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Die Felsenburg ist zurück im neuen Gewand des National Restaurants

Bald ein Jahr ist es her seit der Schliessung des legendären italienisch-französischen Restaurants auf der rechten Stadtseite Oltens. Ab März letzten Jahres begann eine Zeit bangen Wartens für die ehemaligen treuen Gäste, die teils über 40 Jahre lang in die Felsenburg gepilgert waren, um die einmaligen Gerichte wie Pasta Mista oder Entrecôte Scheck zu schnabulieren. Dann kam Mitte September die Nachricht, dass der Sohn des ehemaligen Besitzers der Felsenburg, Sergio Salsi, das Restaurant National auf der linken Stadtseite übernehmen wird. Ein Seufzer der Erleichterung ging durch die Menge der unzähligen Anhänger der „Salsi-Küche“, endlich sind die Felsenburg Klassiker wieder zu haben. Nach einigem Rätselraten um die angebotenen Speisen im neuen Restaurant wurde das Geheimnis am 8. Dezember 2017, dem Eröffnungstag des „neuen“ Nationals, gelüftet.

Wer jetzt „mal schnell“ das Menü googeln möchte, den muss ich enttäuschen. Zwar hat „Nazionale da Sergio“ jetzt wenigstens eine Homepage – im Gegensatz zur Felsenburg –, doch das Essensangebot ist da nicht aufgeführt. Wer sich jetzt in der Hoffnung wägt, wenigstens die am Lokaleingang ausgehängte Speisekarte studieren zu können, dem muss ich auch diese Illusionen nehmen, denn auch eine solche ist nicht vorhanden. Entweder man besucht Sergio Salsis neue Gaststätte selber, befragt jemanden, der Bescheid darüber weiss, oder erfährt einiges aus meinen nachfolgenden Ausführungen. Ich habe mir auch die Mühe gemacht, die neue Karte mit derjenigen der Felsenburg zu vergleichen, sei es inhaltlich oder auch bezüglich der Preisgestaltung. Auch hierzu werde ich mich im Folgenden kurz auslassen. Und natürlich kann ich nicht umhin, mich auch darüber zu äussern, wie mir mein erster Besuch bei „Salsi“ gefallen hat. Vorausschicken kann ich, dass es nicht mein letzter gewesen sein wird. Wie immer gebe ich meine persönliche Meinung wieder. Wer etwas beifügen möchte, der soll das in der Rubrik „Kommentare“ tun.

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Einrichtung

Wer im November beim Restaurant National vorbeispazierte, dem blieb die Transformation des Lokals nicht unbemerkt. Verschiedene Handwerker gaben sich die Türklinke in die Hand, bis dann irgendwann einmal Anfang Dezember Vorhänge montiert wurden, die den Blick ins Innere der Gaststätte verwehren. Auf diese Weise gehen neugierige Blicke von Passanten ins Leere, aber leider kriegt auch der Gast am Fenster nicht mehr mit, was draussen vor sich geht. Aber schliesslich ist man ja zum Essen hier und nicht zum Rausschauen …

Ich jedenfalls habe bei meinem ersten Besuch im National die Sicht auf das Strassengeschehen nicht vermisst, aber es hat natürlich auch im Inneren des Lokals vieles gegeben zum Sehen. Die Gaststätte hat ein völlig neues Design erhalten. Verschwunden sind die weissen Wände, die runden Lampen und die baren Holztische und haben Platz gemacht für Wände in einem warmen Gelb, Kronleuchter und weiss gedeckte Tische.

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Eine schicke, anthrazitfarbene Leder-Sitzbank findet sich auf der einen Seite. Ein kleines, ovales Schild an der Theke sticht einem ins Auge; „Nazionale da Sergio“ steht darauf. Das verleiht dem Ganzen die nötige „Italinata“, an der Hausfront ist nämlich noch immer der gutschweizerische Name „National“ aufgeführt. Wenn man sich in den ersten Stock begibt, erwarten einen zur Linken eine stylish eingerichtete Raucher-Lounge

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und daneben nach einer farbigen Wand die in Lila gehaltenen Toiletten.

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Ein Blick in dieselben gibt hochwertige Molton Brown Handpflege-Produkte preis.

Also meine Begleitung und ich haben Gefallen an der Einrichtung gefunden, man fühlt sich wohl hier. Aber noch mehr als auf die Innenausstattung waren wir natürlich aufs Essen gespannt.

Esskonzept

Wer die Speisekarte der Felsenburg noch im Gedächtnis hat, der muss sich im National nicht gross umstellen. Wie vor der Eröffnung des Restaurants allenthalben zu hören gewesen war, ist hier ein verschlanktes Angebot der Felsburg-Gerichte erhältlich. Auch am Herd schwingt noch immer der gleiche Chef wie bei der Felsenburg den Kochlöffel, Ivano Boschi, Sergio Salsis Schwager.

Wenn man eine kalte Vorspeise wünscht, dann ist die Auswahl nicht gross. Nur gerade ein gemischter Blattsalat mit Tomaten und ein Rinds-Carpaccio stehen auf der Karte. Dafür kann unter drei Suppen gewählt werden. Mir ist bewusst, dass der Mensch nur über eine selektive Wahrnehmung verfügt, aber ich kann mich nicht entsinnen, je einen Gast in der Felsenburg eine Suppe essen gesehen zu haben.

Bei den warmen Vorspeisen bzw. Teigwaren- und Risotto-Gerichten kann man unter deren sechs auslesen. Wie nicht anders zu erwarten, ist auch Pasta Mista, „der Felsenburg Klassiker schlechthin“,

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wie auf der Speisekarte zu lesen ist, dabei. Neu gibt es Risotto ai Funghi, das bisher nur als Beilage erhältlich war, als eigentlichen Gang.

Ebenfalls sechs Gerichte stehen zur Wahl beim Fleisch. Darunter ist natürlich, wie auf dem Menü zu lesen, „der nächste Felsenburg Klassiker“,

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Entrecôte Scheck. Wenn man Rindsfilet bestellt, so kann man sich unter drei Varianten entscheiden. Das einzig wirklich neue Gericht auf der Speisekarte ist darunter, Filet de Boeuf „Pippo“ mit Knoblauch-Marinade. Gelüstest es einem nach Kalb, dann stehen entweder Kalbsschnitzel an Morchelrahmsauce oder Piccata Lombarda (Butterzitronensauce) zur Wahl. Bei den Hauptgängen mit Fleisch – aber auch bei allen anderen wie z.B. Pasta Mista – gibt es neu keinen Platten-Service mehr, d.h. es wird jeweils nur ein Teller serviert; auch werden die Beilagen nicht „nachgeschöpft“. Eine weitere Neuerung ist, dass nicht nur eine Sättigungsbeilage inkludiert ist, sondern auch eine Gemüsegarnitur. Wem mehr nach Fisch oder Meeresfrüchten ist, kann entweder Seezunge, Seeteufel oder Scampi bestellen.

Das Angebot an Desserts schliesslich umfasst deren fünf, Tiramisù, Panna Cotta, Zabaione, Eiskaffee oder Ballon Vieux Marc.

Bei meiner Bewertung des Esskonzepts komme ich zu folgenden Schlüssen. Positiv für Liebhaber der Felsenburg Küche ist sicher, dass viele der „Evergreens“ auf der Speisekarte des Nationals zu finden sind, wenn auch sicherlich nicht alle. Wie nicht anders zu erwarten gibt es im neuen Lokal nur ein „abgespecktes“ Felsenburg-Menü, was sicherlich in Ordnung geht.

