Die Jungen haben aufgeholt. Wo stehen wir Alten?

Bessere Vertretung der über 65-Jährigen im Gemeindeparlament.

Olten ist die Stadt der jungen Erwachsenen. Ein gutes Drittel (genau 34,1 %) seiner Bevölkerung war Ende 2018 20- bis 39-jährig. Im Durchschnitt zählt diese Altersgruppe im Kanton Solothurn 25,6 % der Einwohnerinnen und Einwohner; in Trimbach sind es 29,3, in Wangen 25,7 und in Starrkirch-Wil 20,4 %.

Eugen Kiener

Auch in der städtischen Politik sind die jungen Frauen und Männer stark vertreten. Bei den letzten Wahlen 2017 machten sie einen gewaltigen Sprung nach vorn. Im Oltner Gemeindeparlament besetzen sie jetzt so viele Sitze, wie es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Die Fraktion der Jungen hat seither einige Parlamentsentscheide stark beeinflusst. Das ist gut so.

Nachdem ich seit Januar zu den AHV-Rentnern zähle, frage ich mich: Wie gut sind wir Alten in der Oltner Politik vertreten? Zu wenig, ist meine klare Antwort. Der Anteil von uns über 65-jährigen an der städtischen Bevölkerung liegt bei 18,4 %. Im vierzigköpfigen Parlament belegen wir aber nur vier Sitze; mehr als 70 Jahre alt ist keine Parlamentarierin und kein Parlamentarier.

Bei der Betreuung von Grosskindern und Pflegebedürftigen setzen Seniorinnen und Senioren viel Zeit und Herzblut ein. Als Vorsitzende, Kassiers, Aktuarinnen oder als freiwillige Helfer bilden sie das Rückgrat zahlreicher Organisationen und Vereine. Sie zahlen tüchtig Steuern und beleben als Konsumierende die Wirtschaft. Viele Ältere sind äusserst aktive Elemente unserer Stadt.

Wer heute 65 wird, hat noch eine Lebenserwartung von gut 20 Jahren. Sollen wir Älteren in diesen zwei Jahrzehnten einfach aufs Maul sitzen? Betreffen die politischen Entscheide uns nicht mehr?

Ich habe mich entschlossen, nächstes Jahr, bei den städtischen Wahlen ein drittes Mal anzutreten und hoffe, dass noch einige andere über 65-Jährige fürs Parlament kandidieren werden. Denn wir sind zwar alt, gehören aber noch lange nicht zum alten Eisen.

Eugen Kiener, SP Olten

OT: „Der Stadtrat als Geheimkabinett“

Im Oltner Tagblatt vom 11. Oktober 2017 schreibt die Redaktion in der Überschrift eines Artikels für mehr Transparenz in der Kommunikation des Stadtrats: Bei Sitzungen der Stadtregierung gibt es geheime Traktanden – nun fordern Parlamentarier mehr Transparenz.

Mehrere Gemeinderäte fordern im Artikel des Oltner Tagblatts eine transparentere Art der Publikation der Inhalte von Stadtratssitzungen und deren Protokollierung. Gemäss Aussagen soll es eine interne Traktandenliste für den Stadtrat geben und eine die nach aussen hin kommuniziert wird.

Darauf angesprochen die Antwort aus dem Stadthaus: „Wir müssen prüfen“, sagt die Stadtverwaltung zur Forderung eines Gemeinderats im Oltner Tagblatt, nur noch eine einheitliche Traktandenliste zu veröffentlihen. „Doch es stellt sich die Frage, ob es einen Nutzen bringt.“

Die Handelszeitung beschäftigte sich bereits im Jahr 2007 genau mit dieser Frage. Der kurze Artikel mit einer klaren Antwort dazu ist lesenswert.