüss
Tobi Vega
Christian Ginsig

Taxi Bur schützt Fahrgäste und Fahrer

Taxi Bur Olten: Schutz für Fahrgäste durch gezielte Hygienemassnahme und Schutzfolie im Fahrgastraum.

Corona trifft die Taxibranche besonders hart. Viele Menschen bleiben zu Hause und wer sich in er Öffentlichkeit bewegt, meidet geschlossene Räume und die Nähe zu Menschen. Taxi Bur aus Olten reagiert auf die Entwicklungen und bietet ab sofort als einziges Oltner Taxiunternehmen den notwendigen Schutz für Fahrgäste durch eine neue Schutzfolie im Fahrgastraum.

Wie Taxi Bur auf Anfrage mitteilt, ist ab sofort in allen eingesetzten Taxis eine Schutzfolie zwischen Fahrgast und Taxifahrer eingezogen. Handgriffe und Oberflächen werden nach jeder einzelnen Fahrt mit Desinfektionsmittel gereinigt. Der Schutz der Fahrgäste hat für das Oltner Traditionsunternehmen oberste Priorität.

Desinfektionsmittel für Fahrgäste, Bezahlung mit Karte

Für alle Fahrgäste befindet sich im neu mit Schutzfolie abgetrennten Fahrgastraum auch Desinfektionsmittel. In der eingezogenen Trennfolie befindet sich ein Schlitz, durch welchen das Geld zwischen Fahrgast und Fahrer beglichen werden kann. Jede Fahrt kann bei Taxi Bur zudem aus hygienischen Gründen auch mit Karte bezahlt werden, um auf den Austausch von Bargeld zu verzichten.

Grösstmögliche Hygiene bei der Fahrt zum Arzt oder für Lieferservices

Durch die permanente Reinigung der Oberflächen und Handgriffe nach jeder Fahrt und der neuen Schutzfolie im Fahrgastraum, bietet Taxi Bur auch in Zeiten von Corona den grösstmöglichen hygienischen Schutz für Taxigäste. Das Unternehmen bietet auch wie bisher Botengänge und Lieferservices an. Beträge können dank mobiler Kartenlesegeräte auch per Kreditkarte oder Debitkarte direkt an der Haustüre beglichen werden.

Die Zentrale von Taxi Bur ist rund um die Uhr unter 062 205 22 22 erreichbar.

Olten und das Coronavirus

Digitale Vernetzung in Zeiten des Coronavirus für den Austausch in Olten.

Die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen haben einschneidende Konsequenzen auf das soziale Zusammenleben. Auch in der Stadt Olten. Das Bundesamt für Gesundheit BAG empfiehlt besonders gefährdeten Menschen, Orte mit vielen anderen Personen möglichst zu meiden.

Verschiedene private Initiativen in Olten sind am Anlaufen, damit auch in unserer Stadt ältere Menschen oder vom Virus betroffene Personen unterstützt werden können, z.B. Einkäufe erledigen, Medikamente besorgen, andere Tätigkeiten in der Öffentlichkeit auszuführen. Wichtig dabei ist die Vernetzung. Folgende Gruppen stehen aktuell in Olten zur Verfügung.

Auch der olteneinfach.ch Bürgerblog steht allen Oltnerinnen und Oltnern als Informations- oder Publikationskanal offen. Über olteneinfach.ch können sehr schnell und unkompliziert entsprechende Meldungen versendet werden.

Olten als Teil der Aktion „Hilf-jetzt“
Die hier erstellten Informationen und Links sind ebenfalls auf https://www.hilf-jetzt.ch/ abrufbar. Dort finden sich auch Links auf weitere Gruppen, welche sich in der ganzen Schweiz gegründet haben.

Wichtig: Es handelt sich hier um rein private Initiativen und diese ersetzen nicht die offiziellen Anordnungen des BAG oder der Stadt Olten!

