Zugverkehrsleiter bei der SBB werden?

Suchst du einen Job mit Zukunft? In der Betriebszentrale der SBB in Olten findest du ihn. Das Gefühl während der Arbeit muss wohl irgendwo zwischen Astronaut und Verkehrspolizist liegen. Auf acht Bildschirmen mit vielen farbigen Linien steuern Zugverkehrsleiterinnen und -leiter in Olten die Züge im ganzen Schweizer Mittelland.

Ausgerüstet mit modernster Technik, viel Wissen und einer grossen Portion Verantwortung wirkst du im Herzen des Schweizer Bahnbetriebes in der „Betriebszentrale Mitte“ der SBB an der Gösgerstrasse in Olten.

Noch in diesem Jahr beginnt die nächste Klasse der Zweitausbildung zum Zugverkehrsleitenden in Olten. Bereits während der achtmonatigen Ausbildung ist man bei der SBB angestellt und arbeitet in der Betriebszentrale Mitte zentral am Bahnhof Olten. Die Voraussetzungen für die Ausbildung:

  • Abgeschlossene 3-jährige Berufslehre oder Matura
  • Gute Kenntnisse einer zweiten Schweizer Landessprache
  • Bereitschaft unregelmässig zu arbeiten
  • Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Belastbarkeit, vernetztes Denken

Nach der Ausbildung bieten sich innerhalb der Betriebszentrale und der SBB vielfältige Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Die Schichtarbeit lässt sich auch in einem Teilzeitpensum absolvieren und ermöglicht somit eine ausgezeichnete Work-Life-Balance.

Wie eine junge Zugverkehrsleiterin den Alltag in der Betriebszentrale erlebt, liest du hier. Weitere Informationen zur Ausbildung und die nächsten Termine der Informationsveranstaltungen findest du unter www.sbb.ch/zvl

Oltner Swiss Prime Site kauft Grundstück in Stadtentwicklungszone bei Genf

Die Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site (SPS) hat im Stadtentwicklungsgebiet im Genfer Vorort Lancy ein Grundstück gekauft. Geplant ist der Bau einer 15-stöckigen Gewerbegebäudes bis ins Jahr 2023.

Das Unternehmen mit Sitz in Olten erwarb die knapp 5200 Quadratmeter grosse Parzelle von der SBB, wie SPS am Freitag mitteilte. Zum Kaufpreis machte die Gesellschaft keine Angaben.Das Grundstück befindet sich direkt am neu eröffneten Bahnhof Lancy Pont Rouge im Stadtentwicklungsgebiet „Praille-Acacias-Vernets“ (PAV).

Auf einer Fläche von 260 Hektaren sollen dort in 20 Jahren rund 50’000 Menschen leben und arbeiten. Der Standort habe das gleiche Potenzial wie die Hardbrücke in Zürich, wird Peter Lehmann, Chef der Immobiliensparte, in der Mitteilung zitiert. (sda)

Woher genau kommt das Züglein auf Gleis 1?

In der Nordwestschweiz wird das Thema ‚Läufelfingerli‘ heftig diskutiert. Die zweite Hauensteinlinie der SBB führt von Sissach via Läufelfingen nach Olten. Sie wird im Ereignisfall als Ausweichroute auch von Intercity- oder Güterzügen befahren.

In knapp 21 Minuten kannst du einmal selbst die Strecke Sissach nach Olten im Führerstand einer S-Bahn zurücklegen und die Ankunft bis im Bahnhof Olten mitverfolgen. Oder wusstest du, dass die Durchfahrt durch den Hauensteintunnel nur gerade einmal 1:50 Minuten dauert und du vom Tunnelportal in Läufelfingen (BL) direkt in den Kanton Solothurn rüberschauen kannst?

Viel Spass mit der virtuellen Führerstandsfahrt von Sissach nach Olten.

An FHNW in Muttenz pendeln Studis bald ausserhalb Spitzenzeiten

Ein Deal der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und der SBB für den neuen Campus in Muttenz soll die Pendler-Spitzenzeiten entschärfen: Ab Herbst 2018 halten dort zwei InterRegio-Züge, dafür beginnt der FHNW-Unterricht teils später. Der Bahn-Deal soll Schule machen. Ab September 2018 legen die InterRegio-Züge von Olten nach Basel um 8:40 und 9:40 Uhr in Muttenz für die FHNW einen Extrahalt ein.

