Dreifachhalle statt Stadttheater?

Schulhaus Kleinholz Olten: „Als Einwohner und Parlamentarier ärgert mich solch grobfahrlässige Zahlenakrobatik.“

Urs Knapp – Das Oltner Parlament musste Anfang 2018 entscheiden: soll die neue Schule im Kleinholz das Hübelischulhaus ergänzen oder ersetzen? Das Parlament strich die lebendige Schule aus der Innenstadt. Ein Grund waren die Kosten eines Doppelstandorts Hübeli/Kleinholz.

Das Schulhaus Kleinholz sei für 10,05 Mio. Franken zu haben, versprach damals die Regierung. Stadträtin Iris Schelbert nannte die neue Kanti in Wohlen als Vorbild: «Sie haben 6,5 Mio. Franken für eine Holzelementbauweise bezahlt, ökologisch, sauber, schön, angenehm, 6,5 Mio.»

Acht Monate später tönt es anders: das «Kleinholz» soll nicht 6,5 Mio. oder 10,05 Mio. kosten, sondern satte 19 Mio. «Wir waren halt im Sparmodus», meinte Iris Schelbert. Wie zum Beweis, dass sie das nicht mehr ist, kündigt der Stadtrat noch eine Dreifachhalle neben der bestehenden Dreifach-Stadthalle an, für 10,2 Mio.

Schulhaus Projekt Kleinholz Olten
Schulhaus Projekt Kleinholz Olten

Vor zwei Wochen gab es die jüngste Kostenschätzung: das Schulhaus ist jetzt bei 23,2 Mio. und die neuen Hallen bei 11,4 Mio. Beides könne aber, so der Stadtrat, noch 20% teurer werden.

Als Einwohner und Parlamentarier ärgert mich solch grobfahrlässige Zahlenakrobatik. Trotzdem werde ich für ein Schulhaus im Kleinholz stimmen. Das Quartier braucht eine eigene Schule. Olten zahlt dafür aber einen hohen Preis: Wegen der angespannten Finanzlage sind die Mehrkosten bei anderen Investitionen einzusparen.

Dieses Sparprogramm fällt viel schärfer aus, wenn zur bestehenden Stadthalle eine neue Dreifachhalle gebaut wird. Zum Bedarf sagt der Stadtrat offen: «Die Stadthalle als Dreifachhalle bietet grundsätzlich im Primarschulbereich die nötige Kapazität für den Schulbetrieb im Kleinholz.»

11,4 Mio. für eine neue Dreifachhalle, die es für die Schule nicht braucht? Ich erwarte Klartext vom Stadtrat: Ich will wissen, welche anderen Investitionen dafür geopfert werden müssen. Etwa die dringende Sanierung des Stadttheaters?

Urs Knapp, Fraktionspräsident FDP

«Olten jetzt!» ist grosse Gewinnerin der Parlamentswahlen in Olten

Die neue politische Kraft mit dem Namen «Olten jetzt!» gehört zu den grossen Gewinnern bei den Oltner Parlamentswahlen. Sie schaffte trotz einer Verkleinerung des Parlaments von 50 auf 40 Mitglieder neu den Einzug mit insgesamt 4 Sitzen.

SP und FDP sind im neu 40-köpfigen Stadtparlament mit je 9 Sitzen vertreten und damit die stärksten Kräfte im Gemeindeparlament. Nebst einer starken Vertretung der Mutterpartei nimmt auch die Junge SP mit 3 Vertretern im Parlament Einsitz.

Die SVP ist mit gerade noch 5 Personen vertreten, CVP und Grüne noch mit je 4 Sitzen. Erwartungsgemäss schwierig war die Ausgangslage wegen der Parlamentsverkleinerung auch für die Kleinstparteien EVP und Grünliberale deren Sitzzahlen sich halbierten und neu nur noch mit je einer Person im Parlament vertreten sind.

Frischer Wind durch «Olten jetzt!»
Die Gruppierung Olten jetzt! schafft mit einem hervorragenden Resultat den Einzug mit 4 Vertretern und darf sich als grosse Gewinnerin der Oltner Parlamentswahlen bezeichnen. Daniel Kissling, Laura Schöni, Tobias Oetiker und Denise Spring ziehen allesamt als Neulinge ins Parlament ein. Herzliche Gratulation der neuen Oltner Kraft!

Amtsperiode des neuen Parlaments im August
Wie die Stadt Olten auf ihrer Homepage mitteilt, wurden von den bisherigen Mandatsträgerinnen und -trägern abgewählt: Ursula Rüegg, Ernst Eggmann und Anton Brügger (alle SVP), Sonja Bossart Meier, Moritz Segna und Nenad Skalonja (alle CVP), Beate Hasspacher und Raphael Schär (beide Grüne), Luc Nünlist, Paul Dilitz, Gökhan Karabas und Fritz Buser (alle SP), Max Pfenninger, David Tschan, Markus Wyss (alle FDP) und Christian Ginsig (Grünliberale).

Die Stimmbeteiligung bei den Parlamentswahlen betrug 37,22 Prozent. Die neue Amtsperiode beginnt am 1. August 2017.