Migros investiert 3 Millionen in den grössten Supermarkt der Stadt Olten

Energieeinsparung von 40 Prozent dient der Umwelt.

Während draussen bald die Konfetti vom Himmel regnen, wurde drinnen in der Sälipark-Migros in den letzten Wochen fleissig gewerkelt. Der grösste Einkaufsladen der Stadt Olten wird sanft renoviert und der Energieverbrauch der Kühlanlagen massiv reduziert. Rund drei Millionen Franken investiert die Migros Aare in die Erneuerung des grössten Supermarkts in der Stadt Olten.

Wer die Migros im ersten Untergeschoss im Sälipark aktuell betritt, merkt auf den ersten Blick nur wenig vom Umbau, bei welchem in den letzten Wochen gebohrt, gehämmert und ganze Regallandschaften ausgetauscht wurden. Aber der erste Blick trügt, denn nur gerade die Gemüseabteilung ist die ziemlich einzige Zone, welche nur teilweise umgelegt wurde. Spürbar wird der Umbau auf den zweiten Blick, denn in der grössten Migros Filiale der Stadt Olten wurden sämtliche Kühlregale durch energiesparenden Modelle ersetzt.

Kühlregale in der Umbauphase

40 Prozent weniger Energieverbrauch

Gemäss Migros wurde die Haustechnik optimiert und die gewerblichen Kälteanlagen komplett erneuert. So können nun gut 40 Prozent Energie eingespart werden, wie Migros Aare auf Nachfrage mitteilt. Die Migros investiert in den Umbau des Supermarkts und in die Modernisierung der Liegenschaft an der Riggenbachstrasse insgesamt drei Millionen Franken. Der Umbau im Supermarkt wird am 23. Februar abgeschlossen, weitere Arbeiten an der Liegenschaft laufen noch bis Mitte März.

Tiefkühlprodukte in neuen Auslagen

Energiesparende Kühlregale mit Türen

Die neuen Kühlregale haben neu Türen und reihen sich nun vom Frischgemüse über die Fleischabteilung bis hin zur eigentlichen Gefrierzone mit den tiefgefrorenen Produkten. Aber auch in der Käseabteilung wurden die Kühlzonen komplett neu gestaltet.

Käseabteilung

Zudem hat sich mit neuen Regalen bei den Backwaren auch der Verkauf von Brot leicht verändert. Gewisse ofenfrische Brote werden nun offen in die Auslage gelegt und können durch die Kunden selber in Beutel verpackt werden. Ideal, wer auf die Verpackung verzichten will. Gerade beim „Self-Scanning“ kann die eingekaufte Ware direkt am Regal mit dem Handscanner eingelesen und ohne Umweg und ohne Verpackung in die mitgebrachte Einkaufstüte verstaut werden kann.

Kühlregale im Bereich der Milchprodukte

Fleisch und Fisch neu an einer Theke

Insbesondere beim Metzger bekommt man den Eindruck, die Migros würde bald nur noch abgepackte Produkte verkaufen. Dem wiederspricht jedoch das Personal, denn auch wenn die Charcuterie mit Offenverkauf im neuen Ladenkonzept weggefallen ist, so werden neu an einem Standort der frische Fisch und das Fleisch zusammen verkauft. Die Auslage wurde insgesamt vergrössert, auch wenn dies auf den ersten Blick anders scheint.

Neue Fleisch- und Fischtheke Migros Olten
Neue Fleisch- und Fischtheke Migros Olten

Für Kunden ist die neue Verkaufstheke mit Fisch und Fleisch in Kombination ohnehin bequemer zu nutzen, da alle Frischeprodukte beim Personal aus einer Hand bestellt werden können. An Stelle der alten Fischabteilung ist eine neue Regalzone für das in Olten massig verkaufte Olivenöl entstanden.

