Vorsicht vor Olten

Die Fahrspur Olten-Aarburg beim Bahnhofquai wird diese Woche gesperrt. Letzte Eindrücke vor der Sperrung des Strassenabschnitts.

Ab dieser Woche gilt es am Bahnhofquai ernst. Die Sperrung des Strassenabschnitts vom Bahnhof in Richtung Aarburg startet. Einzig vom Bahnhof in Richung Dulliken wird man noch fahren können. Die Bauarbeiten werden massive Einschränkungen zur Folge haben. Der Kanton hat in Egerkingen, Wangen bei Olten aber auch von Lostorf her entsprechende Warnhinweise aufgestellt. Bis Dezember 2021 wird es zu massiven Verkehrsbehinderungen und grossräumigen Umleitungen kommen.

Die Verkehrssituation für Auswärtige wird sich beim Besuch von Olten verschärfen. Ab dieser Woche wird der Strassenabschnitt Olten Bahnhof in Richtung Aarburg/Autobahn bis zum Postplatz hin gesperrt. Die Umleitung soll weiträumig via Ziegelfeldstrasse-Usego-Umfahrungssgtrasse-Sälikreisel erfolgen. Ob die Umleitungsmassnahmen durch Autofahrende befolgt werden, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

Ein paar Bilder vor der Umsetzung der Sperrung am 10. Oktober 2020. Die Arbeiten werden bis Dezember 2021 andauern.

Für den Infoaustausch der Oltner Bevölkerung steht eine Telegram-Gruppe bereit. Anliegen oder Infos können in dieser nicht moderierten Gruppe unter: https://t.me/oltenschleichverkehr ausgetauscht werden.

Warum ich am Schluss Nein zum Weiterbetrieb des Krematoriums stimmte

Ein Erklärungsversuch für einen politischen Mehrheitsentscheid aus dem Oltner Gemeindeparlament.

Der Tod ist eine emotionale Sache. Umso mehr war klar, dass die Abstimmung zur möglichen Stilllegung des Krematoriums auf dem Friedhof Meisenhard im Gemeindeparlament kontrovers diskutiert werden würde. Jetzt wird gegen den Entscheid des Gemeindeparlaments das Referendum ergriffen. Ein Erklärungsversuch und warum es sinnvoll ist, am Entscheid festzuhalten.

Obwohl ich schon über zwei Jahrzehnte in Olten wohne, bin ich ursprünglich in Hägendorf aufgewachsen. Und auch wir feierten würdige Abdankungsgottesdienste von Verstorbenen. Aber keinem Hägendörfer wäre es zu jener Zeit je in den Sinn gekommen, die Verbrennung ausserhalb der Gemeinde in Frage zu stellen und den Bau eines eigenen Kremationsofens zu fordern. Bei einer Urnenbeisetzung war klar, dass der Sarg zuerst irgendwo ausserhalb eingeäschert werden muss und die Urne dann zur Abdankung wieder vor Ort gebracht wird. Vermutlich ist es auch dieser persönliche Hintergrund, weshalb ich den Verbrennungsvorgang und die Frage des Standorts eines Kremationsofens eher betriebswirtschaftlich als emotional betrachte.

285,40 Franken inklusive Urne

Auf dem Friedhof Meisenhard werde rund 1/5 aller Kremationen mit Oltnern und Starrkrich-Wilern durchgeführt. Und diese geniessen, die Starrkich-Wiler aufgrund eines alten Vertragswerks, einen ermässigten Kostensatz von CHF 285,40 für eine Kremation samt Urne. Die übrigen 4/5 sind Auswärtige, welchen CHF 570.80 in Rechnung gestellt wird. Natürlich zahlen diesen Betrag die Angehörigen, aber der reduzierte Kostensatz ist eine Art Wertschätzung gegenüber den steuerzahlenden Einwohnerinnen und Einwohnern von Olten. 1’032 Menschen wurden im Jahr 2018 im Meisenhard insgesamt kremiert.

530’000 Franken Ertrag jährlich aus Kremationen

Wer die obigen Zahlen mit dem Taschenrechner kalkuliert, kommt auf 58’906 Franken Erträge aus Oltner Kremationen und 471’252 Franken aus Kremationen auswärtiger Personen, die nach Olten zur Verbrennung gefahren werden, sprich rund 530’000 Franken Erträge insgesamt pro Jahr. Hochgerechnet auf 15 Jahre, würden daraus Erträge von rund 7,9 Mio. CHF resultieren, wenn man den eigenen Taschenrechner bemüht. 15 Jahre deshalb, weil auch ein möglicher Ofen über diesen Zeitraum abgeschrieben würde.

7,9 Mio. Erträge gegenüber 3,48 Mio. Franken für einen neuen Gasofen?

Bei dieser „Milchbüechlirechnung“ müsste es jedem vernünftigen Einwohner klar sein, dass doch der Weiterbetrieb eines Ofens in Olten ein Gewinngeschäft sein müsste, schreibt doch die Stadt in ihrem Antrag ans Gemeindeparlament: „Bei einer Addition sämtlicher Investitionen in Neuerstellung und Unterhalt entstehen über eine Laufzeit von 15 Jahren (Lebenszyklus für Brennofen) Kosten von Fr.2.81 Mio. bei einem Elektroofen und Kosten von Fr. 3.48 Mio. bei einem Gasofen.“

260’000 Franken Defizit pro Jahr

Wer jedoch die Vollkostenrechnung macht, und dazu gehört auch der Aufwand für das Gebäude und auch die Personalkosten, kommt auf einen realen Aufwand gemäss Rechnung der Stadt Olten von CHF 711’000.-. Der Ertrag aus Kremationen liegt bei CHF 448’250.-, sprich einem jährlichen Defizit von über 260’000 Franken. Dieses Defizit entsteht jährlich. Das sind die harten Fakten und diese galt es auch an der Gemeinderatssitzung zu diskutieren.

