„Alpenrösli“ wird zu „China-Restaurant zum Alpenrösli”

Mit der Eröffnung des „China-Restaurants zum Alpenrösli“ an der Baslerstrasse ist der Bestand der chinesischen Lokale in der Stadt Olten auf drei angewachsen. Zu den zwei seit langer Zeit existierenden Gaststätten Restaurant „Zum Turm“ und Restaurant „Shanghai“ hat sich eine dritte gesellt. Nachdem im „Alpenrösli“ zuvor karibische Küche angeboten wurde, hat im Juni diesen Jahres ein chinesisches Ehepaar das Zepter übernommen. Den Namen des Restaurants haben die Wirtsleute beibehalten, jedoch mit dem Zusatz China-Restaurant und zwei chinesischen Schriftzeichen versehen. Übersetzt ins Deutsche sollen diese „Schweizer Lotus“ bedeuten, Alpenrosen gibt es ja bekanntlich in China nicht.

Lage/Atmosphäre

Der eher kleineren Gaststätte nahe der City-Kreuzung sieht man ihren Ursprung als rustikales, typisch schweizerisches Lokal deutlich an. Holz dominiert bei der Einrichtung, sei es bei den Sitzbänken, der Decke oder den Säulen, die mit geschnitzten Ornamenten dekoriert sind. Das Restaurant wurde vor nicht allzu langer Zeit einer Renovation unterzogen. Um den dunklen Holz-Charakter etwas auszugleichen, ist der Rest des Raumes hell gehalten. Das „China-Restaurant zum Alpenrösli“ wirkt freundlich, gepflegt und lädt zum Verweilen ein. Die Tische sind weiss gedeckt, grüne Tischläufer und lila hochwertige Papier-Servietten mit Leinencharakter geben frische Farbtupfer ab. Statt der billigen, eingepackten Essstäbchen, die in vielen chinesischen Restaurants zum Einsatz kommen, finden sich hochwertige Exemplare auf einer Besteckbank.

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Ess-Konzept

Wie auch nicht anders zu erwarten wird hier natürlich chinesische Küche serviert, aber nicht ausschliesslich die typischen Gerichte, die man „beim Chinesen“ so erhält wie Sweet and Sour Chicken oder ähnliche, sondern es finden sich neben authentischen chinesischen Speisen auch solche, die von anderen asiatischen Küchen inspiriert sind. Als Beispiel könnte man Scampi Tempura an Teriyaki Sauce nennen oder den klassischen Mango-Pudding aus Hong Kong. Daneben fällt auf, dass der Koch, Baoge Jin, den Gerichten oft seine persönliche Note verleiht. Das zeigt sich beispielsweise bei einem Salat, der unter anderem Quinoa enthält, das hierzulande auch als Superfood bekannt ist. Apropos Salate, die ja auch nicht als ausgesprochen chinesisch gelten, drei verschiedene sind erhältlich, wenn man denjenigen aus dem Abendmenü 2 – das an späterer Stelle noch genauer erläutert wird – hinzuzählt, sogar deren vier. Insgesamt findet sich auf der Speisekarte also eine etwas „andere“ chinesische Küche als die gewohnte, jedoch fehlen auch gewisse Klassiker nicht.

Während der Gast am Mittag aus sechs wöchentlich wechselnden Menüs auswählen kann, wobei die Suppe jeden Tag ändert, wird am Abend à la carte gegessen. Eine grosse, jedoch nicht zu grosse Auswahl an Speisen steht zur Verfügung. Daneben werden auch zwei Abendmenüs angeboten, wobei das eine nachfolgend beschrieben wird. Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit, Essen als Take Away zu beziehen, dies sowohl über Mittag als auch am Abend. Hier finden sich eher Gerichte auf dem separaten Menü, die für den Mittel-Europäer als „typisch chinesisch“ gelten.

Noch ein Wort zu der Zubereitung der Speisen. Baoge Jin verwendet hierfür hochwertige Zutaten, und alle Gerichte werden frisch gemacht. Das zeigt sich insbesondere bei den Saucen, die für ein Restaurant dieser Klasse – kein eigentliches Gourmet-Restaurant – ausgesprochen schmackhaft sind und die sich vom „Einheits-Allerlei“, das in durchschnittlichen China-Restaurants serviert wird, deutlich absetzen.

