Wir brauchen in Olten eine Diskussion über einen «Sälitunnel»

Umfahrung der Innenstadt umsetzen

Der heutige Brand an der Unterführungsstrasse beim Postplatz zeigt eindrücklich, dass die Oltner Verkehrsinfrastruktur weiterhin am Limit läuft und wir weit entfernt sind, von einer «Umfahrung Olten» sprechen zu können, welche diesen Namen auch verdient. Ein verhältnismässig überschaubarer Brand sorgte in den Morgenstunden für das komplette Verkehrschaos. Wir brauchen in Olten eine Diskussion über einen «Sälitunnel».

Die ERO Umfahrung Olten hätte man vom Sälikreisel mit einem langen Tunnel bis nach Dulliken verlängern sollen. Warum dies so wichtig wäre, zeigte ein Brand im Bereich Postplatz und Unterführungsstrasse heute eindrücklich. Der Verkehr auf der Oltner Hauptverkehrsachse im Stadtzentrum ist zusammengebrochen. Und dies wegen eines überschaubaren Ereignisses. Ein Brand an der Hauptachse von und nach Aarau führte einem aber vor Augen, welche Verkehrsströme und vor allem welcher Durchgangsverkehr sich nach wie vor tagtäglich durch die Oltner Innenstadt bewegt und wertvollen Wohn- und Lebensraum frisst.

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Umfahrung Olten weiterdenken
Hauptauslöser für den täglichen Verkehrsmolloch ist die nach wie vor unbefriedigende Verkehrssituation auf der Hauptachse Aarau–Niederamt–Olten. Statt den Verkehr wie am Beispiel Aarburg auch in Olten von der heutigen Umfahrung ERO Olten mit einem Tunnel gleich weiter nach Dulliken zu führen, endet die sogenannte Umfahrung nach wie vor mitten in der Stadt Olten. Sämtlicher Transitverkehr von Aarburg und dem Gäu in Richtung Aarau führt weiterhin mitten durch die Oltner Innenstadt.

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«Sälitunnel» als Lösung für den ständig zunehmenden Durchgangsverkehr
Der durch den Autoverkehr zu den Hauptverkehrszeiten komplett verstopfte Innenstadt im Bereich Postplatz muss aus langfristiger Sicht weiter entlastet werden. Dazu braucht es Überlegungen von allen politischen Lagern, damit der frei werdende Verkehrsraum endlich dem Langsamverkehr und der Oltner Bevölkerung die notwendige Lebensqualität zurückgibt. Die aktuelle «ERO Umfahrung Olten» ist eine Sackgasse, die zwingend von Olten über einen Tunnel in Richtung Aarau verlängert werden muss.

Die statistisch gefährlichsten Strassen der Stadt Olten

Wo ereignen sich in der Stadt Olten die meisten Unfälle?  Im ersten Halbjahr 2016 kamen auf Schweizer Strassen 85 Menschen ums Leben, 32 weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Wie aber steht es um die Sicherheit auf Oltens Strassen? Als Problemzonen entpuppen sich nach den Daten des Bundesamts für Strassen (Astra) vor allem die Zufahrtsstrassen aus Dulliken, Trimbach und Aarburg. So ereigneten sich unter anderem vor dem „Violetten Haus“ am Ortseingang von Aarburg her viele Auffahrunfälle. Aber auch die Umfahrung ERO Olten sorgt für Blechschäden. Sowohl im Bereich der Usego und der Einmündung auf die Umfahrung aus Richtung Wangen, als auch auf dem Salikreisel auf der rechten Stadtseite ereigneten sich überdurchschnittlich viele Kollisionen.

Mehrere Fussgängerunfälle beim Sälikreisel
Nicht nur das Einbiegen in den Sälikreisel überfordert die Autofahrer, auch der Abfluss zum Fussgängerübergang gleich nach dem Kreisel in Richtung Postplatz ist gefährlich. Gleich mehrere Fussgänger wurden beim Überqueren an dieser Stelle verletzt. Die virtuelle Unfallkarte des Astra zeigt eindrücklich auf, wo die Verkehrsteilnehmer in Olten überfordert sind.

Gefahrenzone Bahnhofplatz
Gleich mehrere Unfälle auch mit Leichtverletzten ereigneten sich vor dem Bahnhofplatz bei der Abzweigung in Richtung Gösgerstrasse und im Bereich der Aarebrücke auch Auffahrunfälle.

Quartierkreuzungen mit erheblichem Gefahrenpotential
Als äusserst gefährlich entpuppt sich der beim Vögelipark gelegene Minikreisel Gartenstrasse zur Feldstrasse mit mehreren Unfällen und teils auch verletzten Personen. Nur wenige Meter weiter, an der Strassenkreuzung Wilerweg beim Ladengeschäft Velo Reber, ereigneten sich gleich mehrere Unfälle, zum Teil auch mit verletzten Personen. Die Quartiere Hardegg und Schöngrund blieben von Verkehrsunfällen bisher weitgehend verschont.

Untertunnelung ERO bis Dulliken wäre sinnvoll
Schon fast erschreckend sind die Unfallkennzahlen für die Aarauerstrasse in Richtung Dulliken. Beinahe bei jeder Strassenquerung sind Abbiegeunfälle zu verzeichnen. Vom Postplatz übers Bifang bis hin zum Friedhof Meisenhard. Zudem, dies ist viel tragischer, wurden beinahe an jedem Fussgängerstreifen der Aarauerstrasse Passanten verletzt, einzige Ausnahme die Querung beim Joggibrunnen. Die Unfallstatistik würde nicht nur längerfristig für eine Untertunnelung und damit für eine Verlängerung der ERO bis nach Dulliken sprechen, auch müsste sofort Rechtsvortritt auf Stadtgebiet und damit eine Verlangsamung des gesamten Autoverkehrs auf der Aarauerstrasse eingeführt werden, um die Oltner Bevölkerung vor noch mehr Unfällen zu schützen. Der Ampelwald auf diesem Abschnitt scheint dafür nicht die richtige Lösung zu sein. Die aktuelle Unfallkarte des Astra spricht eine deutliche Sprache.

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