Migros investiert 3 Millionen in den grössten Supermarkt der Stadt Olten

Energieeinsparung von 40 Prozent dient der Umwelt.

Während draussen bald die Konfetti vom Himmel regnen, wurde drinnen in der Sälipark-Migros in den letzten Wochen fleissig gewerkelt. Der grösste Einkaufsladen der Stadt Olten wird sanft renoviert und der Energieverbrauch der Kühlanlagen massiv reduziert. Rund drei Millionen Franken investiert die Migros Aare in die Erneuerung des grössten Supermarkts in der Stadt Olten.

Wer die Migros im ersten Untergeschoss im Sälipark aktuell betritt, merkt auf den ersten Blick nur wenig vom Umbau, bei welchem in den letzten Wochen gebohrt, gehämmert und ganze Regallandschaften ausgetauscht wurden. Aber der erste Blick trügt, denn nur gerade die Gemüseabteilung ist die ziemlich einzige Zone, welche nur teilweise umgelegt wurde. Spürbar wird der Umbau auf den zweiten Blick, denn in der grössten Migros Filiale der Stadt Olten wurden sämtliche Kühlregale durch energiesparenden Modelle ersetzt.

Kühlregale in der Umbauphase

40 Prozent weniger Energieverbrauch

Gemäss Migros wurde die Haustechnik optimiert und die gewerblichen Kälteanlagen komplett erneuert. So können nun gut 40 Prozent Energie eingespart werden, wie Migros Aare auf Nachfrage mitteilt. Die Migros investiert in den Umbau des Supermarkts und in die Modernisierung der Liegenschaft an der Riggenbachstrasse insgesamt drei Millionen Franken. Der Umbau im Supermarkt wird am 23. Februar abgeschlossen, weitere Arbeiten an der Liegenschaft laufen noch bis Mitte März.

Tiefkühlprodukte in neuen Auslagen

Energiesparende Kühlregale mit Türen

Die neuen Kühlregale haben neu Türen und reihen sich nun vom Frischgemüse über die Fleischabteilung bis hin zur eigentlichen Gefrierzone mit den tiefgefrorenen Produkten. Aber auch in der Käseabteilung wurden die Kühlzonen komplett neu gestaltet.

Käseabteilung

Zudem hat sich mit neuen Regalen bei den Backwaren auch der Verkauf von Brot leicht verändert. Gewisse ofenfrische Brote werden nun offen in die Auslage gelegt und können durch die Kunden selber in Beutel verpackt werden. Ideal, wer auf die Verpackung verzichten will. Gerade beim „Self-Scanning“ kann die eingekaufte Ware direkt am Regal mit dem Handscanner eingelesen und ohne Umweg und ohne Verpackung in die mitgebrachte Einkaufstüte verstaut werden kann.

Kühlregale im Bereich der Milchprodukte

Fleisch und Fisch neu an einer Theke

Insbesondere beim Metzger bekommt man den Eindruck, die Migros würde bald nur noch abgepackte Produkte verkaufen. Dem wiederspricht jedoch das Personal, denn auch wenn die Charcuterie mit Offenverkauf im neuen Ladenkonzept weggefallen ist, so werden neu an einem Standort der frische Fisch und das Fleisch zusammen verkauft. Die Auslage wurde insgesamt vergrössert, auch wenn dies auf den ersten Blick anders scheint.

Neue Fleisch- und Fischtheke Migros Olten
Neue Fleisch- und Fischtheke Migros Olten

Für Kunden ist die neue Verkaufstheke mit Fisch und Fleisch in Kombination ohnehin bequemer zu nutzen, da alle Frischeprodukte beim Personal aus einer Hand bestellt werden können. An Stelle der alten Fischabteilung ist eine neue Regalzone für das in Olten massig verkaufte Olivenöl entstanden.

Kosmetik auch bei der Kosmetik

Alles wirkt in der Sälipark-Migros etwas grosszügiger als bisher und so hat man auch die Bereiche für Kosmetik- und Hygieneprodukte komplett neu gestaltet. Der Austausch dieser Auslage erfolgte bereits zu Beginn des Umbaus und wurde nun mit neuen Überkopf-Leuchten beendet.

Alles in allem ein visuell kleiner Umbau. Dennoch dient dieser aber nicht nur den Kunden sondern auch der Umwelt, denn der Energieverbrauch in der Migros Sälipark kann massiv verringert und gleichzeitig der grösste Oltner Lebensmittelladen optisch aufwertet werden. So wurden auch die Wände beim Rollband in frischen Migros-Orange gestrichen. Bis wann die Migros in den neu zu bauenden «Sälipark 2020» umziehen wird, bleibt weiter offen.