In knapp einem Jahr wird die FHNW im Muttenzer Polyfeld wenige Schritte vom Bahnhof entfernt ihren neuen Campus mit rund 3700 Studierenden und 800 Mitarbeitenden beziehen – mehr als dreimal so viele wie heute. Mit einer kantonalen Sekundarstufen-Reform werden zudem 2024 weitere Schulen ins Polyfeld ziehen. Doch schon heute ist die S-Bahn am Morgen ausgelastet, das Tram zu weit weg und die Busanbindung bescheiden.

Video: Pendlerströme auf SBB Strecken im Tagesverlauf

Die Mehrheit der Muttenzer FHNW-Studierenden kommt mit dem Zug von Olten her, je nach Ausbildungsgang nicht nur aus den FHNW-Kantonen Aargau, den beiden Basel und Solothurn, sondern auch von weiter weg. Zusätzliches Rollmaterial hat die SBB aber nicht auf der Halde. Mehr Verbindungen bezahlen müsste im Regionalverkehr zudem die öffentliche Hand. Platz hat es jedoch in Zügen ausserhalb der Pendlerzeiten, und den will man nun besser nutzen, wie Verantwortliche am Mittwoch vor den Medien ausführten.

Zusatzhalte von Interregio-Zügen ab Olten
Ab September 2018 legen die InterRegio-Züge von Olten nach Basel um 8:40 und 9:40 Uhr in Muttenz für die FHNW einen Extrahalt ein. Bisher hält dort nur die S-Bahn sowie ein früher InterRegio von Zürich her. Im Gegenzug will die FHNW den Unterricht für einen Drittel der Studierenden später ansetzen, damit diese nicht zu Pendlerzeiten nach Muttenz fahren. Für den FHNW-Campus bringt das kaum Mehraufwand, soll der doch ohnehin 24-Stunden an sieben Tagen in der Woche offen sein. Der FHNW-Deal ist der zweite solche der SBB nach einem ähnlichen mit der Fachhochschule Luzern in Rotkreuz.

Potenzial von 22’000 Studierenden ausserhalb Hauptverkehrszeit
Angesichts der erhofften Vorteile will die SBB das Modell zunächst anderen FHNW-Standorten schmackhaft machen, etwa Brugg-Windisch. Dazu sollen nun Gespräche beginnen. Der Zusatzhalt der beiden IR-Züge soll rund 400 Studierende zusätzlich per Bahn nach Muttenz bringen. Die SBB hält es nach einer Studie für möglich, dereinst mittels verschobenen Vorlesungszeiten über 22’000 Studierende aus den Hauptverkehrszeiten zu bekommen. Für ihre Kampagne „Work Smart“, mit der die SBB Unternehmen zum Staffeln der Arbeitszeiten weg von Pendler-Spitzen motivieren will, hat sie inzwischen 138 Partner gefunden, darunter auch den Bund.

Verlagerung in Nebenverkehrszeiten
Offenbar mit Erfolg: Seit 2015 habe das Passagierwachstum zu Nebenzeiten stärker zugelegt als zu Spitzenzeiten, hiess es. Im Baselbiet will die Regierung weitere Schulen und Firmen motivieren, im Sinne von „Work Smart“ mitzuziehen. Bei der SBB ist man froh um jeden heute vermiedenen Ausbau, sei doch die Mobilitätszukunft angesichts der Digitalisierung noch recht unklar. (SDA/Gi)

SBB sucht Mitarbeitende in Olten

Möchtest du im vermutlich grössten Büro in der Stadt Olten arbeiten? Die SBB sucht in ihrer topmodernen Betriebszentrale in Olten Mitarbeitende welche mithelfen, den Zugverkehr im Schweizer Mittelland zu steuern.  Als Zugverkehrsleiterin oder Zugverkehrsleiter arbeitest du in einem sehr dynamischen Umfeld und steuerst den Bahnverkehr für die täglich 9000 Reise- und 2000 Güterzüge der SBB.

