Impressionen vom Oltner Street Food Festival 2017

Das Oltner Street Food Festival 2017 ist zu Ende. Ein paar Impressionen von der hervorragend organisierten Veranstaltung auf der Oltner Kirchgasse. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön allen Betreibern der Stände für ihr Engagement und das leckere Essen.

Enzo gut, alles gut

Mit der Taufe am Samstag hat das mediale Hin und Her zum Crowdfunding-Projekt der Oltner Enzo-Möbel ein vorläufiges Ende gefunden. Sowohl der Stadtpräsident Martin Wey, als auch der Baudirektor Thomas Marbet, waren an der kleinen Tauffeier der Möbel in der Oltner Schützenmatte anwesend. Wesentlich Neues zur Standortfrage war nicht zu erfahren, die Kirchgasse bleibt von den Sitzgelegenheiten aus Plastik auch weiterhin verschont.

Der Projektinitiant Yves Stuber dankte anlässlich der kleinen Tauffeier den verschiedenen Beteiligten, die sich für die Beschaffung der Möbel eingesetzt hatten. Insgesamt 133 Personen ermöglichten es durch ihre Spenden, dass sechs Möbel des Typs Enzo Viena beschafft werden konnten.

Stuber hielt bei seiner kurzen Ansprache fest, dass auch das Berufsbildungszentrum BBZ weitere acht Möbel eingekauft habe und man dank einer Zusammenarbeit die Anschaffung habe leichter abwickeln können. Der Dank ging auch an Daniel Probst, der dank seiner guten Kontakte das Projekt aktiv unterstützen konnte. Stuber machte an seiner Ansprache auch keinen Hehl daraus, dass er sich wünsche, dass dereinst auf politischen Druck hin die Möbel doch noch in der Kirchgasse landen.

Stadt hält an ihrer Position fest – Kirchgasse als Standort kein Thema

Stadtpräsident Martin Wey und Baudirektor Thomas Marbet liessen sich an der Tauffeier per Kran auf dem farbigen „Pink Rebell“ auf die Bühne hieven. Das pinke Möbel sorgte in den vergangenen Tagen mehrfach für Schlagzeilen.

Stadtpräsident Martin Wey dankte allen Investoren und wünschte sich persönlich, dass aus den Möbeln eine gute Geschichte werde, überliess die inhaltliche Diskussion aber dem Oltner Baudirektor. Thomas Marbet bekräftigte in seinen Ausführungen, dass er diese Aktion sehr schätze, weil die Idee schön sei und Gemeinsinn und der Sinn von Gemeinschaft vor dem eigenen Portemonnaie gestanden hätte. Die Woche sei von Irritationen geprägt gewesen, so der Baudirektor und spielte damit auf die mediale Berichterstattung und die Kommentare in Social Media Foren an. Er freue sich, dass die Stadt nun ein Starterkit Enzo-Möbel in der Schützi und Fachhochschule habe. Er könne sich vorstellen, dass „im Verlauf der Jahre“ diese Möbel auch einmal auf Wanderschaft gehen könnten. Auch private Grundstücke könne er sich für die Platzierung vorstellen und nannte dabei das Altersheim Weingarten als möglichen Standort. Die Platzierung der Möbel sei grundsätzlich überall möglich, nur nicht im 11. Stock des Stadthauses, so Marbet.

Die Stadt erhielt zudem von den Initianten eine Bedienungsanleitung, denn die Hohlkörper aus Plastik lassen sich mit Wasser füllen, damit sie nicht mehr verrückt werden können. Dies als Anspielung auf den „Pink Rebell“ der es trotz seiner rund einhundert Kilo Gewicht in den vergangenen Tagen auf wundersame Weise schaffte, von seiner Lagerstätte in der Schützenmatte durch Unbekannte auf die Kirchgasse getragen zu werden. Deren Möblierung bleibt aber wohl weiterhin Wunschdenken und wird von der Stadt auch in Zukunft nicht aktiv unterstützt, mindestens an der Taufe war der Standort Kirchgasse kein Thema.

 

 

 

 

 

Gegenwind für Ausbau des Modefachgeschäfts Bernheim

Wie das Oltner Tagblatt in der heutigen Ausgabe berichtet, ist der Ausbau des Modefachgeschäfts Bernheim an der Kirchgasse nach den aktuellen Plänen noch nicht gesichert. Mehrere Anwohner der Liegenschaft Mühlegasse 10 bemängeln die Grösse und den Umfang des Erweiterungsbaus hinter den Chorherrenhäusern im Hinterhof der Geschäftsliegenschaft. Bis am 5. September haben die Betroffenen Anwohner noch Zeit, ihre Stellungnahmen zum Projekt abzugeben.

