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An FHNW in Muttenz pendeln Studis bald ausserhalb Spitzenzeiten

Ein Deal der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und der SBB für den neuen Campus in Muttenz soll die Pendler-Spitzenzeiten entschärfen: Ab Herbst 2018 halten dort zwei InterRegio-Züge, dafür beginnt der FHNW-Unterricht teils später. Der Bahn-Deal soll Schule machen. Ab September 2018 legen die InterRegio-Züge von Olten nach Basel um 8:40 und 9:40 Uhr in Muttenz für die FHNW einen Extrahalt ein.

In knapp einem Jahr wird die FHNW im Muttenzer Polyfeld wenige Schritte vom Bahnhof entfernt ihren neuen Campus mit rund 3700 Studierenden und 800 Mitarbeitenden beziehen – mehr als dreimal so viele wie heute. Mit einer kantonalen Sekundarstufen-Reform werden zudem 2024 weitere Schulen ins Polyfeld ziehen. Doch schon heute ist die S-Bahn am Morgen ausgelastet, das Tram zu weit weg und die Busanbindung bescheiden.

Video: Pendlerströme auf SBB Strecken im Tagesverlauf

Die Mehrheit der Muttenzer FHNW-Studierenden kommt mit dem Zug von Olten her, je nach Ausbildungsgang nicht nur aus den FHNW-Kantonen Aargau, den beiden Basel und Solothurn, sondern auch von weiter weg. Zusätzliches Rollmaterial hat die SBB aber nicht auf der Halde. Mehr Verbindungen bezahlen müsste im Regionalverkehr zudem die öffentliche Hand. Platz hat es jedoch in Zügen ausserhalb der Pendlerzeiten, und den will man nun besser nutzen, wie Verantwortliche am Mittwoch vor den Medien ausführten.

Zusatzhalte von Interregio-Zügen ab Olten
Ab September 2018 legen die InterRegio-Züge von Olten nach Basel um 8:40 und 9:40 Uhr in Muttenz für die FHNW einen Extrahalt ein. Bisher hält dort nur die S-Bahn sowie ein früher InterRegio von Zürich her. Im Gegenzug will die FHNW den Unterricht für einen Drittel der Studierenden später ansetzen, damit diese nicht zu Pendlerzeiten nach Muttenz fahren. Für den FHNW-Campus bringt das kaum Mehraufwand, soll der doch ohnehin 24-Stunden an sieben Tagen in der Woche offen sein. Der FHNW-Deal ist der zweite solche der SBB nach einem ähnlichen mit der Fachhochschule Luzern in Rotkreuz.

Potenzial von 22’000 Studierenden ausserhalb Hauptverkehrszeit
Angesichts der erhofften Vorteile will die SBB das Modell zunächst anderen FHNW-Standorten schmackhaft machen, etwa Brugg-Windisch. Dazu sollen nun Gespräche beginnen. Der Zusatzhalt der beiden IR-Züge soll rund 400 Studierende zusätzlich per Bahn nach Muttenz bringen. Die SBB hält es nach einer Studie für möglich, dereinst mittels verschobenen Vorlesungszeiten über 22’000 Studierende aus den Hauptverkehrszeiten zu bekommen. Für ihre Kampagne „Work Smart“, mit der die SBB Unternehmen zum Staffeln der Arbeitszeiten weg von Pendler-Spitzen motivieren will, hat sie inzwischen 138 Partner gefunden, darunter auch den Bund.

Verlagerung in Nebenverkehrszeiten
Offenbar mit Erfolg: Seit 2015 habe das Passagierwachstum zu Nebenzeiten stärker zugelegt als zu Spitzenzeiten, hiess es. Im Baselbiet will die Regierung weitere Schulen und Firmen motivieren, im Sinne von „Work Smart“ mitzuziehen. Bei der SBB ist man froh um jeden heute vermiedenen Ausbau, sei doch die Mobilitätszukunft angesichts der Digitalisierung noch recht unklar. (SDA/Gi)

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