Wo kann ich in Olten ein Elektroauto aufladen?

Die Elektromobilität findet vor allem in den Medien aktuell viel Beachtung. Von den im Jahr 2016 insgesamt 415’000 Fahrzeugneuzulassungen in der Schweiz entfielen auf die reinen Stromer nur gerade 3525 Fahrzeuge. Der Antrieb mit Elektromotor hat sicherlich Zukunft, steckt aktuell jedoch noch in den Kinderschuhen. Wo kann man in Olten überhaupt sein Elektroauto auftanken? Die Zahl der möglichen Ladeplätze in Olten ist mit fünf öffentlichen Standorten noch sehr bescheiden.

An einem Mio-Stand präsentierte sich der Oltner Stromanbieter a.en mit einem Elektroauto. Für den Heimgebrauch und das Aufladen in der eigenen Garage bietet a.en mittlerweile Komplettpakete samt Montage an. Mit dem „A.EN-ECO-CHARGE“ für CHF 2490.- bietet der Stromanbieter eine 3,7 kW Ladedose, mit dem „A.EN-OPTI-CHARGE“ für CHF 3200.- ein 11 – 22 kW starkes Ladegerät, welches eine Schnellladung von Elektroautos ermöglicht.

VW Golf Elektromotor a.en
VW Golf Elektromotor a.en an der Mio

Öffentliche Stromtankstellen in der Stadt Olten Mangelware

In der Stadt Olten sind keine von der Stadt initierten Ladestandorte bekannt. Weder auf dem Klosterplatz, noch auf dem Munzigerplatz oder auf der Schützi findet man eine Ladestation. Als öffentlich zugängliche aber private Ladestationen sind in Olten nur vier fünf Standorte in der Datenbank von e-mobile.ch und cargemap.com hinterlegt.

  • Arte Kongresshotel, Riggenbachstrasse, 1 x 11 kW und 1 x 3,7 kW
  • Delinat Weindepot, Industriestrasse, 2 x 11 kW
  • Kantonsspital Olten, Baslerstrasse, 2 x 22 kW
  • Familie Conca, Solothurnerstrasse, 1 x 2,3 kW
  • Parkhäuser FHNW, rechte Stadtseite, 2 x 22 kW*
E-Tankstelle FHNW Riggenbachstrasse
E-Tankstelle FHNW Riggenbachstrasse Olten

Wirkliche Hochleistungsladestationen bietet derzeit einzig der amerikanische Autobauer Tesla seinen Kunden an. Dies mit einer 14 Säulen umfassenden Supercharger Station in Oftringen und einer Station mit zehn Ladesäulen in Egerkingen. Diese haben eine Leistung von bis zu 120 kW.

In der Gemeinde Wädenswil (ZH) wurde nun ein erster intelligenter Lichtmast in Betrieb genommen, dieser bietet nebst Public Wifi und LED-Licht auch zwei Fahrzeugen eine Lademöglichkeit im öffentlichen Raum.  Mit der ohnehin anstehenden Erneuerung der Oltner Strassenbeleuchtung ein Ansatzpunkt, um die Zahl der öffentlichen Ladestationen zu erhöhen. Auch kleinere Städte wie Burgdorf zeigen, dass die Realisierung von E-Tankstellen im öffentlichen Raum durchaus möglich ist.

* Feedback e-Lime GmbHd

Stromablesen 1.0

Wir schreiben das Jahr 2017. Und immer noch laufen in Olten Stromableser durch die Quartiere, welche in über 8’500 Haushalten Oltens den Strom, Gas und Wasser von Hand ablesen. Dazu wird geklingelt, bei Abwesenheit eine Karte hinterlegt. Ist der Kunde nicht zu Hause, wird nochmals eine weitere gelbe Karte ausgefüllt. Diese sendet der Kunde nach einer manuellen Erfassung seiner Zählerdaten per Post ein und auf der Gegenseite, bei Aare Energie Olten a.en, werden die Daten erneut manuell von der Karte in Computersysteme übertragen. 

Das System dieser manuellen Erfassung ist komplett ineffizient, bürgerunfreundlich und gleichzeitig löst dies einen administrativ vollkommen unnötigen Aufwand aus, der mit den Energiepreisen wiederum den Endkunden verrechnet werden muss.

Diverse Städte im In- und Ausland bieten ihren Kunden vollautomatisierte Apps fürs Ablesen via Smartphone, die Daten werden vollelektronisch erfasst und direkt von der Smartphone App übertragen und Kunden werden zum Energiesparen motiviert, indem ihnen 1:1 die Verbrauchswerte aufgezeigt werden.

Andere Energieunternehmen bieten als Minimalstandard Webformulare an, in welchen die Zählerstände direkt erfasst und automatisch in die Systeme der Energieversorger übernommen werden können. Einige Beispiele hier.

Weshalb in Olten auch im Jahr 2017 an einer sehr teuren und analogen Erfassung festgehalten wird, ist auch auf der Webseite von a.en nicht ersichtlich. A.en bietet weder eine App zur Erfassung der Zählerdaten über Smartphone noch eine Online-Erfassung über die Webseite an. Dies trotz eingerichtetem „Online-Schalter“ im Webauftritt.

Die Folge dieser analogen Struktur sind administrativ enorme Aufwände, Personalkosten und Portokosten welche über die Energietarife durch die Kunden unnötigerweise berappt werden müssen. Es ist an der Zeit, dass auch in Olten eine Online-Erfassung ermöglicht wird.

Sofern auch nur die Hälfte aller 8’500 Oltner Haushalte ihre Daten elektronisch einreichen würden, könnten die administrativen Kosten deutlich gesenkt und eventuell auch Prämienverbilligungen an die Endkunden weitergegeben werden. Die Frage bleibt nur, wer diese kleine Verbesserung bei a.en anschiebt und vielleicht würde eine solche Weiterentwicklung auch die Chance bieten, den Kunden gleich ein persönliches und elektronisches Kundenkonto anzubieten, über welches auch der persönliche Strommix und weitere Services individuell eingestellt werden könnten?

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