Wenn man sich das noch etwas mehr im Detail anschaut, so muss bei den Vorspeisen angemerkt werden, dass die äusserst geringe Anzahl von zwei bei den kalten doch nur beschränkt zu befriedigen vermag. Ob es dann bei den Suppen drei sein müssen, das zweifle ich doch etwas an. Bei den Fleischgerichten fällt auf, dass es viel für den „Rindsfilet-Afficionado“ hat, aber nur wenig für Fans von Kalbfleisch (zwei Varianten). Ansonsten beurteile ich das Angebot als angebracht.

Wie bereits angetönt, werden die Hauptgänge ausschliesslich im Teller-Service „auf den Tisch gebracht“ und nicht im Platten-Service, wie das bei gewissen Speisen in der Felsenburg der Fall war. Das entspricht sicherlich den Gepflogenheiten der zeitgenössischen Gastronomie. Was diese Umstellung für allfällige weitere Auswirkungen hat, darauf komme ich an späterer Stelle zu sprechen, hier geht es nun zuerst um die genossenen Speisen.

Speisefolge

Bei den kalten Vorspeisen assen mein Mann und ich uns durch das ganze Angebot, was – der aufmerksame Leser weiss es bereits – nicht schwierig war bei nur zwei möglichen Gerichten. Der gemischte Blattsalat mit Tomaten und Bohnen

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war in Ordnung, unspektakulär – hat die Speise ja so an sich – und von der Portion her eher klein bemessen. Das Carpaccio vom Rind

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bestach durch eine ausgezeichnete Fleischqualität, zart auf der Zunge zergehend und reich an Geschmack. Zusammen mit der recht scharfen (Chili-)Marinade und den Parmigiano Reggiano Spänen ergab dies ein äusserst ansprechendes Gericht. Einzig zu bemängeln wäre die vielleicht etwas klein ausgefallene Portion.

Bei den Hauptspeisen entschieden wir uns für „den“ Felsenburg Klassiker, Pasta Mista,

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und für ein Filet de Boeuf „Madagascar“.

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Die Pasta-Trilogie, bestehend aus Kalbfleisch-Ravioli an einer Rahmsauce, Nüdeli an einer Hackfleischsauce und Teigwarenstreifen an einer pikanten Tomatensauce, ist noch immer die beste, die ich je gegessen habe. Das Rindsfilet war von bester Qualität – es wird argentinisches Fleisch verwendet –, superzart und geschmackvoll. Auch die dazu servierte Senf-Pfeffer-Rahmsauce – wohlschmeckend, wenn auch nicht gerade leicht – vermochte zu überzeugen. Dazu wurden feine selbst gemachte Nudeln und zwei leckere Gemüse (Peperonata und Spinat) gereicht. Zu kritisieren gab es nur die zu wenig heissen und nicht sehr sorgfältig angerichteten Teller (Saucen-Spritzer).

Als Dessert wählten wir Tiramisù,

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nicht wie von Sergio Salti angedacht in einer Portion mit zwei Löffeln, sondern – da wir noch genügend Appetit hatten – für jede Person eins. Bei dieser Nachspeise kann dasselbe gesagt werden wie bei den Pasta Mista, besser als hier habe ich sie noch nirgends gehabt. Die cremige Masse ist köstlich und fällt im Verhältnis zum Biscuit grosszügig aus.

Preise

Wie der Gastgeber auf seiner Homepage betont, wird im National „gehobene französisch-italienische Küche“ angeboten. Es darf also nicht erwartet werden, dass man hier für wenig Geld zu einem Essen kommt. Der Vergleich der Preise zwischen dem National und der Felsenburg fällt etwas schwer, weil auf der einen Seite nur noch ein Teller-Service erfolgt und auf der anderen Seite bei den Hauptgängen gewissen Modifikationen vorgenommen wurden. So ist bei Gerichten mit Fleisch oder Fisch neu eine Gemüsegarnitur inbegriffen.

Wenn man sich das Ganze im Detail anschaut, so zeigt sich Folgendes. Die grössten Preissteigerungen finden sich bei den halben Portionen bzw. Vorspeisen. So muss man beispielsweise für das Carpaccio vom Rind statt SFR 20.00 neu SFR 25.00 bezahlen oder für die Pasta Mista statt SFR 22.00 neu SFR. 26.00. Hauptgerichte mit Fleisch sind neu – mit einer Ausnahme – für SFR 52.00 statt SFR 48.00 erhältlich (mit Gemüsebeilage im Teller-Service). Bei der Pasta sticht eine Preissenkung ins Auge, die ganze Portion ist neu um 2 SFR günstiger, also für SFR 32.00 zu haben. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass hier vom Platten- auf den Teller-Service umgestellt wurde, also effektiv die Portionengrösse reduziert wurde.

Wenn man die Preisgestaltung einer Bewertung unterziehen möchte, so zeigt sich beim Vergleich National – Felsenburg,

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dass insgesamt für etwas kleinere Mengen geringfügig mehr Geld „in die Hand genommen“ werden muss. Wenn man die Preise des Restaurants National denen der Konkurrenz vor Ort gegenüberstellt, so spielt das Restaurant in der obersten Liga. Das Rindsfilet ist mit SFR 52.00 vergleichsweise „günstig“ zu haben, für das Entrecôte muss man dagegen mit SFR 52.00 recht tief in die Tasche greifen.

Bevor wir zum Abschluss kommen, hier noch ein paar Worte dazu, wie man im National bedient wird.

Service

Auf der Homepage des Nationals wird Sergio Salsi als Gastgeber gepriesen, der seine Gäste mit viel Herz verwöhnt, und dies entspricht auch voll und ganz den Tatsachen! Er tut alles, damit sich die Gäste in seinem Lokal wohlfühlen, und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite, besonders wenn es um Weinempfehlungen geht. Dabei ist er nie um einen guten Spruch verlegen. Beim Service steht ihm seine Ex-Gemahlin zur Seite, die einen ruhenden Pol bildet, während er „herumwirbelt“. Das Servieren der Gerichte folgt Schlag auf Schlag, besonders bei der Vor- und Nachspeise; langes Warten ist im National nicht angesagt. Auffallend ist, dass der Gastgeber viele Gäste persönlich kennt, was sich darin zeigt, dass Sergio Salsi immer mal wieder damit beschäftigt ist, Damen zur Begrüssung oder Verabschiedung zu küssen.

Zum Abschluss das Wichtigste in Kürze und mein Fazit zur Neueröffnung des Restaurants National durch den Sohn des ehemaligen Besitzers der Felsenburg.

Gesamtschau

Alles in allem kann hier von einem geglückten Einstand gesprochen werden. Das National ist nicht die Felsenburg, aber vieles, was im alten Restaurant gut gewesen ist, findet sich auch im neuen. Gewisses ist auch besser, allem anderen voran die Einrichtung, welche ich als gelungen empfinde. Das Esskonzept ist in bestimmten Punkten an die heutige Zeit angepasst worden, beispielsweise wurde der Platten-Service aufgehoben. Das bringt auch angemessenere Portionen-Grössen mit sich. Vorbei sind die Zeiten, wo man sich „bei Salsi“ regelmässig „überessen“ hat, so dass oft kein Platz mehr geblieben ist für die feinen Desserts! An gewissen Dingen muss noch „gefeilt“ werden; ich denke da an die Zusammenstellung des Menüs oder an das Anrichten der Speisen. Was die Preisgestaltung anbelangt, so muss man sich vor Augen halten, dass es sich beim National nicht um den typischen „Italiener um die Ecke“ handelt, sondern um ein gehobenes Speiselokal mit entsprechendem Angebot und ebensolchen Preisen. Unbestritten sind Sergio Salsis Gastgeber-Qualitäten. Sein herber Charme ist ihm dabei dienlich, die Gäste von sich und seinem Gastro-Konzept einzunehmen. Ganz sicher ist, dass mit diesem neuen Restaurant die sich bereits vorher auf einem guten Niveau befindliche lokale Gastro-Szene eine wesentliche Bereicherung erfahren hat.

