Vorwürfe gegen Weingarten nichtig

Der Reputationsschaden für das Oltner Altersheim Weingarten war gewaltig, als ehemalige Angestelle im Herbst 2016 gegenüber Medien behaupteten, Heimbewohner würden mangelhaft ernährt und sanitarische Hilfsmittel wären nur magelhaft verfügbar. Den Vorwurfen wurden in Medien viel Platz eingeräumt, nun folgt das Dementi. 

Schlagzeilen wie jene im Herbst 2016 sind massiv rufschädigend und zeigen auch auf, wie gefährlich die ungefilterte Übernahme von Behauptungen durch Medien sein kann. Ihre Aufgabe bleibt es, auch bei hartscher Kritik die Sachverhalte objektiv zu prüfen. Leider fehlt in Redaktionen dafür heute oft die Zeit und Behauptungen werden undifferenziert durch weitere Medien übernommen. Die Aufgabe von Medienschaffenden ist es, Missstände festzuhalten und damit eine Informationspflicht wahrzunehmen. Allerdings zeigt sich am Beispiel Weingarten, dass die Vorwürfe ehemaliger Angestellten nichtig und haltlos waren.

Der Schaden für das Altersheim Weingarten ist dennoch angerichtet. So berichteten im Zuge der Medialisierung des Ereignisses unter anderem die Gewerkschaftszeitung Work der Unia, das Regionaljournal SRF Aarau/Solothurn, Schweiz aktuell und auch das Oltner Tagblatt über diesen Fall.

Nach der Publikation eines unabhänigen Audits hält das Oltner Tagblatt auf Seite 23 unten links in einem zweispaltigen Artikel heute fest, dass sämtliche Anschuldigungen ehemaliger Mitarbeiter nichtig sind. Diese Berichterstattung zeigt aber auch, wie schnell der gute Ruf einer Pflegeeinrichtung mit haltlosen Vorwürfen beschädigt werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass die oben erwähnten übrigen Medien ihre journalistische Aufgabe ebenso sorgfältig wie das Oltner Tagblatt wahrnehmen und die Sachverhalte in der Öffentlichkeit wieder richtig stellen.

 


27.2.2018: Auch SRF stellt den Sachverhalt richtig.

Enzo gut, alles gut

Mit der Taufe am Samstag hat das mediale Hin und Her zum Crowdfunding-Projekt der Oltner Enzo-Möbel ein vorläufiges Ende gefunden. Sowohl der Stadtpräsident Martin Wey, als auch der Baudirektor Thomas Marbet, waren an der kleinen Tauffeier der Möbel in der Oltner Schützenmatte anwesend. Wesentlich Neues zur Standortfrage war nicht zu erfahren, die Kirchgasse bleibt von den Sitzgelegenheiten aus Plastik auch weiterhin verschont.

Der Projektinitiant Yves Stuber dankte anlässlich der kleinen Tauffeier den verschiedenen Beteiligten, die sich für die Beschaffung der Möbel eingesetzt hatten. Insgesamt 133 Personen ermöglichten es durch ihre Spenden, dass sechs Möbel des Typs Enzo Viena beschafft werden konnten.

Stuber hielt bei seiner kurzen Ansprache fest, dass auch das Berufsbildungszentrum BBZ weitere acht Möbel eingekauft habe und man dank einer Zusammenarbeit die Anschaffung habe leichter abwickeln können. Der Dank ging auch an Daniel Probst, der dank seiner guten Kontakte das Projekt aktiv unterstützen konnte. Stuber machte an seiner Ansprache auch keinen Hehl daraus, dass er sich wünsche, dass dereinst auf politischen Druck hin die Möbel doch noch in der Kirchgasse landen.

Stadt hält an ihrer Position fest – Kirchgasse als Standort kein Thema

Stadtpräsident Martin Wey und Baudirektor Thomas Marbet liessen sich an der Tauffeier per Kran auf dem farbigen „Pink Rebell“ auf die Bühne hieven. Das pinke Möbel sorgte in den vergangenen Tagen mehrfach für Schlagzeilen.

Stadtpräsident Martin Wey dankte allen Investoren und wünschte sich persönlich, dass aus den Möbeln eine gute Geschichte werde, überliess die inhaltliche Diskussion aber dem Oltner Baudirektor. Thomas Marbet bekräftigte in seinen Ausführungen, dass er diese Aktion sehr schätze, weil die Idee schön sei und Gemeinsinn und der Sinn von Gemeinschaft vor dem eigenen Portemonnaie gestanden hätte. Die Woche sei von Irritationen geprägt gewesen, so der Baudirektor und spielte damit auf die mediale Berichterstattung und die Kommentare in Social Media Foren an. Er freue sich, dass die Stadt nun ein Starterkit Enzo-Möbel in der Schützi und Fachhochschule habe. Er könne sich vorstellen, dass „im Verlauf der Jahre“ diese Möbel auch einmal auf Wanderschaft gehen könnten. Auch private Grundstücke könne er sich für die Platzierung vorstellen und nannte dabei das Altersheim Weingarten als möglichen Standort. Die Platzierung der Möbel sei grundsätzlich überall möglich, nur nicht im 11. Stock des Stadthauses, so Marbet.

Die Stadt erhielt zudem von den Initianten eine Bedienungsanleitung, denn die Hohlkörper aus Plastik lassen sich mit Wasser füllen, damit sie nicht mehr verrückt werden können. Dies als Anspielung auf den „Pink Rebell“ der es trotz seiner rund einhundert Kilo Gewicht in den vergangenen Tagen auf wundersame Weise schaffte, von seiner Lagerstätte in der Schützenmatte durch Unbekannte auf die Kirchgasse getragen zu werden. Deren Möblierung bleibt aber wohl weiterhin Wunschdenken und wird von der Stadt auch in Zukunft nicht aktiv unterstützt, mindestens an der Taufe war der Standort Kirchgasse kein Thema.