Kosmetik auch bei der Kosmetik

Alles wirkt in der Sälipark-Migros etwas grosszügiger als bisher und so hat man auch die Bereiche für Kosmetik- und Hygieneprodukte komplett neu gestaltet. Der Austausch dieser Auslage erfolgte bereits zu Beginn des Umbaus und wurde nun mit neuen Überkopf-Leuchten beendet.

Alles in allem ein visuell kleiner Umbau. Dennoch dient dieser aber nicht nur den Kunden sondern auch der Umwelt, denn der Energieverbrauch in der Migros Sälipark kann massiv verringert und gleichzeitig der grösste Oltner Lebensmittelladen optisch aufwertet werden. So wurden auch die Wände beim Rollband in frischen Migros-Orange gestrichen. Bis wann die Migros in den neu zu bauenden «Sälipark 2020» umziehen wird, bleibt weiter offen.


Der Umbau in Bildern

11 Gründe für ein Ja zum Budget 2019

Am 24. März 2019 stimmen wir in Olten über das Budget 2019 ab. Das Budget 2019 wurde im Parlament mit 23:13 Stimmen verabschiedet und widerspiegelt einen breit abgestützten Kompromiss. Wir stimmen nun darüber ab, weil das Referendum ergriffen wurde.

Das Komitee “Olten ist uns das wert, Ja zum Budget 2019” wird unterstützt von den Parteien EVP, Olten Jetzt!,  SP, Junge SP Region Olten, Grüne Olten, sowie Vertreterinnen und Vertreter der CVP und vielen engagierten Oltnerinnen und Oltner, die keiner Partei angehören.

Wir setzen uns für eine enkeltaugliche Stadtpolitik ein und sagen:

  1. Ja zum neuen Schulhaus im Kleinholz
  2. Ja zu Schulsport und Klassenlagern
  3. Ja zur Jugendarbeit
  4. Ja zu Museen und Bibliotheken
  5. Ja zur Unterstützung von Kultur und Sport
  6. Ja zu einem attraktiven Zugang zur Aare
  7. Ja zu Fuss- und Veloverbindungen
  8. Ja zum Parkleitsystem
  9. Ja zu unterhaltenen Strassen und Gebäuden
  10. Ja zu einer funktionierenden Verwaltung
  11. Ja zu einem ehrlichen Steuerfuss

Wir sagen Ja zu einem ehrlichen Steuerfuss

Der Steuerfuss ist nur ein Kriterium unter vielen für die Attraktivität der Stadt Olten. Die verkehrsgünstige Lage und die vielen Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich machen Olten attraktiv für gut ausgebildete Leute, die in einem urbanen Umfeld leben wollen. Urbanität bedeutet gute Schulen, gute Dienstleistungen, gute Bedingungen für den Langsamverkehr, einen attraktiven öffentlichen Verkehr und öffentliche Räume mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Leute sind bereit, dafür einen angemessenen Preis zu bezahlen.

Olten hat auch mit dem Budget 2019 noch einen Steuerfuss, der im Kanton Solothurn unter dem Durchschnitt liegt und dies obwohl Olten diverse Zentrumsfunktionen (Kultur, Sport etc.)  wahrnimmt. Das Budget 2019 sieht einen Steuerfuss vor, der es erlaubt, die von unserer Generation erwarteten Leistungen zu finanzieren und nicht spätere Generationen für unseren jetzigen Lebensstandard bezahlen zu lassen.

Die folgenden Grafiken zeigen die Entwicklung des Steuerfusses in den drei Städten des Kanton Solothurns. Olten hat die Steuern in den guten alpiq Zeiten massiv  gesenkt. Diese Tiefsteuerstrategie aufrecht zu erhalten, gefährdet heute die Attraktivität von Olten, da das Geld für wichtige Vorhaben fehlt. Deshalb muss der Steuerfuss wieder angepasst werden. Ohne die Tiefsteuerstrategie hätten wir heute ein Vermögen von über 100 Millionen und Projekte wie ein attraktiver Aarezugang wäre nicht auf die lange Bank geschoben worden.