Olten ist nicht Düsseldorf und auch nicht Wien

Seien wir realistisch. Olten ist mit seinen 18’482 Einwohnern ein kleines Städtchen. Die Wege sind kurz und wer bei den Pollern vor dem Coop City die Fussgängerzone auf der Baslerstrasse betritt, hat nach gefühlten drei Minuten die Kirchgasse am anderen Ende beim Blumenladen von Arx wieder verlassen. Der Plan der amtlichen Vermessung weist für die Kirchgasse eine Grösse von rund 2767 m2 aus. Das entspricht umgerechnet einer Grundfläche von rund zwanzig grosszügigen 4 ½ Zimmer Wohnungen.

Man stelle sich nun vor, Unbekannte hätten in diese Oltner „90-Zimmer Wohnung Kirchgasse“ ungefragt und nicht genehmigt ein einzelnes Sofa aus Plastik mit dem interessant klingenden Namen „Enzo“ gestellt. Ein von Oltner Einwohnern finanziertes farbiges Objekt, welches gratis und franko der Stadt vermacht werden sollte.

Die Stadt Wien sieht in den „Enzis“ ein Kunstobjekt. Die Farbe der im Wiener Museumsquartier platzierten Enzis wurde bis 2010 jährlich per Internetabstimmung festgelegt. Insbesondere an sonnigen Sommertagen sind alle Enzis restlos belegt.

Im Jahr 2010 wurden Enzis auch im Madrider Museumsdreieck am Paseo del Prado in Gehweite der drei wichtigsten Museen mit Weltruhm aufgestellt. Im gleichen Jahr konnte man die Möbel von Enzo auch vor dem Museu d’Art Contemporani de Barcelona bestaunen. 2013 lancierte Wien Tourismus eine Platzierung im Moskauer Gorki-Park. Die Landeshauptstadt Düsseldorf möblierte 2014 den Schadowplatz mit maiwiesengrünen Enzis. 2015 wurden auch in Hamburg die teils künstlerisch gestalteten Sitzmöbel aufgestellt.

Im Spätsommer 2016 wehrt sich die Stadtverwaltung Olten mit Händen und Füssen dagegen, sich eines der behördlich für die Kirchgasse nicht genehmigten Sitzmöbel Enzo von der eigenen Bevölkerung schenken und in der Kirchgasse stehen zu lassen. Es wurde zwischenzeitlich abtransportiert.

 

 

Projekt «Enzo-Möbel für Olten»: Wenn sich eine Stadt selber verwaltet

Eine Lokalposse der besonderen Art spielt sich derzeit in der Innenstadt des beschaulichen Städtchens Olten ab. Hintergrund ist eine riesige leere Freifläche auf der sogenannten Kirchgasse, die von der Bezeichnung und Grösse her auf Kirchplatz umgetauft werden müsste.

Der innovative Oltner Yves Stuber vom Kulturmagazin KOLT lancierte eben wegen dieses leeren Platzes ein Crowdfundig-Projekt zur Verschönerung der Innenstadt Olten. Er hatte die Idee, die heute leere Fussgängerzone in der Kirchgasse mit farbigen Enzo-Möbeln aufzupeppen. Diese Möbel sind in verschiedenen europäischen Städten anzutreffen und bei den Nutzern sehr beliebt. Bieten sie einerseits eine schöne Sitzgelegenheit, andererseits können sie ergänzt mit einem Sonnenschirm auch als Schattenspender dienen. Farbige Blickpunkte die Akzente setzen.

Um sich abzustimmen, trafen sich die Initianten schon vorab mit Vertretern der Stadt Olten um diese über die Projektidee zu informieren. Die Reaktion der Stadt war dabei grundsätzlich nicht negativ, allerdings wurde bereits bei diesem Gespräch der Standort Kirchgasse in Frage gestellt.

Der Oltner Kulturförderer Stuber lancierte nichts desto trotz sein Crowdfundig-Projekt, um 15’000 Franken für die Beschaffung dieser Möbel zu aufzutreiben. Der Erfolg bei der Bevölkerung war überwältigend und innerhalb kürzester Zeit, noch vor Ablauf der Sammelfrist, war das Geld beisammen, denn das Projekt genoss bei der Oltner Bevölkerung breite Unterstützung. Über 40 Einwohner spendeten 120 Franken, viele Spender ein kleines Nötli und jemand sogar 2500.- Franken.

Noch während der Sammelaktion wurde aber auch den Spendern klar kommuniziert, dass die ursprünglichen Visualisierungen mit einem Standort an der Kirchgasse wohl unrealistisch sein würden. Die Verantwortlichen der Stadt erachteten für eine Pilotphase aus ihrer Sicht vielmehr eine Möblierung der Vorplätze Schützi neben der Oltner Badi und Fachhochschule Nordwestschweiz auf der rechten Stadtseite als sinnvoll.

