Gemeinwohl oder gemein und wohl

Persönliche Gedanken zum Miteinander in Olten in Zeiten von Corona.

Hat uns Corona verändert oder liefen die Dinge schon immer so in unserer kleinen Stadt Olten? Oder hat sich nur meine eigene Wahrnehmung verändert und mein Umfeld blieb gleich? Oder mutiere ich zum totalen Bünzli-Schweizer und sehe die Dinge schlicht zu verkrampft?

Gestern Sonntag im Migrolino an der Aarauerstrasse. Es ist Abend und der Laden gut gefüllt, diverse Personen beim Einkaufen. Betreten zwei unmaskierte Kunden den Laden. Nein, sie kommen nicht von auswärts und kennen die Corona-Regeln. Sie sind mit einem Trotti und einem Velo angerollt. Der eine der beiden ruft durch den Laden, er habe ein ärztliches Attest, dass er keine Maske tragen müsse, nachdem ihn die Verkäuferin höflich aufgefordert hat, doch bitte den Laden wieder zu verlassen. Dem anderen ist die Sache etwas peinlich und er hält sich einen Mundschutz von Hand um den Bart, während sein Begleiter weiterhin das Verkaufspersonal beschäftigt und die übrigen Kunden vom Zahlen abhält. Am Schluss war der unmaskierte Kunde der erste der bedient wurde, die anderen mussten hinten anstehen.

Kurze Zeit zuvor auf dem Munzingerplatz. An diesem schönen herbstlichen Sonntag. Die Stadt hat auf dem Parkplatz an prominenter Stelle über den örtlichen Energieversorger zwei Felder für Elektroautos grün markiert. Der Munzingerplatz ist nicht überbelegt aber ein SUV-Fahrer mit sichtbaren vier Auspuffrohren parkiert so auf den für Elektroautos reservierten Parkplatz, dass die Schnauze seines Autos gleich auch noch das zweite Parkfeld belegt. Unmöglich, dass ein Elektroauto dort Strom tanken könnte. Wohl frei nach dem Motto: Mein Auto, meine Freiheit.

Parkplatz Munzingerplatz Olten, Ladestation für Elektroautos

Gleicher Abend, gleiche Zeit. Neben der Badi steht eine Pressmulde für Hausabfälle. Die Mulde ist eine tolle Sache für alle, die den wöchentlichen Entsorgungstermin verpassen oder ausserplanmässig etwas entsorgen möchten. Entsprechende Wertkarten zum Bedienen der Mulde können im Stadthaus gekauft werden. Klappe auf, Müllsack rein, er wird gewogen und verschwindet im Schlund der Maschine. Ein paar Franken werden von der Karte abgezogen. Praktisch, einfach und gut.

Pressmulde bei der Badi Olten, Sonntagabend, der Automat funktionstüchtig.

Nein, der Müllsammler war an diesem Abend nicht voll und hat einwandfrei funktioniert. Aber man kann den Müll auch vor den Container stellen, wie übrigens an vielen Entsorgungsstandorten in der Stadt. Irgendwer räumt den Dreck schon weg. Alleine die jährlichen Personalkosten des Werkhofs Olten für den zusätzlichen Reinigungsaufwand belaufen sich auf rund CHF 150’000.-. Die Allgemeinheit zahlt die Zeche über Steuern. Problem gelöst.

Vielleicht hatten alle nur zu heiss. Und vielleicht hatte auch ich einen komischen Tag und bin einfach ein riesengrosser Bünzli, weil mir das Gemeinwohl wichtig ist und ich mich an solchen Dingen störe. Schade wäre es, wenn Corona unsere kleine Gemeinde soweit verändern würde, dass der Zusammenhalt, Rücksichtnahme und Nachbarschaftshilfe zu Fremdwörtern mutieren.

Vielleicht täte es uns allen gut, die persönlichen Bedürfnisse und Befindlichkeiten immer wieder zu reflektieren. Hie und da etwas zurückschrauben und etwas mehr an die Mitmenschen in unserer Stadt zu denken. Ich nehme mich da als Oltner Bünzi auch nicht aus und arbeite daran, die Dinge wieder etwas unverkrampfter zu sehen. Ich verspreche es.

Drei Oltner auf dem Berg

Ausflug am Wochenende für Wanderer und Familien.

Die Bergwirtschaft auf dem Allerheiligenberg wird derzeit auf ungewöhnliche Weise von drei Oltnern geführt. Im „Shiggy’s“ Foodtruck werden leckere Hamburger gebrutzelt und auch der „Suri Moscht“ fehlt nicht im Angebot. Geöffnet ist vorerst am Samstag und Sonntag.