Wir sagen ja zu einer umsichtigen Planung und gut erhaltenen Strassen und Gebäuden

Die Investitionstätigkeit lag in den letzten Jahren unter den anerkannten Richtwerten. Das bedeutet, dass die Qualität der öffentlichen Anlagen und Dienstleistungen zu sinken droht. Das kann sich Olten nicht leisten. Das Budget 2019 enthält nötige Ersatz- und Neuinvestitionen – in Schulhäuser, Gemeindestrassen und andere städtische Infrastrukturen. Ohne werterhaltende Massnahmen schieben wir die Kosten auf die kommende Generation ab.

Mit dem Budget 2019 beginnt auch der Hochwasserschutz Wilerfeld, der über Jahre aufgeschoben wurde. Auch die beiden Grossprojekte “neuer Bahnhofplatz” und “neues Schulhaus Kleinholz” müssen neben den kleineren Projekten sorgfältig geplant werden. Dazu braucht die Stadt kompetente Fachkräfte.

Wir sagen ja zum neuen Schulhaus Kleinholz, zum Schulsport und den Klassenlagern

Mit dem Budget 2019 beginnt endlich die Planung für das überfällige Schulhaus Kleinholz. Mit einem Ja zum Budget ermöglichen wir auch die Sanierung der bestehenden Schulhäuser. So sollen unter anderem die Lampen im Sälischulhaus ersetzt werden, damit ein konzentriertes Arbeiten wieder möglich ist. Mit einem Ja zum Budget ermöglichen wir auch die weitere Planung und die Kreditfreigabe für den beliebten Schulsport und die Klassenlager.

Wir sagen Ja zur Jugendarbeit, Museen, Bibliotheken und der Unterstützung für Kultur und Sport

Mit dem Budget 2019 ermöglichen wir die Jugendarbeit in Olten. Mit dem Budget unterstützt die Stadt Sportvereine und kulturelle Anlässe wie die Fasnacht. Das Budget gewährt einen zuverlässigen Betrieb der Museen und Bibliotheken. Mit dem Budget 2019 wird auch das Hauptrasenfeld im Leichtathletikstadion erneuert und das Becken in der Badi für die Zukunft fit gemacht.

Wir sagen Ja zu einem attraktiven Aarezugang, Fuss- und Veloverbindungen und zum Parkleitsystem

Mit dem Budget 2019 sichern wir den Aarezugang hinter der Badi sowie den Start der Planung für einen Aarezugang am Ländiweg. Das Budget 2019 beinhaltet auch die Belagserneuerungen verschiedener Gemeindestrassen und damit sichere Fuss- und Veloverbindungen. Auch das schon lange geforderte Parkleitsystem kann nun umgesetzt werden und führt Besucherinnen und Besucher von Olten zielgerichtet zum nächsten Parkplatz.

Wir sagen ja zu einer funktionierenden Stadtverwaltung

Unsere Stadt wächst. Daher wurden neue Stellen im Werkhof, an der Schule und im Hochbau notwendig. Mit dem Budget 2019 werden diese dringend nötigen Stellen freigegeben um in den Bereichen Bildung und Bau die für eine attraktive Stadt zwingend notwendigen Leistungen erbringen zu können. Heute muss teils lange auf eine Baubewilligung gewartet werden, weil das Personal für die Freigabe fehlt. Mit dem Budget 2019 und der Hochbaustelle (separate Abstimmung) gewährleisten wir eine effiziente Abhandlung. Die Hochbaustelle wurde mit 28:10 Stimmen im Parlament ebenfalls deutlich angenommen. Eine funktionierende Verwaltung ist entscheidend für eine funktionierende Stadt.

Weitere Antworten auf oft gestellte Fragen zum Budget 2019 sind in der FAQ zu finden.

Ich kann im Februar kein „Ja“ einlegen

Zu viele offene Punkte bei der Abstimmung über Parkplätze in der Stadt Olten.