  • Kosten: Vorspeisen zwischen SFR 10.00 und SFR 28.00, Pasta & Risotti zwischen SFR 18.00 und SFR 36.00, Hauptspeisen zwischen SFR 44.00 und SFR 52.00 (mit Fleisch oder Fisch), Desserts zwischen SFR 12.00 und SFR 14.00
  • Küche: gehoben, italienisch-französisch, Pasta Mista & Entrecôte Scheck als Felsenburg-Klassiker
  • Adresse: Klosterplatz 17, 4600 Olten, Tel. +41 62 296 22 77, no E-Mail address

Besucht: Dezember 2017

Willkommen „Felsenburg reloaded“ – Auf Wiedersehen Fabian Strutz im „National“

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, die Oltner Gastroszene ist in Bewegung. So wie es den Anschein macht, wird per 1. Oktober 2017 das Restaurant „National“ von Sergio Salsi, dem Sohn der ehemaligen Besitzerfamilie der „Felsenburg“, übernommen. Dem Vernehmen nach soll das Konzept der „Felsenburg“, hochstehende italienische Küche mit französischem Einschlag, am neuen Ort weitergeführt werden. So erfreulich diese Entwicklung für Liebhaber von „Salsis Küche“ auch ist, so bedauerlich ist dieser Umstand für den talentierten Koch Fabian Strutz, der während 2 ½  Jahren im „National“ gewirkt hat. Aber „eins nach dem andern“, hier ein Abriss der Ereignisse dieses Geschehens in der Oltner Gastronomie.

Die „Felsenburg“, eine Oltner Institution, wurde Ende Februar 2017 geschlossen, nachdem ihr Besitzer, Adriano Salsi, das Gebäude an einen Bauunternehmer verkauft hatte, der beabsichtigt, dort Wohnungen einzubauen. Seitdem ist sein Sohn Sergio, der das Gesicht dieses Restaurants in den letzten zwanzig Jahren massgeblich prägte, auf der Suche nach einem neuen Betätigungsfeld in der Stadt Olten. Nachdem diesem Unternehmen anfänglich kein Erfolg beschieden war, hat sich nun eine Chance ergeben. Dem aufmerksamen Beobachter der Oltner Restaurant-Szene ist vermutlich nicht entgangen, dass das „National“ seit mehreren Wochen geschlossen gewesen ist und verschiedentlich ist gemunkelt geworden, dass es mit der aktuellen Führung auch nicht mehr aufgehen soll. Das scheint nun zur Tatsache zu werden, obwohl keine offizielle Bestätigung hierfür vorliegt. Wie dem auch sei, auf jeden Fall besteht die Aussicht, dass das Erbe der „Felsenburg“ nicht verloren und dass die Geschichte dieses Oltner Vorzeigelokals noch nicht fertig geschrieben ist. Wie es mit derjenigen von Fabian Strutz weitergeht, das entzieht sich der Kenntnis der Verfasserin. Hierzu auch ein paar Informationen (Ohne Gewähr!) und Gedanken zum Werdegang dieses Kochs auf dem Platz Olten.

Das erste Mal trat Fabian Strutz in der hiesigen Gastro-Szene in Erscheinung als Koch im Restaurant „Terminus“, wo er während 3 ½ Jahren als begabter Chefkoch agierte. Der Erfolg dieses Restaurants ist nicht zuletzt auf seine Verdienste als kulinarischer „Artist“ zurückzuführen. Anfang 2015 machte er sich zusammen mit seinem Geschäftspartner Thomas Fritz, ehemals Sisième-Bar Astoria, selbständig und pachtete das Restaurant „National“, das bis dahin als „Paradies“ für Liebhaber von Pouletflügeli bekannt war. Wie im „Terminus“ bot er dort hochstehende mediterran-asiatische Fusionsküche (Künstler-Teller) an, aber auch währschafte Gerichte (Oma-Teller) und eben diese „Flügeli“.

An dieser Stelle muss vorübergehend in die „Ich-Form“ gewechselt werden, da die persönliche Sichtweise der Verfasserin zum Ausdruck kommt. Zu diesen „Flügeli“ … Ich muss zugeben, ich bin kein Fan dieses Gerichts. Ich würde nie ein Restaurant besuchen, um ein frittiertes Essen in Kombination mit einem anderen Produkt aus der Friteuse (Pommes) zu mir zu nehmen. Aber ich spreche nur für mich und möchte anderen, die dies lieben, nicht zu nahe treten. Ich bin nun mal eine Anhängerin der eher gehobenen Küche. Aber zurück zu den Pouletflügeli … Ich habe nie verstehen können, dass Fabian Strutz diese weiterhin auf der Karte hatte. Gerüchteweise war zu vernehmen, dass er dazu verpflichtet war. Wie dem auch sei, Spitzengastronomie, wie Fabian Strutz diese (auch gemäss Homepage) anbieten wollte, geht nicht zusammen mit „Flügeli“. Bei meinen Besuchen im „National“ musste ich mehrmals die Erfahrung machen, dass die Mehrzahl der anwesenden  Gäste nicht auf die „Signature“-Gerichte setzte, sondern sich eben mit diesen – zur Abwechslung in „Neudeutsch“ – Chicken Wings begnügte. Dazu wurden jeweils weder eine Vorspeise noch eine Nachspeise oder – geschweige denn – Wein bestellt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so auf Dauer ein rentables Restaurant geführt werden kann. Ein weiterer Punkt ist auch, dass so die Gäste, die mehr auf gehobene Küche aus waren, vergrault wurden, auf der einen Seite, weil ein Überhandnehmen der – sorry für meine Ausdrucksweise – „Flügeli-Fraktion“ der Ambiance im Lokal nicht zuträglich und auf der anderen Seite der Platz im Lokal limitiert war für umsatzbringende Gäste. Mehr als einmal wollte ich unter der Woche kurzfristig eine Reservation im „National“ vornehmen, um mir sagen zu lassen, dass es keinen Platz mehr habe. Und so ergangen ist es – wie mir zugetragen wurde – auch andern. Ich bin für mich persönlich zum Schluss gekommen – das soll nicht heissen, dass es in Tat und Wahrheit so abgelaufen ist –, dass das „National“ unter Fabian Strutz daran scheiterte, dass er auf „zwei Hochzeiten tanzte“. Man kann natürlich nicht wissen, ob das Restaurant eine Daseinsberechtigung gehabt hätte, wenn die Pouletflügeli von Anfang an nicht im Angebot gewesen wären, aber das erscheint mir jetzt müssig. Es ist – kurz und bündig ausgedrückt – einfach nur schade, dass man nun die feinen „Künstler-Teller“ des Kochartisten in Olten nicht mehr geniessen kann.