Gleichbleibende Kremationskosten für Olterinnen und Oltner auch in Zukunft

Der CVP/EVP/glp-Fraktion war klar, dass bei dieser Ausgangslage und einer möglichen Stilllegung als favorisierte Lösung der Stadt, eine Lösung für Kremationen von Oltnerinnen und Oltnern angestrebt werden muss. Der nun eingereichte Vorschlag sieht vor, dass auch bei einer Stilllegung des Ofens die Kremationskosten für verstorbene Oltnerinnen und Oltner weiterhin subventioniert werden, was über den Daumen gepeilt jährlich mit rund CHF 50’000.- in der Rechnung zu Buche schlagen wird.

Ein genereller Rückweisungsantrag der SVP zum Geschäft, wurde mehrheitlich abgelehnt, weil die Vertreterinnen und Vertreter im Gemeinderat durchaus bereit waren, über dieses Geschäft als Ganzes zu diskutieren.

Fällt das bisherige jährliche Defizit von CHF 260’000 bei einer Stilllegung des Ofens weg, spart die Gemeinde trotz Subventionierung von Oltner Kremationen damit immer noch rund 200’000.- Franken jährlich. Und mit dieser Lösung verbleiben die Kremationskosten für Oltnerinnen und Oltner auf gleichem Niveau. Ein gut schweizerischer Kompromiss, welchem das Parlament ebenso zustimmte, wie auch der Stilllegung des Ofens und dem Ausbau der bestehenden Räumlichkeiten.

Und aus der Diskussion wurde ebenso klar, dass im Mittelland genügend Kapazitäten für Kremationen bestehen und ein Gewinngeschäft aufgrund einer Wettbewerbssituation durch Überkapazitäten in anderen Krematorien unrealistisch wäre.

Öfen in Langenthal und Aarau mit genügend Kapazitäten

Es ist richtig, dass sich je nach Kremation die Anfahrtswege leicht vergrössern. Aber sowohl im Krematorium Langenthal (23,5 km) ab Meisenhard, als auch von Aarau her (12,5 km) wird versichert, dass genügend Kapazitäten vorhanden sind, um die bestehenden Anlagen in diesen Nachbargemeinden mit Kremationen von Olten her problemlos auszulasten und den Kremationsbetrieb sicherzustellen.

Auf die Stadt Olten kommen in den kommenden Jahren mit neuen Projekten diverse steuerliche Belastungen zu. Es war deshalb ein Vernunftentscheid einer Mehrheit des Oltner Parlaments, diesem gutschweizerischen Kompromiss als Ganzes zuzustimmen.

Wer den Unterschriftenbogen für das fakultative Referendum gegen diesen Parlementsentscheid unterzeichnet, muss sich der finanziellen Tragweite bewusst sein, denn ob mit oder ohne Krematorium, die Kremationskosten werden so oder so für Oltnerinnen oder Oltner gleich hoch bleiben.

Restaurant „3 Tanne“ die neue Quartierbeiz

Neue Quartierbeiz im Kleinholz.

Am Oltner Hausmattrain eröffnete am Freitag vor einer Woche die Quartierbeiz „3 Tanne“. Jetzt kann man im Kleinholz wieder gemütlich ein Bier trinken oder sich aus einer umfangreichen Speisekarte verköstigen. Der nette junge Wirt gibt sich alle erdenkliche Mühe, dass sich die Gäste im neuen Lokal wohlfühlen.

Ob Speisen vom Grill, Pizzen aus dem Ofen oder Pasta. Im neuen Quartierlokal „3 Tanne“ findet jeder Gast ein leckeres Gericht. Sanft renoviert, lädt die mit neuem Granitboden belegte Gartenterrasse unter den Bäumen zum kühlen Bier am warmen Spätherbstabend ein. Gerne hätte der kurdische Wirt, er heisst Onur Alim, sein Lokal früher im Sommer eröffnet, wegen Auflagen verzögerte sich der Umbau um einige Monate und so hat das Lokal am Freitag vor einer Woche seine Türen aufgesperrt.

Eingang Restaurant 3 Tanne

Die helle Fensterfront des Lokals wirkt luftig und in Zeiten von Corona ist es gar nicht schlecht, sind an diesem Abend noch nicht ganz alle Plätze besetzt. Der Gastraum wirkt hell und freundlich. Am Ecktisch besprechen Vereinsfunktionäre die anstehenden Coronamassnahmen, draussen trinken zwei ältere Herrschaften gemütlich ihr Bier.

Aussenbereich 3 Tanne

Aus dem Lautsprecher ertönt moderner Beat Vogelvlucht von De Hofnar und die blauen Farbakzente der Beleuchtung passen gut zu den in warmen Farben gestrichenen Wänden. Eine unkomplizierte Quartierbeiz wie man sie sich wünscht.

Gastraum Restaurant 3 Tanne

Der Einrichtung würden vielleicht noch ein paar Schwarz-Weiss-Bilder aus der Stadt Olten guttun. Aber dafür haben wir Oltner ja unser IPFO Fotofestival und was nicht ist, kann noch werden. Schliesslich sind die Geschmäcker in Sachen Deko sehr unterschiedlich.