Ich bin leidenschaftlicher Bahnfahrer, lege jährlich mehrere zehntausend Kilometer mit dem öV zurück, fahre die meisten Strecken in der Stadt Olten mit dem Elektrovelo. Das Auto ist für mich Nebensache und dennoch kann ich das mögliche neue „Parkierungsreglement“ für die Stadt Olten nicht unterstützen. Zu viele Fragen bleiben ungeklärt.

Olten erstickt in den Hauptverkehrszeiten weiterhin im Autoverkehr. Auf den Zufahrtsachsen bilden sich oft lange Schlangen. Klar fährt unter diesen Voraussetzungen niemand freiwillig Auto und schon gar nicht während der Pendlerzeiten und nicht in unsere Stadt hinein.

Nur widersprechen sich die Verantwortlichen in ihren Aussagen in der jüngsten Abstimmungsinfo zum neuen Parkierungsreglement. Das Parlament als Vertreter der Bevölkerung, sagte jüngst parteiübergreifend klar und deutlich „Ja“ zu einem Parkleitsystem, also zu einer besseren Anzeige noch freier Parkflächen für Autofahrer. Autofahrer sollen demnach einen besseren und einfacheren Zugang zu unserer Stadt Olten erhalten.

Das gleiche Parlament bewilligte dann jedoch auch ein anderes Dossier, nämlich die Änderung des Parkierungsreglements. Dessen „Stellschrauben“ darin bestehen, so kann man es nachlesen, die Verkehrsmittelwahl durch eine Verknappung der Parkplätze zu Gunsten des öV einzuschränken. Mindestens so die Interpretation der offiziellen Abstimmungsinfo der Stadt Olten.

Auszug Abstimmungsinfo der Stadt Olten

Wir finanzieren also mittels Steuergelder ein Parkleitsystem und fokussieren uns dabei auf den Autofahrer, wollen aber gleichzeitig weniger Autoverkehr durch die Verknappung des Parkraums? Der Schlusssatz der obigen Abstimmungsinfo kann für mich nur noch dahin gedeutet werden, dass bei der aktuellen verkehrlichen Ausgangslage eigentlich kein einziger Parkplatz mehr in Olten verträglich wäre, wenn man an den täglichen Stau auf den Oltner Zufahrtsstrassen denkt.

Lenkung über neue Angebote und nicht über Verbote

Sofern die Verkehrswege für Velofahrer in Olten weiter verbessert werden, Angebote wie der Velo-Bringdienst Collectors zum ökologischen Warentransport beitragen und der Langsamverkehr mit verkehrlichen Massnahmen weiter verbessert wird, findet automatisch ein Wechsel auf alternative Verkehrsträger statt. Statt in Hinterhöfen und auf Privatgrund könnte sich die Stadt zum Beispiel Gedanken machen, wo sie dem Carsharing Anbieter Mobility neue Parkplatzmöglichkeiten anbietet. Oder die Stadt könnte endlich mal mit Publibike zusammen eine Velostation für uns Oltner lancieren. Viele Oltner würden auf ein Auto verzichten, stünden genügend alternative und frei wählbare Verkehrsformen zur Verfügung.

Dem die Stadt querenden und in der Autoschlange stehenden Durchgangspendler ist unsere Oltner Parkplatzsituation ohnehin egal. Genau deshalb müssen für uns Oltner Anreize und keine Verbote her, aufs private Auto nach Möglichkeit zu verzichten. Dann macht auch ein millionenschwerer Projektkredit für ein Parkleitsystem plötzlich Sinn, wenn sich verschiedene Verkehrsträger ergänzen.