Nach diesem Exkurs – musste sein, sorry an die „Flügeli-Anhänger“ – zurück zu Fabian Strutz. Das letzte Lebenszeichen, das er öffentlich von sich gegeben hat, ist  ironischerweise seine Meldung via Facebook-Gruppe „Olten“ Mitte August 2017, dass Chilbi-Gänger den 150-jährigen Olivenbaum vor dem „National“ beschädigt haben und dass dieser nun vom Niedergang bedroht ist. Ein Sinnbild für den eigenen, wenigstens als Chef des dahinter stehenden Restaurants? Aber genug der philosophischen Abhandlungen …

Zusammengefasst trifft folgendes Bonmot auf den aktuellen Sachverhalt wohl am besten zu: „Des einen Freud ist des andern Leid“. Einerseits ist es sehr erfreulich, dass mit der Übernahme des „Nationals“ durch Sergio Salsi das Erbe der „Felsenburg“ nicht verloren geht, aber gleichzeitig ist es andererseits äusserst bedauerlich, dass dem Koch Fabian Strutz im „National“ nicht der Erfolg vergönnt war, den er verdient hätte, aus welchen Gründen auch immer. Beiden Gastronomen sei gewünscht, dass sie ihr Glück finden werden in dem, was sie zukünftig anpacken!

In der Folge finden sich noch zwei Fotos vom letzten Besuch der Verfasserin im „National“ anlässlich des „Gustofestivals“ am 23. Juni 2017, wo Fabio Strutz am Werk war zusammen mit Guido Tassi, der es mit seinem Restaurant in Buenos Aires in die renommierte San Pellegrino-Liste der besten 50 Restaurants in Lateinamerika geschafft hat. Die erste Aufnahme (Photo Credit „National“) zeigt, wie meiner Begleitung und mir einer der köstlichen Gänge serviert wird,

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die zweite einen Ausschnitt aus dem äusserst delikaten Menü.

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„Alpenrösli“ wird zu „China-Restaurant zum Alpenrösli”

Mit der Eröffnung des „China-Restaurants zum Alpenrösli“ an der Baslerstrasse ist der Bestand der chinesischen Lokale in der Stadt Olten auf drei angewachsen. Zu den zwei seit langer Zeit existierenden Gaststätten Restaurant „Zum Turm“ und Restaurant „Shanghai“ hat sich eine dritte gesellt. Nachdem im „Alpenrösli“ zuvor karibische Küche angeboten wurde, hat im Juni diesen Jahres ein chinesisches Ehepaar das Zepter übernommen. Den Namen des Restaurants haben die Wirtsleute beibehalten, jedoch mit dem Zusatz China-Restaurant und zwei chinesischen Schriftzeichen versehen. Übersetzt ins Deutsche sollen diese „Schweizer Lotus“ bedeuten, Alpenrosen gibt es ja bekanntlich in China nicht.

Lage/Atmosphäre

Der eher kleineren Gaststätte nahe der City-Kreuzung sieht man ihren Ursprung als rustikales, typisch schweizerisches Lokal deutlich an. Holz dominiert bei der Einrichtung, sei es bei den Sitzbänken, der Decke oder den Säulen, die mit geschnitzten Ornamenten dekoriert sind. Das Restaurant wurde vor nicht allzu langer Zeit einer Renovation unterzogen. Um den dunklen Holz-Charakter etwas auszugleichen, ist der Rest des Raumes hell gehalten. Das „China-Restaurant zum Alpenrösli“ wirkt freundlich, gepflegt und lädt zum Verweilen ein. Die Tische sind weiss gedeckt, grüne Tischläufer und lila hochwertige Papier-Servietten mit Leinencharakter geben frische Farbtupfer ab. Statt der billigen, eingepackten Essstäbchen, die in vielen chinesischen Restaurants zum Einsatz kommen, finden sich hochwertige Exemplare auf einer Besteckbank.

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Ess-Konzept

Wie auch nicht anders zu erwarten wird hier natürlich chinesische Küche serviert, aber nicht ausschliesslich die typischen Gerichte, die man „beim Chinesen“ so erhält wie Sweet and Sour Chicken oder ähnliche, sondern es finden sich neben authentischen chinesischen Speisen auch solche, die von anderen asiatischen Küchen inspiriert sind. Als Beispiel könnte man Scampi Tempura an Teriyaki Sauce nennen oder den klassischen Mango-Pudding aus Hong Kong. Daneben fällt auf, dass der Koch, Baoge Jin, den Gerichten oft seine persönliche Note verleiht. Das zeigt sich beispielsweise bei einem Salat, der unter anderem Quinoa enthält, das hierzulande auch als Superfood bekannt ist. Apropos Salate, die ja auch nicht als ausgesprochen chinesisch gelten, drei verschiedene sind erhältlich, wenn man denjenigen aus dem Abendmenü 2 – das an späterer Stelle noch genauer erläutert wird – hinzuzählt, sogar deren vier. Insgesamt findet sich auf der Speisekarte also eine etwas „andere“ chinesische Küche als die gewohnte, jedoch fehlen auch gewisse Klassiker nicht.

Während der Gast am Mittag aus sechs wöchentlich wechselnden Menüs auswählen kann, wobei die Suppe jeden Tag ändert, wird am Abend à la carte gegessen. Eine grosse, jedoch nicht zu grosse Auswahl an Speisen steht zur Verfügung. Daneben werden auch zwei Abendmenüs angeboten, wobei das eine nachfolgend beschrieben wird. Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit, Essen als Take Away zu beziehen, dies sowohl über Mittag als auch am Abend. Hier finden sich eher Gerichte auf dem separaten Menü, die für den Mittel-Europäer als „typisch chinesisch“ gelten.

Noch ein Wort zu der Zubereitung der Speisen. Baoge Jin verwendet hierfür hochwertige Zutaten, und alle Gerichte werden frisch gemacht. Das zeigt sich insbesondere bei den Saucen, die für ein Restaurant dieser Klasse – kein eigentliches Gourmet-Restaurant – ausgesprochen schmackhaft sind und die sich vom „Einheits-Allerlei“, das in durchschnittlichen China-Restaurants serviert wird, deutlich absetzen.

Menüfolge

Wie bereits an verschiedener Stelle angetönt wird hier näher auf das Abendmenü 2 eingegangen, das mein Mann und ich an einem Sonntagabend Mitte August im „China-Restaurant zum Alpenrösli“ genossen haben.

Der erste Gang des Menüs, das ab zwei Personen bestellt werden kann und das pro Person SFR 68.00 SFR kostet, ist ein Schwarz-Bohnen Salat.

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Dieser enthält neben roten Bohnen schwarzes Reis, Birnen und Goji-Beeren und ist mit einem äusserst delikaten Soja-Senf-Dressing angemacht. Ein feiner Auftakt zu einer – das kann vorweggenommen werden – gelungenen Mahlzeit!

Daran schliesst sich Scampi Tempura an Teryaki-Sauce an.

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Die Panade der Meeresfrüchte ist wohltuend knusprig, die Sauce fein und optisch überzeugt das Gericht mit einem als Rose geschnitzten Radieschen.

Als Hauptgang steht Asia Style Rindsfilet auf dem Menü, zwei Medaillons, mit Kräutern gebraten und mit Pastinaken und Babykarotten an Austern-Hoisinsauce serviert. Dazu wird gebratener Reis gereicht.

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Wiederum überzeugt die Sauce mit einem sublimen Geschmack. Die Pastinaken, die sich zahlreich auf dem Teller wiederfinden, sind auch wohlschmeckend. Das Fleisch, etwas zu fest durchgebraten, ist von ordentlicher Qualität. Der gebratene Reis enthält nur Spuren von Eiern und Gemüse, was angenehm positiv überrascht. Oftmals bekommt man ja solchen, der viel zu reichhaltig ist und beinahe alleine als Gericht durchgehen könnte.