Gemischter Salat

Serviert wurde uns ein reichhaltiger gemischter Salat mit frisch duftendem Pizzabrot, eine riesige Kinderportion Spaghetti und ein frisch in der Küche geklopftes Cordon Bleu vom Kalb.

Cordon-Bleu vom Kalb

Damit wir gleich die Karte etwas durchprobieren konnten, bestellten wir auch eine Pizza „3 Tanne“. Diese mit knusprigem Boden und saftigem Belag.

Pizza „3 Tanne“

Das Fazit nach dem Kurzbesuch: Angenehm offen gestaltetes Lokal, beim Service noch etwas Luft nach oben aber der junge Wirt ist sehr zuvorkommend und gastfreundlich.

Wie üblich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und wir Oltnerinnen und Oltner können darüber entscheiden, ob der neue Wirt im „3 Tanne“ ein Auskommen haben wird. Und sollte er bei Gelegenheit Zeit für etwas Marketing im Internet haben, die Domain http://www.3Tanne.ch ist für ihn als Gastgeschenk reserviert und der Eintrag bei Google Maps schon erstellt. Schliesslich schauen wir Oltner zueinander und helfen wo wir können, dass auch neue Konzepte Erfolg haben werden.


Öffnungszeiten Restaurant 3 Tanne, Hausmattrain 48:
Dienstag – Freitag: 8.30 – 14 Uhr / 17 – 22 Uhr
Samstag: 10 – 23 Uhr
Sonntag: 10 – 21 Uhr

Gemeinwohl oder gemein und wohl

Persönliche Gedanken zum Miteinander in Olten in Zeiten von Corona.

Hat uns Corona verändert oder liefen die Dinge schon immer so in unserer kleinen Stadt Olten? Oder hat sich nur meine eigene Wahrnehmung verändert und mein Umfeld blieb gleich? Oder mutiere ich zum totalen Bünzli-Schweizer und sehe die Dinge schlicht zu verkrampft?

Gestern Sonntag im Migrolino an der Aarauerstrasse. Es ist Abend und der Laden gut gefüllt, diverse Personen beim Einkaufen. Betreten zwei unmaskierte Kunden den Laden. Nein, sie kommen nicht von auswärts und kennen die Corona-Regeln. Sie sind mit einem Trotti und einem Velo angerollt. Der eine der beiden ruft durch den Laden, er habe ein ärztliches Attest, dass er keine Maske tragen müsse, nachdem ihn die Verkäuferin höflich aufgefordert hat, doch bitte den Laden wieder zu verlassen. Dem anderen ist die Sache etwas peinlich und er hält sich einen Mundschutz von Hand um den Bart, während sein Begleiter weiterhin das Verkaufspersonal beschäftigt und die übrigen Kunden vom Zahlen abhält. Am Schluss war der unmaskierte Kunde der erste der bedient wurde, die anderen mussten hinten anstehen.

Kurze Zeit zuvor auf dem Munzingerplatz. An diesem schönen herbstlichen Sonntag. Die Stadt hat auf dem Parkplatz an prominenter Stelle über den örtlichen Energieversorger zwei Felder für Elektroautos grün markiert. Der Munzingerplatz ist nicht überbelegt aber ein SUV-Fahrer mit sichtbaren vier Auspuffrohren parkiert so auf den für Elektroautos reservierten Parkplatz, dass die Schnauze seines Autos gleich auch noch das zweite Parkfeld belegt. Unmöglich, dass ein Elektroauto dort Strom tanken könnte. Wohl frei nach dem Motto: Mein Auto, meine Freiheit.

Parkplatz Munzingerplatz Olten, Ladestation für Elektroautos

Gleicher Abend, gleiche Zeit. Neben der Badi steht eine Pressmulde für Hausabfälle. Die Mulde ist eine tolle Sache für alle, die den wöchentlichen Entsorgungstermin verpassen oder ausserplanmässig etwas entsorgen möchten. Entsprechende Wertkarten zum Bedienen der Mulde können im Stadthaus gekauft werden. Klappe auf, Müllsack rein, er wird gewogen und verschwindet im Schlund der Maschine. Ein paar Franken werden von der Karte abgezogen. Praktisch, einfach und gut.

Pressmulde bei der Badi Olten, Sonntagabend, der Automat funktionstüchtig.

Nein, der Müllsammler war an diesem Abend nicht voll und hat einwandfrei funktioniert. Aber man kann den Müll auch vor den Container stellen, wie übrigens an vielen Entsorgungsstandorten in der Stadt. Irgendwer räumt den Dreck schon weg. Alleine die jährlichen Personalkosten des Werkhofs Olten für den zusätzlichen Reinigungsaufwand belaufen sich auf rund CHF 150’000.-. Die Allgemeinheit zahlt die Zeche über Steuern. Problem gelöst.

Vielleicht hatten alle nur zu heiss. Und vielleicht hatte auch ich einen komischen Tag und bin einfach ein riesengrosser Bünzli, weil mir das Gemeinwohl wichtig ist und ich mich an solchen Dingen störe. Schade wäre es, wenn Corona unsere kleine Gemeinde soweit verändern würde, dass der Zusammenhalt, Rücksichtnahme und Nachbarschaftshilfe zu Fremdwörtern mutieren.

Vielleicht täte es uns allen gut, die persönlichen Bedürfnisse und Befindlichkeiten immer wieder zu reflektieren. Hie und da etwas zurückschrauben und etwas mehr an die Mitmenschen in unserer Stadt zu denken. Ich nehme mich da als Oltner Bünzi auch nicht aus und arbeite daran, die Dinge wieder etwas unverkrampfter zu sehen. Ich verspreche es.