Der Umbau in Bildern

Warum man das Projekt Sälipark 2020 unterstützen sollte

Ein Kommentar von Christian Ginsig – Ein in den 1980er Jahren entstandener Bau von „Migros Do it + Garden“ samt Parkplatz soll verschwinden und einem modernen Neubau mit dem Namen Sälipark 2020 weichen. Ein Renditeobjekt der Giroud Olma AG und wie dem Oltner Tagblatt zu entnehmen ist, regt sich von Seiten der Anwohner Widerstand gegen das Projekt. Die Oltner FDP, wohl bereits etwas im Wahlkampffieber 2017, hat dazu den wilden Stadtratskandidaten Thomas Rauch und einen Grünliberalen Gemeinderat um deren Meinung angefragt und stellt gleichzeitig in einem Tweet die rhetorische Frage, wohl in Anspielung auf Olten Südwest, ob auch hier ein Projekt in der Planungsphase abgeschriebebildschirmfoto-2016-12-25-um-10-09-31n werde.

Die Antwort darauf lautet kurz und knapp: Nein. Durchziehen ohne Wenn und Aber, denn der Sälipark 2020 ist eine Chance für Olten und muss realisiert werden. Im Gegensatz zu A1-Centers oder Gäuparks befindet sich der geplante Sälipark 2020 im Herzen der rechten Stadtseite, ist nicht zur zu Fuss sondern auch mit dem Velo für einen Grossteil der Bevölkerung gut erreichbar und liegt ideal in kurzer Distanz zu den Wohnquartieren der rechten Aareseite.

Aber auch die Bevölkerung der linken Stadtseite profitiert von einer möglichen Aufwertung des Säliquartiers, denn durch den Umfahrungstunnel der ERO Olten wird man den künftigen Haupt-Standort der Migros in der Stadt Olten auch mit dem Auto gut erreichen. Ein Grund mehr in Olten einzukaufen und nicht einen Supermarkt im Gäu anzusteuern, was heute leider ein Teil der Oltner Einkaufs-Realität ist.

Die zentrale Einfahrt ins Parkhaus befindet sich gleich hinter dem Sälikreisel und ermöglicht einen bequemen Zugang auch für Autofahrer aus Richtung ERO-Tunnel, dem Säliquartier und aus Richtung Aarburg. Für die Bus-Anbindung ist ebenfalls gesorgt. Warum also das Verkehrskonzept des möglichen 100-Mio-Franken-Projekts in Frage stellen und das Projekt gefährden?

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Ein Grossteil der Autofahrer wird auch künftig via Sälikreisel das Parkhaus des Säliparks ansteuern. Richtig ist aber auch, dass der Zugbringer auch für die Bewohner der Quartiere Waldheim, Meierhof und auch Neuhard über Bifang zugänglich sein muss. Ein kurzer direkter Zugang führt via Bifang zum Sälipark in eine neu zu erstellende Einfahrt ins Parkhaus. Zudem wäre der obere Teil der Riggenbachstrasse nur noch von Bussen und Velos befahrbar, da der Abschnitt beim Sälipark mit Pollern gesperrt wird. Notabene genau dort, wo auch Kindergärtner zirkulieren und damit die Kinder gegenüber der heutigen Situation viel besser vom Strassenverkehr geschützt wären.

Eine komplette Sperrung der unteren Riggenbachstrasse für den Individualverkehr ist ebensowenig sinnvoll, da sich nebst dem Sälipark auch noch ein Hotel, ein Coop und weitere Dienstleistungsbetriebe im Perimeter befinden und zugänglich sein müssen.

Nun hat sich gemäss Oltner Tagblatt auch der Verkehrsclub Schweiz von Solothurn aus gemeldet und ist der Meinung, eine Zufahrt zum Sälipark dürfe nur noch via Sälikreisel erfolgen. Dass dadurch vollkommen unnötige Umweg-Kilometer für die halbe rechte Stadtseite und Kunden aus Richtung Meierhof, Waldheim, Wiler, Höhenstrasse Ost und Neuhard entstehen würden, scheint die Vertretung aus Solothurn nicht verstanden zu haben. Im Gegenteil, denn genau dies könnte dazu führen, dass sich Ortskundige den Weg durch irgendwelche Quartierstrassen suchen. Genau das, was verhindert werden soll. Und seien wir ehrlich, schon heute wird die Bifangstrasse als Zubringer zum bestehenden Sälipark genutzt und es zirkuliert schon heute Verkehr, ohne dass daraus Probleme resultiert hätten.

Mit dem Sälipark 2020 entstehen jede Menge Abstellplätze für Velos für Kunden aus den Quartieren und der Investor sorgt genau damit dafür, dass möglichst viele Nutzer mit dem Bus oder dem Velo den Sälipark besuchen werden, denn die Zahl der Autoabstellplätze bleibt gegenüber der heutigen Situation in etwa gleich und nimmt nur minimal zu.

