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Liebe Autofahrer, wir müssen reden

Brauchen wir Tempo 20km/h in Oltner Quartierstrassen?

Ich geniesse derzeit das Privileg, meine vierjährige Tochter regelmässig in den Kindergarten zu begleiten. In wenigen Wochen feiert sie ihren fünften Geburtstag und wird bald selbstständig ihren Schulweg zurücklegen dürfen. Damit man die Kleinen gut erkennt, tragen sie im Kindergarten einen „Lüchzgi“, ein gelbes Warndreieck am Körper. In der ersten Klasse sogar eine gelbe Warnweste. Autofahrer auf Quartierstrassen können also nicht behaupten, sie würden Kindergartenkinder nicht gut erkennen.

Was ich aber leider regelmässig erlebe, dass insbesondere in den talabwärts verlaufenden Oltner Quartierstrassen wie der Sälistrasse oder Riggenbachstrasse die Autofahrer ihrem Auto ungebremsten Vortritt gewähren. So auch heute Morgen wieder exemplarisch. Meine Tochter steht sehr gut erkennbar am Strassenrad, streckt dem älteren talwärts fahrenden Ehepaar von weitem sogar die Hand entgegen um zu signalisieren, dass sie die Strasse überqueren möchte. Und was geschieht? Nichts. Man fährt einfach durch, obwohl ein klares Signal gegeben wird. Das ist nicht nur ignorant, sondern schlicht auch gefährlich, für unsere jüngsten Oltnerinnen und Oltner.

Keine Zebrastreifen mehr in Tempo 30 Zonen.

Die für den Schulweg verantwortliche Oltner Stadträtin erklärte vor einiger Zeit, weshalb man in 30er-Zonen keine Zebrastreifen mehr anbringen dürfe. Aber in welcher Rücksichtslosigkeit, ich spreche leider nicht über Einzelfälle, in den Quartierstrassen durch Autofahrende der Vortritt für Fussgänger missachtet wird, ist nicht mehr tolerierbar. Als erwachsene Person kann ich damit leben, wenn einmal ein Auto vorbeifährt, weil nun einmal keine Zebrastreifen mehr auf die Fahrbahn gemalt werden. Aber die Ignoranz gewisser Autofahrenden bei mit gelber Warnfarbe gekennzeichneten Kindern stimmt mich sehr nachdenklich.

Sicherer Schulweg durch Tempo 20km/h?

Brauchen wir weitere politische Regulierungen und Tempo 20 km/h in den Quartieren? Dann wäre klar, dass Fussgänger jederzeit Vortritt geniessen. Müssen rücksichtslose Autofahrende immer über Regeln diszipliniert werden? Reicht gesunder Menschenverstand für den Umgang mit den jüngsten Oltnerinnen und Oltnern nicht mehr aus?

Liebe Autofahrende, was ist eure Meinung zu diesem Thema? Und wie gesagt, wärs nur ein Einzelfall, würde ich dazu nichts sagen. Brauchen wir einen politischen Vorstoss für Tempo 20 km/h in Oltner Quartieren, um dieses Problem zu lösen?

12 Kommentare zu “Liebe Autofahrer, wir müssen reden

  1. Als Autofahrer auf der rechten Aareseite könnte ich sehr gut damit leben. Unabhängig von meinem ebenfalls 4-jährigen Kindergartenkind.

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  2. Andreas John Walker

    Nein, 20 ist nicht nötig. Eigentlich ist Tempo 30 schon nicht nötig. Auf Quartierstrassen und speziell zu den Zeiten in denen unsere Kinder unterwegs sind, braucht es nur einen gesunden Menschenverstand. Kein Verkehrsschild rettet ein Menschenleben. Es braucht Menschen die ihren Verstand gebrauchen. Man kann in den Quartieren nicht schneller fahren, sonst macht man es aus Charaktergründen auch mit Tempo 20. Ich lasse Kindern generell immer den Vortritt, nur schon zu meiner eigenen Sicherheit.

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    • Die Aussage, dass kein Verkehrsschild ein Menschenleben rettet, ist völlig falsch. Gemäss BfU beträgt der Anhalteweg bei Tempo 30 21.4m, bei Tempo 50 sind es schon 40.9m. Und kommt es zu einer Kollision zwischen einem Auto und einem Fussgänger, so sehen die Zahlen folgendermassen aus: von 10 angefahrenen Fussgängern überleben 3 bei 50 km/h, 9 bei 30 km/h. Es gibt darüber nichts zu diskutieren: Verkehrsregeln retten leben. Ganz abgesehen davon, dass Tempo 20 oder 30 die Lebensqualität der Anwohner klar steigert: weniger Lärm, weniger Abgase.

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  3. Es gibt diese einzelnen „rücksichtslosen Menschen“ auch bei Tempo 20km/h. Die meisten Autofahrer verhalten sich aber angemessen und vorbildlich.

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  4. Thien Dinh

    Ich wohne schon seit 20 Jahren in diesem Quartier, und hier gilt der Regel „wer stärker ist, hat Vortritt“. Leider ist es so. Als Fussgänger, geschweige Kleinkinder und Radfahrer müssen lernen zu schweigen.
    Doch einige Autofahrer halten an. Seltenheit.
    Ich bin froh, dass diese Themen angesprochen werden. Die Autofahrer müssen bewusst sein, Fussgänger haben Vortritt im Quartierverkehr, und Radfahrer sind ebenso Verkehrsteilnehmer wie ein Auto. Sie haben den Vortritt der anderen zu gewähren, ebenfalls Rechtsvortritt. Meine Tochter hatte einen schlimmen Velounfall mit einem Auto genau bei dieser Kreuzung, Sälistrasse – Dreitannenstrasse. Bis heute nach bald 5 Jahren will er, auch ein Quartierbewohner an der Frustlighalde immer noch Rekurs machen, trotz er mit linken Autofrontseite an hinteres Velo anfuhr. Es war mit hohem Tempo, sodass meine Tochter 6 Meter in der Luft geschleudert wurde und Kopf auf dem harten Trottoirbelag gelandet. Sie verlor ihre Bewusstsein 6 Stunden lang.
    Ja, der Stärke haben Recht. Es passiert in einem Land, wo das Auto privilegiert ist. Und Olten rechte Seite.