Kurzzeitig offline

Wegen Wartungsarbeiten war olteneinfach.ch kurzzeitig nicht nutzbar. Die Webseite steht ab sofort wieder allen offen, welche den Stadtblog gerne für Publikationen nutzen.

Feste feiern im «Pavillon der Begegnung» im Herzen von Olten

Träume eines Oltner Lokalpolitikers in der Nacht auf Samstag.

Die neue Oltner Stadtpräsidentin eröffnete am Samstag im Beisein der Oltner Bevölkerung den «Pavillon der Begegnung». Das gemeinsame Projekt der Stadt Olten mit Unterstützung des Gewerbes, namhaften Sponsoren und auch der Bevölkerung konnte dank Spendensammlungen und einer gemeinsamen Initiative in einer Rekordzeit von nur zwei Jahren realisiert werden. Der schlichte und sich diskret in die Landschaft einbettende Holzbau kann ab sofort von der Bevölkerung für Hochzeiten, Feste oder kleine Veranstaltungen gemietet werden.

«Es war für uns alle ein glücklicher Zufall», so die neue Oltner Stadtpräsidentin, als im Jahr 2020 im Oltner Gemeindeparlament der Umnutzung eines bisher brachliegenden Areals von über 2200m2 im Herzen der Stadt Olten zugestimmt wurde. Was hier mit dem Bau eines funktionalen Holzbaus endet, war mehrere Jahre zuvor noch blockiert worden, weil sich Diskussionen um einen Zaun rund um das Areal drehten. «Diese Fragestellungen sind mit der heutigen Eröffnung des Pavillon der Begegnung endgültig Geschichte.

Der zweckmässig gebaute Pavillon kann künftig von der ganzen Oltner Bevölkerung genutzt werden», so die neue Stadtpräsidentin in ihrer Eröffnungsrede am Samstag.

Gedeckter Aussenbereich mit Ausgang zur Schützenmatten-Wiese

Denn von Anfang an war klar, dass in Olten zwar eine lebendige Gastroszene besteht und für Grossveranstaltungen diverse Hallen nutzbar wären, für die Vereinsfeier, das grosse Familienfest oder einen zweckmässigen und modernen Ort der Begegnung in Olten fehlte bisher der Raum. «Wir wollten den Pavillion nicht mit einer fixen gastronomischen Nutzung verknüpfen und es den Mietern offen lassen, wie sie den tageweise mietbaren Raum bespielen wollen», so die Stadtpräsidentin weiter.

Sie betont, dass die absolut zentrale Lage im Herzen der Stadt ideal sei und die gleich angrenzenden Parkplätze der Schützenmatte mitgenutzt werden könnten.

Hochzeitsfeier an bester Lage in der Innenstadt

Der rund 400m2 grosse und funktionale Holzbau bietet neu Platz für 50 bis 100 Gäste und durch die weiterhin weitläufig mitnutzbare Rasenfläche entstand in Rekordzeit ein wohl bald sehr stark genutzter Begegnungsraum. Parkplatz und naturnahes Ambiente inbegriffen.

Gemeint ist dabei jenes Stück Land, welches bisher zur Oltner Badi gehörte, nur während den Öffnungen zugänglich war aber kaum genutzt wurde. In den übrigen Monaten war die Fläche durch einen mannshohen Zaun abgesperrt. «Bisher ein Stück toter Raum, mitten in der Oltner Innenstadt», wie die Stadtpräsidentin anlässlich der Eröffnungsfeier betonte.

Areal Schützenmatt-Wiese, bisher 2200m2 umzäunte Rasenfläche

Von der Schmuddelwiese zum Begegnungslokal

Anfangs der 2000er-Jahre musste wegen der damals offenen aber längst verschwundenen Drogenszene die Oltner Schützenmatten-Wiese aus Sicherheitsgründen eingezäunt werden. «Dass wir nun in so kurzer Zeit einen Ort der Begegnung mit Unterstützung von Sponsoren für die Oltner Bevölkerung realisieren konnten, macht mich stolz», so der Oltner Stadtplaner und eigentliche Kopf hinter dem Projekt «Pavillon der Begegnung».

Frei bespielbare Begegnungsfläche im neuen Pavillon auf der Schützenmatte

Der einstöckige und funktionale Pavillon passe sich perfekt in die urbanen Strukturen der Innenstadt ein, so der Vertreter der Stadt. Der Bau sei bewusst so konzipiert worden, dass er für lokale Aktivitäten individuell genutzt werden könne. Mehrere Buchungen für Hochzeiten und grössere Vereinsversammlungen seien auf der Webseite der Stadt Olten bereits eingegangen. Die Stadt Olten ist überzeugt, dass der Pavillon der Begegnung bald zum festen und unverzichtbaren Bestandteil des Dienstleistungsangebots der Stadt für ihre Bevölkerung gehören wird.

Küchenzeile zur individuellen Nutzung für Feste und Feiern

Fertigung aus regionalen Hölzern

Den verschiedenen Vereinen und Initiativen hinter dem Projekt war es wichtig, dass der für 50 bis maximal 100 Personen konzipierte Holzbau nachhaltig und zweckmässig gebaut werden muss. Auf Basis bestehender Pläne konzipierte die Schreinerei Baumann den Pavillon nach einer Vorlage aus dem solothurnischen Derendingen. «Wir konzipierten die Räume solide und funktional, die lokal verwendeten Hölzer verleihen dem Flachbau ein angenehmes Ambiente», so Andreas Baumann. Die auf dem Dach verbauten Solarpanelen decken den Energieverbrauch des Gebäudes vollständig ab. Der Holzbau sei auch bewusst nicht zu gross konzipiert worden, damit er sich ideal in die Strukturen der Umgebung einbettet und auch noch genügend Freifläche im Aussenbereich zur Verfügung steht.