Seit Samstag kann man in der Bergwirtschaft auf dem Allerheiligenberg bei Olten wieder einkehren. Der Oltner Roman Schild bewirtet mit seinem Oltner Team auf dem Allerheiligenberg seit gestern hungrige Wanderer und Ausflügler.

Genügend Abstand unter freiem Himmel

Die Vorbereitungen für das Engagement liefen gut zwei Wochen und weil die klassische Bergwirtschaft wegen Corona ohnehin geschlossen war, kam es zum aussergewöhnlichen Engagment auf dem Ausflugsberg. Der Beizer baute bei den freistehenden Holzbänken Zwischenwände ein, damit die 4er-Regel auch unter freiem Himmel eingehalten wird. Drei Oltner kümmerten sich ihrerseits um den Aufbau des Imbisswagens und den Einkauf und das Verpflegungsangebot.

Nebst Hamburger & Frittes oder Würsten gibt es auch Glace und Getränke zu kaufen. Das Angebot auf dem Allerheiligenberg oberhalb von Hägendorf soll den ganzen Sommer über angeboten werden. Der Allerheiligenberg ist von Olten aus in gut 15 Autominuten bequem erreichbar.

Corona Nachbarschaftshilfe Olten: Wochennewsletter V

Die Oltner Bevölkerung erwartet die Öffnung der Läden per 11. Mai.

(Stand, 06. Mai 2020) In den Gruppenchats auf Whatsapp und auch auf der Webseite www.olteneinfach.ch/corona kehrte in den letzten Tagen Ruhe ein. Noch zwei bis drei Anfragen pro Woche erreichen uns über die Hotline 062 296 46 00 und die Menschen erwarten die Öffnung der Läden per 11. Mai. – Die „Corona-Normalität“ ist eingekehrt.

Wie von Beginn weg erwartet, entspannt sich die Lage nach den angekündigten Lockerungsmassnahmen des Bundes merklich. Viele Läden öffnen am kommenden Montag wieder und der gefühlt angespannten Situation zu Beginn der Corona-Krise ist eine gewisse „Corona-Normalität“ gewichen. 

Bereits wurden wir angefragt, ob die Whatsapp-Chats bald aufgelöst werden. Dabei müssen wir allerdings bedenken, dass trotz extrem niedriger Fallzahlen die weiteren Entwicklungen derzeit noch nicht abschätzbar sind. Ein Aufflackern der Pandemie im Herbst ist denkbar und ein Neuaufbau der Nachbarschaftshilfe-Strukturen wäre kraftraubend.

Zielführender ist es deshalb, die eingespielten Strukturen der Corona Nachbarschaftshilfe vorläufig gemächlich weiterzuführen. Wir sind zudem sehr dankbar, dass sich bei vielen Oltnerinnen und Oltern die Einkaufsrituale eingespielt haben und die Nachbarschaftshilfe einen wichtigen Beitrag zur gegenseitigen Hilfestellung leisten konnte. 

Statt Gewerbeseite wieder Newsbeiträge zu Neuerungen

Durch die Wiedereröffnung vieler Geschäfte am 11. Mai erübrigt sich die auf www.olteneinfach.ch eingerichtete Seite fürs Gewerbe. Gewerbetreibende, die News zu ihrem Angebot zu vermelden haben, können dies gerne samt einem Bild an info@olteneinfach.ch melden und diese Infos werden dann in Form von Newsbeiträgen veröffentlicht. Der Einkauf beim lokalen Gewerbe sichert Arbeitsplätze und umso wichtiger ist es, auf lokale Dienstleistungen hinzuweisen. 

Corona bleibt noch viele Wochen ein Thema

In diesem Zusammenhang wollen wir auch prüfen, wie wir die WhatsApp-Chats für die kommenden Wochen weiterentwickeln können. Für Rückmeldungen dazu sind wir sehr dankbar und freuen auf eure Kommentare oder Mails via corona@olteneinfach.ch.  

Bleibt gesund und danke für eure Unterstützung! 

Im Namen des Kernteams

Isabel Merlo
Max Huber
Rico Plüss
Tobi Vega
Christian Ginsig

Corona Nachbarschaftshilfe Olten: Wochennewsletter III

Gut eingespielte Nachbarschaftshilfe in Olten und Tipps für Familien.

(Stand, 20. April 2020) Ostern ist vorbei und die ersten Massnahmen des Bundesrats zur schrittweisen Öffnung der Infrastruktur sind kommuniziert. Im Bereich der Nachbarschaftshilfe ist es ruhiger geworden. Man spürt, dass sich viele Menschen organisiert haben. Nichtsdestotrotz muss klar sein, dass die aktuelle Situation, insbesondere für Risikogruppen, noch lange andauern wird. Der Dank gilt deshalb allen helfenden Händen in der Nachbarschaftshilfe Olten, die zwischenzeitlich direkt mit hilfesuchenden Personen den Austausch suchen.