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  5. Ja es braucht keine Geschwindigkeitsbegrenzung: Es braucht verantwortungsvolle Fahrer. Die Rücksichtslosen müsste man von der Strasse verbannen. Leider mehr Polizeiüberwachung. Harte Bestrafung mit langem Entzug des Ausweises.
    Dabei könnten wir von den sonst nicht immer vorbildlichen Amis lernen. Ein Sherif, speziell in ländlichen Gebieten, fackelt nicht lange. Es gibt leider sogar Eltern die zu wenig vorsichtig fahren. Ich danke allen Rücksichtsvollen am Lenkrad. Es gibt sie diese Mitmenschen, die ich sehr schätze. Ich segne sie mit Wohlstandsgedanken.Danke Heinrich.

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  6. Annelise Braun

    Ich habe 2 Kinder, die in diesem Quartier zur Schule gehen. In der Reiserstrasse hängt des öfteren ein Geschwindigkeitsmesser der Stadt. Hier kann man sogar beobachten, dass sich die Autofahrer keineswegs an das Tempolimit halten.
    Auch in dieser Strasse laufen jeden morgen etliche Kinder entlang und müssen diese kreuzen. Es hält aber keiner an. Schlimm weil vor allem auch bei den beiden Fussgängerstreifen Sälistrasse/Reiserstrasse nicht gewartet wird und da kreuzen noch die Kinder vom Kinderhort die Strasse. Ich bin überrascht, dass es nicht schon mehr Unfälle gegeben hat. Natürlich auch sehr froh, aber überrascht.
    Ich denke Temp 20 km/h wäre nicht nötig, wenn sich die Autofahrer mehr an die Regeln halten würden und die Polizei mal etwas mehr Präsenz zeigen würde und ab und zu mal die Quartiere/Schulwege prüfen würde.

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  7. Marianne Röthlisberger

    Leider gibt es auch auf der linken Aareseite das gleiche Problem. Viele Autofahrer fahren selbst an unübersichtlichen Stellen zu schnell und halten sich nicht an Tempo 30.
    Nach meiner Ansicht wäre es für Kinder am einfachsten, wenn sie einen Zebrastreifen hätten, um die Strasse zu überqueren. Ich könnte aber auch gut mit Tempo 20 leben.

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  8. Jürg Stucki

    Wohne zwar seit einigen Jahren nur noch in der Agglomeration von Oute, doch fühle ich mich nach wie vor verbunden. Ich bin sowohl Fussgänger, Radfahrer, Autofahrer und dazu Vater. Grundsätzlich bin auch ich der Meinung, dass gesunder Menschenverstand ausreichen sollte. Leider wird dieser unterschiedlich interpretiert. Deshalb bin ich für Tempolimit in Quartieren. 30er Zonen sind für mich absolut in Ordnung. 20er Zonen nerven mich, nicht wegen der Geschwindigkeit, sondern ich kann dem Tempomat mindestens nur auf 30 einstellen.

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  9. Erich Bächler

    Selbstverständlich braucht es in Quartieren Tempo 20 und Tempo 30 Zonen. So werden die Quartiere sicherer und lebenswerter. All die rücksichtsvollen Autofahrer, die vernünftig fahren, sind davon ja nicht betroffen. Aber die Rücksichtslosen kann man so bestrafen.
    Was es aber in den Quartieren der rechten Aareseite noch dringender braucht, sind griffige Massnahmen gegen den Umwegverkehr. Es kann nicht angehen, dass täglich hunderte von Autofahrern die Quartiere der rechten Aareseite als Ausweichroute für die überlasteten Kantonsstrassen nutzen. Seit der Eröffnung der ERO hat der Verkehr an der Säli-/ Gartenstrasse während der abendlichen rush hour um satte 60% zugenommen. Verwaltung und Politik schauen zu und speisen uns Anwohner seit Jahren mit den immer gleichen faulen Ausreden ab. Polizeikontrollen finden seit der Eröffnung der ERO regelmässig statt, aber sie bringen nicht viel. Die Wahrscheinlich dass ein Verkehrssünder erwischt wird,ist viel zu gering. Offensichtlich sind unseren Politikern die Ansprüche der auswärtigen Umwegfahrer wichtiger, als diejenigen der eigenen Quartierbevölkerung.

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  10. Erich Bächler

    Es gäbe in der Verordnung über Tempo 30-Zonen genügend Ausnahmebestimmungen, welche bei entsprechender Interpretation das Anbringen von Fussgängerstreifen erlauben würden. Das Problem in Olten sind nicht die Bestimmungen. Das Problem ist der fehlende Wille von Politik und Verwaltung. Als ausgerechnet nach der Eröffnung der ERO und der damit verbundenen massiven Zunahme des Verkehrs (!) an der Säli- / Gartenstrasse fast alle Fussgängerstreifen entfernt wurden, haben wir eine Petition an den Stadtrat gemacht, welche innert kürzester Zeit von knapp 300 Menschen unterschrieben wurde. Das Resultat nach einem Jahr Wartezeit: NICHTS!

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  11. Tony Müller

    Es gibt sogar Gemeinden, wo man noch ganz normal mit 50 km/h direkt vor dem Schulhaus durchfahren kann. Andere sind da weiter.

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