Der Sälipark 2020 ist eine grosse Chance für eine moderne Wohn- und Gewerbesiedlung und eine grosse Aufwertung des Quartiers. Da ist es lobenswert, dass die Wohnungen an Personen ohne Auto vermietet werden sollen. Entsprechende Siedlungen an anderen Orten in der Schweiz sind sehr beliebt und funktionieren. Voraussetzung dafür sind aber auch genügend Abstellflächen für Mietautos von Mobility. Der Investor wird sich hoffentlich in der Umsetzungsphase des Projekts bemühen, in Zusammenarbeit mit dem Carsharing-Anbieter die magere Zahl der heute zwei verfügbaren Fahrzeuge im künftigen Sälipark aus diesem Grund weiter aufzustocken.

 

Gestaltungsplan für Sälipark 2020 liegt vor

Wie die Stadt Olten mitteilt, kann ab 25. November der Gestaltungsplan für das Projekt „Sälipark 2020“ bis am 4. Januar 2017 eingesehen werden. Neben Einkaufsflächen und Büros soll neu auch Wohnen im Sälipark möglich sein. Das heutige Migros-Freizeitland wird durch einen Neubau ersetzt.

Mit dem vorliegenden Gestaltungsplan «Riggenbachstrasse» soll eine Aufwertung sowohl des Einkaufszentrums als auch des gesamten Areals erfolgen. Die Zufahrt zum Sälipark soll möglichst stadt- und quartierverträglich organisiert werden. Die Einfahrt in die unterirdische Tiefgarage ist auf Höhe der Bifangstrasse geplant, denn heute kreuzen sich ein- und ausfahrende Autos aus der Tiefgarage mit den Fussgängern auf dem Trottoir entlang der Riggenbachstrasse.

Mit der Verlegung der Einfahrt in die Bifangstrasse wird jedoch der heutige Standort des Samstags-Markts auf der rechten Stadtseite in Frage gestellt. Der Markt könnte neu beispielsweise an die Engelbergstrasse verlegt, oder auf den südlichen Teil des Giroud Olma-Areals oder im Perimeter Bifangschulhaus, Bifangplatz und Aarauerstrasse angesiedelt werden.

Durch die Neugestaltung des Säliparks erhöht sich die Gesamtverkaufsfläche im Erd- und ersten Untergeschoss um rund einen Drittel. Nebst einem grossen Migros-Supermarkt im ersten Untergeschoss und einem Restaurant im Erdgeschoss, umfasst der neue Sälipark auch 75 Mietwohnungen. Die Zahl der Parkplätze wird um 60 auf neu 685 erhöht.

Da es sich um einen „publikumsintensiven Standort“ handelt, muss eine Umzonung von „Gewerbezone mit Wohnanteil“ in Zone für „publikumsintensive Nutzungen“ vorgenommen werden. Zudem ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich.

Durchfahrt Riggenbachstrasse wird für privaten Autoverkehr gesperrt

Die Riggenbachstrasse wird bei Realisierung des Projekts Sälipark 2020 zwischen Bifangstrasse und Krummackerweg auf Höhe des heutigen Kindergartens für den privaten Autoverkehr gesperrt. Es werden Poller installiert und der Bus und Velofahrer können nach wie vor die Riggenbachstrasse befahren. Für Velofahrer sind über das ganze Areal Sälipark grosszügig dimensionierte neue Veloabstellplätze in grosser Zahl geplant.

Der heute schwierig zu befahrende Verkehrsknoten vor der Fachhochschule von der Tannwaldstrasse wird in die alte Aarauerstrasse hinein verlängert. Damit soll die Sicherheit für Velofahrer im Bereich des Knotens der Von Rollstrasse verbessert werden. Die Buslinien 501 und 504 sollen neu via Bifangplatz–Bifangstrasse–Riggenbachstrasse–Von Rollstrasse verkehren und den Sälipark ideal erschliessen.

Die Umsetzung der Umgestaltungs- und Verkehrsmassnahmen ist unmittelbar mit dem Projekt Sälipark 2020 verbunden. Die gesamten Investitionskosten für die verkehrlichen Massnahmen auf öffentichem Grund werden auf rund 1,8 bis 2 Mio. Franken geschätzt.

 

Nutzungskennzahlen Sälipark 2020

Investitionsvolumen über 100 Millionen Franken
Nutzung Einkaufen, Wohnen, Verweilen
Verkaufsfläche ca. 17`000 m2 (Stand heute: 13`000 m2)
Anzahl Verkaufsgeschäfte ca. 40 (Stand heute: 28)
Mieter Migros, M-Restaurant sowie
Markengeschäfte von lokalen, nationalen und internationalen Anbietern
Arbeitsplätze im Areal ca. 900 (Stand heute: ca. 700)
Wohnen 75 Wohnungen für alle Generationen