Finanzierung über Spenden und Mieteinnahmen

Für die langfristig ausgerichtete Idee eines «Pavillon der Begegnung» liessen sich mehrere namhafte Gönner motivieren und durch die gemeinsame Sammelaktion verschiedener Vereine konnte der stolze Betrag von 3 Mio. Franken rechtzeitig gesammelt werden. «Insbesondere die durchs Gewerbe organisierte Crowdfunding-Aktion im Internet konnten wir rund 500’000 Franken Spendengelder generieren», so Max Plüss von der Gewerbeaktion Pro Innenstadtraum Olten. Die Miete wurde so angesetzt, dass sie die Aufwendungen für Reinigung und Unterhalt des Gebäudes decken, eine gewinnorientierte Nutzung beim Projekt «Pavillon der Begegnung» ist aber nicht vorgesehen.

Mit der Eröffnung des Pavillons der Begegnung endet ein erfolgreicher und kreativer Prozess in der Stadt Olten, in welchem Dank enger Zusammenarbeit ein nachhaltiges und zukunftsweisendes Projekt gemeinsam umgesetzt wurde.


Beim olteneinfach.ch Blog finden alle Texte ihren Platz. Auch Träumereien wie diese hier, die mit der Oltner Realität nur bedingt in Zusammenhang stehen. Aufgrund der im Artikel genannten Schilderungen sollte aber auch allen sofort klar sein, dass es sich hier vielmehr um eine Gedankenspielerei des Autors handelt. Die Bilder dieses gedanklichen Experiments stammen von der Webseite von https://www.schaerholzbau.ch/ und zeigen ein im Jahr 2017 erfolgreich realisiertes Projekt in der Gemeinde Derendingen.

Blockrandüberbauung: (Alb)Traum in Olten?

Gestaltungsplan Aarauerstrasse liegt zur Mitwirkung auf.

Die Baudirektion Olten legt momentan einen Gestaltungsplan für den letzten Teil der Blockrandbebauung an der Aarauerstrasse 31 zur Mitwirkung auf. Das Projekt soll in Zukunft als Vorbild für weitere Blockrandüberbauungen in Olten dienen. Gemäss dem jetzigen Stand werden allerdings im bereits zubetonierten und uneinladenden Innenhof noch weitere Wohnungen entstehen und die erforderliche Grünfläche wird auf ein Minimum geschrumpft. Dies zeigt, dass die Stadt Olten auch bei kleinen Bauprojekten die Lebensqualität der Bewohner ignoriert.

Bauliche Kuriositäten in Olten

Als Neuzuzüger haben wir uns schon so manches Mal über die baulichen Kuriositäten von Olten gewundert. Seien es die geplante riesige Überbauung an der Rosengasse, das Stadthaus, welches so schön mit der Altstadt kontrastiert, oder die Überbauung im Hammer, die Neubauquartiere in der Agglomeration Zürich geradezu dörflich wirken lässt.

Dann kam die Corona-Krise, und wir waren auf einmal im Homeoffice in Olten gestrandet. Dies gab uns Gelegenheit, die schönen Seiten von Olten zu entdecken. So etwa den Wildpark Mühletäli, die Altstadt, Sonnenuntergänge bei der Wartburg oder die Alpensicht vom Engelberg. Doch dieses schöne Idyll wurde eines Tages im April abrupt gestört, als uns gegenüber Visiere aufgestellt wurden, um die letzte Baulücke in der Blockrandbebauung Unterführungs-/Von Roll-/Aarauer-/Neuhardstrasse zu füllen. Das Füllen dieser Baulücke ist in Zeiten von Verdichtung sinnvoll. Aber darüber, wie genau solche Verdichtung in Olten geplant wird, sollte diskutiert werden.

Luftbild des Innenhofs aus dem Konzept zur Innenhofgestaltung https://www.olten.ch/_docn/2556370/5_Konzept_Innenhofgestaltung_20200325.pdf

Ein trauriger Innenhof

Einige Worte zur aktuellen Situation in unserer Blockrandbebauung. An der Unterführungs- und Von Rollstrasse steht der Neubau Aarepark. In diesem wohnen vor allem junge Singles und Paare, welche die Nähe zum Bahnhof schätzen und bereit sind, einen vergleichsweise hohen Mietzins für die Gegend zu zahlen. An der Aarauer- und Neuhardstrasse stehen Häuser älteren Jahrgangs, mit tiefem Mietzins und vielen Familien und auch älteren Mietern. Insgesamt wohnen einige hundert Menschen in der gesamten Blockrandbebauung. Die Innenhöfe von Blockrandbebauungen sind laut Wikipedia üblicherweise begrünt und ein offener Erholungsraum für die Anwohner. Dieser hier besteht aber vor allem aus Parkplätzen und in der Mitte stehen einige alte Gewerbebauten.

Der traurige Zustand ist historisch gewachsen, denn das Areal war bis vor einigen Jahren noch keine Blockrandbebauung. Zwar wurden die Autos des Aareparks in eine Tiefgarage verbannt, doch auch dieser neue Teil des Innenhofs bietet nur ein winziges Stück Rasen und drei noch junge, kleinere Bäume. Zusätzlich gibt es eine Kita an der Aarauerstrasse, und die Kinder spielen jeden Tag auf dem Innenhofparkplatz zwischen Autos, dauerausgeliehenen Einkaufswagen und Mülltonnen. Zur Sicherheit wird die Zufahrt jeweils mit Pylonen zugesperrt, damit kein Kind überfahren wird, sollte sich ein Auto auf diesen «Spielplatz» verirren.