Menüfolge

Wie bereits an verschiedener Stelle angetönt wird hier näher auf das Abendmenü 2 eingegangen, das mein Mann und ich an einem Sonntagabend Mitte August im „China-Restaurant zum Alpenrösli“ genossen haben.

Der erste Gang des Menüs, das ab zwei Personen bestellt werden kann und das pro Person SFR 68.00 SFR kostet, ist ein Schwarz-Bohnen Salat.

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Dieser enthält neben roten Bohnen schwarzes Reis, Birnen und Goji-Beeren und ist mit einem äusserst delikaten Soja-Senf-Dressing angemacht. Ein feiner Auftakt zu einer – das kann vorweggenommen werden – gelungenen Mahlzeit!

Daran schliesst sich Scampi Tempura an Teryaki-Sauce an.

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Die Panade der Meeresfrüchte ist wohltuend knusprig, die Sauce fein und optisch überzeugt das Gericht mit einem als Rose geschnitzten Radieschen.

Als Hauptgang steht Asia Style Rindsfilet auf dem Menü, zwei Medaillons, mit Kräutern gebraten und mit Pastinaken und Babykarotten an Austern-Hoisinsauce serviert. Dazu wird gebratener Reis gereicht.

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Wiederum überzeugt die Sauce mit einem sublimen Geschmack. Die Pastinaken, die sich zahlreich auf dem Teller wiederfinden, sind auch wohlschmeckend. Das Fleisch, etwas zu fest durchgebraten, ist von ordentlicher Qualität. Der gebratene Reis enthält nur Spuren von Eiern und Gemüse, was angenehm positiv überrascht. Oftmals bekommt man ja solchen, der viel zu reichhaltig ist und beinahe alleine als Gericht durchgehen könnte.

Den Abschluss macht ein hausgemachter Mango-Pudding.

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Dieser ist ein absoluter Gaumenschmaus. Das Rezept soll aus Hong Kong stammen, wo dieser Pudding als klassisches Dessert gilt. Wie dem auch sei, ein fulminanter Abschluss eines geglückten Essens!

Service/Preise

Die Ehefrau des Kochs, Mei Sun, ist für den Service zuständig. Sie tut dies auf eine herzliche und umsichtige Art und Weise, auch achtet sie auf Details. Als ich nach dem Beenden eines Ganges Gabel und Messer irrtümlich auf dem Teller anstatt daneben platziert habe, hat sie sofort angeboten, neues Besteck zu bringen, was ich allerdings abgelehnt habe. Nur einmal hat die Qualität des Services etwas nachgelassen, und zwar als der Reis nicht gleich mit dem Hauptgang serviert worden ist, sondern erst einige Zeit danach. Angesichts des sonst durchgängig hohen Service-Standards ist dieser Patzer jedoch nicht stark ins Gewicht gefallen.

Das Preisniveau im „China-Restaurant zum Alpenrösli“ bewegt sich im mittleren Segment. Die Mittagsmenüs sind zwischen SFR 15.50 und SFR 21.50 angesetzt. Am Abend sind Hauptspeisen mit Fleisch oder Fisch von SFR 26.50 (Schweins-Rippchen) bis SFR 36.50 (Rindsfilet) zu haben, wobei noch zusätzlich SFR 3.50 für Jasmin-Reis hinzukommen. Im Take Away ist der Preisrahmen für Gerichte mit Fleisch oder Fisch inkl. Reis zwischen SFR 15.00 und SFR 21.50.

Gesamtschau

Persönlich bin ich höchst erfreut über den „chinesischen Zuwachs“ auf der hiesigen Gastro-Szene, da ich mich mit dem bisherigen Angebot diesbezüglich nie ganz anfreunden konnte. Davon mal abgesehen hat sich mir das „China-Restaurant zum Alpenrösli“ vorteilhafthaft präsentiert. Nicht nur die Ambiance und das Angebot sind stimmig, auch die Ess- und Service-Qualität können überzeugen. Ein weiteres Plus sind die Öffnungszeiten, das Restaurant ist jeden Tag geöffnet, an Wochentagen am Mittag und am Abend, am Wochenende nur am Abend. Als mein Mann und ich das Lokal an einem Sonntagabend besucht haben, sind wir zuerst alleine gewesen, aber nach und nach sind weitere Gäste hinzugekommen. Auch das Take Away-Angebot ist mehrmals beansprucht worden. Nach den heissen Tagen – es ist hier leider kein Aussenbereich vorhanden – ist jetzt die Zeit gekommen, dieser Gaststätte die Aufwartung zu machen. Wenn sich mein erster Eindruck bestätigen sollte, ist diesem chinesischen Restaurant ein fester Platz in der Oltner Gastronomie sicher.