Gleich beim Bahnhof in Olten an zentralster Lage befindet sich die «Betriebszentrale Mitte» an der Gösgerstarasse. Von dort aus steuert die SBB im 7/24-Rhythmus den gesamten Zugverkehr im Schweizer Mittelland. Die SBB sucht für den Standort Olten noch Mitarbeitende für die Ausbildungsklasse im Jahr 2018.

Voraussetzung für die Berufsausbildung zum Zugverkehrsleiter ist eine abgeschlossene 3-jährige Berufslehre oder Matura und gute Kenntnisse einer zweiten Landessprache. Menschen die gerne in einer modernen Arbeitsumgebung in Olten und rund um die Uhr arbeiten möchten, bieten sich damit ein Beruf mit Zukunft.

Interessierte Mitarbeitende können nach ihrer Ausbildung zum Zugverkehrsleiter auch Teamleiterfunktionen übernehmen und sich innerhalb der SBB weiterentwickeln. Bist du an einer spannenden und herausfordernden Tätigkeit für die SBB interessiert? Die SBB führt in Olten am 15. November eine Infoveranstaltung durch. Anmeldungen direkt und einfach im Netz möglich.

Ein kurzes Video zum Beruf der Zugverkehrsleiterin gibt es hier. Weitere Infos sind zudem unter http://www.sbb.ch/zvl abrufbar.

 

 

 

Ausbau SBB Werk Olten schreitet voran

Die SBB ist eine wichtige Arbeitgeberin in Olten. Gegen 3’000 Mitarbeitende der grössten Schweizer Transportunternehmung arbeiten in verschiedensten Bereichen in der Dreitannenstadt. Derzeit wird am Standort in der Industriestrasse im «SBB Werk Olten» eine neue Halle für den „schweren Unterhalt“ von 150 Meter langen Zügen erstellt. Dies sichert in der Region Olten über viele Jahre Arbeitsplätze.

«OL_3x150m Trieb- und Gliederzüge» ist ein Schlüsselprojekt für die SBB.  Im Industriewerk Olten können zukünftig ganze Trieb- und Gliederzüge bis zu einer Länge von 150m auf der ganzen Länge revidiert werden. Das im Herbst 2016 gestartete Bauprojekt sieht einerseits die Installation drei neuer 150 Meter langer Revisionsgleise vor. Anderseits werden neue Krananlagen auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern montiert und die Gebäudehülle erneuert. Die SBB investiert insgesamt 37 Mio CHF in den neuen Unterhaltsstandort.

Der Einbau einer neuen Unterflurhebeanlage – es ist schweizweit die erste solche Anlage für komplette Triebzüge – gilt als Meilenstein im SBB Projekt. Die Umbauten ermöglichen ab 2018 die Instandhaltung von 375 Triebzügen des Regionalverkehrs.

Gestern wurden als Schwertransport Teile der künftigen Hebeeinrichtung als Schwertransport an die Industriestrasse in Olten gebracht. Medienschaffende konnten sich vor Ort ein Bild über den spektakulären Transport der wichtigen Fertigungsteile der neuen Anlage machen.

 

 

 

 

 

Einladung zum «Tag des offenen Tunnels» am Samstag auf die SBB Baustelle Olten-Aarau

Am Samstag, 6. Mai 2017 feiern die SBB zusammen mit der Bevölkerung den «Tag des offenen Tunnels» auf der SBB Baustelle Eppenberg zwischen Olten–Aarau. Gross und Klein kann einen Blick in den entstehenden Eppenbergtunnel werfen. Das ist eine der ersten und letzten Gelegenheiten in den Tunnel zu gehen und diesen von innen zu besichtigen. Für die Anfahrt zur Tunnelbaustelle wird die öV-Anreise via Aarau empfohlen. Ab Bahnhof Aarau verkehrt die Linie 3 AAR nach Wöschnau. 