Die Unruhe der ersten drei Wochen Corona-Krise hat sich gelegt. Im Nachbarschaftshilfe-Chat ist es ruhiger geworden. Im Schnitt gehen fünf Calls pro Tag ein. Zudem werden auch weiterhin vereinzelte Hilfestellungen direkt in die Oltner Whatsapp-Quartierchats gepostet.  

Aufgrund der vom Bundesrat kommunizierten Lockerungsmassnahmen spürt man auch in der Oltner Bevölkerung eine gewisse Entspannung. Die Menschen gehen vermehrt ins Freie und die Zahl der persönlichen Kontakte, insbesondere in den letzten Tagen, hat subjektiv auch in Olten wieder zugenommen. 

Wir wiegen uns in einer trügerischen Sicherheit, denn die Disziplin in der Umsetzung der Covid-Hygienemassnahmen bleibt entscheidend, um das Virus weiter einzudämmen. Die Rücksicht auf Risikogruppen und ältere Menschen ist deshalb umso wichtiger und es ist davon auszugehen, dass es Hilfestellungen noch längere Zeit brauchen wird. 

Nachbarschaftshilfe sehr geschätzt

Auch wenn es in den Oltner Nachbarschafts-Chats etwas ruhiger als am Anfang geworden ist, bleibt die Dienstleistung im Quartier sehr wertvoll. Der Dank gilt deshalb allen Helferinnen und Helfern, die weiterhin am Ball bleiben und Botengänge und Hilfestellungen anbieten.

Soziale Spannungen aufgrund Einschränkungen

Das Familienleben erfährt aufgrund der gesellschaftlichen Einschränkungen eine Berg- und Talfahrt. Für Familien ein paar wichtige Tipps, um die Zeit bis zur schrittweisen Öffnung optimal zu gestalten:

Tipp der Woche – lokales Gewerbe unterstützen

Auch die Kinobranche trifft es besonders hart und deshalb können unter https://www.youcinema.ch/ mit der Aktion #JederEintrittZählt Kinoeintritte zum Vorzugspreis eingekauft werden. Die Eintritte können dann nach Corona eingelöst werden und unterstützen so eine Oltner Traditionsbranche.   

Wöchentlicher Livestream von Refugees Welcome in Olten

Corona ist auch für die ausländische Oltner Wohnbevölkerung ein Thema. Oft bilden Verständigungsschwierigkeiten die grössten Hürden. Jeden Sonntag um 19:00 Uhr findet unter https://meet.jit.si/RefugeesWelcomeinOlten ein digitaler Austausch statt. Es sind alle Interessierten eingeladen sich einzuklinken, die etwas mehr über dieses Projekt erfahren wollen.  

Aktuelle Zahlen aus aus den Quartierchats

Der wöchentliche Stand an Quartierchats und Teilnehmenden:

  • Bannfeld (49) 
  • Frohheim (79)
  • Säli (135)
  • Bifang (107)
  • Hübeli (33)
  • Kleinholz (63)
  • Trimbach (49) 
  • Starrkirch-Wil (12) 

Wer sich “sein” Quartier abonnieren will, kann dies weiterhin unter olteneinfach.ch/corona tun.

Feedback und Kontakt erwünscht

Die Corona-Nachbarschaftshilfe von Olten ist jederzeit auch per E-Mail unter  corona@olteneinfach.ch erreichbar. Wir versuchen schrittweise alle Fragen zu klären und auch auf neue Entwicklungen situativ zu reagieren.  

Bleibt gesund und danke für eure Unterstützung! 

Im Namen des Kernteams

Isabel Merlo
Max Huber
Rico Plüss
Tobi Vega
Christian Ginsig

Corona Nachbarschaftshilfe Olten: Wochennewsletter III

Ruhige Tage vor Ostern.

(Stand, 10. April 2020) Trotz weiterhin angespannter Lage gewöhnen sich die Oltnerinnen und Oltner an den Corona-Ausnahmezustand. Die kurze Woche vor Ostern verlief weitgehend ruhig. Für Menschen denen in diesen Tagen die Decke auf den Kopf fällt, steht neu ein Seelsorgetelefon zur Verfügung.  

Die Oltner Bevölkerung hat sich an den Ausnahmezustand gewöhnt. Dies zeigt sich auch bei der Nachbarschaftshilfe, wo sich die Hilfestellungen auf – zum Glück – tiefen Niveau eingependelt haben. Wo Anfragen eingehen, werden diese innerhalb von wenigen Minuten von Helferinnen und Helfern übernommen. Sicher noch während dem ganzen Monat April werden die definierten Massnahmen des Bundesrates weitergeführt, bevor auf Ende des Monats hin erste Lockerungen angekündigt wurden. 