Bisher ist dies kein besonders gelungener Innenhof. Aber vielleicht wird ja die Situation mit dem Neubau verbessert, so dachten wir uns. Doch der Gestaltungsplan, der nun zur Mitwirkung im Stadthaus aufliegt, verspricht nichts Gutes.

Kurzer Einschub für Nichtbaujuristen: Der Gestaltungsplan ist dazu gedacht, eine besonders gute Überbauung, Gestaltung und Erschliessung zu ermöglichen (Amt für Raumplanung Solothurn). Durch die Stadt können verbindliche Auflagen aber auch Ausnahmen gegenüber der geltenden Baurechtsordnung gemacht werden. Deshalb würde man erwarten, dass mit Hilfe eines Gestaltungsplans besonders gelungene Bauten mit hoher Lebensqualität herauskommen. Doch in Olten scheinen damit eher maximal rentable Bauvorhaben ermöglicht zu werden, auf Kosten der Lebens- und Wohnqualität (auch Olten Hammer oder das Turuvani-Areal sind nur dank Gestaltungsplänen und Sonderbauvorschriften in dieser verdichteten Form möglich).

Wem dient dieser Gestaltungsplan?

Ausschnitt aus dem Gestaltungsplan mit dem Neubau (A) und den Hofgebäuden (B) die zu Wohnraum umgenutzt werden sollen https://www.olten.ch/_docn/2556358/1_Gestaltungsplan_20200325.pdf

Die Baudirektion weicht für den Investor extra von der normalen Grundordnung ab und erlässt Sonderbauvorschriften zu seinen Gunsten. Darum darf der Neubau einen Stock höher werden als die benachbarten Gebäude und ragt auch weiter in den Innenhof. Doch zusätzlich zu dieser optisch auffälligen Verdichtung, werden in den leerstehenden Gewerbebauten im Innenhof noch mehr Wohnungen gebaut, statt den Hof in eine Grünfläche für alle zu verwandeln. Anstatt die historisch gewachsene, schlechte Situation im Innenhof zu korrigieren, wird sie mit Einverständnis der Stadt zementiert. Die vorgeschriebenen 30% Grünfläche werden vom vorliegenden Projekt nur durch Zahlenakrobatik erreicht. So werden neben dem kleinen Rasen und einem Bäumchen auch noch einige Büsche auf der Dachterrasse zur Grünfläche dazugerechnet. Die Baudirektion scheint dem Investor alle Wünsche zuzugestehen, ohne ihrerseits Auflagen für mehr Lebensqualität zu machen.

Nun, was ist das Problem, könnte man sich fragen. Schlussendlich geht es hier ja nur um eine kleine Überbauung, kein Prestigeprojekt für Olten. Doch im Gestaltungsplan wird explizit erwähnt, dass dieses Projekt als Vorbild für weitere Blockrandbebauungen in Olten dienen soll. Dazu wurden von der Baudirektion auch Landschaftsarchitekten mit einer Studie zur Innenhofgestaltung beauftragt. Aber aus deren Empfehlungen wird im vorliegenden Gestaltungsplan kaum etwas umgesetzt.

Trotz der Kleinheit des Projekts betrifft es Hunderte von Anwohnern, ob Familien mit Kindern, junge Pendler oder ältere Paare. Wenn dieses Projekt so durchkommt, wird die letzte Baulücke in unserer Blockrandüberbauung geschlossen, und weder Hitze noch Lärm können entweichen. Durch den starken Hall ohne dämmende Elemente im Innenhof (wie bsp. Begrünung, grosse Bäume) hört sich schon jetzt ein Kindertraktor wie ein ausgewachsener John Deere an. Wie es sich wohl anhören wird, wenn bald die zusätzlichen Bewohner des Innenhofgebäudes ein Grillfest auf der Dachterrasse schmeissen? Durch die vielen Betonflächen im Innenhof wird es bereits heute im Sommer unangenehm heiss, aber wenn auch kein Lüftchen mehr von aussen hereinweht, könnte hier ohne zusätzliche Pflanzen wohl Wüstenklima vorherrschen.

Wie sie unseren Ausführungen entnehmen können, sind wir enttäuscht vom geplanten Projekt. Die Baudirektion in Olten scheint nicht nur bei grossen Projekten (siehe Hammer), sondern auch bei Kleinen die nötige Attraktivität von Wohnraum nicht zu berücksichtigen. Der vorliegende Gestaltungsplan, der die Lebensqualität der Anwohner mit Füssen tritt, sollte von der Stadt eigentlich gar nicht aufgelegt werden. Doch vielleicht können wir gemeinsam dafür sorgen, dass die Blockrandbebauung trotz Verdichtung, dafür mit durchgehend grünem Innenhof, lebenswert wird. Dadurch hätten Anwohner und Kinder einen würdigen Spiel- und Erholungsraum, der auch tatsächlich als zukunftsweisendes Vorbild für andere Blockrandbebauungen in Olten dienen kann.

Was können Sie tun: Nehmen Sie Teil im Mitwirkungsverfahren. Der Gestaltungsplan für die Ergänzung der Blockrandbebauung ist online unter: https://www.olten.ch/aktuellesinformationen/918892 und liegt noch bis am 9. Juni im Stadthaus auf. Im Stadthaus steht zudem ein Modell, das die Situation zeigt.