Den Abschluss macht ein hausgemachter Mango-Pudding.

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Dieser ist ein absoluter Gaumenschmaus. Das Rezept soll aus Hong Kong stammen, wo dieser Pudding als klassisches Dessert gilt. Wie dem auch sei, ein fulminanter Abschluss eines geglückten Essens!

Service/Preise

Die Ehefrau des Kochs, Mei Sun, ist für den Service zuständig. Sie tut dies auf eine herzliche und umsichtige Art und Weise, auch achtet sie auf Details. Als ich nach dem Beenden eines Ganges Gabel und Messer irrtümlich auf dem Teller anstatt daneben platziert habe, hat sie sofort angeboten, neues Besteck zu bringen, was ich allerdings abgelehnt habe. Nur einmal hat die Qualität des Services etwas nachgelassen, und zwar als der Reis nicht gleich mit dem Hauptgang serviert worden ist, sondern erst einige Zeit danach. Angesichts des sonst durchgängig hohen Service-Standards ist dieser Patzer jedoch nicht stark ins Gewicht gefallen.

Das Preisniveau im „China-Restaurant zum Alpenrösli“ bewegt sich im mittleren Segment. Die Mittagsmenüs sind zwischen SFR 15.50 und SFR 21.50 angesetzt. Am Abend sind Hauptspeisen mit Fleisch oder Fisch von SFR 26.50 (Schweins-Rippchen) bis SFR 36.50 (Rindsfilet) zu haben, wobei noch zusätzlich SFR 3.50 für Jasmin-Reis hinzukommen. Im Take Away ist der Preisrahmen für Gerichte mit Fleisch oder Fisch inkl. Reis zwischen SFR 15.00 und SFR 21.50.

Gesamtschau

Persönlich bin ich höchst erfreut über den „chinesischen Zuwachs“ auf der hiesigen Gastro-Szene, da ich mich mit dem bisherigen Angebot diesbezüglich nie ganz anfreunden konnte. Davon mal abgesehen hat sich mir das „China-Restaurant zum Alpenrösli“ vorteilhafthaft präsentiert. Nicht nur die Ambiance und das Angebot sind stimmig, auch die Ess- und Service-Qualität können überzeugen. Ein weiteres Plus sind die Öffnungszeiten, das Restaurant ist jeden Tag geöffnet, an Wochentagen am Mittag und am Abend, am Wochenende nur am Abend. Als mein Mann und ich das Lokal an einem Sonntagabend besucht haben, sind wir zuerst alleine gewesen, aber nach und nach sind weitere Gäste hinzugekommen. Auch das Take Away-Angebot ist mehrmals beansprucht worden. Nach den heissen Tagen – es ist hier leider kein Aussenbereich vorhanden – ist jetzt die Zeit gekommen, dieser Gaststätte die Aufwartung zu machen. Wenn sich mein erster Eindruck bestätigen sollte, ist diesem chinesischen Restaurant ein fester Platz in der Oltner Gastronomie sicher.

  • Kosten: Mittagessen 6 Menüs mit Suppe oder Vorspeise, Hauptspeise, Reis & kleinem Früchte-Dessert zwischen SFR 15.50 und SFR 21.50 / Abendessen Vorspeisen zwischen SFR 7.50 und SFR 18.50, Hauptspeisen zwischen SFR 26.50 und SFR 36.50 (mit Fleisch oder Fisch), Desserts zwischen SFR 3.50 und SFR 10.50; 2 Abendmenüs SFR 58.00 bzw. SFR 68.00 / Take Away Vorspeisen zw. SFR 5.00 und SFR 7.00, Hauptspeisen zwischen SFR 15.00 und SFR 21.50 (mit Fleisch oder Fisch)
  • Küche: chinesisch-asiatisch, mit hochwertigen Produkten, frische Zubereitung
  • Gut zu wissen: jeden Tag geöffnet, Montag bis Freitag von 11.00 – 14.00 Uhr und von 17.30 bis 22.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 17.30 bis 22.30 Uhr / keine Homepage
  • Adresse: Baslerstrasse 80, 4600 Olten, Tel. +41 62 535 57 55 & +41 78 606 20 38

Besucht: August 2017

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Aussicht Sälischlössli Olten

Ab aufs Oltner Schloss

Wann warst du zum letzten Mal auf dem Sälischlössli? Gerade an heissen Sommertagen bietet der kühle Säliwald eine ideale Alternative zur Oltner Badi. Ideale Ausgangspunkte für Aussichtsgeniesser und Obenheruntergucker ist der Tierpark Mühletäli mit dem Weg durch die kleine Schlucht oder alternativ in der Kurve der Oltner Dreitannenstrasse der Weg über die Krete bis zum Tennisplatz und dann im Zick-Zack hoch zum Sälischlössli.

Panorama Aussicht

Panorama Sälischlössli

Wer nach einer Stunde Fussweg das Sälischlössli erreicht, wird mit einer traumhaften Aussicht belohnt. Wirtin Karmen Müller schenkt in dem als Selbstbedienungsrestaurant organisierten Schlössli dann auch ein kühles Weizenbier oder auch einen Aperol Spritz aus. Auch eine Glace, einen Salatteller oder Schnipo für Kinder gibts auf der sehr einfach gehaltenen Speisekarte zu bestellen.

Aber der eigentliche Grund für jeden Besuch auf dem Schlössli ist die bombastische Aussicht die man von oben geniessen kann. Weit unten gegen Aarburg und Rothrist hin fahren die kleinen Spielzeugzüge der SBB durch die Landschaft. Alpenpanorama als Kulisse inklusive. Gegen den Jura hin blickt man auf den Allerheiligenberg, die Gemeinde Hauenstein und bis nach Aarau und beim Blick von oben weiss man, dass Olten entgegen anderslautenden Meinungen doch ein schönes Stück Erde ist. Grün umrandet von Wäldern und am Abend möchte man am liebsten auf dem Sälischlössli gerne gleich ein Hotelzimmer für eine Übernachtung buchen. Geht leider nicht.

Das Restaurant schliesst gegen 18 Uhr.  Da Wirtin Karmen Müller die Gäste meist alleine bewirtet, hat sie an sonnigen Tagen den stressigsten Job auf dem 657 Meter hoch gelegenen Sälischlössli. Bleibt zu hoffen, dass durch möglichst viele Besuche von Oltnerinnen und Oltner das Geschäft so brummt, dass sie weiteres Personal einstellen und die Speisekarte etwas ausbauen könnte. Bis dahin freut sich die Schlossherrin als Gastgeberin weiterhin auf viele Gäste, die gerade an heissen Sommertagen oben auf dem Berg ein kühles Lüftchen und ein kaltes Bier geniessen wollen.

www.saelischloessli.ch

Oltner Traditionslokal „Alte Mühle“ mit neuem, innovativem Ess-Konzept

Nachdem das traditionelle Oltner Restaurant „Alte Mühle“ seine Türen für knapp zwei Monate geschlossen hatte, eröffnete es Anfang Mai wieder unter neuer Führung. Der Wirt, André Häfliger, ist kein Unbekannter auf dem Platz Olten. Er hat sich als Geschäftsführer des Restaurants „Muusfalle“ im Kleinholz, das er seit Anfang des letzten Jahres betreibt, einen guten Namen gemacht. Neben diesem Stadionrestaurant liegt ihm daran, mit der „Alten Mühle“ auch ein „normales“ Restaurant zu führen. Dieses soll bleiben, was es war, ein Traditionslokal mit guter, bezahlbarer Kost. Nichtsdestotrotz soll nicht alles beim Alten bleiben, denn der erfahrene Gastronom hat sich ein innovatives Konzept für das Abendessen ausgedacht.