Anfang dieses Jahres fuhr die Tunnelbohrmaschine los und hat bis heute mehr als ein Drittel des rund drei Kilometer langen Eppenbergtunnels – dem Herzstück des Vierspurausbaus Olten–Aarau ausgebrochen. Am 6. Mai 2017, von 10.00 bis 17.00 Uhr, feiern die SBB zusammen mit der Bevölkerung den «Tag des offenen Tunnels». Gross und Klein können Schritte in den Eppenbergtunnel wagen oder gar an einer Führung teilnehmen und die Tunnelbohrmaschine aus nächster Nähe besichtigen. Auf insgesamt vier Festplätzen warten folgende weiteren Attraktionen auf die Besucherinnen und Besucher:

  • Kulinarisch: die Original-Eppenberger-Bohrwurst kann frisch vom Grill genossen werden.
  • Für Kinder: den Geschichten von Globi lauschen oder im Kies mit Mini-Bau­maschinen schaufeln und baggern.
  •  Glücksbotschaften im Gipfelbuch: Jedermann kann den neuen Berg neben dem Eppenberg besteigen und seine Glücksbotschaften im Gipfelbuch hinterlassen.

Anreise mit dem öV via Aarau empfohlen

Die Zahl der Parkplätze vor Ort ist beschränkt. Besucher der Tunnelbaustelle sind gebeten, mit dem öV nach Aarau zu reisen und dort auf den Bus AAR Linie 3 umzusteigen.

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Symbolbild SBB Baustelle Eppenberg 2016

Einmalige Gelegenheit für die Besichtigung des Eppenbergtunnels

Der  «Tag des offenen Tunnels» bietet eine der ersten und letzten Gelegenheiten, in den Tunnel zu blicken, denn ab Ende Mai wird die Tunnelbohrmaschine für das vor ihr liegende Lockergestein umgebaut. Die gesamte Logistik für den Umbau der „fahrenden Fabrik“ wird über das künftige Tunnelportal in Wöschnau abgewickelt. Der Umbau dauert voraussichtlich bis Ende Juli. Von August bis Winter 2017/2018 frisst sich die Tunnelbohrmaschine durch die letzten 700 Meter des Bergs und schafft dabei rund 10 Meter pro Tag. Der Vierspurausbau Olten–Aarau (Eppenbergtunnel) geht Ende 2020 in Betrieb. Damit beheben Bund und SBB eines der grössten Nadelöhre im Mittelland.

Festplätze Eppenberg Tag des offenen Tunnels

Olten-Basel: SBB Strecke an zwei Wochenenden für Verkehr gesperrt

Die SBB erneuert an den Wochenenden vom 25./26. Februar und 4./5. März 2017 sechs Weichen in Tecknau. Die intensiven Arbeiten verursachen einen geänderten Fahrplan, Umleitungen und längere Reisezeiten zwischen Basel und Olten. Die SBB bittet Reisende, den Online-Fahrplan zu beachten. Die Strecke zwischen Olten und Gelterkinden ist an beiden Wochenenden für den Zugverkehr komplett gesperrt. 

Die SBB unterhält eines der am meisten befahrenen Bahnnetze der Welt. Was so intensiv genutzt wird, muss entsprechend gepflegt werden. Deshalb erneuert die SBB in Tecknau auf der Linie Olten–Basel an den beiden Wochenenden vom 25./26. Februar und 4./5. März 2017 sechs Weichen.

An den beiden Wochenenden vom 25./26. Februar und 4./5. März ersetzen Bauteams jeweils drei rund 24 Tonnen schwere Weichen, den Schotter und passen die Fahrleitungs- und Stellwerkanlagen an. Um die Arbeiten rasch und möglichst kostengünstig ausführen zu können, ist die Strecke zwischen Olten und Gelterkinden an den beiden Wochenenden für den Zugverkehr komplett gesperrt.

Die Sperrungen haben jeweils von Samstag, Betriebsbeginn, bis Sonntag, Betriebsende, einen angepassten Fahrplan Olten–Basel, Zugsausfälle, Umleitungen, frühere Zugsabfahrten und längere Reisezeiten zur Folge. Die Kosten für die Weichenerneuerung in Tecknau belaufen sich auf 2,8 Millionen Franken.