Die Mitwirkungseingabe, mit Antrag und Begründung dazu, muss schriftlich per Post mit Adressangabe bis Dienstag 9. Juni eingereicht werden. An die Adresse: Stadt Olten, Direktion Bau, Dornacherstrasse 1, 4601 Olten. Eingeben können Sie alle Ideen, wie dieser Teil der Blockrandbebauung verbessert werden könnte.

Falls sie Kontakt zu Parlamentariern, Stadträten oder Personen in der Bauverwaltung haben, würden wir uns freuen, wenn Sie diese auf unser Anliegen aufmerksam machen. Sind Sie direkt betroffen und wissen Sie nicht, wie Sie sich wehren können, oder haben sonstige Anliegen, so schreiben sie uns gerne ein E-Mail unter: thomasbeerli@hotmail.com.

Versuchsballon

Neuer Oltner Infokanal auf dem Messenger Telegram

Social Media Kanäle kommen und gehen. Bei monatlich 400 Millionen aktiven Nutzern darf man aber bei „Telegram“ von einer festen Grösse sprechen. Deshalb der Test mit dem Kanal „Olten News“ unter https:/t.me/oltennews

Olten ist bereits mit einer 8’000 Mitglieder umfassenden Facebook-Gruppe präsent. Bei Twitter lesen über 1’300 Personen beim Account @olten mit. Warum also nicht den Versuch wagen, die Präsenz der Stadt Olten auf Telegram zu lancieren? Der Messenger Telegram ist kostenlos und für alle mobilen Plattformen aber auch für Windows Computer und alle Geräte von Apple verfügbar.

Bündelung der Nachrichten und keine Algorithmen

Über den Kanal https://t.me/oltennews werden zu Testzwecken seit einigen Tagen Nachrichten verschickt. User können dann von dort aus direkt auf die Nachrichtenquellen des Oltner Tagblatts, des Stadtanzeigers oder der Stadt Olten klicken. Weitere Quellen können jederzeit integriert werden.

Wer lieber diskutieren will, kann sich über https://t.me/stadtolten in der Chatgruppe anmelden. Der Vorteil von Telegram liegt darin, dass keine Algorithmen wie bei Facebook die Inhalte sortieren und der Content ungefiltert angezeigt werden kann. Die Einstellmöglichkeiten der Telegram-App sind für Userinnen und User umfangreich und Telegram ist auch für mobile Nutzer sehr einfach zu bedienen. Und wie immer bei neuen Social Media Kanälen gilt das Prinzip des Ausprobierens. Lassen wir den Versuchsballon steigen.

Olten einfach bitte!

Wer Oltner Gewerbebetriebe jetzt unterstützt, hilft lokale Arbeitsplätze zu erhalten.

Am 11. Mai beginnt in Olten langsam aber sicher wieder das Leben zu pulsieren. Von der chemischen Reinigung über die Schulen bis hin zu den Gastrobetrieben, viele Gewerbebetriebe öffnen ihre Türen. Jetzt gilt es das Oltner Gewerbe aktiv zu stützen und gezielt in Olten einzukaufen.

In den vergangenen Wochen hatten die Paketlieferanten Hochkonjunktur. Es zeigten sich die Vorteile des digitalen Business. Wer seine Lieferketten digitalisiert und über Internet den Kunden anbieten konnte, war klar im Vorteil. Wenn wir jetzt etwas Gutes tun wollen, müssen wir unsere Einkäufe wo immer wie möglich lokal tätigen, auch wenn dies eventuell einen zusätzlichen Aufwand auslöst und vielleicht ein paar Rappen mehr kostet.

In Olten einkaufen und sich liefern lassen

Umso wichtiger ist es nun in der Phase nach dem 11. Mai, die sehr komfortablen Shops von Digitec, Galaxus, Brack und wie sie alle heissen mögen, gegen lokale Services zu ersetzen. Auch wenn es anders vielleicht bequemer wäre. Solidarität ist jetzt wichtig und das Oltner Gewerbe braucht unsere Unterstützung.

Heimlieferung auch lokal bei vielen Geschäften

Wie die ersten Wochen der Corona-Krise zeigten, liefern auf Nachfrage auch viele Oltner Gewerbebetriebe nach Hause. Oft noch schneller, als über die nationalen Lieferketten, denn Collectors liefert sehr schnell. Viele Gewerbebetriebe stellen aber auch selber nach Feierabend noch ein Paket vor die Haustüre. Mit Olten4Olten präsentiert eine weitere Plattform Dienstleistungen zur Verfügung, die lokal verankert sind. Auch vooute.ch mischt mit und präsentiert einzelne regionale Artikel.

Lokale Bäcker und Metzger benötigen unsere Unterstützung

Wer den Preisvergleich mit lokalen Metzgern, Gemüsehändlern oder Bäckereien gegenüber den Grosshändlern anstellt, sieht schnell, dass die Preisunterschiede oft marginal sind, die Qualität der lokalen Produkte aber meist besser abschneidet. In Zeiten von Corona ist es umso wichtiger, dass wir jetzt die lokal gebeutelten Betriebe aktiv unterstützen. Es stecken Arbeitsplätze und Steuerzahler hinter jedem Quartierladen oder jedem Oltner Fachbetrieb.

Wenn viele Oltnerinnen und Oltner sich über lokale Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe beliefern lassen oder einkaufen, so helfen wir uns allen in diesen Tagen am meisten.