Lage/Atmosphäre

Die Gaststätte präsentiert sich optisch mehr oder weniger unverändert. Der Gast finden dieselben Holzmöbel vor, die der Vorgänger des jetzigen Wirtes bereits im Einsatz hatte und die vielleicht sogar die selben sind, an denen ich als Kind mit meinen Eltern Platz genommen hatte. Auch als Anhänger eher modern eingerichteter Lokale kann man dem Restaurant einiges abgewinnen. Was vor allem beeindruckt, sind die grossen, alten Holzfenster, die einen Blick auf die Dünnern freigeben würden. Der Konjunktiv steht, weil die Terrasse leider mit einer Blache zum Schutz vor Wetter und Kälte bedeckt ist. Es ist zu hoffen, dass diese angesichts der länger werdenden Tage und der zunehmenden Temperaturen entfernt wird.

Man fühlt sich wohl in dieser altehrwürdigen Gaststätte, die einem an längst verflossene Tage erinnert. Sogar die Flechtkörbchen mit Snacks, eine Reminiszenz an meine Kindheit, sind da, wenn auch – zum Glück – nicht auf jedem Tisch präsent.

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Ess-Konzept

Wie eingangs bereits angetönt hat Alfred Häfliger für das Abendessen ein Konzept in seinem Restaurant eingeführt, das seinesgleichen in der näheren und weiteren Region sucht. Während tagsüber mehr oder weniger „courant normal“ herrscht, ist das Prozedere am Abend neuartig. Der Gast bekommt ein Blatt mit Zutaten für sein Essen – wie nachfolgend abgebildet – und einen Kugelschreiber und ist gebeten, alle Ingredienzen, die er nicht in seiner Mahlzeit wünscht, zu streichen. Als zweiter Schritt muss er dann noch entscheiden, ob er einen Tagesteller, serviert mit Suppe oder Salat, oder ein Menü mit 3 oder 4 Gängen möchte. Der Küchenchef stellt dann aus den verbliebenen Zutaten ein Essen nach seinem Gutdünken zusammen. Das „Zutaten-Blatt“ wird jede Woche gewechselt und es wird jeden Tag neu entschieden, was aus den Ingredienzen der Woche zubereitet wird. Auf diese Weise ist der Koch flexibel und in der Lage, saisonal einzukaufen. Zudem kommen keine Fertigprodukte zum Einsatz, sondern es wird alles frisch gekocht.

Menüfolge

Aus den Zutaten der Woche streichen mein Mann und ich am Abend nach dem Eröffnungstag der „neuen“ „Alten Mühle“ die beiden Fleischarten, da es uns nach Fisch gelüstet. Zudem eliminieren wir noch die Teigwaren aus der Liste, da uns Reis als geeignetere Beilage zu den verbleibenden Ingredienzen erscheint. Daraus zaubert Alfred Häfliger einen tollen Dreigänger, der nicht nur optisch überzeugt, sondern auch äusserst schmackhaft ist. Zu den knackig gekochten Spargeln werden eine Vinaigrette und eine Hollandaise-Sauce gereicht. Das dazu servierte Süsskartoffel-Püree harmoniert hervorragend mit dem leicht bitteren Gemüse. Als Hauptspeise erwartet uns ein perfekt gegartes Lachsfilet mit einer feinen Estragon-Sauce und einer delikaten Selleriefüllung. Zum Dessert schliesslich hat der Koch eine Variation aus Mango-Parfait und Joghurt-Papaya-Sauce kreiert, einen leichten Abschluss, der ideal zu den vorhergehenden, reichhaltigen Gängen passt. Die Portionen sind gross, für einen Durchschnittsesser bewegen sie sich an der oberen Grenze.

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Service/Preise

Der Service ist liebenswürdig und aufmerksam. Wir werden nett begrüsst und ausführlich mit dem Ess-Konzept bekannt gemacht. Der Chef kommt vor der Bestellung an den Tisch, stellt sich mit „André“ vor und fragt nach etwaigen Unklarheiten. Auch nach der Mahlzeit erkundigt er sich, ob wir mit dem Gebotenen zufrieden sind, was wir vorbehaltlos bejahen können.

Die Preise sind sehr vernünftig angesetzt. Ein Tagesteller inklusive Salat oder Suppe kostet 25 SFR, ein Menü mit drei Gängen 35 SFR, eines mit 4 Gängen 45 SFR. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar, auch wenn man bedenkt, dass unter anderem beim Fleisch Kalbsfilet zur Auswahl stand, das wir jedoch von der Zutaten-Liste gestrichen haben, allerdings nicht ohne ein bisschen Bedauern meinerseits. Wo bekommt man schon das beste Stück vom Kalb zu einem derartig günstigen Preis?

Gesamtschau

Das Traditionslokal „Alte Mühle“ am Rande der Oltner Altstadt ist ein Juwel von einem Restaurant. Nicht nur ist das Essen ausgezeichnet und bezahlbar, auch die Atmosphäre in der Gaststätte ist stimmig und das Personal freundlich und effizient. Für meinen Mann und mich steht fest, dass unsere Wege sicherlich wieder in das Kleinod an der Dünnern führen werden, vielleicht dann zu einem Essen auf der – hoffentlich „unbedeckten“ – Terrasse.

  • Kosten: Mittagessen 3 Menüs inkl. Suppe oder Salat und Dessert für 25 SFR, Abendessen Tagesteller inkl. Suppe oder Salat für 25 SFR oder Menü mit 3 Gängen für 35 SFR oder 4 Gängen für 45 SFR
  • Küche: klassisch, saisonal, mit qualitativ hochstehenden Frischprodukten
  • Gut zu wissen: am Wochenende geschlossen, ausser an wichtigen Oltner Anlässen
  • Adresse: Mühlegasse 20, 4600 Olten, Tel. +41 62 212 32 96, E-Mail info@alte-muehle.ch

Besucht: Mai 2017

Bye-bye Alte Mühle!

Ein Oltner Traditionslokal schliesst seine Tore. Die an der Mühlegasse gelegene „Alte Mühle“ lädt am Samstag, 11. März 2017, zur „Ustrinkete“ ein. Danach ist Schluss, Ende und aus. Und wer je einmal in der Mühle einen Jass klopfte, im Sommer die Terrasse zur Dünnern hin genoss oder während der Fasnacht über die Stränge schlug, in der Alten Mühle fand man immer ein Plätzchen.

IMG_3771Wirt Hubi Müller verlässt den Oltner Nebel. Ihn zieht es ins kroatische Küstenstädtchen Novigrad. Wer ihn dort an der Skverska 2 besuchen will, kann einfach nach der „Alte Mühle Hubi d.o.o“ fragen, denn dem Oltner Wirt, wird es auch in wärmeren Gefilden an der Mittelmeerküste nicht langweilig werden.

DSC02801Für uns Oltner fällt eine Traditionsbeiz weg. Ein Lokal in welchem man über Jahre hinweg ein Mühli Cordon bleu oder ein gutes Stück Fleisch bestellen und dies in einem bunt dekorierten rustikalen Ambiente geniessen konnte.

