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Der Unterschied

Diese Tage mussten in der Oltner Velostation am Bahnhof wieder unzählige Velofahrerinnen und Velofahrer wegen Überfüllung der Anlage ihren Drahtesel irgendwo abstellen. Die dafür vorgesehenen Stellplätze waren einmal mehr überfüllt.

Es ist schade, kümmert sich die Stadt Olten nicht um eine aktive Platzbewirtschaftung am Bahnhof Olten. Die mit Steuergeldern finanzierte Anlage ist weiterhin chronisch überlastet. Ziel müsste es aber sein, dass möglichst viele velofahrende Menschen einen Platz für ihr Fahrrand am Bahnhof finden. Denn die Unterschiede mit und ohne Platzbewirtschaftung sind frappant. Dort wo für CHF 150.- pro Jahr (41 Rappen pro Tag) ein Parkplatz gemietet werden kann, füllt sich die Anlage am Morgen und leert sich wieder am Abend. Stehen bleiben nur ein paar wenige Velos von Nutzern, die in Olten arbeiten und mit dem Zug an- und abreisen.

Bewirtschafteter Teil der Veloanlage Gleis 12 Bahnhof Olten

Ein komplett anderes Bild in der kostenlosen und unbewirtschafteten Zone. Hier der Blick gestern Abend um 22.20 Uhr. Der kostenlose städtische Teil des Velokellers ist auch spät am Abend halb gefüllt mit Velos, die man am Bahnhof einfach trocken und warm ein paar Tage stehen lassen kann.

Pendlerinnen und Pendler, die nicht schon in den sehr frühen Morgenstunden zum Bahnhof fahren, müssen dann im Verlauf des Tages ihre Velos irgendwo abstellen, denn mindestens die Hälfte der Abstellfläche ist durch Dauerparkierer belegt.

Kostenlose Abstellfläche Gleis 12 um 22.20 UIhr
Kostenlose Abstellfläche Gleis 12, Blick Richtung Migrolino, um 22.20 Uhr

Kontrolle mit Maler-Klebeband

„Veloleichen“ fallen beim aktuellen System oft erst nach Wochen auf, werden irgendwann durch das Personal vor Ort mit einem Maler-Klebeband markiert, mit einem Datum versehen und es dauert weitere viele Tage, bis die nicht genutzten Velos irgendwann aus den kostenlos nutzbaren Veloständern entfernt werden.

Es wird Zeit für eine professionelle Bewirtschaftung, damit möglichst viele Oltnerinnen und Oltner welche diese Anlage täglich nutzen, endlich wieder Platz für ihr Fahrrad finden. Technische Lösungen am Markt sind verfügbar, nur braucht es die Anstrengung aus der Verwaltung, hier endlich zu handeln, bevor dies über eine Motion durch das Gemeindeparlament geschieht.

Wir Oltner sind schon äs bizeli verrückt

Auf dem Weg ans Schulfest ist mir heute durch den Kopf geschossen, dass wir Oltner schon ein bisschen verrückt sind, uns vom Durchgangsverkehr so viele schöne Flächen klauen zu lassen. Aber gerade an einem solchen Sonntag, wo unsere Kinder und damit unsere Zukunft durch Olten läuft, darf man doch mal den Gedanken etwas spinnen und sich überlegen wie es wäre, wenn wir nicht jeden Oltner Quadratmeter dem Strassenverkehr opfern würden. Also etwa so ähnlich wie einem Raucher aufzeigen, der sich nicht vorstellen kann, dass man auch ohne Zigarette gut und vor allem gesünder leben kann.

Stellen Sie sich also mal einfach vor, wie der Munzigerplatz als Parkanlage aussehen würde, mit Grasflächen und Bänkli, irgendwo vorne links ein kleiner Pavillon der im Sommer Getränke verkauft, etwas Musik dudelt unter dem Schatten der Bäume und die städtischen Stühle von Fermob, die einfach so in diesem bunten Stadtgarten stehen, sind von Müttern belegt, die ihren Kindern beim Spielen zusehen.