Es entstünde wohl zu viel Aufwand für das Herumschieben der rund einhundert Kilo schweren Enzo-Möbel bei einer Möblierung der Kirchgasse, denn die Stadt argumentierte damit, den Standort für den Markt, Events und für die mögliche Querung der Kirchgasse durch Busse zu nutzen.

Aber es ist wohl anzunehmen, dass die Enzo-Möbel auch dafür sorgen, dass die städtische Putzmaschine statt gerader Bahnen ein paar Kurven um die Sitzobjekte hätte drehen müssen. An den feuerpolizeilichen Auflagen kann es auch nicht gelegen haben, denn diese sehen vor, eine Schneise für die Durchfahrt eines Feuerwehrautos von vier Metern offen zu lassen. Dies stellt auf der platzähnlichen Kirchgasse kein Hindernis dar und wo ein Feuerwehrauto fahren kann, ist dies wohl auch für einen Busfahrer kein Hindernis, sollte dieser überhaupt einmal die Fussgängerzone in der Kirchgasse befahren müssen.

So liess die Stadt im Oltner Tagblatt bereits Mitte Juni 2016 verlauten, dass ein Projekt grundsätzlich eine gewisse Nachhaltigkeit hinsichtlich Organisation und Finanzierung aufweisen und von allgemeinem Interesse sein müsse. Solche Kriterien seien beim Projekt «Enzo-Möbel für Olten» durchaus erfüllt.

Mitte August sind die Enzo Möbel nun eingetroffen und verpackt vor der Halle Schützenmatte gelagert. Wie bei Geldbeschaffungsprojekten üblich, wollten die Projektverantwortlichen den Spendern einen Gegenwert bieten und die Enzo-Möbel auf der Kirchgasse symbolisch taufen.

Zwischenzeitlich scheint im Stadthaus der Wind jedoch gedreht zu haben und ein Verantwortlicher der Stadtverwaltung liess sich jüngst im Oltner Tagblatt wie folgt zitieren: «Da die politischen Behörden die Möbel nicht auf der Kirchgasse wollen, macht es keinen Sinn, sie auch nur eine Woche auf der Kirchgasse zu platzieren.» was übersetzt soviel bedeutet, dass der Stadtrat oder das Stadtpräsidium sich klar gegen eine kurzzeitige Platzierung der Möbel auf der Kirchgasse ausgesprochen haben. Andere Stellen der Stadt hätten in einer kurzzeitigen Platzierung der Möbel zu taufzwecken überhaupt kein Problem gesehen, wird mündlich kolportiert.

Wie einem Bild auf der Facebook-Seite „Olten“ zu entnehmen ist, hat am Wochenende auf unerklärliche Weise eines der einhundert Kilo schweren Sitzmöbel nun doch den Weg bis zur Kirchgasse gefunden. Obwohl wegen eines anderen Events auf der Schützenmatte durch die Hells Angels bewacht, haben unbekannte am Wochenende eine der farbigen Liegen direkt neben dem Brunnen in der Fussgängerzone platziert. Und siehe da, das Möbel wurde dafür genutzt, wofür es Yves Stuber vorgesehen hatte, nämlich als bequeme Sitzgelegenheit.

Ob der Werkhof Olten nun einschreitet und das verirrte Möbel wieder in der Schützenmatte deponiert oder ob die Verantwortlichen im Stadthaus Milde walten lassen wird sich zeigen. Auf alle Fälle lässt sich das Zwischenfazit ziehen, in der Stadt Olten niemals eine innovative und bürgernahe Idee zu lancieren, ohne vorher mit der Stadtverwaltung gesprochen und sich deren Zustimmung schriftlich zugesichert zu haben. Ein unverbindlicher Test scheint derzeit leider nicht möglich und so wird die Oltner Bevölkerung wohl nie erfahren, ob eine friedliche Koexistenz von Enzo-Möbeln und Marktständen möglich gewesen wäre. Schön wäre es, wenn im Stadthaus in dieser Frage noch ein Umdenken stattfinden würde.

 

 

Oltner Chilbi läutet Spätsommer ein

Wie in jedem Jahr zieht die Oltner Chilbi Mitte August in der Innenstadt tausende begeisterte Besucher an. „Brönnti Mandle“, Fackelspiess und Soft Ice ergänzen das Kribbeln im Magen beim Besteigen einer Chilbi-Bahn. Die Chilbi gehört zu Olten wie der Europapark nach Rust. Auf dem Munzingerplatz finden sich eher die kleinen Besucher ein, während auf der „Schützi“, also dem Parkplatz auf der Schützenmatte, mehrheitlich die grossen Bahnen ihr Publikum anlocken.

Oltner Chilbi, jedes Jahr Mitte August am Wochenende der Streetparade Zürich und des Heitere Open Airs Zofingen, jeweils von Freitag bis Montag in der Innenstadt Olten.