  • Kosten: Mittagessen 6 Menüs mit Suppe oder Vorspeise, Hauptspeise, Reis & kleinem Früchte-Dessert zwischen SFR 15.50 und SFR 21.50 / Abendessen Vorspeisen zwischen SFR 7.50 und SFR 18.50, Hauptspeisen zwischen SFR 26.50 und SFR 36.50 (mit Fleisch oder Fisch), Desserts zwischen SFR 3.50 und SFR 10.50; 2 Abendmenüs SFR 58.00 bzw. SFR 68.00 / Take Away Vorspeisen zw. SFR 5.00 und SFR 7.00, Hauptspeisen zwischen SFR 15.00 und SFR 21.50 (mit Fleisch oder Fisch)
  • Küche: chinesisch-asiatisch, mit hochwertigen Produkten, frische Zubereitung
  • Gut zu wissen: jeden Tag geöffnet, Montag bis Freitag von 11.00 – 14.00 Uhr und von 17.30 bis 22.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 17.30 bis 22.30 Uhr / keine Homepage
  • Adresse: Baslerstrasse 80, 4600 Olten, Tel. +41 62 535 57 55 & +41 78 606 20 38

Besucht: August 2017

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Oltner Traditionslokal „Alte Mühle“ mit neuem, innovativem Ess-Konzept

Nachdem das traditionelle Oltner Restaurant „Alte Mühle“ seine Türen für knapp zwei Monate geschlossen hatte, eröffnete es Anfang Mai wieder unter neuer Führung. Der Wirt, André Häfliger, ist kein Unbekannter auf dem Platz Olten. Er hat sich als Geschäftsführer des Restaurants „Muusfalle“ im Kleinholz, das er seit Anfang des letzten Jahres betreibt, einen guten Namen gemacht. Neben diesem Stadionrestaurant liegt ihm daran, mit der „Alten Mühle“ auch ein „normales“ Restaurant zu führen. Dieses soll bleiben, was es war, ein Traditionslokal mit guter, bezahlbarer Kost. Nichtsdestotrotz soll nicht alles beim Alten bleiben, denn der erfahrene Gastronom hat sich ein innovatives Konzept für das Abendessen ausgedacht.

Lage/Atmosphäre

Die Gaststätte präsentiert sich optisch mehr oder weniger unverändert. Der Gast finden dieselben Holzmöbel vor, die der Vorgänger des jetzigen Wirtes bereits im Einsatz hatte und die vielleicht sogar die selben sind, an denen ich als Kind mit meinen Eltern Platz genommen hatte. Auch als Anhänger eher modern eingerichteter Lokale kann man dem Restaurant einiges abgewinnen. Was vor allem beeindruckt, sind die grossen, alten Holzfenster, die einen Blick auf die Dünnern freigeben würden. Der Konjunktiv steht, weil die Terrasse leider mit einer Blache zum Schutz vor Wetter und Kälte bedeckt ist. Es ist zu hoffen, dass diese angesichts der länger werdenden Tage und der zunehmenden Temperaturen entfernt wird.

Man fühlt sich wohl in dieser altehrwürdigen Gaststätte, die einem an längst verflossene Tage erinnert. Sogar die Flechtkörbchen mit Snacks, eine Reminiszenz an meine Kindheit, sind da, wenn auch – zum Glück – nicht auf jedem Tisch präsent.