Munzingerplatz mit Bäumen, Parkplatz an zentralster Lage

Oder noch verrückter. Stellen Sie sich mal vor, man würde die Strasse beim Bahnhofquai mit all ihrem Durchgangsverkehr eine Etage tiefer legen und vom Bahnhof bis zur Holzbrücke würde die ganze Fläche in einen Spielplatz für Fussgänger und Veloverkehr umgestaltet. Schönster Lebensraum wo man gerne verweilen würde. An der Kante vorne zur Aare hin würden die farbigen Möbel von Enzo stehen, die man der Stadt schenkte. Die Leute könnten von oben auf die Aare blicken und im Erdgeschoss in den Gebäuden von Swisscom wären keine Büros sondern kleine Snackstände, wo sich die 80’000 Leute, die täglich an Oltner Bahnhof frequentieren, kurz mal auf ein Bier oder einen Apéro in Olten an der Aare gemütlich unter einem Sonnenschirm treffen würden. Eine Etage tiefer, eingepackt in einem Betontunnel, würde sich der motorisierte Verkehr durchwälzen und oben an bester Lage wieder Leben stattfinden.

Bahnhofquai vom Postplatz zum Bahnhof, heute eine Stadtautobahn.

Leider beherrsche ich kein Photoshop, sonst würde ich das gerne mal für diesen Blog visualisieren und um eine kleine Inspiration zu schaffen, wie es am Aareufer aussehen könnte, würden wir nicht jeden Zentimeter dem Durchgangsverkehr verschenken, sondern uns wieder mehr auf unsere Oltner Anliegen fokussieren und diese auch gegenüber dem Kanton klar kommunizieren. Einfach mal nicht abnicken sondern auf die Hinterbeine stehen und eine Vision präsentieren und konkrete Massnahmen einfordern.

Welche Breite und welches Potential die Ringstrasse vom Café Ring bis hin zur Citykreuzung hat, sieht man erst, wenn sich Menschen darauf bewegen können. In den 1950er und 1960er Jahren war der wirtschaftliche Aufschwung eng mit dem Strassenbau verbunden. Die Strassen mussten möglichst breit sein und der Fokus lag klar beim Auto. Die Kehrtwende machen nun Länder wie Holland und Dänemark, also funktionierende Wirtschaftssysteme ohne eigene Autoindustrie, wo schrittweise Rückeroberung des Strassenraums durch Velos und Fussgänger stattfindet. Es werden Bäume gepflanzt und Lebensraum für Menschen geschaffen, die in ihrer Stadt wohnen möchten.

Ringstrasse, die heutige Automeile der Stadt Olten

In Holland bestehen Verkehrskonzepte, bei welchen in Städten der komplette Strassenraum von Verkehrsinseln befreit, die Troittoirs aufgehoben, Fahrbahnmarkierungen übermalt und sämtliche Verkehrsschilder und Signalisationen entfernt wurden. Die riesige Verkehrsfläche kann nun gleichberechtigt durch alle Menschen genutzt werden, ob nun zu Fuss, auf dem Velo oder im Auto. Es hört sich verrückt an, aber dieses Experiment zeigt, dass ein neues Miteinander entsteht, Autofahrer viel vorsichtiger den Verkehrsraum befahren, wenn nicht Ampeln und Pfeile den Weg durch die Stadt weisen und der Verkehr genauso fliesst. Denn es ist klar, dass man in Olten den Verkehr nicht wegzaubern kann. Aber man kann ihn neu denken und gestalten.

Verkehrsführung aus den 1960er Jahren, weil man es schon immer so machte.

Was für ein realitätsfremder Spinner werden nun die einen denken, was für ein Utopist. Aber hey, manchmal sind es genau diese Sonntage im Sommer, die einem den Blick dafür eröffnen, dass es auch anders gehen könnte. Und dass es eben funktionieren würde, zeigt die Tatsache, dass trotz Strassensperrung der Verkehr am heutigen Schulfest in Olten nicht etwa zusammengebrochen ist. Nein, wir haben uns damit arrangiert.