Aktuelle Quartierchats und Teilnehmende:

  • Bannfeld (48) 
  • Frohheim (83)
  • Säli (139)
  • Bifang (110)
  • Hübeli (35)
  • Kleinholz (63)
  • Trimbach (55) 
  • Starrkirch-Wil (12) 

Gewerbe rüstet mit lokalen Angeboten auf

In diesen Tagen wurden mehrere Projekte für das lokale Gewerbe lanciert. Wie schon bisher, kann die Facebook-Seite https://www.facebook.com/groups/unterstuetzunginolten für jegliche Infos im Zusammenhang von Corona genutzt werden. Dazu gehören auch Angebote des Gewerbes, die auch auf www.olteneinfach.ch/gewerbe noch nicht publiziert wurden. 

Ein gestalterisch tolles Projekt wurde durch “Schmid+Wolf Kommunikation” unter https://www.olten4olten.ch/ umgesetzt. Diverse Gewerbebetriebe haben sich dort eingetragen und liefern auch weiterhin während Corona. Eine zweite lokale Initiative wurde mit www.voOute.ch lanciert. Lokale aber auch regionale Anbieter können sich auf dieser Plattform mit ihren Dienstleistungen eintragen. 

Seelsorge und Gespräche führen

Gerade ältere Menschen leiden unter der Isolation. Die katholische Kirche bietet neu ein Seelsorgetelefon unter der Nummer 062 287 23 13. Obwohl von der katholischen Kirche unterstützt, ist diese Seelsorge politisch wie auch konfessionell neutral. Jeweils von Mo-Fr von 10-12 Uhr und von 14-18 Uhr, sowie Samstags von 10-12 Uhr steht dieses kostenlose Angebot allen Oltnerinnen und Oltnern offen. 

Feedback und Kontakt erwünscht

Die Corona-Nachbarschaftshilfe von Olten ist jederzeit auch per E-Mail unter  corona@olteneinfach.ch erreichbar. Wir versuchen schrittweise alle Fragen zu klären und auch auf neue Entwicklungen situativ zu reagieren.  

Bleibt gesund, frohe Ostern und danke für eure Unterstützung! 

Im Namen des Kernteams

Isabel Merlo
Max Huber
Rico Plüss
Tobi Vega
Christian Ginsig

Taxi Bur schützt Fahrgäste und Fahrer

Taxi Bur Olten: Schutz für Fahrgäste durch gezielte Hygienemassnahme und Schutzfolie im Fahrgastraum.

Corona trifft die Taxibranche besonders hart. Viele Menschen bleiben zu Hause und wer sich in er Öffentlichkeit bewegt, meidet geschlossene Räume und die Nähe zu Menschen. Taxi Bur aus Olten reagiert auf die Entwicklungen und bietet ab sofort als einziges Oltner Taxiunternehmen den notwendigen Schutz für Fahrgäste durch eine neue Schutzfolie im Fahrgastraum.

Wie Taxi Bur auf Anfrage mitteilt, ist ab sofort in allen eingesetzten Taxis eine Schutzfolie zwischen Fahrgast und Taxifahrer eingezogen. Handgriffe und Oberflächen werden nach jeder einzelnen Fahrt mit Desinfektionsmittel gereinigt. Der Schutz der Fahrgäste hat für das Oltner Traditionsunternehmen oberste Priorität.

Desinfektionsmittel für Fahrgäste, Bezahlung mit Karte

Für alle Fahrgäste befindet sich im neu mit Schutzfolie abgetrennten Fahrgastraum auch Desinfektionsmittel. In der eingezogenen Trennfolie befindet sich ein Schlitz, durch welchen das Geld zwischen Fahrgast und Fahrer beglichen werden kann. Jede Fahrt kann bei Taxi Bur zudem aus hygienischen Gründen auch mit Karte bezahlt werden, um auf den Austausch von Bargeld zu verzichten.

Grösstmögliche Hygiene bei der Fahrt zum Arzt oder für Lieferservices

Durch die permanente Reinigung der Oberflächen und Handgriffe nach jeder Fahrt und der neuen Schutzfolie im Fahrgastraum, bietet Taxi Bur auch in Zeiten von Corona den grösstmöglichen hygienischen Schutz für Taxigäste. Das Unternehmen bietet auch wie bisher Botengänge und Lieferservices an. Beträge können dank mobiler Kartenlesegeräte auch per Kreditkarte oder Debitkarte direkt an der Haustüre beglichen werden.

Die Zentrale von Taxi Bur ist rund um die Uhr unter 062 205 22 22 erreichbar.