Bitte keine Bevormundung der Bevölkerung

Wieso soll die Oltner Bevölkerung nicht aus freien Stücken selber entscheiden dürfen, welche Verkehrsmittel für die individuelle Mobilität die richtigen sind? Die bestehende Lösung mit dem aktuellen Parkierungsreglement ist für mich als Bewohner vollkommen zweckmässig und so kann ich frei entscheiden, ob ich nun Bus, Bahn, Velo oder auch in Ausnahmefällen ins Auto steige. Brauche ich dazu wirklich eine neue staatliche Parkplatzregulierung? Als komplett widersinnig erachte ich eine neu einzuführende „Ersatzabgabe“. Sofern ich das neue Reglement richtig interpretiere, muss ich bei einem Hauskauf und dem damit verbundenen Umbau – ich wohne in der Zone III – neu auch eine Gebühr an die Stadt entrichten, sofern ich bei einem geplanten Bauprojekt keinen Parkplatz auf meinem Grundstück errichte? Nein danke.

Auszug Abstimmungsinfo der Stadt Olten

Und wieviele Parkplätze stehen dem Gewerbe nun tatsächlich künftig zur Verfügung? Sind es mehr, sind es weniger? Reichen diese zur Erhaltung der Arbeitgeberattraktivität in der Stadt Olten? Ich möchte ungern einem Gewerbebetrieb verunmöglichen, dass seine Mitarbeitenden zu teilweise unchristlichen Zeiten als Pendler ihren Arbeitsplatz nicht erreichen können.

So sehr ich mir noch mehr Freiflächen fürs Velo wünsche und so oft es geht auch den öV nutze, diese Vorlage zur möglichen Verknappung von Autoabstellflächen ist auch im zweiten Wurf nicht ausgegoren und auch wenn das Parlament dieses neue Regelwerk mindestens zu Teilen unterstützte, so finde ich es richtig, dass in diesem Fall das Referendum ergriffen wurde. Dies ermöglicht es der Bevölkerung, diesem für den Leser nicht ganz durchschaubaren Dokument seinen Segen zu geben oder eben nicht.

Abstimmungsinfo der Stadt Olten zum Download.

Die Mär vom «Bürger-Komitee»

«Das Auto ist in Gefahr!» Die öffentliche Debatte um das Referendum zum Parkierungsreglement ist aufgeheizt und stellenweise hysterisch. Ein parlamentarischer Kompromiss wird mit einer grossangelegten und teuren PR-Aktion in Frage gestellt. Doch wer steckt dahinter?

von Simon Muster, Junge SP Region Olten

Es tobt ein Kulturkampf in Olten. Und er wird mit grossen Bildern und Worten angerührt: Eine sichtbar überforderte Mutter erklärt dem Videoteam der Referendumsführer*innen, dass der wöchentliche Einkauf mit den Kindern ohne Auto nicht mehr möglich wäre. In grossen Lettern werden die Sportler*innen in Olten auf Facebook gewarnt, dass sie bald nicht mehr gratis an der Sportanlage parkieren können. Hier wird ein Krieg zwischen der vermeintlich überbordende links-grüne Regulierungswut und den rechtschaffenden Autofahrer*innen heraufbeschworen.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Das Parkierungsreglement in Olten ist die erste konkrete Vorlage, die der Stadtrat im Zug seines Mobilitätsplans umsetzen möchte. An der Vernehmlassung haben alle Oltner Parteien, aber auch Interessenvertreter*innen wie etwa der Verkehrsclub Schweiz (VCS) oder Espace mobilité, teilgenommen. Die Vorlage, die der Stadtrat dem Parlament dann vorlegte, war eine graue Maus: Niemand war wirklich Feuer und Flamme, da keine Partei alle Eigeninteressen durchsetzen konnte. Gleichzeitig konnte die Mehrheit des Parlaments hinter der Vorlage stehen, weil sie den bestmöglichen Kompromiss zwischen individual und öffentlichem Verkehr; zwischen Eigeninteressen und ökologischen Zielen darstellte. Am Schluss stimmte eine komfortable Mehrheit (24:14) im Parlament für das Parkierungsreglement – die konstruktive, parlamentarische Arbeit obsiegte.