Ein Parkplatzleitsystem für Oltens Parkäuser wird nun auch realisiert und für Besucher von Olten wird man auch in Zukunft Parkraum benötigen, nur stellt sich die Frage, ob unsere Stadt auch in Zukunft dem Durchgangsverkehr weiterhin diese hohe Priorität einräumen will oder ob wir Olten wieder attraktiver gestalten und für Besucher wieder ansprechender entwickeln sollten. Gerade an zentralsten Lagen der Innenstadt.

Aarburgerstrasse aus Richtung Aarburg bis zum Postplatz, an normalen Tagen eine meist stehende Autoschlange in der Hauptverkehrszeit

Ich wünsche mir für Olten ein paar visionäre Köpfe, die ausserhalb der bestehenden Muster unseren Oltner Verkehr überdenken. Eine Vision für unsere Stadt entwickeln, sich überlegen, wo wir Olten und unseren gemeinsamen Lebensraum in 20 Jahren sehen wollen, damit die Kinder, die wir heute am Schulfest gesehen haben, ihren Kindern einmal etwas vom Aufbruch in der Stadt Olten erzählen können.

Verkehr in Olten mal kurz neu gedacht

Es ist ein Fakt, wir ersticken auch trotz Ortsumfahrung ERO am Durchgangsverkehr. Unsere Stadt wird auch in Zukunft von Kantonsstrassen durchquert. Es ist ein Fakt, dass Herr und Frau Schweizer der älteren Generation ihr Auto nach wie vor lieben und es ist auch ein Fakt, dass die Stadt Olten durch die SBB und die Aare durchschnitten wird. Lösungsansätze für eine innerstädtische Mobilität wären vorhanden. Dafür wäre ein Konsens in der Politik notwendig, von dem man in der aktuellen Ratsdebatte wenig spürt.

Der Verkehr ist Fluch uns Segen in unserer Stadt zugleich. Die verkehrliche Lage hat uns gross gemacht, die täglichen Staus auf vielen Zufahrtsachsen – trotz ERO –  sind aber gleichzeitig weiterhin eine Plage und der verkehrliche Pferdefuss von Olten zugleich. Wieso wir uns nicht endlich zusammenraufen und eine Lösung für „unser“ Olten anstreben, bleibt mir ein Rätsel. Mögliche Lösungsansätze, die ideologiefrei von rechts und links begrüsst werden könnten:

Das „Balinger Modell“ für Olten
Die Süddeutsche Kleinstadt Balingen mit ihren rund 30’000 Einwohnern macht es vor. Im Rathaus der Schwäbischen Kleinstadt hat man schlicht den Spiess umgedreht, die Parkraumsituation neu gedacht und die auch teilweise privaten Parkhäuser bieten heute zu Geschäftszeiten sämtliche Parkplätze gratis an.

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In der Innstadt selbst hat man sämtliche Parkfelder auf blaue Zone umgestellt. In erster Priorität steuern deshalb Autofahrer die frei zugänglichen Parkhäuser an, Kurzzeitparker fahren direkt vor ihren Laden , die blaue Scheibe genügt. Diese Lösung ist einfach und kundenfreundlich zugleich. Die Stadt konnte dadurch deutlich belebt werden und ihr Image massiv aufpolieren.

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Durch den Mehrumsatz beim Gewerbe ist es diesem möglich, die Parkgebühren der Kunden anteilsmässig indirekt zu tragen. Eine Win-win-Situation für Kunden, das Gewerbe und die Stadt. Und auch am Sonntag flanieren viele Menschen durch die Innenstadt, essen bei den diversen Eiscafés ein Glace und lassen ihre Kinder an den in der Fussgängerzone eingerichteten Wasserspielen plantschen.

Die Stadt war sogar so innovativ, für den jeweils am Samstag stattfindenden Wochenmarkt, gleich versenkbare Stromanschlüsse in die Fussgängerzone für die mobilen Marktfahrer zu verbauen. Für mich ein Zeichen, dass Stadt und Gewerbe auf Augenhöhe miteinander diskutieren.

Die Oltner Velobahn für Gleichberechtigung von Velo und Auto
Es wird endlich Zeit, dass wir Oltner geeint und geschlossen im Solothurner Rötihof, Sitz des Solothurner Amts für Verkehr, auf den Tisch klopfen und uns geeint und geschlossen für eine Lösung für das heute katastrophale Velonetz in der Stadt Olten einsetzen. Diese Wortwahl ist bewusst gewählt, denn es ist heute lebensgefährlich, ein Kind durch den Sälikreisel zu schicken.