IMG_3779Am Freitagabend war zum letzten Mal die Küche offen und als der letzte Bissen des Cordon bleu seinen Weg in den Magen gefunden hatte, kam zum Schluss dann doch ein bisschen Wehmut auf. Bye-bye liebes Team der Alten Mühle. Wir wünschen euch von Herzen alles Gute für die Zukunft!

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Restaurant Felsenburg in Olten – Die Ära des italienischen Traditionslokals geht zu Ende

Liebhaber einer gehobenen italienischen Küche zieht es seit Jahrzehnten in das Lokal an der Aarauerstrasse. Trutzig ragt es – wie der Name des Restaurants es bereits sagt – über der Stadt, scheint sie auf eine Art und Weise zu beherrschen, wenigstens aus kulinarischer Sicht. Denn eines ist sicher, es gibt in Olten kein anderes Lokal, das über eine solch lange Zeit hinweg einen sicheren Wert für Gourmets aus der Region, aber auch darüber hinaus, darstellt beziehungsweise darstellte.

Der Gebrauch des Imperfekts im vorhergehenden Satz weist daraufhin, dass die Tage dieser gastronomischen Institution gezählt sind. Noch bis Ende Februar 2017 ist die Felsenburg geöffnet, dann schliesst sie ihre Tore und lässt unzählige Stammgäste zurück, die sich nicht vorstellen können, dass es je wieder ein anderes Restaurant geben wird, das vermag, sie gleichermassen zu begeistern.

Wen man auch immer wegen der Felsenburg in der Region befragt, eine Meinung darüber haben alle. Kalt lässt dieses Restaurant keinen. Die einen loben die legendären Pasta Mista, andere streichen die Qualitäten der Fleischstücke, die auf dem Grill vor den Augen der Gäste zubereitet werden, heraus. Weitere verweisen schwärmerisch auf das Entrecôte Scheck, dessen unnachahmliche Sauce bereits Heerscharen von sogenannten Fachleuten darüber spekulieren liess, wie sie wohl hergestellt wird. Wieder andere geraten in Verzückung ob der am Tisch zubereiteten Crêpes Suzette. Neben den kulinarischen Genüssen findet auch die Konstanz der Küche über Jahrzehnte hinweg Erwähnung oder der Gastgeber, der sich mit Passion seiner Rolle hingibt, voller Energie und nie um einen guten Spruch verlegen. Dann gibt es auf der anderen Seite die Kritiker. Einige monieren das Interieur des Lokals, das ihnen veraltet erscheint. Gewisse stufen die Felsenburg als überbewertet und/oder als überteuert ein. Dann gibt es diejenigen, die diese Adresse für Feinschmecker als „Schickimicki“-Restaurant abtun. Nicht zuletzt fühlen sich auch etliche Gäste, die nur ab und zu in der Felsenburg sind, als weniger gut behandelt als solche, die regelmässig dort speisen. Diese Liste liesse sich beliebig verlängern nach dem Motto „Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“ Mit Fug und Recht kann die Felsenburg für sich in Anspruch nehmen, die Menschen in der Region Olten bewegt zu haben, in welche Richtung, das bleibe dahingestellt.

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Die Geschichte der Felsenburg nimmt ihren Anfang in den siebziger Jahren. Adriano Salsi, der Vater des jetzigen Hausherrn Sergio Salsi, eröffnete dieses Lokal, das zu dieser Zeit, aber auch heute noch seinesgleichen suchte. Es war nicht das typische italienische Restaurant, das jeder kennt, mit Pasta & Co, sondern es hatte sein eigenes Konzept, das in gehobener italienischer Küche mit französischem Einschlag bestand und bis zum heutigen Tag quasi unverändert belassen wurde. Die Vermutung, dass der Erfolg der Felsenburg dieser Eigenständigkeit gepaart mit gastronomischer Kompetenz und Beständigkeit geschuldet ist, liegt nahe. Adriano Salsi, der mit seiner Gattin das Lokal führte, „erkochte“ sich bereits nach kurzer Zeit die Gunst zahlreicher und treuer Gäste. Wer lukullischen Genüssen zugeneigt war, der konnte sich den „Salsi“ nicht entgehen lassen. Was damals galt, ist auch heute noch so, obwohl in der Zwischenzeit Adriano Salsi das Zepter an seinen Sohn weitergegeben hat. Dieser steht zwar nicht wie sein Vater am Herd, sondern ist für den Service verantwortlich. Das Konzept jedoch hat er beinahe unverändert, nur mit „homöopathischen“ Anpassungen ab und an, weitergeführt. Das eine Mal ist ein Gericht aus der Speisekarte gestrichen worden, das andere Mal ist ein neues darin aufgenommen worden, aber die „Substanz“, die ist immer dieselbe geblieben. Auch der Koch, Ivano Boschi, ist imstande gewesen die grossen Fussabdrücke seines Vorgängers zu füllen. Zudem ist es Sergio Salsi gelungen, dem Lokal seinen eigenen Anstrich zu verpassen, ohne dessen Wurzeln zu leugnen. Es darf also nicht erstaunen, dass der Erfolg der Felsenburg seinen Fortgang genommen hat und bis zum heutigen Tag andauert.

Was verbindet meine Person mit der Felsenburg? Dieses Restaurant ist wie kein zweites eng mit meiner Genese zum Gourmet verbunden. Meine früheste Erinnerung an dieses Lokal geht in die späten siebziger Jahre zurück. Damals gab es für mich als Teenager bezüglich Auswärtsessen kein besseres Lokal als die Felsenburg. Mit dem Versprechen, nach dem sonntäglichen Kirchgang die Felsenburg zu besuchen, konnte mich meine Mutter jahrelang ködern, in die Messe zu gehen. Wie haben mein Bruder und ich die Abende beim „Salsi“ geliebt, die feinen Teigwaren genossen und uns die leckere Crème Caramel schmecken lassen. Wie oft haben meine Mutter und ich versucht, die feinen Risotti und Pasta zu Hause nach zu kochen, allerdings mit geringem Erfolg. Neidlos mussten wir anerkennen, dass die Zubereitung solcher Gerichte nur dem „Salsi“ vorbehalten bleibt. In den späten achtziger Jahren suchte ich mein Lieblingsrestaurant regelmässig zusammen mit meinem Freund und späteren Ehemann auf. Bei ihm, der nicht aus der Region stammt, musste ich nicht viel Überzeugungsarbeit leisten, damit es auch zu seinem bevorzugten Ort zum Auswärtsessen wurde, es war bei ihm quasi „Liebe auf den ersten Blick“. Als in den neunziger Jahren unser Sohn sich zu uns in der Felsenburg gesellte und er das Lokal bald zu seinem absoluten Liebling auserkor, war das (Essens-) Glück komplett. Nachdem er ist jetzt ein Alter erreicht hat, das ihm erlauben würde, auch ab und zu auf eigene Faust zum „Salsi“ essen gehen zu können, habe ich mir bereits ausgemalt, wie unser Sohn dann mit seiner Freundin und später vielleicht mal mit seiner Familie diese Tradition fortsetzen könnte. Aber abrupt bin ich aus meinen Träumereien in die Realität zurückgeholt worden. Natürlich vernahm ich auch, dass die Felsenburg verkauft werden soll, aber ich habe den Gedanken daran weit weg geschoben. Als ich dann Ende November erfahren habe, dass das Lokal verkauft worden ist, habe ich es zwar aufgenommen, aber bis in mein Innerstes ist es nicht vorgedrungen. Das ist erst geschehen, als es mir Sergio Salsi bei unserem letzten Essen bei ihm Mitte Dezember persönlich mitgeteilt hat. Da habe ich realisiert, dass das Ende der Ära des besten italienischen Restaurants, das ich kenne, unabwendbar ist. Das hält mich trotzdem nicht davon ab, Hoffnung zu hegen, dass aus dem Erbe der Felsenburg – dem riesigen Fundus an unvergleichlichen Rezepten gepaart mit dem Enthusiasmus des ehemaligen Hausherrn dieses Traditionslokals – etwas Neues, wenn vielleicht auch in einem etwas anderen Rahmen – entstehen kann.