37 Mio Franken für Neubau einer Halle für den Fahrzeugunterhalt im SBB Werk Olten

Die SBB investiert am Standort Olten. Im SBB Werk an der Industriestrasse 153 sind die Bagger aufgefahren. Ein alter bestehender Hallenteil wird derzeit abgerissen und es entstehen aareseitig drei neue 150 Meter lange Revisionsgleise für die Instandhaltung langer Trieb- und Gliederzüge. Zudem werden neue Krananlagen auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern installiert und die Gebäudehülle erneuert. Vorgesehen ist auch eine neue Unterflurhebeanlage – schweizweit ein Novum.

Seit mehr als 30 Jahren werden im SBB Werk Olten an der Industriestrasse Einzelwagen repariert und instand gehalten – künftig wird auch an bis zu 150 Meter langen Zugskompositionen gearbeitet. Dafür sind grössere Umbauarbeiten nötig: Das Bauprojekt sieht einerseits die Installation drei neuer 150 Meter langer Revisionsgleise vor. Anderseits werden neue Krananlagen auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern montiert sowie die Gebäudehülle erneuert. Mit den neuen Anlagen sind künftig Reparaturarbeiten gleichzeitig unter dem Zug, seitlich, auf dem Dach sowie im Fahrzeug möglich. Vorgesehen ist ausserdem der Einbau einer neuen Unterflurhebeanlage – es ist schweizweit die erste solche Anlage für komplette Triebzüge, welche die SBB in Betrieb nimmt. Die Umbauten ermöglichen ab 2018 die Instandhaltung von 375 Triebzügen des Regionalverkehrs und verbessern auch die Abläufe und Produktivität im Werk Olten. Die Investition beläuft sich auf rund 37 Millionen Franken.

Das Werk Olten schafft damit die Voraussetzungen für eine effizientere Instandhaltung und Revision der Regionalverkehrsflotte, die zunehmend auf Trieb- und Gliederzüge setzt.

Von Olten aus werden 750 Kilometer Bahnnetz überwacht und gesteuert

(sda) – Im Kommandoraum der Betriebszentrale Mitte der SBB in Olten sorgen Zugverkehrsprofis für einen reibungslosen Ablauf des Bahnverkehrs. Ein 750 Kilometer langes Schienennetz wird von dort aus zentral gesteuert.

Meist läuft alles automatisch und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betriebszentrale (BZ) können sich auf die Überwachung des Zugverkehrs oder auf die Rangierbewegungen konzentrieren, welche sie von Hand über eines der wenigen noch freien Gleise steuern. So können die knappen Restkapazitäten auf dem Bahnnetz ausgeschöpft werden.

Kommt es zu Abweichungen vom Fahrplan oder einer Störung, haben die Mitarbeitenden der BZ jedoch alle Hände voll zu tun: Dann läuft nichts mehr automatisch, die Zugverkehrsleiter greifen steuernd ein.

Für den Laien ist es auf den ersten Blick kaum denkbar, dass das „Strickmuster“ auf einem Bildschirm, das an einen Luftüberwachungsraum erinnert, nichts anderes als den aktuellen Zugverkehr abbildet: Rot sind die Intercity-Züge, orange der Regionalverkehr und blau der Güterverkehr.

„Da werden in der Rushhour schätzungsweise 200 bis 250 Züge pro Stunde überwacht und gesteuert“, sagt der Leiter Operatives der Betriebszentrale Mitte, Thomas Wirz, auf einem Rundgang der Nachrichtengagentur sda.

Die Zahlen sind eindrücklich: 750 Kilometer Bahnnetz werden in der BZ Mitte überwacht und gesteuert. Dazu gehören 188 Bahnhöfe, 2850 Weichen und 3050 Signale. 500 Rechner und Server stehen für die Zugsteuerung zur Verfügung.

Insgesamt arbeiten in der BZ Mitte rund 350 Mitarbeitende. Noch vor zehn Jahren waren für die Zugsteuerung im Gebiet Basel, Bern, Brugg und Luzern 630 Mitarbeitende an 30 Standorten notwendig.

Zuständig für die Überwachung sind Teams, die insgesamt sechs Sektoren in geografischer Anordnung nach dem Abbild der Landkarte bilden. So kann sich jedermann rasch zurechtfinden, wer wo für welche Strecke zuständig ist.