Es ist schon fast skandalös, welche Priorität dem motorisierten Durchgangsverkehr eingeräumt wird und wie wir Oltner am Ende der alten Holzbrücke alle 2 Minuten gnädigst für ein paar Sekunden mit dem Velo zur rechten Stadtseite in unser eigenen Stadt die Kantonsstrasse überqueren dürfen. Olten links und rechts bleiben velotechnisch getrennt. Wir brauchen Lösungen, im Minimum ein innerstädtisches Velonetz, welches sicher, durchgehend markiert und mit Priorität durch Velos befahren werden kann!

Es ist beschämend, dass ich vom städtischen Veloparking an der Tannwaldstrasse am Hinterausgang des Bahnhofs nur auf komplizierteste Art und Weise in die Innenstadt gelange. Garantiert blockiert von einer aufgestauten Autoschlange in der Neuhardstrasse, die seelenruhig die Velospur blockiert. Später dann abgestoppt von einer gefühlt minutenlang nicht auf grün schaltenden Veloampel, währenddessen Auto um Auto an mir vorbeizieht.

Es ist ein Trauerspiel, wenn ich es kaum schaffe, vom Bachweg mit Veloanhänger meine Tochter in die Krippe an der Sonnhalde unterhalb der Kanti zu bringen, weil ich wegen des Durchgangsverkehrs die Aaraustrasse zwischen Waldheim und Joggibrunnen mit dem Velo kaum überqueren kann. Und nein, noch eine Ampel ist keine Lösung, sondern die konsequente Priorisierung von Velos!

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Grossstädte wie San Francisco haben das längst kapiert. Sie bauen Velobahnen durch die Stadt. Auch wir brauchen endlich durchgehend gut markierte Velofahrspuren. Breite Bahnen mit einer klar erkennbaren Signalisation gegenüber dem Durchgangsverkehr. Wir wohnen hier in Olten, es ist unsere Stadt. Lasst uns das endlich angehen.

Die städtische Verwaltung muss endlich handeln! Wir sind die grösste Stadt im Kanton und es liegt an uns, ob wir uns ständig den Verkehr von Solothurn aus diktieren lassen oder ob wir selber Verkehrslösungen für die Oltner Bevölkerung in unserer Stadt in die Hand nehmen.

Der Mobilitätsplan 
Es stimmt, dass erst ab Seite 42 des angedachten Oltner Mobilitätsplans überhaupt erst der Veloverkehr erwähnt wird. Das ist genauso daneben wie dem Oltner Gewerbe die Parkplätze streichen zu wollen.  In ein paar Jahren, mit selbstfahrenden Fahrzeugen, werden wir ohnehin nochmals über die Bücher gehen müssen.

Aber es ist schlicht inakzeptabel, wenn sich politische Gruppierungen einer Diskussion entziehen und ein lösungsorientiertes Dokument einfach bachab schicken, nur weil ihnen dieses oder jenes nicht genau so passt, was in diesem Mobilitätsplan als Vision formuliert ist. Unsere Demokratie lebt vom Konsens. Lieber in kleinen Schritten vorwärts gehen, als gar nichts machen. Wir treten sonst vor Ort. Die Politiker der verschiedenen Lager müssen sich endlich zusammenraufen, statt ideologiegetriebene Interessenpolitik zu betreiben. Dazu gehört auch eine viel offenere Informationspolitik aus dem Stadthaus.

Als Sofortmassnahme liebe Stadt Olten, würde ich per sofort das Inkasso und die Gebührenregelung für Parkuhren umstellen und dafür sorgen, dass mindestens die ersten 60 Minuten gratis parkiert werden kann. Geht nicht? Klar geht das, wie im Sälipark auch. Man darf das Auto nicht verteufeln, es ist Teil einer Mobilitätskette, wie ein Bus, ein Velo oder ein Zug auch. Wir brauchen integrierte Lösungen.