Kurze Zeit später ergriff ein «Bürger-Komitee» das Referendum gegen das Parkierungsreglement. Schon bei der Unterschriftenübergabe wurde aber klar: Dieses «Bürger-Komitee» besteht zu grosser Mehrheit aus Parlamentarier*innen, die den Kompromiss des Parlaments nicht mittragen wollten.

Dass sich die Referendumsführer*innen über die eigene parlamentarischer Arbeit hinwegsetzen, ist das eine. Dass sie aber unter dem Deckmantel des «Bürger-Komitees» die Interessen der Grosshändler Migros und Coop durchdrücken wollen, ist unredlich. Das vermeintliche «Bürger-Komitee», welches die beachtlichen 809 Unterschriften vor Ende der Frist sammelte, ist in Wirklichkeit eine Art Guerilla-Gruppe der Grosshändler. Getarnt als Bürger*innen, wird hier der parlamentarische Kompromiss mit irreführenden Informationen und Propaganda untergraben.

Der Abstimmungskampf wird durch die Egerkinger PR-Firma impress spiegel AG geführt – sie ist die Inhaberin der Domain parkplatzregulierung-nein.ch. Das Werbematerial wurde wenig originell direkt aus von einer Werbefirma in Winterthur «geliehen». (2015 lehnten die Stimmbürger*innen von Winterthur eine neue Parkplatzverordnung nach einem ähnlich polemischen Abstimmungskampf ab.)

Plakat Winterthur vs Plakat Olten

Die teuer produzierten Werbevideos sind beinahe bis aufs letzte Bild identisch mit denjenigen aus Winterthur – bis hin zum gesprochenen Text. Besorgten Oltner*innen eine Stimme geben? Nein: Die Referendumsführer*innen wenden lieber einen Wahlkampf aus Winterthur unverändert auf Olten an. Lokalpolitik sieht anders aus.

Je genauer man hinschaut, desto klarer wird aber, dass der Abstimmungskampf vor allem durch die Interessensgemeinschaft Espace mobilité gesteuert wird. Bereits in der Vernehmlassung hat sich die Vereinigung von Coop, Migros, Pfister und Ikea kritisch zum Parkierungsreglement geäussert. Die Argumente der Grosshändler für Parkplatzwüsten fanden beim Stadtrat keine Beachtung – im Gegensatz zu Migros und Co. sieht der Stadtrat sein Engagement für eine nachhaltige Zukunft nicht nur als Werbemöglichkeit.

Das Engagement gegen ökologische Mobilität in Olten ist nicht der erste Auftritt von Espace mobilité: Sowohl im Kanton Zürich, als auch im Kanton Luzern und St. Gallen torpedierten die Detailhändler bereits ähnliche Vorhaben.

Die Diskussion rund um das Parkierungsreglement ist wichtig und das Referendum dagegen legitim. Dass sich aber Parlamentarier*innen von den Interessen der mächtigsten Grosshändler in der Schweiz für einen Kulturkampf um ein paar Parkplätze einspannen lassen, ist besorgniserregend. Der Abstimmungskampf in Olten wird mit Geldern überschwemmt; die 809 Menschen, die ihr Bedenken zum Parkierungsreglement mit ihrer Unterschrift zum Ausdruck gebracht haben, werden im Dienste der Detailhändler instrumentalisiert. Hier wird ein populistischer und teurer Abstimmungskampf von aussen gegen einen parlamentarischen Kompromiss aufgezogen. Die Referendumsführer*innen werfen dem Stadtrat zu Unrecht vor, irreführende Informationen in die Abstimmungsunterlagen geschmuggelt zu haben; ganz nach dem trumpschen Kampfbegriff fake news.

Das einzige irreführende an der Diskussion rund um das Parkierungsreglement ist das sogenannte «Bürger-Komitee». Transparenz würde ihnen gut anstehen.

Simon Muster, Junge SP Region Olten

Titelbild James Pond