Die statistisch gefährlichsten Strassen der Stadt Olten

Wo ereignen sich in der Stadt Olten die meisten Unfälle?  Im ersten Halbjahr 2016 kamen auf Schweizer Strassen 85 Menschen ums Leben, 32 weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Wie aber steht es um die Sicherheit auf Oltens Strassen? Als Problemzonen entpuppen sich nach den Daten des Bundesamts für Strassen (Astra) vor allem die Zufahrtsstrassen aus Dulliken, Trimbach und Aarburg. So ereigneten sich unter anderem vor dem „Violetten Haus“ am Ortseingang von Aarburg her viele Auffahrunfälle. Aber auch die Umfahrung ERO Olten sorgt für Blechschäden. Sowohl im Bereich der Usego und der Einmündung auf die Umfahrung aus Richtung Wangen, als auch auf dem Salikreisel auf der rechten Stadtseite ereigneten sich überdurchschnittlich viele Kollisionen.

Mehrere Fussgängerunfälle beim Sälikreisel
Nicht nur das Einbiegen in den Sälikreisel überfordert die Autofahrer, auch der Abfluss zum Fussgängerübergang gleich nach dem Kreisel in Richtung Postplatz ist gefährlich. Gleich mehrere Fussgänger wurden beim Überqueren an dieser Stelle verletzt. Die virtuelle Unfallkarte des Astra zeigt eindrücklich auf, wo die Verkehrsteilnehmer in Olten überfordert sind.

Gefahrenzone Bahnhofplatz
Gleich mehrere Unfälle auch mit Leichtverletzten ereigneten sich vor dem Bahnhofplatz bei der Abzweigung in Richtung Gösgerstrasse und im Bereich der Aarebrücke auch Auffahrunfälle.

Quartierkreuzungen mit erheblichem Gefahrenpotential
Als äusserst gefährlich entpuppt sich der beim Vögelipark gelegene Minikreisel Gartenstrasse zur Feldstrasse mit mehreren Unfällen und teils auch verletzten Personen. Nur wenige Meter weiter, an der Strassenkreuzung Wilerweg beim Ladengeschäft Velo Reber, ereigneten sich gleich mehrere Unfälle, zum Teil auch mit verletzten Personen. Die Quartiere Hardegg und Schöngrund blieben von Verkehrsunfällen bisher weitgehend verschont.

Untertunnelung ERO bis Dulliken wäre sinnvoll
Schon fast erschreckend sind die Unfallkennzahlen für die Aarauerstrasse in Richtung Dulliken. Beinahe bei jeder Strassenquerung sind Abbiegeunfälle zu verzeichnen. Vom Postplatz übers Bifang bis hin zum Friedhof Meisenhard. Zudem, dies ist viel tragischer, wurden beinahe an jedem Fussgängerstreifen der Aarauerstrasse Passanten verletzt, einzige Ausnahme die Querung beim Joggibrunnen. Die Unfallstatistik würde nicht nur längerfristig für eine Untertunnelung und damit für eine Verlängerung der ERO bis nach Dulliken sprechen, auch müsste sofort Rechtsvortritt auf Stadtgebiet und damit eine Verlangsamung des gesamten Autoverkehrs auf der Aarauerstrasse eingeführt werden, um die Oltner Bevölkerung vor noch mehr Unfällen zu schützen. Der Ampelwald auf diesem Abschnitt scheint dafür nicht die richtige Lösung zu sein. Die aktuelle Unfallkarte des Astra spricht eine deutliche Sprache.

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Radarkontrolle im Oltner Wohnquartier

Die Kantonspolizei Solothurn führte gestern an der Gartenstrasse eine Radarkontrolle in der 30er-Zone durch. Die auch als „Quartierautobahn“ bekannte Querstrasse zwischen Säli und Wilerfeld wird von sehr vielen Autofahrern frequentiert, denn die Strasse eignet sich seit der Einführung der Umfahrung ERO Olten trotz Zufahrtsbeschränkung als ideale Verbindung um von Aarburg oder dem Gäu her in Richtung Dulliken zu gelangen.

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Die von der Polizei nach der Eröffnung der ERO und zur Verhinderung des Schleichverkehrs angekündigten Kontrollen, wurden nur zu Beginn realisiert. Heute sieht man in den Morgen- und Abendstunden sehr viel „fremde“ Fahrzeuge mit auswärtigen Nummernschildern diese Strassenverbindung nutzen.

Ob alle Fahrzeuge zutrittsberechtigt sind und es sich um berechtigte Zubringerdienste ins Quartier handelt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Gesicherte Angaben von offizieller Seite sind dazu ebenfalls nicht erhältlich, da Durchgangskontrollen immer mit der Begründung eines enormen personellen Aufwands in Frage gestellt wurden. Juristisch müsste eine illegale Querung des Quartiers lückenlos dokumentiert sein, um fehlbare Fahrzeuglenker büssen zu können, so die Erklärung.

Sicher ist, dass Autofahrer zur Querung der Stadt Olten die Hauptstrasse via Postplatz nutzen müssten. Dieser Abschnitt ist aber zur Hauptverkehrszeit stark belastet und die vielen Ampelanlagen erschweren zusätzlich die Zirkulation in Richtung Dulliken und Aarau. Bedingt durch fehlende Kontrollen im Quartier, nutzten deshalb sicherlich einige Autofahrer den Weg durchs Säli- und Wilerfeldquartier.

Weil diese auswärtigen Fahrzeuglenker im Transit möglichst schnell von A nach B gelangen wollen, kommt es auf dem besagten Strassenabschnitt trotz Tempo 30km/h ab und an zu rücksichtslosen Situationen. Gut, hat die Kantonspolizei Solothurn dies erkannt und kümmert sich als erste Massnahme mit Geschwindigkeitskontrollen um eine Verbesserung der Verkehrssituation. Zu hoffen bleibt, dass auch Durchgangskontrollen stattfinden, um die Oltner Wohnquartiere der rechten Stadtseite vor unnötigem Schleichverkehr zu schützen.