Ladesäulen für Elektromobilität, Velostationen für Besucher
Im Untergeschoss der Fachhochschule FHNW befindet sich ein Parkplatz zum Laden eines Elektroautos. Himmel liebe Stadt, denkt endlich vorwärts, euch gehört ein Stromunternehmen! Schafft endlich Ladestationen in der Innenstadt! Die besten Parkplätze müssen künftig von Elektroautos genutzt werden können.
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Und bitte lasst euch von einem der vielen Anbieter wie Publibike eine 7/24 zugängliche Veloverleihstation beim Bahnhof bauen, damit Olten Tourismus diese vermarkten kann. Mit einem E-Bike eine fremde Stadt erkunden oder spontan mit Elektrounterstützung in ein Aussenquartier Oltens radeln? Das wäre alles möglich. Lieber heute als morgen mit der Planung einer automatischen Verleihstation beginnen.

Free Wifi in der Fussgängerzone
Und ja, bitte vergesst nicht, dass Olten von Fussgängern besucht wird. Fast 80’000 Menschen steigen jeden Tag am Bahnhof Olten ein, aus oder um. Ein riesiges Potential für die Stadt und das Gewerbe. Bitte bietet deshalb Besuchern an zentralen Plätzen wie auf der Kirchgasse, in der Altstadt, dem Klosterplatz Aber auch rund um den Sälipark kostenfreies WiFi auf öffentlichen Plätzen an. Das tun andere Städte übrigens seit Jahren. Olten Tourismus dankt es euch und es ist heute eben auch ein Teil der Mobilität, für Touristen einen freien Zugang zu Navigationshilfen wie Google Maps oder TripAdvisor zu schaffen, denn viele Touristen bewegen sich heute mit Smartphones durch fremde Städte. Eine Datenversorgung ist Teil der heutigen Mobilität.

Und noch ein Wink zum Schluss, in Richtung Olten Südwest
Postauto Schweiz würde bereitstehen, sich in einen Versuch mit selbstfahrenden Bussen von OSW nach Olten Bahnhof einbinden zu lassen. Noch lange bevor irgendwelche Tunnel gebaut sind. Voraussetzung für diese Mobiliätslösung wäre natürlich, dass BOGG und Postauto ein solches Leuchtturmprojekt gemeinsam mit der Stadt vorantreiben würden.

img_3311Beim gelben Reisen stände man bereit, sich in Olten einzubringen. Wäre es vielleicht mal an der Zeit, dass BOGG und Postauto miteinander telefonieren?

Ich danke euch.

Woher genau kommt das Züglein auf Gleis 1?

In der Nordwestschweiz wird das Thema ‚Läufelfingerli‘ heftig diskutiert. Die zweite Hauensteinlinie der SBB führt von Sissach via Läufelfingen nach Olten. Sie wird im Ereignisfall als Ausweichroute auch von Intercity- oder Güterzügen befahren.

In knapp 21 Minuten kannst du einmal selbst die Strecke Sissach nach Olten im Führerstand einer S-Bahn zurücklegen und die Ankunft bis im Bahnhof Olten mitverfolgen. Oder wusstest du, dass die Durchfahrt durch den Hauensteintunnel nur gerade einmal 1:50 Minuten dauert und du vom Tunnelportal in Läufelfingen (BL) direkt in den Kanton Solothurn rüberschauen kannst?

Viel Spass mit der virtuellen Führerstandsfahrt von Sissach nach Olten.

Wieso kein kurzer Tunnel zum neuen Sälipark?

Auf der rechten Stadtseite formiert sich Widerstand gegen das Projekt Sälipark2020. Diskutiert werden die Verkehrsführung und der allfällig wegfallende Wochenmarkt zwischen dem Bifang- und Gewerbeschulhaus. Schade, denn das Projekt Sälipark2020 muss fristgerecht realisiert und umgesetzt werden, weil es das Säliquartier belebt und den Gewerbestandort Olten stärkt. Gleichzeitig bietet es dem Investor Giroud Olma eine Entwicklungsmöglichkeit.