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Ess-Konzept

Wie eingangs bereits angetönt hat Alfred Häfliger für das Abendessen ein Konzept in seinem Restaurant eingeführt, das seinesgleichen in der näheren und weiteren Region sucht. Während tagsüber mehr oder weniger „courant normal“ herrscht, ist das Prozedere am Abend neuartig. Der Gast bekommt ein Blatt mit Zutaten für sein Essen – wie nachfolgend abgebildet – und einen Kugelschreiber und ist gebeten, alle Ingredienzen, die er nicht in seiner Mahlzeit wünscht, zu streichen. Als zweiter Schritt muss er dann noch entscheiden, ob er einen Tagesteller, serviert mit Suppe oder Salat, oder ein Menü mit 3 oder 4 Gängen möchte. Der Küchenchef stellt dann aus den verbliebenen Zutaten ein Essen nach seinem Gutdünken zusammen. Das „Zutaten-Blatt“ wird jede Woche gewechselt und es wird jeden Tag neu entschieden, was aus den Ingredienzen der Woche zubereitet wird. Auf diese Weise ist der Koch flexibel und in der Lage, saisonal einzukaufen. Zudem kommen keine Fertigprodukte zum Einsatz, sondern es wird alles frisch gekocht.

Menüfolge

Aus den Zutaten der Woche streichen mein Mann und ich am Abend nach dem Eröffnungstag der „neuen“ „Alten Mühle“ die beiden Fleischarten, da es uns nach Fisch gelüstet. Zudem eliminieren wir noch die Teigwaren aus der Liste, da uns Reis als geeignetere Beilage zu den verbleibenden Ingredienzen erscheint. Daraus zaubert Alfred Häfliger einen tollen Dreigänger, der nicht nur optisch überzeugt, sondern auch äusserst schmackhaft ist. Zu den knackig gekochten Spargeln werden eine Vinaigrette und eine Hollandaise-Sauce gereicht. Das dazu servierte Süsskartoffel-Püree harmoniert hervorragend mit dem leicht bitteren Gemüse. Als Hauptspeise erwartet uns ein perfekt gegartes Lachsfilet mit einer feinen Estragon-Sauce und einer delikaten Selleriefüllung. Zum Dessert schliesslich hat der Koch eine Variation aus Mango-Parfait und Joghurt-Papaya-Sauce kreiert, einen leichten Abschluss, der ideal zu den vorhergehenden, reichhaltigen Gängen passt. Die Portionen sind gross, für einen Durchschnittsesser bewegen sie sich an der oberen Grenze.

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Service/Preise

Der Service ist liebenswürdig und aufmerksam. Wir werden nett begrüsst und ausführlich mit dem Ess-Konzept bekannt gemacht. Der Chef kommt vor der Bestellung an den Tisch, stellt sich mit „André“ vor und fragt nach etwaigen Unklarheiten. Auch nach der Mahlzeit erkundigt er sich, ob wir mit dem Gebotenen zufrieden sind, was wir vorbehaltlos bejahen können.

Die Preise sind sehr vernünftig angesetzt. Ein Tagesteller inklusive Salat oder Suppe kostet 25 SFR, ein Menü mit drei Gängen 35 SFR, eines mit 4 Gängen 45 SFR. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar, auch wenn man bedenkt, dass unter anderem beim Fleisch Kalbsfilet zur Auswahl stand, das wir jedoch von der Zutaten-Liste gestrichen haben, allerdings nicht ohne ein bisschen Bedauern meinerseits. Wo bekommt man schon das beste Stück vom Kalb zu einem derartig günstigen Preis?

Gesamtschau

Das Traditionslokal „Alte Mühle“ am Rande der Oltner Altstadt ist ein Juwel von einem Restaurant. Nicht nur ist das Essen ausgezeichnet und bezahlbar, auch die Atmosphäre in der Gaststätte ist stimmig und das Personal freundlich und effizient. Für meinen Mann und mich steht fest, dass unsere Wege sicherlich wieder in das Kleinod an der Dünnern führen werden, vielleicht dann zu einem Essen auf der – hoffentlich „unbedeckten“ – Terrasse.

  • Kosten: Mittagessen 3 Menüs inkl. Suppe oder Salat und Dessert für 25 SFR, Abendessen Tagesteller inkl. Suppe oder Salat für 25 SFR oder Menü mit 3 Gängen für 35 SFR oder 4 Gängen für 45 SFR
  • Küche: klassisch, saisonal, mit qualitativ hochstehenden Frischprodukten
  • Gut zu wissen: am Wochenende geschlossen, ausser an wichtigen Oltner Anlässen
  • Adresse: Mühlegasse 20, 4600 Olten, Tel. +41 62 212 32 96, E-Mail info@alte-muehle.ch

Besucht: Mai 2017