Wir brauchen in Olten eine Diskussion über einen «Sälitunnel»

Umfahrung der Innenstadt umsetzen

Der heutige Brand an der Unterführungsstrasse beim Postplatz zeigt eindrücklich, dass die Oltner Verkehrsinfrastruktur weiterhin am Limit läuft und wir weit entfernt sind, von einer «Umfahrung Olten» sprechen zu können, welche diesen Namen auch verdient. Ein verhältnismässig überschaubarer Brand sorgte in den Morgenstunden für das komplette Verkehrschaos. Wir brauchen in Olten eine Diskussion über einen «Sälitunnel».

Die ERO Umfahrung Olten hätte man vom Sälikreisel mit einem langen Tunnel bis nach Dulliken verlängern sollen. Warum dies so wichtig wäre, zeigte ein Brand im Bereich Postplatz und Unterführungsstrasse heute eindrücklich. Der Verkehr auf der Oltner Hauptverkehrsachse im Stadtzentrum ist zusammengebrochen. Und dies wegen eines überschaubaren Ereignisses. Ein Brand an der Hauptachse von und nach Aarau führte einem aber vor Augen, welche Verkehrsströme und vor allem welcher Durchgangsverkehr sich nach wie vor tagtäglich durch die Oltner Innenstadt bewegt und wertvollen Wohn- und Lebensraum frisst.

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Umfahrung Olten weiterdenken
Hauptauslöser für den täglichen Verkehrsmolloch ist die nach wie vor unbefriedigende Verkehrssituation auf der Hauptachse Aarau–Niederamt–Olten. Statt den Verkehr wie am Beispiel Aarburg auch in Olten von der heutigen Umfahrung ERO Olten mit einem Tunnel gleich weiter nach Dulliken zu führen, endet die sogenannte Umfahrung nach wie vor mitten in der Stadt Olten. Sämtlicher Transitverkehr von Aarburg und dem Gäu in Richtung Aarau führt weiterhin mitten durch die Oltner Innenstadt.

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«Sälitunnel» als Lösung für den ständig zunehmenden Durchgangsverkehr
Der durch den Autoverkehr zu den Hauptverkehrszeiten komplett verstopfte Innenstadt im Bereich Postplatz muss aus langfristiger Sicht weiter entlastet werden. Dazu braucht es Überlegungen von allen politischen Lagern, damit der frei werdende Verkehrsraum endlich dem Langsamverkehr und der Oltner Bevölkerung die notwendige Lebensqualität zurückgibt. Die aktuelle «ERO Umfahrung Olten» ist eine Sackgasse, die zwingend von Olten über einen Tunnel in Richtung Aarau verlängert werden muss.

855 Mio Franken für Bahnausbau zwischen Olten-Aarau

Zwischen Olten-Aarau wird derzeit der Eppenbergtunnel gebaut. Damit soll der heute nur zweispurige Flaschenhals im Schweizer Schienennetz zwischen Däniken und Aarau auf vier Spuren ausgebaut werden. Bereits 275 Millionen Franken wurden verbaut. Das Projekt ist auf Kurs. Besucher können auf einer neu errichteten und frei zugänglichen Aussichtsplattform die Arbeiten aus nächster Nähe mitverfolgen.

550 Züge und 26’000 Autos auf der Kantonsstrasse befahren täglich den Baustellenabschnitt. Dies stellt die Bauleute vor besondere Herausforderungen, denn nur die kleinste Störung des Bahnbetriebs hätte direkte Auswirkungen auf den Zugverkehr Bern-Zürich.

Am Ostportal des Tunnel in der Wöschnau sind bereits 60 Meter Tunnel bergmännisch ausgebrochen und die Vorarbeiten für den Aufbau der Tunnelbormaschine angelaufen. Bereits im September soll deren 234 Tonnen schwerer Bohrschild montiert und ab Ende des Jahres mit dem maschinellen Vortrieb begonnen werden. Das ganze Jahr 2017 wird sich die rund 100 Meter lange Bohrmaschine dann Tag für Tag rund 10 Meter in Richtung Westen zum Tunnelportal in Richtung Gretzenbach ‚fressen‘. Im Frühling 2018 soll die Tunnelbohrmaschine das westliche Portal des Eppenbergtunnels erreichen und der Durchschlag in Gretzenbach erfolgen. Rund sechzig Prozent des Ausbruchmaterials aus dem Eppenbergtunnel kann wiederverwertet werden.

Am Installationsplatz in der Wöschnau waren im Bereich des Tunneleingangs umfangreiche Vorarbeiten notwendig. Der Wald oberhalb der Kantonsstrasse wurde gerodet und eine Stützmauer mit 1300 Felsankern errichtet. Diese Anker sind bis zu 25 Meter lang und wurden ins Erdreich getrieben. Sie sorgen dafür, dass in der darunterliegenden Baugrube mit dem Aufbau der Tunnelbohrmaschine, einer eigentlichen fahrenden Fabrik begonnen werden kann.

Optisch etwas weniger eindrücklich aber nicht weniger wichtig sind die Ausbauarbeiten des Tunnelportals in Gretzenbach und der Ausbau im Bahnhof Dulliken. Bereits im November wird dort ein neues Perrons eröffnet. Zudem werden sämtliche Perrondächer komplett erneuert, Gleis- und Fahrleitungsanlagen angepasst.

Mit der Fertigstellung des Projekts des Gesamtprojekts Eppenberg wird die Bahnlinie Olten-Aarau durchgehend vierspurig befahrbar und weitere Bahnangebote für Kunden möglich sein.

Weitere Informationen zum Bauprojekt unter www.sbb.ch/eppenberg