Wieso also die Einfahrt zum neuen Parkhaus des neuen Sälipark2020 nicht gleich auf den Bifangplatz vorziehen und die rund 50 Meter Wegstrecke bis zum Sälipark in einem Tunnel unterirdisch zurücklegen? Die Vorteile wären:

  1. Saubere und einfache Zufahrt für Autofahrer ab Bifangplatz
  2. Eine autofreie Bifangstrasse.
  3. Sichere Verkehrsfläche für Schüler des Bifangschulhauses mit sicherer Veloquerung oberirisch aus den Quartieren mit komfortabler Zufahrt zum neuen Sälipark2020.
  4. Freie Nutzung der Verkehrsfläche für den Markt und Events wie die Mio Olten und weitere mögliche Angebote.
  5. Zukunftsgerichtete langfristige Lösung für die Verkehrsfrage Sälipark.

parkhaus-baseltor_96670Wie eine solche unterirdische Zufahrt aussehen könnte, zeigt die Stadt Solothurn am Beispiel des Parkhauses Baseltor. Die Zufahrt wurde unaufdringlich mit Bäumen gestaltet und der Individualverkehr verfügt seither über eine hervorragende Zufahrt zu einem perfekt gelegenen Parkhaus gleich vor den Toren der Stadt. Wieso also eine solche Lösung nicht im Rahmen des Gestaltungsplans Sälipark2020 vorsehen und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Dem Investor ein noch attraktiveres Konzept vorschlagen, die Einsprachen elimnieren und gleichzeitig eine nachhaltige und langfristige Lösung für die Verkehrsanbindung ab der rechten Stadtseite sicherstellen ohne das Bauprojekt zu verzögern? Der Verkehrsclub VCS liegt falsch, wenn er eine einzige Zufahrt zum neuen Sälipark ab dem Sälikreisel fordert, denn damit würden fast sämtliche auf der rechten Stadtseite gelegenen Quartiere von einer einfachen und attraktiven Zufahrt ausgeschlossen und der Einkaufsverkehr von Starrkirch-Wil, aus dem Meierhofquartier und aus Richtung Dulliken zu unnötigen Umwegfahrten gezwungen.

360 Veloparkplätze um 23.45 Uhr belegt

Die Veloabstellanlage im Oltner Bahnhof ist eines der am besten genutzten und erfolgreichsten Projekte der Stadt Olten. Wie die Stadt Olten im Januar mitteilte, sind die 700 Plätze im Sommerhalbjahr vollständig belegt. So stark, dass die Stadt nun für rund 28’000 Franken an Stelle von Helmfächern nochmals 60 neue Veloständer montiert.

Am Samstag, 17. Februar 2017, zeigte sich folgendes Bild: Um 23.45 Uhr waren in der Anlage total 362 Parkplätze kurz vor Mitternacht belegt. Dies entspricht jedem zweiten Abstellplatz. Würde man 100 Velos von Leuten abziehen, die eventuell nur in Olten arbeiten und ihr Velo über Nacht in der Anlage stehen lassen und würde man nochmals 100 Velos von Leuten abziehen, die eventuell nach Mitternacht oder erst am Sonntag ihr Velo nach dem Ausgang abholen, so wären immer noch rund 160 Velos unnötig abgestellt, welche den Zugang für Berufspendler blockieren und teure Investitionen in den Ausbau der Veloinfrastruktur notwendig machen.

Velos die sehr lange nicht bewegt werden – die Erfassung erfolgt durch das Personal nach dem Bauchgefühl – werden aktuell mit einem Kleber markiert, das Datum notiert und die nicht bewegen Vehikel später in einem Veloraum abgestellt.

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Die von der Stadt angekündigte Erhöhung der Veloparkplätze um 60 Abstellplätze für CHF 28’000 Franken wird das Problem vermutlich nur temporär entschärfen.

In Japan werden in modernen Veloabstellanlagen Fahrräder mit RFID-Chips markiert. Damit kann jedes Velo dem Besitzer zugeordnet und die exakte Aufenthaltsdauer eines Fahrrands jederzeit ermittelt werden. Mit einem simplen und kostengünstigen Chip könnte ein ähnliches Kontrollsystem auch in der Oltner Anlage am Bahnhof umgesetzt werden. Die täglich vor Ort arbeitenden Betreuer der Anlage könnten so ungenutzte und länger abgestellte Fahrräder wesentlich schneller erkennen, entsorgen und könnten so kostengünstig mehr Parkraum für Oltner Velofahrende schaffen, welche auf den beschränkten Parkraum angewiesen sind.