Hauptakteur ist der Zugverkehrsleiter, der über den Rechnerraum direkt Befehle an ein örtliches Stellwerk abgeben kann. Das Stellwerk löst beispielsweise eine Weichenumstellung aus oder stellt ein Signal auf rot. Das voll automatisierte Stellwerk ist auch zuständig für die Betriebssicherheit und sorgt beispielsweise dafür, dass nicht plötzlich zwei Züge auf dem gleichen Gleis aufeinander zufahren.

Die Züge auf der West-Ost-Achse werden in Flamatt FR von der BZ West in Lausanne übernommen und bis in den Heitersbergtunnel begleitet. Anschliessend werden die Züge der BZ Ost in Zürich übergeben. Das Gleiche geschieht auf der Nord-Süd-Achse auf den Zubringerstrecken zu den beiden Alpenbasistunnels Gotthard und Lötschberg, wo die Züge an die BZ Tessin beziehungsweise an die BZ der BLS in Spiez übergeben werden.

Im Fall einer Störung wie etwa einem stehengebliebenen Zug oder einer Verspätung kann der Zugverkehrsleiter sofort eingreifen. Jeder seiner Eingriffe ist für das ganze Team auf den anderen Bildschirmen sichtbar.

Aber auch ausserhalb des Gebäudes bekommen die Zugpassagiere die Änderungen mit. Jede Veränderung der Situation, zum Beispiel während einer Betriebsstörung, wird den Reisenden aktuell mit Verspätungsanzeigen und über Lausprecherdurchsagen mitgeteilt.

Handelt es sich um eine schwerwiegendere Störung, so besteht eine Stabsorganisation, die je nachdem ausgebaut werden kann. Mit bunten Westen werden in der „Hot Zone“, dem Stabstisch, die Verantwortlichkeiten verteilt und für alle erkennbar gemacht. So finden sich die jeweils nötigen Ansprechpartner rasch im Raum.

„Früher hat man eher noch abgewartet, ob sich ein Problem rasch von selber löst“, sagt Wirz zur Einsatzorganisation. „Heute jedoch fahren wir die Organisation sehr schnell hoch.“ Abgebaut werden könne dann immer.

Ein besonderes Augenmerk richtet die Kommandozentrale im Störungsfall auf die Kundeninformation. Neben der Kundeninformation in allen Sektoren gibt es seit vergangenem Juli auch einen übergeordneten Supervisor – Disponent genannt – für die Kundeninformation.

Im Ereignisfall wird ein Stab gebildet, welcher vom Leiter des Kommandoraums geführt wird. Er gibt die jeweils neusten Informationen protokollartig in das hauseigene „Chat-System“ ein, dem sogenannten Alarmierungs- und Ereignisassistenten (ALEA).

Falls beispielsweise die ganze Ost-West-Achse lahmgelegt werden sollte, so kommt der Führungsstab zum Tragen, bei dem auch der Leiter Operatives ins Geschehen eingreift. Möglich ist als weitere höhere Stufe beispielsweise bei einem Unfall oder Tunnelbrand der Notfallstab Betrieb. In diesem Fall wird die Entscheidungskompetenz von Olten an die Netzleitung in Bern delegiert. Die Steuerung des Zugverkehrs bleibt aber in jedem Fall in Olten.

Gewappnet ist die BZ Mitte auch für einen Stromausfall. Der Strom stammt von zwei Kraftwerken. Es gibt zudem ein Batterielager, das einen einstündigen Batteriebetrieb erlaubt. Eine Notstromgruppe könnte die BZ Mitte zudem für drei Tage mit Strom versorgen.

Gegen Cyberangriffe ist die BZ insofern gerüstet, als die Leittechnik ein eigenes System unabhängig vom Internet ist.

Sollte beispielsweise die ganze BZ Mitte ausfallen, so gibt es dort in jeder der vier anderen BZ leere Sektoren für auswärtige Teams. Die Fachleute der einzelnen Sektoren würden also in ein anderes BZ gefahren und übernehmen von dort aus die Disposition der Züge in ihrem Gebiet. Dies ist bei allen BZ so organisiert und wurde am vergangen 8. November auch erfolgreich getestet, wie Wirz sagt.

 

Quelle: SDA – Schweizerische Depeschenagentur
Erschienen: 04.01.2017, 09:00 Uhr