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Restaurant Felsenburg
Aarauerstrasse 157
4600 Olten
Tel. +41 (0)62 296 22 77
Fax. +41 (0)62 296 13 76

Zollhaus Olten – eine kulinarische Perle bei der alten Holzbrücke

 

Sandra und Adrian Müller haben dem „Zollhüsli“ in Olten wieder Leben eingehaucht. Im historischen Restaurant Zollhaus lässt es sich beim Wirtepaar Müller herrlich tafeln. Ein netter Service ist inbegriffen.

Wer in Olten gerne gut essen gehen möchte, hat die Qual der Wahl. Ein nettes Lokal für ein Mittagessen oder Businesslunch ist das kleine Restaurant Zollhaus schräg gegenüber der alten Holzbrücke, angrenzend an die Oltner Altstadt. Das Essen schmeckt lecker und die Preise sind insbesondere am Mittag sehr moderat. Das Zollhaus ist zudem eines der wenigen Restaurants in Olten, welches auch am Sonntag geöffnet hat.

Die Begrüssung im Zollhaus ist herzlich und man fühlt sich gleich willkommen. In der traditionell gehaltenen Gaststube werden sehr schmackhafte Mittagsgerichte serviert.

Nebst einer Suppe oder einem Salat wird immer ein leckerer Hauptgang gereicht, alle Speisen sind von Hand gemacht und frisch zubereitet. So gab es beim Besuch im November als Beilage zu zwei Pouletschenkeln, serviert mit Bratkartoffeln und Marktgemüse für CHF 19,50, auch handgemachtes Ketchup. Der vorab servierte Salat an einer frischen Mango-Salatsauce schmeckte fruchtig süss. Auch das Rehgeschnetzelte an Preiselbeersauce mit Spätzli und Rotkraut an einer wunderbar schweren butterigen Sauce war eine Wucht.

Für einen Fünfliber gäbe es jeweils noch ein Tagesdessert als Ergänzung zum Mittagsmenu, die meisten Gäste winken aber mit einem zufriedenen Lächeln nach dem leckeren und grosszügig bemessenen Hauptgang ab.

Auch die Anfang Januar gereichten Entrecôtewürfel-Stroganoff mit Spätzli wurden schön angerichtet serviert. Vorab mit einem Eisbergsalat oder einer farblich schönen Randen-Apfelsuppe zur Auswahl. Die Schweinspiccata auf Weissweinrisotto schmeckte wunderbar. Dieses Gericht wurde für CHF 19,50 serviert.

Zum Abschluss konnten wir es uns dann doch nicht nehmen lassen, und auch eine gebrannte Creme zu degustieren. Sehr schön angerichtet und cremig im Geschmack.

Müllers sind sehr nette Gastgeber und so bleibt es zu hoffen, dass das Restaurant Zollhaus unter der jungen Aargauer Führung der Stadt Olten noch lange erhalten bleibt.

Restaurant Zollhaus
Bahnhofstrasse 4
4600 Olten
Telefon +41 62 296 96 96
www.zollhaus-olten.ch

 

 

 

 

 

Gestaltungsplan für Sälipark 2020 liegt vor

Wie die Stadt Olten mitteilt, kann ab 25. November der Gestaltungsplan für das Projekt „Sälipark 2020“ bis am 4. Januar 2017 eingesehen werden. Neben Einkaufsflächen und Büros soll neu auch Wohnen im Sälipark möglich sein. Das heutige Migros-Freizeitland wird durch einen Neubau ersetzt.

Mit dem vorliegenden Gestaltungsplan «Riggenbachstrasse» soll eine Aufwertung sowohl des Einkaufszentrums als auch des gesamten Areals erfolgen. Die Zufahrt zum Sälipark soll möglichst stadt- und quartierverträglich organisiert werden. Die Einfahrt in die unterirdische Tiefgarage ist auf Höhe der Bifangstrasse geplant, denn heute kreuzen sich ein- und ausfahrende Autos aus der Tiefgarage mit den Fussgängern auf dem Trottoir entlang der Riggenbachstrasse.

Mit der Verlegung der Einfahrt in die Bifangstrasse wird jedoch der heutige Standort des Samstags-Markts auf der rechten Stadtseite in Frage gestellt. Der Markt könnte neu beispielsweise an die Engelbergstrasse verlegt, oder auf den südlichen Teil des Giroud Olma-Areals oder im Perimeter Bifangschulhaus, Bifangplatz und Aarauerstrasse angesiedelt werden.

Durch die Neugestaltung des Säliparks erhöht sich die Gesamtverkaufsfläche im Erd- und ersten Untergeschoss um rund einen Drittel. Nebst einem grossen Migros-Supermarkt im ersten Untergeschoss und einem Restaurant im Erdgeschoss, umfasst der neue Sälipark auch 75 Mietwohnungen. Die Zahl der Parkplätze wird um 60 auf neu 685 erhöht.

Da es sich um einen „publikumsintensiven Standort“ handelt, muss eine Umzonung von „Gewerbezone mit Wohnanteil“ in Zone für „publikumsintensive Nutzungen“ vorgenommen werden. Zudem ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich.

Durchfahrt Riggenbachstrasse wird für privaten Autoverkehr gesperrt

Die Riggenbachstrasse wird bei Realisierung des Projekts Sälipark 2020 zwischen Bifangstrasse und Krummackerweg auf Höhe des heutigen Kindergartens für den privaten Autoverkehr gesperrt. Es werden Poller installiert und der Bus und Velofahrer können nach wie vor die Riggenbachstrasse befahren. Für Velofahrer sind über das ganze Areal Sälipark grosszügig dimensionierte neue Veloabstellplätze in grosser Zahl geplant.

Der heute schwierig zu befahrende Verkehrsknoten vor der Fachhochschule von der Tannwaldstrasse wird in die alte Aarauerstrasse hinein verlängert. Damit soll die Sicherheit für Velofahrer im Bereich des Knotens der Von Rollstrasse verbessert werden. Die Buslinien 501 und 504 sollen neu via Bifangplatz–Bifangstrasse–Riggenbachstrasse–Von Rollstrasse verkehren und den Sälipark ideal erschliessen.

Die Umsetzung der Umgestaltungs- und Verkehrsmassnahmen ist unmittelbar mit dem Projekt Sälipark 2020 verbunden. Die gesamten Investitionskosten für die verkehrlichen Massnahmen auf öffentichem Grund werden auf rund 1,8 bis 2 Mio. Franken geschätzt.

 

Nutzungskennzahlen Sälipark 2020

Investitionsvolumen über 100 Millionen Franken
Nutzung Einkaufen, Wohnen, Verweilen
Verkaufsfläche ca. 17`000 m2 (Stand heute: 13`000 m2)
Anzahl Verkaufsgeschäfte ca. 40 (Stand heute: 28)
Mieter Migros, M-Restaurant sowie
Markengeschäfte von lokalen, nationalen und internationalen Anbietern
Arbeitsplätze im Areal ca. 900 (Stand heute: ca. 700)
Wohnen 75 Wohnungen für alle Generationen