10 Millionen im Plus – Olten macht einen Überschuss mit Gschmäckle

Der Rechnungsabschluss 2019 der Stadt Olten ist da. Der Stadtrat jubiliert und das OT titelte „Stadt Olten macht fast 10 Millionen Gewinn – auch ohne Steuererhöhung“. Aber …

Der Rechnungsabschluss 2019 der Stadt Olten ist da. Der Stadtrat jubiliert mit „Hoher Gewinn dank Sondererträgen und Ausgabendisziplin“ und das OT machte daraus prompt „Stadt Olten macht fast 10 Millionen Gewinn – auch ohne Steuererhöhung“.

Kaum hatte der Stadtrat seine Medienmitteilung publiziert, freute sich SVP im Facebook riesig und betonte, dass sie es ja schon beim Budget-Referendum gesagt hätte und man solle doch am besten gleich Mitglied werden bei ihnen. Auch Exponenten der FDP waren begeistert. Einer empfahl sogar, dass die „linken“ Politiker*innen, die sich für das Budget 2019 und die geplante Steuererhöhung eingesetzt hatten, nun den Rücktritt des gesamten Stadtrat fordern sollten, da der Stadtrat den unerwarteten Geldsegen nicht budgetiert hatte.

Die Grafik aus der Pressemitteilung des Stadtrates zeigt, wie sich der Gewinn zusammensetzt.

Fünf Mal Jackpot

Zehn Millionen Gewinn sind eine beträchtliche Summe, doch wie kam das Geld zusammen? Fünf Mal Jackpot sozusagen:

  1. Die juristischen Personen haben zwar 4.4 Millionen mehr Steuern abgeliefert; eine erkleckliche Summe, aber von der Stadt ist das nicht beeinflussbar. #yeywirhabenimlottogewonnen
     
  2. Der Ertrag von 2.7 Millionen aus dem Verkauf der Alpiq-Aktien ist de facto eine reine Umwandlung des (etwas korrodierten) Tafelsilbers in Cash. Die Aktien mussten verkauft werden, da die Alpiq ihre Aktien Mitte Dezember 2019 von der Börse nahm. Die Alpiq-Grossaktionäre hatten beschlossen, pro Aktie 70 Franken zu bezahlen. Daraus ergab sich dann der scheinbar hohe Betrag von 2.7 Millionen als Geschenklein für die Stadtkasse. Verschiedene Investoren monierten jedoch, dass ein Preis zwischen 100 und 140 Franken angebracht gewesen wäre. Es hätten also auch gut 5 Millionen sein können. Und wenn die Aktien im Jahr 2007 verkauft worden wären, dann lägen 26.5 Millionen zusätzlich in der Stadtkasse. #aktienrechtzeitigverkaufenhaettevielgebracht
     
  3. Die halbe Million, welche die a.en zusätzlich an die Stadt ablieferte, wurde in Form von überhöhten Energiekosten durch die Oltner Bevölkerung bezahlt, natürlich ohne Progression und damit zulasten der mittleren und tiefen Einkommen. #gebuehrenstattsteuern
     
  4. Die Einsparung von 0.9 Millionen beim Sachaufwand ist vor allem auf das Budget-Referendum und die dadurch verzögerte Ausführung von Projekten und Arbeiten zurückzuführen.
    #einhalbesjahrnichtsausgegeben
     
  5. Auch die Auflösung von Rückstellungen und Vorfinanzierungen in der Höhe von 1.2 Millionen ist hübsch für die Rechnung, aber eine einmalige Sache. #warumgraddiesesjahr

Alles in allem bleiben also noch rund 5 Prozent des grandiosen Ergebnisses übrig.

Investition für nachhaltige Entwicklung

Die Investitionen in Unterhalt und Erneuerung der städtischen Infrastruktur sind eine wichtige Kenngrösse für eine nachhaltige Stadtentwicklung. In den letzten Jahren war dieser Betrag jeweils sehr tief angesetzt, was zur heutigen Situation mit diversen anstehenden Grossprojekten führte. 16 Millionen sind in etwa der Betrag, der für eine Stadt in der Grösse von Olten für eine nachhaltige Entwicklung jährlich investiert werden sollte.

Die Nettoinvestitionen 2019 betrugen 11.7 Millionen, wogegen im Budget Version 2 lediglich 9.5 Millionen eingeplant waren. Es wurden also 2.2 Millionen mehr investiert als budgetiert. Das ist an und für sich eine erfreuliche Nachricht. Es fehlen aber immer noch 4.3 Millionen bis zum angestrebten Nettoinvestitionsvolumen von 16 Millionen.

Ein ganzes Jahr Steuern für ein halbes Budget

Das abgelehnte Budget-Referendum hatte der Stadt einen fast halbjährigen Stillstand beschert. Ein Stillstand, während dem lediglich die „obligatorischen“ Ausgaben (#fasnachtsobligatorium) getätigt wurden. Die Oltner*innen jedoch haben für das ganze Jahr 2019 Steuern gezahlt. Zwar ohne Steuererhöhung, aber eben doch – und dabei nur sozusagen für ein halbes Jahr Leistungen bezogen. Kein Wunder bleiben da ein paar Millionen übrig. #schwurbelnkoennenwirauch

Glück und Einmaleffekte

Kein Wunder, sieht am Schluss die Rechnung gut aus. Daraus zu schliessen, dass wir auch in Zukunft ohne Steuererhöhungen durchkommen werden, wie das die Finanzexperten von SVP und FDP auf Facebook verkünden, braucht doch eine erheblich eingeschränkte Sicht der Realitäten.

(Das Orginal ist auf der Website von olten.jetzt erschienen)