Waze Strassennavigation Olten

Warum man in Olten immer mit Waze herumfahren sollte

Die sich von Trimbach oder Aarburg in den Abendstunden nach Olten wälzende Blechlawinie an Autos nimmt teilweise beängstigende Formen an. Wie gut wäre es da, wenn man zu Hause die exakte Ankunftszeit kenne würde. Mit der für Andorid und iPhone Smartphones entwickelten kostenlosen Navigationssoftware von http://www.waze.com, macht Autofahren gleich wieder etwas mehr Spass, denn jeder Nutzer sendet seine Verkehrsdaten in anonymisierter Form an einen zentralen Server und dieser berechnet für alle anderen Wazer bei Stau gleich die optimale Ausweichroute.

Einfach ausgedrückt, jeder Oltner der auch nur passiv im Auto  die Waze App auf seinem Smartphone mitlaufen lässt, hilft allen anderen Nutzern, dass diese einen Stau umfahren und die optimalste Route nach Hause finden. Je mehr Nutzer die App auch auf kurzen Strecken mitlaufen lassen, desto präzisier sind die Verkehrsprognosen und Verkehrsinformationen, denn mit Waze kann man auch auf einfachste Weise Unfälle oder Baustellen über die App melden.

Ebenso sind Radarfallen und Polizeikontrollen oder Pannenfahrzeuge sichtbar, denn sobald ein Nutzer einen Hinweis absetzt, erhalten alle übrigen Wazer diese Info übermittelt. Das Prinzip heisst Social Routing und das ursprünglich keine Startup-Unternehmen wurde aufgrund seines Erfolgs zwischenzeitlich durch Google geschluckt.

In Waze sind auch viele Oltner Geschäfte hinterlegt, die einfach via Suche angesteuert werden können. Das mühsame Eintippen von Strasse und Hausnummer entfällt. Schön wäre es, wenn auch jeder Oltner Taxifahrer die App verwenden würde, denn diese Profis auf Oltner Strassen sind nicht nur zu den Hauptverkehrszeiten unterwegs. Die voraussichtliche Ankunftszeit lässt sich übrigens von der App problemlos auch an andere Nutzer senden. Karten lassen sich umgehend editieren und Nutzer von Waze haben zudem die Möglichkeit, Verkehrsströme anhand von Karten zu analysieren.

 

SBB Unterhalt Olten Bahnhof

Nächtlicher Weicheneinbau beim Bahnhof Olten

1100 Züge fahren jeden Tag durch den Bahnhof Olten. Bei so vielen Zügen spielt der Unterhalt eine wichtige Rolle, damit es zu keinen Störungen auf dem Schienennetz kommt. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde bei der Tannwaldstrasse in Olten vis-à-vis des Hotel Olten eine Weiche ausgetauscht.

Nach der Montage der neuen Schienen müssen die Schienenenden fachmännisch verschweisst werden, damit beim Befahren der Schiene am nächsten Morgen nicht das früher bekannte Klopfgeräusch entsteht.

Dazu werden die zu verbindenden Schienenenden mit einem Gasbrenner auf rund 800 Grad erhitzt, um im Anschluss in einer spektakulären Aktion eine Art mobiler Schmelzofen über dem Schienenstück platziert. Mittels einer chemischen Reaktion wird der Inhalt entzündet und es entsteht zwischen den Schienen ein glühender Klumpen, der anschliessend abgeklopft werden muss. Die Schiene muss dann rund eine Stunde abkühlen, bis sie noch fertig geschliffen werden kann. Ziel der Arbeiten in der Nacht von Freitag auf Samstag beim Bahnhof Olten war es, das Gleis am frühen Morgen um 5 Uhr wieder dem Verkehr zu übergeben.

Ein Video dieser Arbeiten in Olten gibts hier.

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